I have doubts about the city’s oft-vaunted creative scene, which I was part of for much of the year: to what extent were we dancing to electro-pop while Detroit burned?
Die Reporterin Ingrid Norton hat das vergangene Jahr in Detroit verbracht. Jetzt hat sie diesen umwerfenden Text veröffentlicht über eine Stadt, von der fast nur noch die Schale existiert und in der die Armut regiert; ein fesselnder Text über Feuer, Ford und Finsternis.
Norton ist jetzt weitergezogen in die nächste versunkene Stadt der USA, nach New Orleans.
Sagt einer am Telefon und jetzt auch das Internet.
Kaum waren sie da, waren sie schon wieder weg: 1974 von David Thomas in Cleveland gegründet, verschwanden Rocket From The Tombs wieder von der Bildfläche. Aus dem einen Projekt wurden zwei Bands, die bis heute nachhallen: Die Dead Boys und Père Ubu. Die Dead Boys sind inzwischen Geschichte, Père Ubu veröffentlichten 2009 ihr 22. Album: «Long Live Père Ubu!» Langer Rede, kurzer Sinn: Rocket From The Tombs gibt es wieder. Und sie kommen der Schweiz gefährlich nahe, am 23. Mai spielen sie in Stuttgart, am 24. Mai in München. Die Quizfrage lautet: Wer holt diese Band, die mit den Dead Boys und Père Ubu gleich zwei Kultbands vereinigt, in die Schweiz? Vielleicht kommt ja dann auch Slash, der zu dieser Zeit in Europa sein soll, auf einen Whiskey vorbei, immerhin waren Guns n’ Roses grosse Anhänger der Tombs, und setzten ihnen 1993 – auf dem Höhepunkt ihres eigenen Rums – mit der Coverversion des epischen «Ain’t it fun» ein Denkmal.
Eigentlich wollte ich erst nächste Woche auf eine Veranstaltung draussen in den Randgebieten hinweisen, im St. Galler Palace. Aber jetzt hat der hervorragende Musikjournalist und Regionalreporter Marcel Elsener einen interessanten Artikel über eine Bands namens The Walkabouts aus der Bio-Kaffee-Hochburg Seattle geschrieben. Und auch wenn die Band einst mit Jack Wolfskin zu tun hatte – eine Firma aus dem Sherpa-Tensing-Bastian-Girod-Outdoor-Sortiment, das wir hier keine Sekunde lang lobpreisen wollen –, so lässt dieser Artikel trotzdem eigentlich nur eine Antwort auf die Frage zu, an welcher Bar wir diesen Freitag Abend mit dem Fuss im Takt wippen.
Die sogenannte Enthüllungsgeschichte über Philipp Hildebrands «Insidergeschäfte» wird der Weltwoche grad gehörig um die Ohren gehauen. Der Blick fragt in seiner heutigen Ausgabe: «Wer hat dieses Dokument fabriziert?» Der von der Weltwoche publizierte Auszug von Philipp Hildebrands Konto wurde gemäss den Recherchen des Reporters Peter Hossli «zusammengeschnipselt, an gewissen Stellen sogar gefälscht».
Eigentlich erstaunlich, dass die Ungereimtheiten auf dem Weltwoche-Bankauszug bis heute niemandem aufgefallen sind … Wieauchimmer: Angesichts der neuen Zweifel frage ich mich, wie viel Glaubwürdigkeit die Weltwoche eigentlich noch verlieren kann … Ganz offensichtlich hat man sich das auch unter Köppels Kameraden gefragt und wollte die Glaubwürdigkeit mit einem Korrigendum wieder herstellen. In der Weltverdrehungswoche von letztem Donnerstag (auf dem Cover: «Hildebrands Fall: […] Der Ex-Präsident gibt alles zu») korrigiert das Köppel-Blatt die Falschmeldungen der Vorwoche. Allerdings ist das Korrigendum der Weltwoche nicht ganz so ausführlich geworden wie dasjenige von Nation of Swine.
Korrigendum
Wir bedauern, dass uns im Artikel «Spekulant Hildebrand» zwei Fehler unterlaufen sind. Durch ein Versehen wurden aus den 1,173 Millionen US-Dollar (wie aus der Tabelle korrekt zu ersehen ist) 1,733 Millionen US-Dollar. Und der Name des Direktors des Bundesamtes für Justiz, Michael Leupold, wurde leider zu Lüpold verkürzt. Wir entschuldigen uns für die beiden Unachtsamkeiten. Die Redaktion
Man weiss nicht viel über Quasimoto, auch bekannt als Lord Quas. Man weiss, dass die Stimmungen seiner beiden unvergleichlichen Alben «The Unseen» und «The Further Adventures of Lord Quas» an die Werke des französischen Pianisten Alain Goraguer erinnern sollen, dass in Los Angeles die Sonne immer scheint, und dass Madlib sein Produzent ist. Wir wissen, dass seine Stimme klingt, als sei er als Kind in einen Topf voller Helium gefallen. Gerüchte besagen, er ist Sun Ras Sohn. Man weiss, dass er uns eines der schönsten Plattencovers geschenkt hat und Songs, die im Rapuniversum nach seinesgleichen suchen. Und das alles geht so:
In einer grossen PR-Kampagne hatte 2010 der Staatsbetrieb SBB per Schweizer Fernsehen in der Sendung «10 vor 10» verlauten lassen, ihr entstünden durch randalierende Fussballfans in Extrazügen massiver Sachschaden (die Meldung wurde von allen Medien wiedergegeben, auch ein Jahr später erneut gar in der Hauptausgabe der Tagesschau). SBB-Sprecher Reto Kormann sagte im Mai 2010 unwidersprochen im «10 vor 10»: «Wir haben Schäden praktisch jedes Wochenende. Drei Millionen Schäden in der abgelaufenen Saison alleine. Wir wollen das unseren Kunden und unseren Mitarbeitern nicht mehr länger zumuten.»
Jetzt hat ein Journalist nachgerechnet. Wie Fussballkolumnist Pascal Claude in der WOZ aufdeckt: Die eigentliche Schadenssumme beträgt weniger als ein Zehntel.
Ein internes Papier der SBB zeigt, dass die Schäden, die Fussballfans an Extrazügen verüben, zehnmal geringer sind als angenommen: Statt 3 Millionen Franken jährlich, wie in zahlreichen Medienberichten zu lesen war, waren es 2009/2010 deutlich weniger als 300’000 Franken.
Und weil er von der SBB-Pressestelle nichts weiter zu hören bekam als Schwurbel, an Vertuschung grenzende Verwirrrechnungen, rechnete Pascal Claude anhand interner Papiere nun halt selbst nach. Fazit: Die SBB lügt. Der beste unter den Schweizern Fussballbloggern schliesst seine Recherche so:
«3 Millionen Franken Sachschaden durch Fussballfans jährlich». Diese Schlagzeile, prominent verbreitet von Tagesschau bis Tages-Anzeiger, wollten die SBB nie dementieren. Nun sind wir bei 100’000 Franken. 100’000 Franken Sachschaden sind viel. Es sind aber dreissigmal weniger als jener Betrag, mit dem bislang Politik gemacht wurde. Die SBB möchten die Transportpflicht aufheben und Fussballfans nicht mehr auf eigene Kosten von A nach B befördern müssen. Das ist eine legitime politische Forderung. Nun ist, hoffentlich, etwas klarer, auf welchen Zahlen sie beruht.
Die ganze wunderliche Rechnung kann man lesen auf Claudes Blog «Knapp daneben».
Wir feiern: Zwei Jahre Nation of Swine, pünktlich zum Freitag, den 13. – neues Design, neuer-alter Horror: «Friday, the 13th – you may only see it once, but that will be enough.» Während draussen die Welt vor die Hunde geht, sitzen wir drinnen und zelebrieren diesen fürchterlichen Feiertag mit unserem alten Freund Jason Voorhees, der uns immerhin den Filmtrailer des letzten Jahrhunderts bescherte:
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