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	<title>Nation of Swine &#187; UBS</title>
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	<description>Politik &#38; Freefight</description>
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		<title>Pelli, Levrat, UBS – Woche der Lügen</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 16:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[!Mediengruppe Bitnik]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Levrat]]></category>
		<category><![CDATA[Fulvio Pelli]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie die Grossbank eine Ausstellung in London zensuriert]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es da eine Verbindung? Oder hat das eine nichts mit dem anderen zu tun? Diese Woche war das Thema jedenfalls nicht zu übersehen. Und irgendwie hängt ja doch immer alles zusammen. Zum Beispiel die <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Pelli-reicht-Klage-gegen-Levrat-ein/story/16651659" target="_blank">angekündigte Verleumdungsklage</a> von FDP-Langweiler Pelli: Der will SP-Präsident Levrat verklagen, weil dieser ihn angeblich als «knallharten Lügner» bezeichnet hat. Pelli begründet seine Klageandrohung heute im <em>Tages-Anzeiger</em> so: «Ich kann nicht akzeptieren, dass das Volk denkt, ich sei ein Lügner, wenn der Lügner der andere ist.» Wer ist denn jetzt der Lügner? Pelli? Levrat? Beide? Oder keiner? Und jetzt mal abgesehen davon, dass der Levrat und der Pelli sich fast alle verbalen Maulschellen verpassen dürfen, weil die relative parlamentarische Immunität sie schützt – könnte der Levrat jetzt auch den Pelli verklagen, weil dieser ihn als «Lügner» bezeichnet hat?</p>
<p>Ich schweife ab … Es geht hier um Verleumdung. Ehrenrührigkeit. Lügen. Und um die Frage, was heute erlaubt ist? Und vor allem, wer darüber entscheidet:</p>
<div id="attachment_3525" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><img class="size-large wp-image-3525  " title="UBSlügt" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/09/UBSlügt.png" alt="" width="555" height="395" /><p class="wp-caption-text">«UBS lügt. Anschläge 1971/2009.» Foto: Florian Bachmann, !Mediengruppe Bitnik</p></div>
<p>Am 2. September eröffnete das Zürcher Künstlerkollektiv <strong>!Mediengruppe Bitnik</strong> in der Londoner Space Gallery die Ausstellung <strong>«Too Big To Fail / Too Small To Succeed»</strong>. Teil der Ausstellung, die zuvor schon im <a href="http://www.museum-folkwang.de/" target="_blank">Museum Folkwang in Essen</a>, im <a href="http://www.cac.lt/en" target="_blank">Contemporary Art Centre in Wilna</a> und im <a href="http://www.lescomplices.ch/" target="_blank">Les Complices in Zürich</a> gezeigt worden war, war das Bild «UBS lügt». Es zeigt einen etwas älteren, unbekannten Banker, der vor einer UBS-Filiale in Zürich ein Schild mit der Aufschrift «lügt» hochhält.</p>
<p>Die !Mediengruppe Bitnik stellte das Bild nicht <em>in</em> der Space Gallery aus, sondern unmittelbar davor: Auf einem rund 20 Quadratmeter grossen Billboard an einer stark befahrenen Strasse im Londoner Quartier Hackney. Am Abend des 2. Septembers, als sich die Vernissage langsam in eine Party verwandelte, fuhr allerdings ein Wagen der Plakatgesellschaft Primesight vor und begann das Plakat einzurollen …</p>
<p>In den vergangenen Wochen gab es viele Fragezeichen und einige <a href="http://mail.kein.org/pipermail/nettime-l/2010-September/002355.html" target="_blank">Gerüchte</a>, warum das Plakat abgehängt worden war, bzw. warum man in den Medien nichts darüber erfahren konnte. Nun, das ändert sich mit der morgigen Ausgabe der WOZ. <em>Nationofswine</em>-Präsident Hanimann berichtet darin, <strong>wie die UBS drohte, die !Mediengruppe Bitnik und die Space Gallery zu verklagen – wegen unrechtmässiger Verwendung des UBS-Logos, bzw. wegen Verleumdung. </strong>Die Plakatgesellschaft Primesight erhielt (ebenfalls unter Klageandrohung) am 2. September ein Ultimatum, das Bild bis spätestens um 21.30 Uhr zu entfernen. Die UBS bestätigt übrigens die Kontaktaufnahme mit Primesight, will sich aber nicht im Detail zur Geschichte äussern. Kurz vor Ablauf des Ultimatums hat Primesight der UBS-Drohung dann tatsächlich Folge geleistet …</p>
<div id="attachment_3527" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-large wp-image-3527  " title="Take-Down" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/09/Take-Down.png" alt="" width="500" height="230" /><p class="wp-caption-text">Fotos: Leela Axon</p></div>
<p>Die ganze Geschichte, die Hintergründe und ein paar Fragen gibt es morgen in der Offline-WOZ, oder jetzt schon online <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr39/wirtschaft/19848.html" target="_blank">hier</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=3521&amp;md5=310f7e6f2fc7c63fc2e33bcb2403381a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die PUK-Verhinderer</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 21:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Hess]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Rudolf Merz]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Diese vier Parlamentarier hätten Ja sagen können, sie hätten auch Nein sagen können. Aber sie haben <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html">heute Abend gesagt</a>: Lieber nicht jetzt … </p> <p>«National- und Ständerat entscheiden nicht in der laufenden Session über die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu den Geschehnissen rund um die UBS. Der Entscheid fällt erst im Juni.»</p> <p>via [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1157" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1157" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2443-150x150.jpg" alt="Hansheiri Inderkum, CVP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Hansheiri Inderkum, CVP</p></div>
<div id="attachment_1156" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1156" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2432-150x150.jpg" alt="Erika Forster, FDP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Erika Forster, FDP</p></div>
<div id="attachment_1158" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1158" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2561-150x150.jpg" alt="Filippo Lombardi, CVP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Filippo Lombardi, CVP</p></div>
<div id="attachment_1159" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1159" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2645-150x150.jpg" alt="Hans Altherr, FDP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Hans Altherr, FDP</p></div>
<p>Diese vier Parlamentarier hätten Ja sagen können, sie hätten auch Nein sagen können. Aber sie haben <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html">heute Abend gesagt</a>: Lieber nicht jetzt … <span id="more-1155"></span></p>
<blockquote><p>«National- und Ständerat entscheiden nicht in der laufenden Session über die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu den Geschehnissen rund um die UBS. Der Entscheid fällt erst im Juni.»</p>
<p>via <strong><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html" target="_blank">NZZonline</a></strong><em><strong><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html" target="_blank"><br />
</a></strong></em></p></blockquote>
<p>Das ist schon ziemlich dicke Post: Das Ständeratsbüro hindert das Parlament daran, in der Frühlingsession eine PUK zur UBS und zur Finanzkrise einzusetzen. Denn der Nationalrat hätte bereits nächste Woche über die Einsetzung einer PUK befinden sollen. Wohlgemerkt: Das Büro hat nicht über das Schicksal der PUK an sich entschieden, aber es hat verhindert, dass das Parlament überhaupt über eine PUK diskutieren kann.</p>
<p>Dabei hatten sich bereits drei Kommissionen des Nationalrats für eine PUK ausgesprochen. Dennoch stellt sich das Büro des Ständerats auf den Standpunkt, dass es zuerst die Untersuchungsergebnisse der Geschäftsprüfungskommission (GPK) abwarten möchte … Wie es von der GPK einen fundierten Bericht erwarten kann, ist mir allerdings schleierhaft: Der Vizepräsident Hans Hess ist mit <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr03/Schweiz/18839.html" target="_blank">seiner Vorgeschichte</a> alles andere als unabhängig und die Arbeitsgruppe laut verschiedenen Mitgliedern überfordert und überarbeitet.</p>
<p>Die GPK hat heute übrigens einen <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/zwischenbericht-ag-finanzmarktaufsicht-GPK-2010-03-03-d.pdf" target="_blank">Zwischenbericht über ihre Untersuchungen zur UBS/Finanzkrise</a> veröffentlicht, in dem sie auflistet, was sie bisher schon getan hat – und was sie in den nächsten <span style="text-decoration: line-through;">zwei</span> drei Monaten noch tun will. Auffallend: Die GPK muss vor einigen Wochen in einen grossen Speed-Topf gefallen sein. Oder jemand muss Hans Hess (Vizepräsident der Arbeitsgruppe, Merz-Intimus, FDP-Ständerat, <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/21/ist-hans-hess-der-richtige-mann/" target="_blank">Briefkastenkönig</a> und früher <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/21/ausgerechnet-der-briefkastenkonig-hans-hess/" target="_blank">verurteilter Steuerdelinquent</a>) mit der Peitsche vor sich hergetrieben und ihm mit einem Megafon ins Ohr gebrüllt haben, dass mit einem PUK-Bericht ausgerechnet im Wahljahr 2011 unangenehme Tatsachen über seine Partei, seinen Finanzminister und dessen Rolle in der Finanzkrise erscheinen könnten … Anders kann ich mir den plötzlichen Elan der GPK-Arbeitsgruppe nicht erklären …</p>
<p>Wie auch immer: Die GPK hat diesen ziemlich unbefriedigenden <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/zwischenbericht-ag-finanzmarktaufsicht-GPK-2010-03-03-d.pdf">Zwischenbericht über ihre laufende Untersuchung </a>veröffentlicht. Ich glaube, er spricht für (oder gegen?) sich.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_1166" class="wp-caption aligncenter" style="width: 448px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1.png"><img class="size-full wp-image-1166" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1.png" alt="" width="438" height="368" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p>Zusammengefasst:</p>
<ul>
<li>Die GPK arbeitet seit <strong>einem</strong> Jahr. In dieser Zeit hat sie <strong>14</strong> Sitzungen abgehalten. Für das erste <strong>Halbjahr</strong> 2010 sind <strong>11</strong> Sitzungen festgelegt.</li>
<li>Bisher (also in einem Jahr Arbeit) fanden <strong>28</strong> Anhörungen statt. Bis Ende Mai (also in weniger als <span style="text-decoration: line-through;">zwei</span> drei Monaten) plant sie noch <strong>25</strong> Anhörungen.</li>
<li>
<div>Bisher angehörte UBS-Verantwortliche: <strong>Null.</strong> In den nächsten Wochen sollen <strong>6</strong> ehemalige und aktuelle UBS-Verantwortliche angehört werden.</div>
</li>
</ul>
<p>Muss man dazu noch was sagen?</p>
<p>Wohl kaum. Mahalo!</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=1155&amp;md5=bf2c0ffb503e9e9c4cae2dd2af88bc79" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>UBS-Porno, Teil 2</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/03/03/nachtrag-zum-ubs-porno/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/03/03/nachtrag-zum-ubs-porno/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 06:59:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bankgeheimnis]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/18/ubs-jetzt-auch-noch-ein-porno/" target="_blank"> verwiesen wir auf diesem Blog</a> auf das kulturelle Erbe, das die Grossbank UBS hinterlässt: «USB – Unsere Schweizer Bank», ein Porno über den Finanzplatz Schweiz (Die Produzenten <a href="http://www.1advd.ch/detailsA/film6840180.asp" target="_blank">über ihren eigenen Film</a>: Darauf hat die Welt gewartet! Endlich wieder ganz grosses Schweizer Erotik-Kino! Mit diesem Film ermöglicht uns einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/18/ubs-jetzt-auch-noch-ein-porno/" target="_blank"> verwiesen wir auf diesem Blog</a> auf das kulturelle Erbe, das die Grossbank UBS hinterlässt: «<strong>USB </strong>– Unsere Schweizer Bank», ein Porno über den Finanzplatz Schweiz (Die Produzenten <a href="http://www.1advd.ch/detailsA/film6840180.asp" target="_blank">über ihren eigenen Film</a>: Darauf hat die Welt gewartet! Endlich wieder ganz grosses Schweizer Erotik-Kino! Mit diesem Film ermöglicht uns einen Blick [sic!] in die Teppichetagen der Bahnhofstrasse!).</p>
<p>Wir haben lange darauf gewartet, heute hat nun <a href="http://www.blick.ch/unterhaltung/tv/ex-ubs-mann-macht-pornos-141730" target="_blank">Blick-Online</a> unsere damalige Top-Story aufgegriffen (natürlich ohne uns lobend zu erwähnen) und schreibt: Der Produzent dieses Films arbeitete früher selber bei der UBS. Nein, nicht <a href="http://www.ignoranz.ch/item/arbeitet-marcel-ospel-269-mal-besser-als-ein-durchschnittsbuezer/" target="_blank">Marcel Ospel</a>, sondern bloss <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/suendige-moerlialp-73062" target="_blank">Thomas Scheurer</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=1125&amp;md5=f2d22de5f539c8d7347930641f765c3e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Merz muss weg (258): «Persönliche Ordner»?</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/02/21/merz-muss-weg-258-%c2%abpersonliche-ordner%c2%bb/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/02/21/merz-muss-weg-258-%c2%abpersonliche-ordner%c2%bb/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 12:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Rudolf Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Rohner]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Kurer]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsblick]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(ch.) … Und plötzlich geht alles sehr schnell. Letzte Woche verkündete die Geschäftsprüfungskommission, <a href="http://www.parl.ch/d/mm/2009/seiten/mm-gpk-n-s-2009-03-18.aspx" target="_blank">die das Verhalten der Behörden in der Finanzkrise untersuchen soll,</a> dass sie jetzt doch noch UBS-Manager vorladen wolle. Und heute erklären die ehemaligen UBS-Bosse Peter Kurer und Marcel Rohner im <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">Sonntagsblick</a>, dass sie «selbstverständlich» vor der GPK aussagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #888888;"><em>(ch.)</em></span> … Und plötzlich geht alles sehr schnell. Letzte Woche verkündete die Geschäftsprüfungskommission, <a href="http://www.parl.ch/d/mm/2009/seiten/mm-gpk-n-s-2009-03-18.aspx" target="_blank">die das Verhalten der Behörden in der Finanzkrise untersuchen soll,</a> dass sie jetzt doch noch UBS-Manager vorladen wolle. Und heute erklären die ehemaligen UBS-Bosse Peter Kurer und Marcel Rohner im <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank"><em>Sonntagsblick</em></a>, dass sie «selbstverständlich» vor der GPK aussagen werden. Kurer schlägt sogar vor, dass man nach US-amerikanischem Vorbild öffentliche Hearings machen solle. «Dies im Interesse einer vollen Transparenz für Medien und Öffentlichkeit.»</p>
<p>Das sind ja mal neue Töne. Aber Obacht! Es wird noch besser. Im gleichen <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">Artikel</a> heisst es: «<strong>Auch bei Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat ein Umdenken stattgefunden</strong>. Der Finanzminister liess der GPK eine Kopie seiner persönlichen Ordner zur Datenherausgabe an die USA zukommen.»</p>
<p>Merz? Umdenken? Wie auch immer –  jedenfalls ist es gut zu wissen, dass Merz zwischen all seinen <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Die-neueste-HerzschmerzMerzDichtung/story/12875239" target="_blank">literarischen Ergüssen</a> (bitte nach unten scrollen) auch noch ein paar berufliche Notizen gemacht hat. Etwas erstaunlich ist, dass Merz die jetzt plötzlich rausrückt. Noch vor wenigen Wochen <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/der-bundesrat-muss-spuren-138222" target="_blank">beklagte sich die GPK</a>, dass der Bundesrat ihr nicht alle Dokumente zur Verfügung stelle. Was bedeutet das? Versucht hier vielleicht jemand im allerletzten Moment, die PUK zu verhindern? Dafür gibt es mehrere Anzeichen: Einerseits Merz&#8217; «Umdenken», andererseits der plötzliche Energieschub der GPK.</p>
<p>Die GPK war fast ein Jahr lang ziemlich untätig. Als ich im Sommer 2009 (die GPK-Untersuchung war also schon ein halbes Jahr beschlossen) nachfragte, wie die Dinge so stehen und bis wann ein Bericht zu erwarten sei, lachte man mich auf dem Sekretariat der GPK nur aus: Die Untersuchungen hätten noch kaum begonnen, hiess es. Dann muss die GPK doch ein wenig gearbeitet haben. Denn vor einem Monat beschwerte sie sich vor den Medien, der Bundesrat betreibe Obstruktion, hindere die GPK an der Untersuchung, verweigere den Einblick in wichtige Dokumente. Die GPK drohte offen mit einer PUK. Als an jener Pressekonferenz jemand fragte, ob die GPK auch UBS-Manager angehört habe, verneinte das GPK-Präsidium. Es erweckte übrigens auch nicht den Eindruck, dass sich das bald ändern würde.</p>
<p>Jetzt sieht die GPK das offensichtlich anders. Sie macht Druck. Hört UBS-Manager an und will laut <em>Sonntagsblick</em> <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">«bis Mitte Mai nochmals alle betroffenen Behörden und alle Bundesräte anhören.»</a> Sie versucht offensichtlich eine PUK zu verhindern. Das dürfte trotzdem schwierig werden. Das Ständeratsbüro wird am 3. März über die Einsetzung einer PUK entscheiden müssen. Das Zünglein an der Waage spielt dabei die CVP. Und die macht ihren Entscheid davon abhängig, ob bis dann ein zufriedenstellender Zwischenbericht der GPK vorliegt. Die Zeit ist knapp – wohl zu knapp.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> «Merz muss weg», sagt mittlerweile ja sogar die <em>Weltwoche</em>. Lanciert wurde das Thema – vor über einem Jahr – allerdings in der WOZ. Deshalb zum einjährigen Merz-muss-weg-Jubiläum ein paar Höhepunkte aus der WOZ-Merz-Berichterstattung.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17232.html" target="_blank"><strong>Sein kleines Bankgeheimnis</strong></a> Wie Merz die Appenzeller Kantonalbank verkaufte. <span style="color: #888888;"><em>(4. Dezember 2008)</em></span></li>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17478.html" target="_blank"><strong>Merz muss weg</strong></a> Ein Mann der Vergangenheit. <span style="color: #888888;"><em>(5. Februar 2009)</em></span></li>
<li><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;"><strong><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17506.html" target="_blank">Merz ist Teil des Problems</a> </strong>Rudolf Strahm über freisinnige Seilschaften. <span style="color: #999999;"><em>(12. Februar 2009)</em></span></span><br />
</span></li>
<li><strong><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/18001.html" target="_blank">«Heimatland, Babettli!»</a></strong> Leiten den Finanzminister Zwangsvorstellungen? <span style="color: #888888;"><em>(11. Juni 2009)</em></span><br />
(auch schön als <a href="http://www.woz.ch/hoertext/dam8399_0019.mp3" target="_blank">Hörtext</a>)</li>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr27/schweiz/18091.html" target="_blank"><strong>Grober Unfug</strong></a> Merz, als hätte er nichts besseres zu tun, schreibt der WOZ einen Brief. <span style="color: #888888;"><em>(2. Juli 2009)</em></span></li>
<li><span style="color: #888888;"><strong><span style="color: #000000;"><a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr40/wirtschaft/18428.html" target="_blank">Gaddafis Datteln</a> </span></strong><span style="color: #000000;">Plauderstunde in Trogen AR. <span style="color: #999999;"><em>(1. Oktober 2009)</em></span></span><br />
</span></li>
</ul>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=1005&amp;md5=5dc1459e5c399d85a58b762bc0d529f6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Credit Suisse: 88% Steuerhinterzieher?</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/02/05/credit-suisse-88-steuerhinterzieher/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 15:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Credit Suisse]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Heribert Prantl]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerhinterziehung]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>(ch.) Wir haben ziemlich lange darauf warten müssen, aber heute ist es endlich soweit: Wir gründen die <a href="http://nationofswine.ch/category/credit-suisse/" target="_blank">neue Kategorie «Credit Suisse»</a>. Einige Leserinnen und Leser dieses Blogs werden es schon länger vermutet haben – und ehrlichgesagt habe ich selber auch nie an die These geglaubt, dass es nur einige wenige schwarze Schafe bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;">(ch.)</span></em> Wir haben ziemlich lange darauf warten müssen, aber heute ist es endlich soweit: Wir gründen die <a href="http://nationofswine.ch/category/credit-suisse/" target="_blank">neue Kategorie «Credit Suisse»</a>. Einige Leserinnen und Leser dieses Blogs werden es schon länger vermutet haben – und ehrlichgesagt habe ich selber auch nie an die These geglaubt, dass es nur einige wenige schwarze Schafe bei der UBS waren, die mit dem Steuerhinterziehungsgeschäft Geld verdienten – aber jetzt haben wir laut <a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/politik/42/502278/text/" target="_blank">Süddeutscher Zeitung </a>offiziell eine weitere (mutmasslich) kriminelle Bank: Die Steuerhinterzieher-CD, die die deutschen Behörden gekauft haben, beinhaltet Namen von deutschen Kunden der Schweizer Grossbank Credit Suisse.</p>
<blockquote><p>«Die interne Credit-Suisse-Präsentation aus dem Jahr 2004 lässt vermuten, dass 88 Prozent der Deutschen, die in den Schweizer Filialen ihr Geld anlegen, Steuerhinterzieher sind. Die Bank erklärte auf Anfrage, sie kenne die Steuersituation ihrer Kunden nicht.»<br />
<em><a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/politik/42/502278/text/" target="_blank"><em>Quelle: SZ</em></a></em></p></blockquote>
<p>Jetzt mal abgesehen davon, dass die Zahl <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextreme_Symbole_und_Zeichen" target="_blank">88</a> ziemlich unsympathisch ist: 88 Prozent?! Da bleiben aber nicht mehr viele steuerehrliche Kunden übrig. Und wenn wir schon bei Zahlen sind: Der SZ liegen bankinterne Dokumente vor, aus denen hervorgeht, dass die Credit Suisse 2004 von 100&#8217;000 Kunden ausging, die insgesamt 34 Milliarden Franken in der Schweiz versteckten. Da die Kacke weltweit ziemlich ordentlich am dampfen ist und die Staaten weltweit ihre Banken mit Milliardenpaketen retten mussten, suchen eben diese Staaten jetzt natürlich überall nach Geld. Naheliegend, dass sie zuerst einmal das Geld einsammeln, das ihnen sowieso zugestanden hätte: Steuergeld. Die Deutschen haben jetzt also eine Steuerhinterzieher-CD für mehrere Millionen Euro gekauft und hoffen dadurch, rund <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,675551,00.html" target="_blank">1500 Steuersünder</a> zu entlarven und so rund <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,676071,00.html" target="_blank">400 Millionen Euro</a> zu kassieren.</p>
<p>Einen äusserst lesenswerten Kommentar zur ganzen Geschichte lieferte heute einmal mehr Heribert Prantl von der Süddeutschen: <a href="http://www.sueddeutsche.de/,mein1m1/politik/23/502259/text/" target="_blank">Die Bank als Täterin hinter dem Täter</a>. Er erklärt, warum die Bank nicht nur Beihilfe zur Steuerhinterziehung leistete, sondern vielmehr Täterin war und die Steuerdelinquenten zum ihrem Handeln – ja, ich glaube das kann man so sagen – anstiftete. Er schliesst mit dem schönen Satz: «In den USA entzieht man solchen Banken die Lizenz.»</p>
<p>Und in der Schweiz?</p>
<p><strong>PS:</strong> Fast noch vergessen: Das amerikanische Whistleblower-Center findet übrigens, man <a href="http://www.whistleblowers.org/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=1034&amp;Itemid=71" target="_blank">müsse den Deutschen applaudieren.</a></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=738&amp;md5=8c4ad071d9193d513a7a879c91bc854f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Boomerang Jahre</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/02/04/boomerang-jahre/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 23:43:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ryser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bankgeheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Caspar Baader]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Züri]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Schäuble]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/02/gnomes1.jpg"></a> (dr.) Der Scheiss fliegt uns um die Ohren: Ex-UBS-Mann Merz rettet 2008 kollabierende UBS, indem er Notrecht einsetzt. USA erhöhen Druck, wollen Kundendaten, oder es knallt eine Klage. Fragiler Moment: Merz beerdigt 2009 Bankgeheimnis und liefert hunderte Daten&#8230;</p> <p></p> <p>&#8230; Gesetzesbruch. Das hat das Bundesverwaltungsgericht vor zwei Wochen geurteilt. Weiter: BR Merz bricht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/02/gnomes1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-724" title="gnomes" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/02/gnomes1-299x300.jpg" alt="" width="299" height="300" /></a> (dr.)</span></em> Der Scheiss fliegt uns um die Ohren: Ex-UBS-Mann Merz rettet 2008 kollabierende UBS, indem er Notrecht einsetzt. USA erhöhen Druck, wollen Kundendaten, oder es knallt eine Klage. Fragiler Moment: Merz beerdigt 2009 Bankgeheimnis und liefert hunderte Daten&#8230;</p>
<p><span id="more-721"></span></p>
<p>&#8230; Gesetzesbruch. Das hat das Bundesverwaltungsgericht vor zwei Wochen geurteilt. Weiter: BR Merz bricht das Gesetz und ist nach wie vor BR Merz. Die Doppelmoral erreicht Höhepunkt zwei Wochen später, kurz: jetzt, als BR Merz klagt, Deutschland dürfe das Gesetz nicht brechen, um an Bankdaten heranzukommen. Darf Deutschland das? Darf es die Schweiz ermöglichen, dass Deutsche ihren Staat betrügen? Wer hat recht? Beide? Keiner? Einer?</p>
<p>Zeigt es sich nicht eben in Extremsituationen, ob ein Rechtsstaat funktioniert? Oder muss ein Staat die Möglichkeit haben, auf Kriminelle zurückgreifen zu können (siehe etwa <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kronzeuge#Kronzeugenregelung" target="_blank">Kronzeugenregelung</a>)? Soll Schäuble, der sich <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/177/393966/text/" target="_blank">als Innenminister und Folterbefürworter einen Dreck um den Rechtsstaat scherte</a>, einfach mal sein Maul halten? Lebt der Schweizer Finanzplatz vom Bankgeheimnis oder von der Stabilität? Und ist es nicht wunderbar, wie sich Alt-BR-Blocher, der es mit dem Rechtsstaat nie sehr genau nahm, nun auf «Tele Züri» zum Hüter des Rechtsstaates aufschwingt? Ist es nicht bizarr, dass sich die Empörung über die UBS, die kriminell handelte, in Grenzen hält? Obwohl deren Tätigkeit uns Milliarden Steuergelder und womöglich ganz viel Stabilität kostet? Macht Hass auf Deutsche, wie ihn die «Weltwoche» anpeitscht, das eigene Versagen besser? Oder sind das halt eben Nebelpetarden, weil SVP-Fraktionschef Caspar Baader dem HSG-Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann in der «Rundschau» folgende Frage <em>NICHT</em> beantworten konnte: «Ich frage Sie: mit welchem Recht befreit die Schweiz Steuerausländer faktisch von der Besteuerung, dadurch, dass sie Informationsaustausch verweigert?» Baader sagte nichts. Thielemann doppelte nach: «Es geht um Bürger, die im Ausland wohnen, nicht in der Schweiz – die also der Steuersouveränität eines anderen Staates unterstellt sind. Mit welchem Recht greift die Schweiz in die Steuersouveränität eines anderen Staates ein?» Es ist eine Frage, die auf der Hand liegt, die dringlich ist, weil es eine grundsätzliche Frage ist, die den Kern des Problems trifft. Was sagte Baader? Er eierte rum wie der Osterhase. Und jetzt soll man sich mal vorstellen, wie die SVP und ihre Zeitung Amok laufen würden, würde Deutschland oder Singapur in die Schweizer Steuerhoheit eingreifen. Da wird eines ganz schnell klar: Die Doppelmoralisten fallen gerade ganz heftig auf die Schnauze. Und sie schieben den Rechtsstaat vor, den sie ganz fest gebogen haben, um die UBS zu retten und dem sich das Bankgeheimnis nie verpflichtet fühlte, wenn es etwa darum ging, Millionen der Mafia oder von Diktatoren wie dem Duvalier-Clan zu verwalten. Mit Gerechtigkeit soll mir jetzt also mal keiner kommen. Eher damit: Es gab mal ein Lied, das Lied hiess: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=L5qeL7AghIo&amp;feature=related" target="_blank">«Year of the boomerang»</a>. Weil alles kompliziert ist &#8211; es viel einfacher ist, destruktive oder hämische oder schadenfreudige Politik zu betreiben &#8211; sollte man sich trotzdem nicht dazu verleiten lassen, die Methoden von Freiheitsfeind Wolfgang Schäuble blind zu beklatschen. Da frisst der eine T-Rex bloss gerade den anderen. Und meistens zahlen die Zeche ja du und ich. Und nicht Marcel Ospel, der diesen ganzen Mist mitverantwortet.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=721&amp;md5=49e2444a3e6dddf82a1c5f6c6cdf91a1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nation of Swine am WEF</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/01/28/nation-of-swine-am-wef/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 07:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[WEF 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>(ch.) Nation of Swine bloggt<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/30/wef-2010/"> live &#38; direct vom World Economic Forum in Davos </a>(sobald die Sicherheitschecks vorbei sind &#8211; es dauert noch)!</p> <p>Zuvor aber noch ein Hinweis, sozusagen ein Lesebefehl für alle, die selber nachlesen wollen, was die UBS-Banker alles angestellt haben. Kollege K.S. nennt es <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr04/schweiz/18865.html" target="_blank">«eines der interessantesten Dokumente der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #888888;"><em>(ch.)</em></span> Nation of Swine bloggt<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/30/wef-2010/"> <em><span style="color: #ff0000;">live</span></em><span style="color: #ff0000;"> </span><em><span style="color: #ff0000;">&amp; direct</span></em> vom World Economic Forum in Davos </a>(sobald die Sicherheitschecks vorbei sind &#8211; <span style="color: #000000;">es</span><span style="color: #000000;"> </span>dauert noch)!</p>
<p>Zuvor aber noch ein Hinweis, sozusagen ein Lesebefehl für alle, die selber nachlesen wollen, was die UBS-Banker alles angestellt haben. Kollege K.S. nennt es <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr04/schweiz/18865.html" target="_blank">«eines der interessantesten Dokumente der jüngeren Schweizer Geschichte»</a>: Das «Deferred Prosecution Agreement». Wer nicht die ganzen 43 Seiten (englisch) lesen will, der kann sich auf Exhibit B konzentrieren. Das sollte für den ersten Moment satt machen. Klick aufs Bild, um das Dokument runterzuladen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/2009_02_19UBSDeferredProsecutionAgreement.pdf" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-465" title="DeferredProsecutionAgreement" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/DFA.jpg" alt="" width="480" height="190" /></a></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=464&amp;md5=abf3ebec2a886fd728b7aa358d16107b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>UBS-Hustle</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/01/23/%c2%abeine-wunde-wurde-geheilt%c2%bb/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 06:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverwaltungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Finma]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer J. Schweizer]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Hier noch einmal unser Bisher-Dossier zur UBS: Den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes hat Staatsrechtler Rainer J. Schweizer bereits im Sommer vorausgesehen: <a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr28/schweiz/18132.html" target="_blank">Hier</a>.</p> <p>Nachdem das Bundesverwaltungsgericht letzte Woche bereits entschieden hatte, dass die Herausgabe von 285 UBS-Kundendaten <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/Urteil-BuVerwGer.pdf" target="_blank">illegal</a> war, sprach «Nation of Swine» exklusiv mit Schweizer. Das Interview gibts <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/23/%C2%ABeine-wunde-wurde-geheilt%C2%BB/#more-92">hier</a>.</p> <p>Zum UBS-Porno [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier noch einmal unser Bisher-Dossier zur UBS: Den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes hat Staatsrechtler Rainer J. Schweizer bereits im Sommer vorausgesehen: <a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr28/schweiz/18132.html" target="_blank">Hier</a>.</p>
<p>Nachdem das Bundesverwaltungsgericht letzte Woche bereits entschieden hatte, dass die Herausgabe von 285 UBS-Kundendaten <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/Urteil-BuVerwGer.pdf" target="_blank">illegal</a> war, sprach «Nation of Swine» exklusiv mit Schweizer. Das Interview gibts <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/23/%C2%ABeine-wunde-wurde-geheilt%C2%BB/#more-92">hier</a>.</p>
<p>Zum UBS-Porno geht es <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/18/ubs-jetzt-auch-noch-ein-porno/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Alles zur UBS, unter anderem die Story des Briefkastenkönigs und GPK-Politikers Hans Hess, publiziert von «Nation of Swine»-Halbpräsident Carlos Hanimann in der «WOZ», finden Sie bei den Themen: <a href="http://nationofswine.ch/category/ubs/">UBS</a>.</p>
<p>Zum Exklusiv-Gespräch mit Staatsrechtler Schweizer geht es also hier:<span id="more-92"></span></p>
<p><em><span style="color: #888888;">Interview: Carlos Hanim<span style="color: #888888;">ann</span></span><span style="color: #888888;"> für Nation of Swine</span></em><br />
<strong><br />
Herr Schweizer, das Bundesverwaltungsgericht hat die Herausgabe von UBS-Kundendaten an die US-Justizbehörde für illegal erklärt. Sind Sie zufrieden?<br />
<span style="font-weight: normal;"><strong>Rainer J. Schweizer:</strong> Nicht nur zufrieden, sondern sogar erfreut, dass es in der Schweiz noch Richter gibt, die den Rechtsstaat und die Verfassung sichern. Das Bundesverwaltungsgericht hat ganz präzise dargelegt, dass die Finma den Persönlichkeitsschutz der Bankkunden ohne irgendeine gesetzliche Grundlage schwer verletzt hat, und dass sich die Anstalt verfassungswidrig auf Notrecht berufen hat, was ausschliesslich und allein der Bundesrat und die Bundesversammlung tun können.</span></strong></p>
<p><strong>Sie bezeichneten bereits letzten Sommer die Herausgabe der Daten als Verfassungsbruch.<br />
<span style="font-weight: normal;">Ich hätte die verfassungs- und menschenrechtliche Seite im Urteil noch mehr betont: Die Kunden der UBS hatten keine Chance, sich in einem fairen Verfahren zu verteidigen. Der Zugang zum Gericht wurde ihnen vereitelt. Ausserdem war der Eingriff der Verwaltung in ein hängiges Verfahren völlig rechtswidrig. Stellen Sie sich das so vor: Wenn ein Staatsbeamter schwerste Vergehen begangen hat, dann folgt ein Strafverfahren und schliesslich ein Prozess. Aber die Verwaltung geht nun hin und sagt: Den Staatsbeamten schicken wir sicherheitshalber ins Ausland, damit er den Gerichten entzogen ist und nicht bestraft wird. Diese Haltung ist unglaublich. Der Staat als Partei verunmöglicht den Rechtsstreit vor Gericht. Das verstösst gegen die Verfassung, gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und ist eine grobe Verletzung der Gewaltenteilung.</span></strong></p>
<p><strong>Das Bundesverwaltungsgericht argumentiert, die Finanzmarktaufsicht Finma habe einen Insolvenzartikel als Notrechtsartikel interpretiert. </strong><br />
Zentral ist für mich der verfassungsrechtliche Gedanke. Aber natürlich: Darüber hinaus hatte die Finma nicht die Kompetenzen, die Daten zu liefern und das Bankkundengeheimnis pauschal aufzuheben. Sie handelte gegen die Gesetze. Aber entscheidend war der Verfassungsbruch. Mit dem Urteil wurde nun eine Wunde des Rechtsstaates Schweiz geheilt. Der Eingriff am 18. Februar 2009 war so ein schwerer Eingriff, dass dieses Urteil gut tut.</p>
<p><strong>Sie nannten in der WOZ gleich zwei Verfassungsbrüche: Die Herausgabe der Kundendaten am 18. Februar 2009, aber auch den Notrechtsentscheid vom Herbst 2008, mit dem die UBS gerettet wurde.</strong><br />
Ich bestreite noch heute, dass es damals eine Notrechtsituation gab. Das ist sehr umstritten unter Fachleuten. Im Grunde war es ja eine Staatsgarantie für eine notleidende Bank. Das sieht unsere Verfassung nicht vor. Und dies fiel nicht unter die Voraussetzungen von Artikel 184 und 185 der Bundesverfassung. Es gab keine Bedrohung der inneren Sicherheit. Es war eine unrichtige Anwendung dieser Artikel. Man hätte den Weg eines (extrakonstitutionellen) Dringlichkeitsgesetzes der Bundesversammlung wählen sollen.</p>
<p><strong>Nun wird der Ruf nach einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) laut.</strong><br />
Eine PUK hat eine andere Zielsetzung als eine Untersuchung durch die Geschäftsprüfungskommission (GPK). Die Grundanliegen, die ich bezüglich der Entscheidungen im Herbst 2008 und Februar 2009 habe, sind vorwiegend rechtlicher Natur. Dafür reicht die Untersuchung der GPK. Eine PUK bedeutet, dass man auch politische Probleme beleuchten will. Also zum Beispiel eventuelle Verbindungen der UBS in die Verwaltung bis hin zum Bundesrat. Aber dazu kann ich mich nicht äussern.</p>
<p><strong>Könnte eine PUK der Weg dazu sein, die richtigen Fragen zu stellen?</strong><br />
Ja, die PUK hat diese Möglichkeit. Wenn sie zu einem politischen Lernprozess führt, dann ist sie nützlich. Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand hat beispielsweise schon letztes Jahr gesagt, man müsse die Grossbanken splitten, um die Verantwortung zu teilen. Das sind systemische Überlegungen. Wenn eine PUK zu solchen Schlüssen kommt, dann nützt sie. Wenn es aber nur um Schuldzuweisungen geht, dann bringt sie kaum etwas.</p>
<p><strong>Es gab ein fast achtmonatiger Prozess eines Amtshilfeverfahrens bis die UBS im Februar schliesslich die Kundendaten an die USA lieferte. Genug Zeit für Alternativen.</strong><br />
Es gab Probleme beim Amtshilfeverfahren. Man hätte zum Beispiel mehr Personal einsetzen können. Was der Bundesrat jetzt ja gemacht hat: Man stellt zur Erfüllung des Spezialvertrages mit der IRS eine grosse Zahl zusätzlicher Arbeitskräfte ein. Das hätte man schon letztes Jahr tun können.</p>
<p><strong>Die andere Möglichkeit wäre gewesen, dass die UBS die Verantwortung für den Rechtsbruch hätte auf sich nehmen können. </strong><br />
Dann hätte sie aber dafür haften müssen.</p>
<p><strong>Warum nicht?</strong><br />
Es wäre faktisch möglich gewesen. Aber der Staat darf nicht eine Bank dazu ermuntern, das Bankgeheimnis zu verletzen. Die einzige rechtlich korrekte Möglichkeit war, das Amtshilfeverfahren sauber durchzuziehen.<br />
Ein wichtiger Punkt aber wird kaum behandelt – und den müsste man aufarbeiten. Es hat mich von Beginn weg gestossen, dass die USA ein unbestimmtes Gesuch stellten und die Steuerverwaltung dann sagte: Du, UBS, schick mir die Dossiers. Die UBS war Untersuchungsgehilfin, eine Bank, die Mittäterin oder wenigstens Beteiligte war, musste also die Delinquenten aussortieren. Das ist rechtsstaatlich unhaltbar!</p>
<p><strong>Das geschieht jetzt wieder bei der Auslieferung von 4450 Kundendaten.</strong><br />
Ja! Und ich kann das nicht verstehen. In jeden anderem Strafverfahren müsste der Staat selber untersuchen. Ich weiss nicht, was da los ist. Ist es ein Mengenproblem? Mangelnde Sachkenntnis? Dieses Problem stellt sich auch in anderen Fällen der Wirtschaftskriminalität. Nehmen Sie das Beispiel der Geldwäscherei: Da müssten die Behörden doch auch untersuchen. Ich habe das nie verstanden – und das ist gesetzlich auch nicht vorgesehen, dass die UBS Untersuchungsgehilfin sein soll. Das steht nicht im Doppelbesteuerungsabkommen, dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage.</p>
<p><strong>Was ist los mit dem Rechtsstaat Schweiz?</strong><br />
Wie verhält sich Staat gegenüber einem wirtschaftlichen Grossunternehmen? Das ist die entscheidende Frage. Es ist doch absolut klar, dass man nicht gleich gehandelt hätte, wenn es um die Raiffeisenbank Willisau gegangen wäre.</p>
<p><strong>Was steckt dahinter? Willfährigkeit?</strong><br />
Nein, aber mindestens Mangel an Mut durchzugreifen.</p>
<p><strong>Die UBS ist mit ihrer Grösse ein Risiko für die Volkswirtschaft. Es war die UBS, die den Schweizer Rechtsstaat in diese Situation gebracht hat.</strong><br />
Richtig. Ich will mich eigentlich nicht mehr zum Thema Strafverfolgung äussern. Aber: Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat schon das Vorverfahren eingestellt. Man hätte die Angelegenheit als systemisches Problem anschauen müssen, dann wäre man vielleicht zu einem anderen Ergebnis gekommen. Denn die Frage bleibt unbeantwortet, ob es nicht eine zivil- und eine strafrechtliche Verantwortlichkeit gibt, wenn ein Wirtschaftsunternehmen im grossen Stil im Ausland ausländisches öffentliches Recht verletzt, so dass schliesslich der Staat Schweiz und die schweizerischen Steuerzahler dafür einstehen müssen.</p>
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		<title>Hans Hess, der Briefkastenkönig</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 04:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Steueraffäre Obwalden]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerhinterziehung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(ch.) Der FDP-Ständerat Hans Hess soll Einsicht in alle Akten zur UBS-Steueraffäre erhalten. Pikant: Hess wurde 1989 wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt. Ist er der richtige Mann, um die Affäre zu untersuchen?<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank"></a></p> <p>(<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank">Erschienen in WOZ Nr.3/09)</a></p> <p>Von Carlos Hanimann</p> <p>Die Drohung tat ihre Wirkung. Am Mittwochnachmittag ist der Bundesrat auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;">(ch.)</span></em> Der FDP-Ständerat Hans Hess soll Einsicht in alle Akten zur UBS-Steueraffäre erhalten. Pikant: Hess wurde 1989 wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt. Ist er der richtige Mann, um die Affäre zu untersuchen?<span style="color: #c0c0c0;"><a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank"></a></span><span id="more-357"></span></p>
<p>(<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank">Erschienen in WOZ Nr.3/09)</a></p>
<p><span style="color: #888888;"><em>Von Carlos Hanimann</em></span></p>
<p>Die Drohung tat ihre Wirkung. Am Mittwochnachmittag ist der Bundesrat auf den Vorschlag der Geschäftsprüfungskommission (GPK) eingegangen und will ihr Zugang zu heiklen Dokumenten in der UBS-Steueraffäre gewähren. «Im Interesse der Transparenz», wie Bundesratssprecher André Simonazzi erklärte. Andernfalls hätte die GPK eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) gefordert. Sie hatte sich vergangene Woche beklagt, der Bundesrat behindere ihre Arbeit. Die GPK-Präsidentin Maria Roth-Bernasconi sprach von «Obstruktion». Der Bundesrat verweigere den Zugang zu Akten, die relevant seien, um die Herausgabe von 255 UBS-Kundendossiers an die USA vom Februar 2009 zu untersuchen.</p>
<p>Bundespräsidentin Doris Leuthard bot daraufhin dem Präsidium der GPK an, die Akten in der Bundeskanzlei einsehen zu können. Kopien allerdings erlaubte sie nicht – zu gross sei die Gefahr, dass die vertraulichen Dokumente der Presse zugespielt würden.</p>
<p>Nun händigt der Bundesrat die Dokumente doch aus. Die von der Arbeitsgruppe verlangten Akten werden im Tresor des GPK-Sekretariats aufbewahrt. SVP-Nationalrat Pierre-François Veillon, FDP-Ständerat Hans Hess und zwei MitarbeiterInnen des Sekretariats dürfen die Akten dort einsehen und den Mitgliedern der zwölfköpfigen Arbeitsgruppe nur eine Zusammenfassung der Dokumente geben. Das müssen sie dem Bundesrat schriftlich garantieren. Damit werden Veillon als Präsident und Hess als Vizepräsident zu den wichtigsten Mitgliedern dieser Arbeitsgruppe. Nur sie können die Akten im Detail studieren.</p>
<p>Einer der beiden mächtigen Männer, die Licht in die UBS-Steueraffäre bringen sollen, hat allerdings selber eine einschlägige Vergangenheit: Hans Hess wurde Ende der achtziger Jahre vom Bundesgericht verurteilt – wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung.</p>
<p><strong>Hess, der Jungstar</strong></p>
<p>Hans Hess ist seit bald dreissig Jahren in der Politik. Und trotzdem zählt der 64-jährige Obwaldner nicht zu den politischen Schwergewichten im Bundeshaus. Dabei hatte er in jungen Jahren eine steile Karriere vor sich gehabt.</p>
<p>Der in Engelberg geborene Sohn eines Kantonalbankdirektors studierte Ende der sechziger Jahre in Bern, Paris und Florenz Jura, doktorierte 1975 in Bern und eröffnete ein Jahr darauf eine eigene Anwaltskanzlei. In dieser Zeit lernte er den deutschen «Kaiser» Franz Beckenbauer kennen, der es als Fussballstar zu einem beachtlichen Vermögen gebracht hatte. Der Kanton Obwalden betraute Hess mit der Aufgabe, Beckenbauer nach Sarnen zu locken.</p>
<p>Beckenbauer erhielt zwei unwiderstehliche Angebote: eines aus New York, wo er drei Jahre lang für den Fussballklub New York Cosmos spielen sollte. Und eines aus Sarnen, wo er nur minimale Steuern von rund 20 000 Franken zahlen musste. Beckenbauer nahm beide Offerten an. Er arbeitete in New York und verlegte seinen Wohnsitz nach Sarnen. Er verdiente Geld in den USA und sparte Steuern in Obwalden.</p>
<p>Für Hess war das der Anfang einer grossen Zeit. Auf Beckenbauer folgten – von den einzigartigen Steuerkonditio­nen angelockt – weitere reiche AusländerInnen, unter anderem der argentinische Tennisprofi Guillermo Vilas. Hess’ fortschrittliche Tiefsteuerpolitik zahlte sich aus – zumindest vorerst. Das Obwaldner Stimmvolk dankte es dem 33-jährigen Hess mit der Wahl in den Kantonsrat.</p>
<p>Hess war ein Star. Und das ist in Obwalden noch heute so. Er kennt fast jeden und jeder kennt ihn. «Ich kann in jedes Lokal, an jeden Stammtisch sitzen, und man kennt mich», sagt Hess. Im kleinen Kanton ein unwahrscheinliches politisches Kapital. Nur drei Jahre später, 1981, kürte ihn die Landsgemeinde denn auch zum Regierungsrat. Hess übernahm das Amt des Justizdirektors und galt schnell als der starke Mann in der Obwaldner Regierung.</p>
<p>Aber das reichte ihm nicht. Nebenbei arbeitete der Regierungsrat weiter in seiner Anwaltskanzlei und übernahm zudem zahlreiche Verwaltungsratsmandate – bis sich jemand an seiner Doppelrolle störte. Sein Gegenspieler war kein Geringerer als der damalige Finanzminister Otto Stich.</p>
<p><strong>Die «Steueraffäre Beckenbauer»</strong></p>
<p>1986 warf der Sozialdemokrat Stich Hans Hess Interessenkonflikte vor. Zudem seien durch die Tiefsteuerpraxis über zwanzig Millionen Franken an Steuereinnahmen verloren gegangen.</p>
<p>Aber das war noch nicht alles. Kurz darauf wurde bekannt, dass Franz Beckenbauer versucht hatte, einen Liquidationsgewinn der Firma Heka (abgekürzt von Hess-Kaiser) über 1,2 Millionen Franken am Fiskus vorbeizuschleusen. Sein Gehilfe: Hans Hess.</p>
<p>Es erschienen zahlreiche Zeitungsartikel über das sonst unbeachtete Obwalden in den grossen Schweizer Zeitungen und auch in Deutschland – eine Berichterstattung, die nicht allen gefiel. Es kam wegen mutmasslicher Indiskretionen aus dem Finanzdepartement zu einer Hausdurchsuchung beim «Beobachter», die Unterlagen eines Journalisten wurden beschlagnahmt. Ein anderer Journalist, der über die Affäre schrieb, erzählt heute, er habe damals zahlreiche anonyme Drohungen von Obwaldner­Innen erhalten. Hess wähnte sich in einer «Schlammschlacht», die Obwaldner BürgerInnen schlugen sich auf seine Seite. Für sie war der Bösewicht nicht Hans Hess, der Beckenbauers Geld versteckt hatte, sondern der «Steuervogt» Otto Stich. Hess überstand die Steueraffäre unbeschadet: Die Landsgemeinde wählte ihn 1986 mit glanzvoller Mehrheit für eine weitere Legislaturperiode.</p>
<p>Aber auf Bundesebene zog die Steuer­affäre weiter ihre Kreise. Sie endete damit, dass Obwalden seine Steuerhoheit vorübergehend verlor – die Höchststrafe für einen Kleinkanton, der so grosse Stücke auf den Föderalismus hält. Beckenbauer und Hess wurden erstinstanzlich zu einer Busse verurteilt. Hess weigerte sich zurückzutreten und rekurrierte bis vor Bundesgericht. Dieses fällte im Sommer 1989 das endgültige Urteil und bereitete Hess’ Karrie­re erst mal ein jähes Ende: Es befand ihn der «eventualvorsätzlichen Beihilfe zur Steuerhinterziehung» für schuldig und büsste ihn mit 124 000 Franken. Hess sagt heute: «Die Geschichte ist abgeschlossen. Ich zog die Konsequenzen und trat als Regierungsrat zurück.»</p>
<p>Danach war es still um Hess. Zumindest in Bern. Im Kanton Obwalden war er weiterhin beliebt, auch wenn der Kanton im innerschweizerischen Steuer­wettbewerb von den Kantonen Zug und Schwyz längst abgehängt worden war: Zehn Jahre nach dem Steuerskandal wählte das Obwaldner Stimmvolk den einstmals Parteilosen 1998 für die FDP in den Ständerat. Und heute, zwanzig Jahre nachdem das Bundesgericht Hans Hess wegen Beihilfe zur Steuerhinter­ziehung verurteilt hatte, soll ausgerechnet er, der Steueranwalt aus Sarnen, Licht in die Steueraffäre der UBS bringen.</p>
<p><strong>Hess, der Steueranwalt</strong></p>
<p>Montag, 18. Januar 2010: Hans Hess fühlt sich wohl. Die GPK hat vor den Medien eben ihre Forderungen an den Bundesrat bekannt gegeben. Hess geniesst das Gewicht seiner Worte. Er wähnt sich im Aufwind.</p>
<p>Mittwoch, 20. Januar: Der Bundesrat gibt bekannt, die verlangten Akten freizugeben. Macht das eine PUK unnötig? Die NZZ hatte bereits am Dienstag hinter der PUK-Drohung der GPK reine Taktik gewittert: Die Drohung diene lediglich als Druckmittel. «Eigentlich möchte die GPK die Einsetzung einer PUK verhindern.» Hess sagt, man solle erst die Resultate der GPK abwarten. Erst dann könne man entscheiden, ob es eine PUK brauche: «Es wäre unsinnig, jetzt nochmals von vorne zu beginnen.»</p>
<p>Hess hat als FDP-Mitglied kein Interesse an einer PUK. Die Partei von Finanzminister Hans-Rudolf Merz hat sich bisher am deutlichsten gegen eine solche Untersuchung ausgesprochen, würde doch ein allfälliger PUK-Bericht wohl das Handicap Merz im Wahljahr 2011 zu einem der Hauptthemen machen. Hess kümmert das wenig. Er schätzt Merz trotz seiner zweifelhaften Rolle in der Finanzkrise sehr: «Ich bin der Überzeugung, dass Merz einen sehr guten Job macht.»</p>
<p><strong>Ernennung zum Botschafter</strong></p>
<p>Hess kennt Merz aus der gemeinsamen Zeit in der Sicherheitskommission. 2003 lud Hess die Kommission in seinen Heimatkanton ein, um sich im Schiesstunnel Lungern an der Waffe zu üben. Aber die beiden verbindet nicht nur ihre Vorliebe fürs Schiessen, sondern auch die Herkunft aus einem steuergünstigen Kanton. Wie Merz ist Hess ein Befürworter des Steuerwettbewerbs unter den Kantonen und Gemeinden. Der Steueranwalt Hess schreibt auf der Website seiner Anwaltskanzlei unter dem Titel «Steuerparadies Obwalden», das Obwaldner Finanzdepartement habe ihn «aufgrund seiner vielseitigen Kontakte zum ‹Botschafter zur Umsetzung der Steuerstrategie›» ernannt. Jener Strategie also, die mit degressiven Steuern schweizweit für Kopfschütteln sorgte und kürzlich bei den Sonder­zonen für Reiche nicht einmal mehr vom eigenen Stimmvolk mitgetragen wurde. Hess’ Aufgabe als Botschafter: «Neue natürliche sowie juristische Personen für den Kanton Obwalden zu akquirieren und bei einer Umsiedlung nach Obwalden zu unterstützen.»</p>
<p>Darin scheint Hess ziemlich gut zu sein. Und er ist heute als Anwalt fast wieder so umtriebig wie damals. Er hat mindestens vierzehn Verwaltungsratsmandate und ist in zwei weiteren Firmen zeichnungsberechtigt. Der Firmenauskunftsdienst Moneyhouse kürte Hess kürzlich zu einem der «Briefkastenkönige von Obwalden», weil an Hess’ Büroanschrift 67 Domizilgesellschaften beherbergt sind.</p>
<p>«Domizilgesellschaft» sei ein vornehmer Ausdruck für Briefkastenfirmen, sagt Andreas Missbach von der entwicklungspolitischen NGO Erklärung von Bern. «Eine Briefkastenfirma hat keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz.» Briefkastenfirmen könne man für alle möglichen Zwecke brauchen, viele Unternehmen unterhalten solche Gesellschaften. Um nur ein Beispiel zu nennen: Eine Firma XY verkauft ihre Markenrechte an eine Domizilgesellschaft in einer Steueroase, zum Beispiel in Sarnen. Die Firma XY darf die Marke nur gegen eine Abgabe von Lizenzgebühren an die Domizilgesellschaft nutzen, obwohl es eigentlich ihre eigene Marke ist.</p>
<p>So kann die Firma mit Hauptsitz in einem Hochsteuerland ihre Gewinne in die Steueroase verlagern, sodass sie keine (oder kaum) Gewinnsteuern bezahlen muss. Andreas Missbach: «In der Regel dienen Domizilgesellschaften vor allem dazu, Vermögen von Privatpersonen hinter einer Firmenfassade zu verstecken.» Steuervermeidung nennen es die einen, «Steueroptimierung» nennt es Hans Hess. «Und das ist absolut legal.» Damit hat er Recht. Auch hat er sich kein zweites Mal wegen Beihilfe an Steuerhinterziehung strafbar gemacht.</p>
<p><strong>«Trete in Ausstand»</strong></p>
<p>Hess profitierte von einem System, das dank Bankgeheimnis und staatlich geförderter Steuervermeidungspolitik Steuerhinterziehung und -betrug über Jahrzehnte ermöglichte – oder gar begünstigte. Früher trugen die SteuerbetrügerInnen Koffer voller Geld in die Banken an der Zürcher Bahnhofstrasse, heute verstecken sie es in Tarngesellschaften, Briefkastenfirmen und anderen Steuervehikeln. So taten es auch Tausende von UBS-Kunden. Die Daten von 255 solcher SteuerdelinquentInnen lieferte die UBS auf Anordnung der Finma im Februar 2009 an die USA.</p>
<p>Hess kennt das Steuergeschäft von innen. Und er verdient nach wie vor an Briefkastenfirmen.</p>
<p>Ist Hans Hess der richtige Mann, um die UBS-Steueraffäre lückenlos aufzuarbeiten? Hess sieht da kein Problem: «Ich finde es geradezu unglaublich, was für eine Kombination Sie da fertigbringen. Ich versuche mit aller Objektivität an die Sache heranzugehen. Wenn jemand das Gefühl hat, ich sei befangen, dann trete ich in den Ausstand. Und wenn die Medien solche Konstrukte machen, dann kann es sein, dass ich im Interesse der Sache sage: Dann solls jemand anderes machen.»</p>
<p><strong>PS: </strong>Bis Ende Mai will die GPK ihren Bericht zur UBS-Steueraffäre vorlegen – das Parlament scheint aber an seiner Forderung nach einer PUK festzuhalten. Die gewichtige Wirtschaftskommission des Nationalrats sprach sich Anfang Woche mit achtzehn zu vier Stimmen für eine PUK aus. Nicht einmal mehr die Merz-Partei FDP stimmte geschlossen dagegen.</p>
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<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #888888;">Kurz vor Redaktionsschluss mailt Hans Hess übers iPhone: «Wegen der späten Zustellung meiner Zitate war es mir infolge anderweitiger Beanspruchung nicht möglich, zu Ihren Ausführungen Stellung zu nehmen. Fügen Sie diese Zeilen Ihrem Artikel bitte an.»</span></p>
<p><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;"><em>© WOZ &#8211; Die Wochenzeitung, 21.1.2010</em></span><br />
</span></p>
</div>
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		<title>UBS: Jetzt auch noch ein Porno</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 07:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Bei dieser Bank sind nicht nur die Boni pervers. Der UBS-Porno: <a href="http://www.1advd.ch/detailsA/film6840180.asp" target="_blank">Hier. </a></p>]]></description>
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		<title>Merz muss weg, Teil 57</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 07:52:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ryser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
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		<category><![CDATA[Rainer J. Schweizer]]></category>
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		<description><![CDATA[Für die UBS-Rettung wurde das Parlament ausgeschaltet. Und statt gegen die UBS eine Untersuchung wegen Verdachts auf Steuerbetrug einzuleiten, machte der Bund die Bank zur Untersuchungsgehilfin. Staatsrechtler Rainer J. Schweizer sagte im Juli 2009 im Gespräch mit der WOZ: «Der Rechtsstaat wird fallweise zur Seite geschoben» und sprach von «doppeltem Verfassungsbruch». Wer das Gespräch damals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5 title="intro"><span style="font-weight: normal;">Für die UBS-Rettung wurde das Parlament ausgeschaltet. Und statt gegen die UBS eine Untersuchung wegen Verdachts auf Steuerbetrug einzuleiten, machte der Bund die Bank zur Untersuchungsgehilfin. </span><span style="font-weight: normal;">Staatsrechtler Rainer J. Schweizer sagte im Juli 2009 im Gespräch mit der WOZ: «Der Rechtsstaat wird fallweise zur Seite geschoben» und sprach von «doppeltem Verfassungsbruch». Wer das Gespräch damals gelesen hat, den wundert es nicht, dass <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Bundesrat-verweigert-den-vollen-Einblick-in-UBSAffaere/story/31578730" target="_blank">die Kacke jetzt ordentlich dampft</a>. Und weil sie das tut, <a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr28/schweiz/18132.html" target="_blank">hier noch einmal das Interview mit dem Mann von der HSG. </a></span></h5>
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		<title>Nullerjahre – Jahrzehnt der Angst</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 20:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: left;">Nach Rave, Party und Boom der Neunziger folgte ein Jahrzehnt des Backlashs: Folter, Krieg, Krise, Angst und die Sehnsucht nach den fünfziger Jahren. Rückschau auf ein Jahrzehnt grenzenloser Freiheit in immer engeren Räumen.</p> <p></p> <p style="text-align: left;">Von Daniel Ryser und Carlos Hanimann </p> <p>Die Nullerjahre waren fast vorbei, als Brittany Murphy im Alter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Nach Rave, Party und Boom der Neunziger folgte ein Jahrzehnt des Backlashs: Folter, Krieg, Krise, Angst und die Sehnsucht nach den fünfziger Jahren. Rückschau auf ein Jahrzehnt grenzenloser Freiheit in immer engeren Räumen.</p>
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<p><span id="more-43"></span></p>
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<p style="text-align: left;"><span style="color: #999999;"><em>Von Daniel Ryser und Carlos Hanimann </em></span></p>
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<p>Die Nullerjahre waren fast vorbei, als Brittany Murphy im Alter von 32 Jahren starb, die bezaubernde US-amerikanische Schauspielerin, bekannt aus «8 Mile» und «Sin City». Wie ­Heath Ledger, der mit 29 starb (bekannt aus «Brokeback Mountain» und «The Dark Knight»), war Murphy ein Stern, der in den Nullerjahren zu leuchten begann und auch wieder verglühte.</p>
<p>Die Nullerjahre waren ebenfalls schon fast vorbei, als an einem informellen Treffen der Wirtschaftselite ein hoher Bankenüberwacher zu einem WOZ-Reporter sagte: «Zum Glück hatte Merz zur richtigen Zeit einen Kollaps, sonst hätten wir die UBS nie retten können.» Zu ideologisch sei Merz, zu sehr auf Kasse bedacht. «Merz ist ein guter Kassenwart, aber mehr nicht. Schulden abbauen ist alles, was er kann.»</p>
<p>Dieser Hans-Rudolf Merz kam nach seinem Kollaps im September 2008 zurück wie ein Zombie, einer, der fast am besten verkörpert, warum «liberal» heute höchstens noch ein Schimpfwort ist. Und das in einem Jahrzehnt, das ein paar irre Verdrehungen auf Lager hatte, selbstmörderische Tendenzen gar: Weil die Freiheit als Ganzes geschützt werden muss, muss die des Einzelnen stark eingeschränkt werden. Schöngeredet auch mit dem Satz: «Wer nichts verbrochen hat, hat nichts zu befürchten.» Das blinde Vertrauen in den allmächtigen Überwachungsstaat ist in den Nullerjahren fast ins Grenzenlose gewachsen. Da darf es auch kosten, was es wolle, während jeder IV-Bezüger als Schmarotzer schlechtgemacht wird. Das sind Erschütterungen des Neoliberalismus gegen unsere Gesellschaft: Gemeinsamkeit ist vorbei, jetzt gilt: Jeder gegen jeden, jeder für sich.</p>
<p>Früher sagten sie: Raucht, und ihr seid cool. Dann seid ihr sexy. Dann seid ihr wie Audrey Hepburn und Humphrey Bogart. Heute kleben sie Fotos verstümmelter Körperteile auf die Zigarettenpackungen und sagen uns: Wenn ihr raucht, seid ihr uncool und werdet sterben. Was gilt jetzt?</p>
<p><strong>Jack Bauer hat übernommen</strong></p>
<p>Aber «sie» sind ja bekanntlich kein alles richtender Gott, sondern du und ich, durch glückliche Zufälle, eine kleine Spende oder einen Wahlkampf für ein paar Jahre an die Macht gespült.</p>
<p>Nach den psychedelischen Drogen, den Freaks und dem Aufbruch kam der Abbruch: An die Stelle von Peace and Love, Sonnenuntergang und LSD traten Helmut Kohl, Atomkrieg und No Future. An den Börsen regnete es Koks, in den Jugendzentren Heroin. Das waren die Achtziger. Die Neunziger waren Boom und Techno, eine endlose Party auf Ecstasy, trotz hoher Arbeitslosigkeit. So richtig abwärts ging es später: Im März 2000 platzte die Spekula­tionsblase, die Dotcom-Blase, der Crash der New Economy. George Bush wurde der erste illegale Präsident der USA. Er machte in seiner achtjährigen Amtszeit den Krieg definitiv zum Mittel persönlicher Bereicherung: Länder wurden zerstört und mit eigenen Firmen wie Halliburton und Blackwater besetzt.</p>
<p>Es war das Guantánamo-Jahrzehnt, das Al-Kaida-Jahrzehnt. Das Jahrzehnt, in dem Folter offiziell in den Westen zurückkehrte. Ein Jahrzehnt, in dem die US-Regierung vor der Uno einen Krieg erlog. «The rules are what makes us better», sagt Jack Bauers Boss in der US-Serie «24», die Einhaltung der Regeln macht uns zu den Besseren &#8211; während er Jack in Handschellen legt, weil dieser mal wieder von einem Terroristen ein Geständnis erfoltert hat. Die Zeitfenster sind heute klein. Dein Nachbar könnte ein Schläfer sein. Im Zweifelsfall lieber gegen den Angeklagten. Gegenüber der Rückkehr der Folter kommen einem die düsteren Atom-Achtziger vor wie ein kleiner Barfussspaziergang über Neuschnee.</p>
<p>Nach Rave und Love-Parade tanzte die Welt in den Nullerjahren zum Terrorbeat, pausenlose Beschallung auf allen Kanälen: Anthrax, Crash, Krise, Tsunami, Sars, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Code Red &#8211; der permanente Ausnahmezustand. Der 11. September 2001, als Terroristen die USA attackierten, war für die Kreuzzüger der Bush-Regierung ein Geschenk Gottes. Am 4. November 2008 dann wurde der Demokrat Barack Obama zum ersten schwarzen Präsidenten der USA gewählt. Die Welt hofft auf Change.</p>
<p>Während in den USA die Rechte das eigene Land zerstörte, setzte die Linke hierzulande meist auf Pragmatismus. Nicht mehr an der Macht rütteln, sondern Macht erhalten. Und ganz viel Velofahren und Sherpa-Outdoor-Trekking und Nichtrauchen und Grillieren. Rechts machen sie Revolution und wollen zurück in die freiheitsfeindlichen, ätzenden, engen, spiessigen fünfziger Jahre. Um den rechten Chefideologen und Harvard-Nachdiplom-Absolventen Roger Köppel hat sich in den letzten Jahren eine Truppe frustrierter Exlinker und Exlinksradikaler gesammelt, die heftig Dampf ablassen, flankiert von kleinen Mörgelis und Blochers, einem neuen Mainstream, der rechts politisiert. Eine Generation, die keine klaren Antworten parat hat, sich vor allem bedrängt fühlt.</p>
<p>Schuld an der Enge seien unter anderem softe Sozis, die viel zu sehr darauf bedacht waren, die Fahne der Toleranz hochzuhalten. Aber die Toleranz, die heute als selbstverständlich gilt, musste erkämpft werden. Und ohne diesen Toleranzkampf hätten die Meiers, Müllers, Hanimanns und Rysers und anderen Ur-SchweizerInnen an der Seite von James Schwarzenbach die Gay-SVP und die SVP-Zanettis und -Tuenas wie die Sau durch das Dorf gejagt.</p>
<p><strong>Guten Appetit, Revolution!</strong></p>
<p>Die Attacken auf Verfassung und Parlament, auf die «Elite», den «Mainstream» werden nach wie vor, wenn auch immer wirrer, angeführt vom Milliardär und UBS-Vertrauten Christoph Blocher (einem der mächtigsten und reichsten Männer im Land) und von Toni Brunner, einem SVP-Nationalrat, der allein für seine Bern-Tätigkeit über 122 700 Franken im Jahr (inklusive Spesen) kassiert und trotzdem permanent gegen eine Classe politique wettert, zu der er mit all seinen Privilegien gehört. Er will den Volksabsolutismus und hockt trotzdem auf seinem gut bezahlten Sessel im Bundeshaus.</p>
<p>Die Nullerjahre waren das Jahrzehnt der Angst. Auch bei Leuten wie SVP-Nationalrat und Minarettgegner Lukas Reimann aus der Islamhochburg Wil SG, der im Abstimmungskampf das ers­te Mal eine Moschee besuchte. Leute, die sich radikalliberal nennen, deren politischen Ziele zwar viel mit radikal, aber ganz wenig mit liberal zu tun haben. Ängste zu bedienen, hat nie dazu geführt, dass eine Gesellschaft freier, liberaler wurde, sondern bloss, dass sie enger wurde.</p>
<p>Wer einen DNA-Überwachungsstaat befürwortet und dafür politisiert, dass die Finanzelite sich jeder Kontrolle entziehen und im Notfall Milliarden Franken Steuergelder abkassieren kann, ist nicht liberal, der ist höchstens neoliberal. Acht Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center fürchtet sich auch die Schweiz eher vor Osama Bin Laden und einem Fernsehislam denn vor der Finanzelite. Aber diese Welt spinnt ja bekanntlich. Und auf die Wahrheit kommt es sowieso nicht an, bloss auf den Sieg. Das hat Adolf Hitler gesagt. Diese rechte Rebellion zurück zu Familie, Überwachungsstaat und Bürgerwehr ist eine Splatterversion von 1968. Auf eines ist immerhin Verlass: dass sich Geschichte wiederholt. Und die Revolution frisst bekanntlich ihre Kinder. Guten Appetit!</p>
<p>Verkörpert wurde dieser Drang Richtung Vergangenheit durch die Wahl der Apartheidfans und Frauenstimmrechtsgegner Christoph Blocher und Hans-Rudolf Merz in den Bundes­rat &#8211; em­pfohlen von ihrem Freund Marcel Ospel. Das war 2003, und wenigstens der eine wurde inzwischen abgewählt. Der andere könnte mit Carl Hirschmann im Platinum Room des Clubs Saint Germain erwischt werden und noch immer sagen: «Ich würde wieder alles gleich machen.»</p>
<p>Aber auch er muss irgendwann gehen. Spätestens 2011. Ein Mitglied der Wirtschaftskommission sagt: «Der Mann hätte nach seinem Herzkreislaufkollaps zurücktreten sollen, dann hätte wenigs­tens niemand gemerkt, dass er keine Ahnung hat.»</p>
<p>Dank SVP und FDP bekam die UBS dann im Oktober 2008 68 Milliarden Franken Überlebenshilfe zugesagt, finanziert aus Steuergeldern &#8211; auch wenn sie schliesslich nur 46 Milliarden benötigte. Ein Dankeschön unter anderem dafür, dass ihre Berater Diamanten in Zahnpastatuben über die Grenze schmuggelten.</p>
<p><strong>Schrott reloaded</strong></p>
<p>Es war ein tristes Jahrzehnt der Aufwertungen: Die Räume werden enger, die Plätze sauberer, günstige Lebensräume werden zerstört, hippe Häuser hingestellt. Es war das Jahrzehnt von Vereinnahmung jeglicher Subkultur durch den Kommerz. Punk ist höchstens noch ein Klingelton auf deinem Handy. Dadaismus ist Fun. Und die letzte Subkultur war Hiphop. Und selbst Hiphop ist tot. Nullerjahre heisst auch: Schrott reloaded! Die Teenager tragen wieder Röhrenjeans und die Twens Schnäu­ze &#8211; stecken geblieben irgendwo zwischen 1970 und 1980; ein Mix aus Tom Selleck, Sid Vicious, BWL-Studium und Laura Palmer.</p>
<p>Geblieben ist der Fussball: Die Fankurven der Schweizer Fussballstadien sind die nichtautonomen Jugendzentren der Nullerjahre. Die grössten Jugendtreffs der Geschichte. Aber auch sie bleiben nicht mehr lange wild und frei. Die Konferenz der Justiz- und PolizeidirektorInnen, angeführt von der jugendfeindlichen Hardlinerin und Möchtegernbundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP), hat diesen Jugendzentren den Kampf angesagt. Hört man ihr zu, glaubt man, Fussballstadien seien Bäder voller Blut.</p>
<p>Es war auch das Jahrzehnt des ­vorübergehenden Sieges von Manager über Chefredaktor. Kein gutes Jahrzehnt, um in den Journalismus einzusteigen, umgeben von erfahrenen SchreiberInnen, die vielerorts ihre Sprache verloren haben, und EinsteigerInnen, die von diesen neuen, hippen Schulen kommen, wo sie Journalismus lehren, aber PR meinen. Dies alles in einem Jahrzehnt der Reduzierung der Sprache auf Kürzel und Schubladen   &#8211; Journalismus reduziert auf Hypes. Es war das Jahrzehnt der absoluten Kommerzialisierung, der Ökonomisierung. An den Unis, in den Medien, in der Kunst, im Alltag.</p>
<p><strong>Raucht, sauft, tobt, liebt!</strong></p>
<p>In China produzieren lassen, sich die Kohle in Zürich aufs Konto schaufeln und im Berner Oberland die Stammbeiz verteidigen. Und wenn es künftig hart auf hart kommt, soll uns eine Mauer schützen im südspanischen Almería, wo marokkanische SklavInnen den Migros-Eisbergsalat pflanzen und ernten, den wir hier in den Hamburger packen. Und wenn sie mal wieder einen Klimagipfel veranstalten, dann ist das Einzige, was die Leute sagen: «Schon verrückt. Machen die einen Klimagipfel und fliegen alle mit dem Flieger hin.»</p>
<p>Aber man kann sich bekanntlich nicht unsichtbar machen, und verstecken kann man sich auch nicht, der Reali­tät entziehen sowieso nicht. Vor allem dann nicht, wenn man daran ­interes­siert ist, dass die Welt ein bisschen gerechter wird. Deshalb darf man auch im Flugzeug zum Klimagipfel fliegen. Und drum, Leute: Fliegt wie wild, lebt wie wild. Und raucht und sauft und tobt und stört und weint und liebt! Aber macht es bewusst, kümmert euch. Die Welt geht nicht unter, aber drunter und drüber.</p>
</div>
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