<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Nation of Swine &#187; PUK</title>
	<atom:link href="http://nationofswine.ch/tag/puk/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://nationofswine.ch</link>
	<description>Politik &#38; Freefight</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 13:15:41 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>SVP: Mitten im Bankenblock</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/06/17/svp-mitten-im-bankenblock-2/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/06/17/svp-mitten-im-bankenblock-2/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 13:10:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Tanner]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Toni Brunner]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nationofswine.ch/?p=2469</guid>
		<description><![CDATA[Grossmaulige Ankündigungen, viele Pirouetten, aber keine Taten: Die SVP (zurück?) im Bankenblock.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Wochen war ich mal wieder öfters im Bundeshaus, um die Diskussionen rund um die Parlamentarische Untersuchungskommission (<a href="http://nationofswine.ch/category/wirtschaft/puk/" target="_blank">PUK</a>) zum Fall UBS zu verfolgen. Ein paar lose Gedanken dazu habe ich <a href="http://nationofswine.ch/2010/06/09/puk-warten-auf-die-modalverbenpartei/" target="_blank">an dieser Stelle</a> schon geposted. Jetzt, wo die PUK endgültig vom Tisch ist, der Staatsvertrag mit den USA <span style="text-decoration: line-through;">so gut wie</span> durch und die Sommersession sich dem Ende zuneigt, habe ich für die <a href="http://www.woz.ch" target="_blank">WOZ</a> auf den eineinhalbjährigen Ausflug der SVP in die Sozialdemokratie zurückgeschaut – die Bilanz: Grossmaulige Ankündigungen, zahlreiche Pirouetten, aber keine Taten. Keine PUK, kein Planungsbeschluss für kleinere Banken, keine Abstimmung über Minders Abzockerinitiative, keine Boni- und andere Vergütungsbeschränkungen … Die SVP ist wieder dort, wo sie nie weg war: Mitten im Bankenblock.</p>
<p>Den Artikel gibt es <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr24/schweiz/19455.html" target="_blank">hier</a> oder wenn du auf <em>Weiterlesen</em> klickst …<span id="more-2469"></span><strong> </strong></p>
<h1><span style="color: #333333;"><strong>Die Pirouettendreher</strong></span></h1>
<p title="intro">
<p title="intro"><span style="color: #333333;"><strong>Nein zur PUK </strong><em>Wer nachzählt, sieht: Nach dem Nein zur Bonisteuer und  dem Nein zu kleineren Banken verhindert  die SVP jetzt auch noch die  eingehende Untersuchung des UBS-Schlamassels.</em></span></p>
<p><em><span style="color: #c0c0c0;">Von Carlos Hanimann</span></em></p>
<p>Es war nur eine Bemerkung, aber es klang wie ein  dringender Wunsch. «Frische Luft», sagte Toni Brunner und bat die WOZ  auf den Balkon des Bundeshauses. Das war vergangene Woche, und ich  wollte vom SVP-Präsidenten wissen, wo die Partei stehe, da sie doch  jeden Tag wieder eine neue Position vertrete. Drinnen beriet der  Nationalrat den Staatsvertrag mit den USA, und draussen lehnte sich  Brunner über die Brüstung und erklärte in langen Ausführungen, warum die  Partei keinen Zickzackkurs fahre. Und warum sie trotz gegenteiliger  Ankündigungen dem Staatsvertrag mit den USA zustimmen werde.</p>
<p>Tags darauf lehnte die SVP den Staatsvertrag im  Nationalrat ab. Die­se Woche, bei der erneuten Abstimmung, enthielt sich  die Fraktion der Stimme. Und der Staatsvertrag wurde ange­nommen.</p>
<p>Dann drehte sich der Toggenburger um und sagte, es stehe  «ausser Frage», dass seine Partei einer Parlamentarischen  Untersuchungskommission (PUK) zum Fall UBS zustimmen werde – auch im  Ständerat, «von vereinzelten Abweichlern vielleicht abgesehen».</p>
<p>Am Montag lehnten die SVP-Ständeräte die Einsetzung  einer PUK ab – geschlossen wie in einer konzertierten Aktion. Die Akte  UBS wird geschlossen. Selbst aus der CVP-Fraktion, die im Vorfeld der  Abstimmung als Zünglein an der Waage galt, kamen vier Ja-Stimmen. Hätte  die SVP ihren grossen Worten Taten folgen lassen, wäre die PUK eine  Tatsache. Stattdessen hat die selbst ernannte Volkspartei eine PUK  verhindert.</p>
<p><strong>Das Ende eines Ausflugs</strong></p>
<p>Warum diese Pirouetten? Sind sie kalkuliert? Oder  Ausdruck der Orientierungslosigkeit?</p>
<p>In den letzten Tagen war viel von den «Polparteien» die  Rede, die mit ihren «parteipolitischen Spielen» wider die «Interessen  des Landes» handelten. Die KommentatorInnen lagen gleich in mehreren  Punkten falsch: Erstens handelte es sich bei den (linken wie rechten)  Bedingungen für die Zustimmung zum Staatsvertrag nicht um Spiele,  sondern um gewöhnliche Politik. Zweitens ist die UBS (noch) kein Land.  Und drittens verstellt der Begriff der «Polparteien» den Blick auf die  politischen Tatsachen.</p>
<p>Der Irrglaube einiger Beobachterinnen, die SVP kämpfe  gemeinsam mit der Linken auf der Seite des «Volkes» gegen die  Grossbanken, die Abzocker und die Finanzplatzparteien, geht zurück auf  eine politische Kehrtwende vor rund eineinhalb Jahren, als der  Marcel-Ospel-Freund und einstige Finanzspekulant Christoph Blocher nach  langem Schweigen in der Finanzkrise urplötzlich einen  UBS-Verwaltungsratssitz für den Bund, eine Lohn- und Boni­beschränkung  für ManagerInnen und die Zerschlagung der Grossbanken forderte. Die WOZ  beschrieb Blochers Anbiederung bei der Linken als «feines Gespür für  Volkszorn» – eine richtige Analyse, wie sich heute zeigt. Jetzt, nach  den Debatten über Abzockerinitiative, Bonisteuer, Staatsvertrag und PUK,  ist dieser eineinhalbjährige Ausflug Blochers in die Sozialdemokratie  am Ende.</p>
<p>Spätestens nach dieser Session müsste allen klar sein,  was eigentlich offensichtlich war: Die SVP kämpft nicht gegen die  Abzocker, sondern gehört zu ihnen. Die grossmauligen Beteuerungen  Blochers wechselten sich mit leisem Kleinbeigeben der SVP im Bundeshaus  ab. Sie versenkte seit Beginn der Finanzkrise sämtliche  Regulierungsvorschläge: Im Winter 2008 lehnte sie blindlings alle  Anträge für Bonibeschränkungen ab. Sie verhinderte eine rasche  Volksabstimmung über die Abzockerinitiative von Thomas Minder. Sie  stimmte gegen einen Planungsbeschluss für kleinere Banken und gegen eine  Bonisteuer. Und jetzt, am Montag, sabotierte sie die Einsetzung einer  PUK.</p>
<p><strong>Düsterer Pionier</strong></p>
<p>Als ich Toni Brunner auf dem Bundeshausbalkon darauf  ansprach, dass die ParlamentarierInnen der SVP ihre Meinung derzeit  häufiger wechselten als ihre Unterwäsche, lächelte er zuerst und  protestierte dann heftig. Aber die inneren Widersprüche der Partei  werden immer offensichtlicher, der Spagat zwischen neoliberalem Dogma  und populis­tischer Politik zerreisst sie beinahe. Die Positionen der  SVP sind instabil geworden.</p>
<p>Und das hat wohl auch mit Blocher zu tun. «Er könnte  heute als düs­terer Pionier der Abzockerei bekannt sein», schrieb der  Historiker Jakob Tanner letzte Woche in einem bemerkenswerten Aufsatz in  der «Zeit». Und doch gibt er seit eineinhalb Jahren vor, gegen die  Abzocker zu sein. Damals wie heute überrumpelte er damit die eigene  Partei, die am liebsten weitermachen würde wie vor der Krise.</p>
<p>Brunner verteidigte die Pirouetten tapfer, aber  ahnungslos. Und so stehen die Aussagen der meisten SVP-PolitikerInnen  immer kurz vor dem Ablaufdatum: Sie sind nur so lange gültig, bis vom  Herrliberg herunter eine neue Parole diktiert wird. Die Brunners in Bern  sind nichts als kleine Blochers: die Marionetten eines abgewählten  Milliardärs, dessen Geist noch immer durch die Wandelhalle spukt.</p>
<p><em><span style="color: #c0c0c0;">WOZ vom 17.06.2010</span></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nationofswine.ch/2010/06/17/svp-mitten-im-bankenblock-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blick folgt Nationofswine</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/03/04/blick-kopiert-nationofswine-2/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/03/04/blick-kopiert-nationofswine-2/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 10:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nationofswine.ch/?p=1213</guid>
		<description><![CDATA[<p>Helene Hegemann reloaded? Der <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/vier-hebelten-den-nationalrat-aus-141861" target="_blank">Blick</a> kopiert heute den <a href="http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/" target="_blank">gestrigen Nationofswine</a>-Beitrag zur PUK-Sistierung durch das Ständeratsbüro. Wir sagen: Weiter so! PUK? Nötig? Ach was, sagen die Bürgerlichen, wir sitzen ja bloss nach wie vor auf <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/43-Milliarden-Verlust-auf-den-UBSSchrottpapieren/story/23836210" target="_blank">mehreren Milliarden UBS-Schrott</a>.</p> <p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-11.png"></a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Helene Hegemann reloaded? Der <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/vier-hebelten-den-nationalrat-aus-141861" target="_blank">Blick</a> kopiert heute den <a href="http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/" target="_blank">gestrigen Nationofswine</a>-Beitrag zur PUK-Sistierung durch das Ständeratsbüro. Wir sagen: Weiter so! PUK? Nötig? Ach was, sagen die Bürgerlichen, wir sitzen ja bloss nach wie vor auf <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/43-Milliarden-Verlust-auf-den-UBSSchrottpapieren/story/23836210" target="_blank">mehreren Milliarden UBS-Schrott</a>.</p>
<p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-11.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1214" title="Blick" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-11.png" alt="" width="276" height="241" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nationofswine.ch/2010/03/04/blick-kopiert-nationofswine-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die PUK-Verhinderer</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 21:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Hess]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Rudolf Merz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nationofswine.ch/?p=1155</guid>
		<description><![CDATA[<p>Diese vier Parlamentarier hätten Ja sagen können, sie hätten auch Nein sagen können. Aber sie haben <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html">heute Abend gesagt</a>: Lieber nicht jetzt … </p> <p>«National- und Ständerat entscheiden nicht in der laufenden Session über die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu den Geschehnissen rund um die UBS. Der Entscheid fällt erst im Juni.»</p> <p>via [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1157" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1157" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2443-150x150.jpg" alt="Hansheiri Inderkum, CVP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Hansheiri Inderkum, CVP</p></div>
<div id="attachment_1156" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1156" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2432-150x150.jpg" alt="Erika Forster, FDP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Erika Forster, FDP</p></div>
<div id="attachment_1158" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1158" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2561-150x150.jpg" alt="Filippo Lombardi, CVP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Filippo Lombardi, CVP</p></div>
<div id="attachment_1159" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1159" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2645-150x150.jpg" alt="Hans Altherr, FDP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Hans Altherr, FDP</p></div>
<p>Diese vier Parlamentarier hätten Ja sagen können, sie hätten auch Nein sagen können. Aber sie haben <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html">heute Abend gesagt</a>: Lieber nicht jetzt … <span id="more-1155"></span></p>
<blockquote><p>«National- und Ständerat entscheiden nicht in der laufenden Session über die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu den Geschehnissen rund um die UBS. Der Entscheid fällt erst im Juni.»</p>
<p>via <strong><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html" target="_blank">NZZonline</a></strong><em><strong><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html" target="_blank"><br />
</a></strong></em></p></blockquote>
<p>Das ist schon ziemlich dicke Post: Das Ständeratsbüro hindert das Parlament daran, in der Frühlingsession eine PUK zur UBS und zur Finanzkrise einzusetzen. Denn der Nationalrat hätte bereits nächste Woche über die Einsetzung einer PUK befinden sollen. Wohlgemerkt: Das Büro hat nicht über das Schicksal der PUK an sich entschieden, aber es hat verhindert, dass das Parlament überhaupt über eine PUK diskutieren kann.</p>
<p>Dabei hatten sich bereits drei Kommissionen des Nationalrats für eine PUK ausgesprochen. Dennoch stellt sich das Büro des Ständerats auf den Standpunkt, dass es zuerst die Untersuchungsergebnisse der Geschäftsprüfungskommission (GPK) abwarten möchte … Wie es von der GPK einen fundierten Bericht erwarten kann, ist mir allerdings schleierhaft: Der Vizepräsident Hans Hess ist mit <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr03/Schweiz/18839.html" target="_blank">seiner Vorgeschichte</a> alles andere als unabhängig und die Arbeitsgruppe laut verschiedenen Mitgliedern überfordert und überarbeitet.</p>
<p>Die GPK hat heute übrigens einen <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/zwischenbericht-ag-finanzmarktaufsicht-GPK-2010-03-03-d.pdf" target="_blank">Zwischenbericht über ihre Untersuchungen zur UBS/Finanzkrise</a> veröffentlicht, in dem sie auflistet, was sie bisher schon getan hat – und was sie in den nächsten <span style="text-decoration: line-through;">zwei</span> drei Monaten noch tun will. Auffallend: Die GPK muss vor einigen Wochen in einen grossen Speed-Topf gefallen sein. Oder jemand muss Hans Hess (Vizepräsident der Arbeitsgruppe, Merz-Intimus, FDP-Ständerat, <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/21/ist-hans-hess-der-richtige-mann/" target="_blank">Briefkastenkönig</a> und früher <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/21/ausgerechnet-der-briefkastenkonig-hans-hess/" target="_blank">verurteilter Steuerdelinquent</a>) mit der Peitsche vor sich hergetrieben und ihm mit einem Megafon ins Ohr gebrüllt haben, dass mit einem PUK-Bericht ausgerechnet im Wahljahr 2011 unangenehme Tatsachen über seine Partei, seinen Finanzminister und dessen Rolle in der Finanzkrise erscheinen könnten … Anders kann ich mir den plötzlichen Elan der GPK-Arbeitsgruppe nicht erklären …</p>
<p>Wie auch immer: Die GPK hat diesen ziemlich unbefriedigenden <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/zwischenbericht-ag-finanzmarktaufsicht-GPK-2010-03-03-d.pdf">Zwischenbericht über ihre laufende Untersuchung </a>veröffentlicht. Ich glaube, er spricht für (oder gegen?) sich.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_1166" class="wp-caption aligncenter" style="width: 448px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1.png"><img class="size-full wp-image-1166" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1.png" alt="" width="438" height="368" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p>Zusammengefasst:</p>
<ul>
<li>Die GPK arbeitet seit <strong>einem</strong> Jahr. In dieser Zeit hat sie <strong>14</strong> Sitzungen abgehalten. Für das erste <strong>Halbjahr</strong> 2010 sind <strong>11</strong> Sitzungen festgelegt.</li>
<li>Bisher (also in einem Jahr Arbeit) fanden <strong>28</strong> Anhörungen statt. Bis Ende Mai (also in weniger als <span style="text-decoration: line-through;">zwei</span> drei Monaten) plant sie noch <strong>25</strong> Anhörungen.</li>
<li>
<div>Bisher angehörte UBS-Verantwortliche: <strong>Null.</strong> In den nächsten Wochen sollen <strong>6</strong> ehemalige und aktuelle UBS-Verantwortliche angehört werden.</div>
</li>
</ul>
<p>Muss man dazu noch was sagen?</p>
<p>Wohl kaum. Mahalo!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Merz muss weg (258): «Persönliche Ordner»?</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/02/21/merz-muss-weg-258-%c2%abpersonliche-ordner%c2%bb/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/02/21/merz-muss-weg-258-%c2%abpersonliche-ordner%c2%bb/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 12:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Rudolf Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Rohner]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Kurer]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsblick]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nationofswine.ch/?p=1005</guid>
		<description><![CDATA[<p>(ch.) … Und plötzlich geht alles sehr schnell. Letzte Woche verkündete die Geschäftsprüfungskommission, <a href="http://www.parl.ch/d/mm/2009/seiten/mm-gpk-n-s-2009-03-18.aspx" target="_blank">die das Verhalten der Behörden in der Finanzkrise untersuchen soll,</a> dass sie jetzt doch noch UBS-Manager vorladen wolle. Und heute erklären die ehemaligen UBS-Bosse Peter Kurer und Marcel Rohner im <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">Sonntagsblick</a>, dass sie «selbstverständlich» vor der GPK aussagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #888888;"><em>(ch.)</em></span> … Und plötzlich geht alles sehr schnell. Letzte Woche verkündete die Geschäftsprüfungskommission, <a href="http://www.parl.ch/d/mm/2009/seiten/mm-gpk-n-s-2009-03-18.aspx" target="_blank">die das Verhalten der Behörden in der Finanzkrise untersuchen soll,</a> dass sie jetzt doch noch UBS-Manager vorladen wolle. Und heute erklären die ehemaligen UBS-Bosse Peter Kurer und Marcel Rohner im <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank"><em>Sonntagsblick</em></a>, dass sie «selbstverständlich» vor der GPK aussagen werden. Kurer schlägt sogar vor, dass man nach US-amerikanischem Vorbild öffentliche Hearings machen solle. «Dies im Interesse einer vollen Transparenz für Medien und Öffentlichkeit.»</p>
<p>Das sind ja mal neue Töne. Aber Obacht! Es wird noch besser. Im gleichen <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">Artikel</a> heisst es: «<strong>Auch bei Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat ein Umdenken stattgefunden</strong>. Der Finanzminister liess der GPK eine Kopie seiner persönlichen Ordner zur Datenherausgabe an die USA zukommen.»</p>
<p>Merz? Umdenken? Wie auch immer –  jedenfalls ist es gut zu wissen, dass Merz zwischen all seinen <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Die-neueste-HerzschmerzMerzDichtung/story/12875239" target="_blank">literarischen Ergüssen</a> (bitte nach unten scrollen) auch noch ein paar berufliche Notizen gemacht hat. Etwas erstaunlich ist, dass Merz die jetzt plötzlich rausrückt. Noch vor wenigen Wochen <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/der-bundesrat-muss-spuren-138222" target="_blank">beklagte sich die GPK</a>, dass der Bundesrat ihr nicht alle Dokumente zur Verfügung stelle. Was bedeutet das? Versucht hier vielleicht jemand im allerletzten Moment, die PUK zu verhindern? Dafür gibt es mehrere Anzeichen: Einerseits Merz&#8217; «Umdenken», andererseits der plötzliche Energieschub der GPK.</p>
<p>Die GPK war fast ein Jahr lang ziemlich untätig. Als ich im Sommer 2009 (die GPK-Untersuchung war also schon ein halbes Jahr beschlossen) nachfragte, wie die Dinge so stehen und bis wann ein Bericht zu erwarten sei, lachte man mich auf dem Sekretariat der GPK nur aus: Die Untersuchungen hätten noch kaum begonnen, hiess es. Dann muss die GPK doch ein wenig gearbeitet haben. Denn vor einem Monat beschwerte sie sich vor den Medien, der Bundesrat betreibe Obstruktion, hindere die GPK an der Untersuchung, verweigere den Einblick in wichtige Dokumente. Die GPK drohte offen mit einer PUK. Als an jener Pressekonferenz jemand fragte, ob die GPK auch UBS-Manager angehört habe, verneinte das GPK-Präsidium. Es erweckte übrigens auch nicht den Eindruck, dass sich das bald ändern würde.</p>
<p>Jetzt sieht die GPK das offensichtlich anders. Sie macht Druck. Hört UBS-Manager an und will laut <em>Sonntagsblick</em> <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">«bis Mitte Mai nochmals alle betroffenen Behörden und alle Bundesräte anhören.»</a> Sie versucht offensichtlich eine PUK zu verhindern. Das dürfte trotzdem schwierig werden. Das Ständeratsbüro wird am 3. März über die Einsetzung einer PUK entscheiden müssen. Das Zünglein an der Waage spielt dabei die CVP. Und die macht ihren Entscheid davon abhängig, ob bis dann ein zufriedenstellender Zwischenbericht der GPK vorliegt. Die Zeit ist knapp – wohl zu knapp.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> «Merz muss weg», sagt mittlerweile ja sogar die <em>Weltwoche</em>. Lanciert wurde das Thema – vor über einem Jahr – allerdings in der WOZ. Deshalb zum einjährigen Merz-muss-weg-Jubiläum ein paar Höhepunkte aus der WOZ-Merz-Berichterstattung.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17232.html" target="_blank"><strong>Sein kleines Bankgeheimnis</strong></a> Wie Merz die Appenzeller Kantonalbank verkaufte. <span style="color: #888888;"><em>(4. Dezember 2008)</em></span></li>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17478.html" target="_blank"><strong>Merz muss weg</strong></a> Ein Mann der Vergangenheit. <span style="color: #888888;"><em>(5. Februar 2009)</em></span></li>
<li><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;"><strong><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17506.html" target="_blank">Merz ist Teil des Problems</a> </strong>Rudolf Strahm über freisinnige Seilschaften. <span style="color: #999999;"><em>(12. Februar 2009)</em></span></span><br />
</span></li>
<li><strong><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/18001.html" target="_blank">«Heimatland, Babettli!»</a></strong> Leiten den Finanzminister Zwangsvorstellungen? <span style="color: #888888;"><em>(11. Juni 2009)</em></span><br />
(auch schön als <a href="http://www.woz.ch/hoertext/dam8399_0019.mp3" target="_blank">Hörtext</a>)</li>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr27/schweiz/18091.html" target="_blank"><strong>Grober Unfug</strong></a> Merz, als hätte er nichts besseres zu tun, schreibt der WOZ einen Brief. <span style="color: #888888;"><em>(2. Juli 2009)</em></span></li>
<li><span style="color: #888888;"><strong><span style="color: #000000;"><a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr40/wirtschaft/18428.html" target="_blank">Gaddafis Datteln</a> </span></strong><span style="color: #000000;">Plauderstunde in Trogen AR. <span style="color: #999999;"><em>(1. Oktober 2009)</em></span></span><br />
</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nationofswine.ch/2010/02/21/merz-muss-weg-258-%c2%abpersonliche-ordner%c2%bb/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://www.woz.ch/hoertext/dam8399_0019.mp3" length="6000140" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Hans Hess, der Briefkastenkönig</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/01/21/ausgerechnet-der-briefkastenkonig-hans-hess/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/01/21/ausgerechnet-der-briefkastenkonig-hans-hess/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 04:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Missbach]]></category>
		<category><![CDATA[EvB]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Beckenbauer]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Hess]]></category>
		<category><![CDATA[Sarnen]]></category>
		<category><![CDATA[Steueraffäre Obwalden]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerhinterziehung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nationofswine.ch/?p=357</guid>
		<description><![CDATA[<p>(ch.) Der FDP-Ständerat Hans Hess soll Einsicht in alle Akten zur UBS-Steueraffäre erhalten. Pikant: Hess wurde 1989 wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt. Ist er der richtige Mann, um die Affäre zu untersuchen?<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank"></a></p> <p>(<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank">Erschienen in WOZ Nr.3/09)</a></p> <p>Von Carlos Hanimann</p> <p>Die Drohung tat ihre Wirkung. Am Mittwochnachmittag ist der Bundesrat auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;">(ch.)</span></em> Der FDP-Ständerat Hans Hess soll Einsicht in alle Akten zur UBS-Steueraffäre erhalten. Pikant: Hess wurde 1989 wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt. Ist er der richtige Mann, um die Affäre zu untersuchen?<span style="color: #c0c0c0;"><a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank"></a></span><span id="more-357"></span></p>
<p>(<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank">Erschienen in WOZ Nr.3/09)</a></p>
<p><span style="color: #888888;"><em>Von Carlos Hanimann</em></span></p>
<p>Die Drohung tat ihre Wirkung. Am Mittwochnachmittag ist der Bundesrat auf den Vorschlag der Geschäftsprüfungskommission (GPK) eingegangen und will ihr Zugang zu heiklen Dokumenten in der UBS-Steueraffäre gewähren. «Im Interesse der Transparenz», wie Bundesratssprecher André Simonazzi erklärte. Andernfalls hätte die GPK eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) gefordert. Sie hatte sich vergangene Woche beklagt, der Bundesrat behindere ihre Arbeit. Die GPK-Präsidentin Maria Roth-Bernasconi sprach von «Obstruktion». Der Bundesrat verweigere den Zugang zu Akten, die relevant seien, um die Herausgabe von 255 UBS-Kundendossiers an die USA vom Februar 2009 zu untersuchen.</p>
<p>Bundespräsidentin Doris Leuthard bot daraufhin dem Präsidium der GPK an, die Akten in der Bundeskanzlei einsehen zu können. Kopien allerdings erlaubte sie nicht – zu gross sei die Gefahr, dass die vertraulichen Dokumente der Presse zugespielt würden.</p>
<p>Nun händigt der Bundesrat die Dokumente doch aus. Die von der Arbeitsgruppe verlangten Akten werden im Tresor des GPK-Sekretariats aufbewahrt. SVP-Nationalrat Pierre-François Veillon, FDP-Ständerat Hans Hess und zwei MitarbeiterInnen des Sekretariats dürfen die Akten dort einsehen und den Mitgliedern der zwölfköpfigen Arbeitsgruppe nur eine Zusammenfassung der Dokumente geben. Das müssen sie dem Bundesrat schriftlich garantieren. Damit werden Veillon als Präsident und Hess als Vizepräsident zu den wichtigsten Mitgliedern dieser Arbeitsgruppe. Nur sie können die Akten im Detail studieren.</p>
<p>Einer der beiden mächtigen Männer, die Licht in die UBS-Steueraffäre bringen sollen, hat allerdings selber eine einschlägige Vergangenheit: Hans Hess wurde Ende der achtziger Jahre vom Bundesgericht verurteilt – wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung.</p>
<p><strong>Hess, der Jungstar</strong></p>
<p>Hans Hess ist seit bald dreissig Jahren in der Politik. Und trotzdem zählt der 64-jährige Obwaldner nicht zu den politischen Schwergewichten im Bundeshaus. Dabei hatte er in jungen Jahren eine steile Karriere vor sich gehabt.</p>
<p>Der in Engelberg geborene Sohn eines Kantonalbankdirektors studierte Ende der sechziger Jahre in Bern, Paris und Florenz Jura, doktorierte 1975 in Bern und eröffnete ein Jahr darauf eine eigene Anwaltskanzlei. In dieser Zeit lernte er den deutschen «Kaiser» Franz Beckenbauer kennen, der es als Fussballstar zu einem beachtlichen Vermögen gebracht hatte. Der Kanton Obwalden betraute Hess mit der Aufgabe, Beckenbauer nach Sarnen zu locken.</p>
<p>Beckenbauer erhielt zwei unwiderstehliche Angebote: eines aus New York, wo er drei Jahre lang für den Fussballklub New York Cosmos spielen sollte. Und eines aus Sarnen, wo er nur minimale Steuern von rund 20 000 Franken zahlen musste. Beckenbauer nahm beide Offerten an. Er arbeitete in New York und verlegte seinen Wohnsitz nach Sarnen. Er verdiente Geld in den USA und sparte Steuern in Obwalden.</p>
<p>Für Hess war das der Anfang einer grossen Zeit. Auf Beckenbauer folgten – von den einzigartigen Steuerkonditio­nen angelockt – weitere reiche AusländerInnen, unter anderem der argentinische Tennisprofi Guillermo Vilas. Hess’ fortschrittliche Tiefsteuerpolitik zahlte sich aus – zumindest vorerst. Das Obwaldner Stimmvolk dankte es dem 33-jährigen Hess mit der Wahl in den Kantonsrat.</p>
<p>Hess war ein Star. Und das ist in Obwalden noch heute so. Er kennt fast jeden und jeder kennt ihn. «Ich kann in jedes Lokal, an jeden Stammtisch sitzen, und man kennt mich», sagt Hess. Im kleinen Kanton ein unwahrscheinliches politisches Kapital. Nur drei Jahre später, 1981, kürte ihn die Landsgemeinde denn auch zum Regierungsrat. Hess übernahm das Amt des Justizdirektors und galt schnell als der starke Mann in der Obwaldner Regierung.</p>
<p>Aber das reichte ihm nicht. Nebenbei arbeitete der Regierungsrat weiter in seiner Anwaltskanzlei und übernahm zudem zahlreiche Verwaltungsratsmandate – bis sich jemand an seiner Doppelrolle störte. Sein Gegenspieler war kein Geringerer als der damalige Finanzminister Otto Stich.</p>
<p><strong>Die «Steueraffäre Beckenbauer»</strong></p>
<p>1986 warf der Sozialdemokrat Stich Hans Hess Interessenkonflikte vor. Zudem seien durch die Tiefsteuerpraxis über zwanzig Millionen Franken an Steuereinnahmen verloren gegangen.</p>
<p>Aber das war noch nicht alles. Kurz darauf wurde bekannt, dass Franz Beckenbauer versucht hatte, einen Liquidationsgewinn der Firma Heka (abgekürzt von Hess-Kaiser) über 1,2 Millionen Franken am Fiskus vorbeizuschleusen. Sein Gehilfe: Hans Hess.</p>
<p>Es erschienen zahlreiche Zeitungsartikel über das sonst unbeachtete Obwalden in den grossen Schweizer Zeitungen und auch in Deutschland – eine Berichterstattung, die nicht allen gefiel. Es kam wegen mutmasslicher Indiskretionen aus dem Finanzdepartement zu einer Hausdurchsuchung beim «Beobachter», die Unterlagen eines Journalisten wurden beschlagnahmt. Ein anderer Journalist, der über die Affäre schrieb, erzählt heute, er habe damals zahlreiche anonyme Drohungen von Obwaldner­Innen erhalten. Hess wähnte sich in einer «Schlammschlacht», die Obwaldner BürgerInnen schlugen sich auf seine Seite. Für sie war der Bösewicht nicht Hans Hess, der Beckenbauers Geld versteckt hatte, sondern der «Steuervogt» Otto Stich. Hess überstand die Steueraffäre unbeschadet: Die Landsgemeinde wählte ihn 1986 mit glanzvoller Mehrheit für eine weitere Legislaturperiode.</p>
<p>Aber auf Bundesebene zog die Steuer­affäre weiter ihre Kreise. Sie endete damit, dass Obwalden seine Steuerhoheit vorübergehend verlor – die Höchststrafe für einen Kleinkanton, der so grosse Stücke auf den Föderalismus hält. Beckenbauer und Hess wurden erstinstanzlich zu einer Busse verurteilt. Hess weigerte sich zurückzutreten und rekurrierte bis vor Bundesgericht. Dieses fällte im Sommer 1989 das endgültige Urteil und bereitete Hess’ Karrie­re erst mal ein jähes Ende: Es befand ihn der «eventualvorsätzlichen Beihilfe zur Steuerhinterziehung» für schuldig und büsste ihn mit 124 000 Franken. Hess sagt heute: «Die Geschichte ist abgeschlossen. Ich zog die Konsequenzen und trat als Regierungsrat zurück.»</p>
<p>Danach war es still um Hess. Zumindest in Bern. Im Kanton Obwalden war er weiterhin beliebt, auch wenn der Kanton im innerschweizerischen Steuer­wettbewerb von den Kantonen Zug und Schwyz längst abgehängt worden war: Zehn Jahre nach dem Steuerskandal wählte das Obwaldner Stimmvolk den einstmals Parteilosen 1998 für die FDP in den Ständerat. Und heute, zwanzig Jahre nachdem das Bundesgericht Hans Hess wegen Beihilfe zur Steuerhinter­ziehung verurteilt hatte, soll ausgerechnet er, der Steueranwalt aus Sarnen, Licht in die Steueraffäre der UBS bringen.</p>
<p><strong>Hess, der Steueranwalt</strong></p>
<p>Montag, 18. Januar 2010: Hans Hess fühlt sich wohl. Die GPK hat vor den Medien eben ihre Forderungen an den Bundesrat bekannt gegeben. Hess geniesst das Gewicht seiner Worte. Er wähnt sich im Aufwind.</p>
<p>Mittwoch, 20. Januar: Der Bundesrat gibt bekannt, die verlangten Akten freizugeben. Macht das eine PUK unnötig? Die NZZ hatte bereits am Dienstag hinter der PUK-Drohung der GPK reine Taktik gewittert: Die Drohung diene lediglich als Druckmittel. «Eigentlich möchte die GPK die Einsetzung einer PUK verhindern.» Hess sagt, man solle erst die Resultate der GPK abwarten. Erst dann könne man entscheiden, ob es eine PUK brauche: «Es wäre unsinnig, jetzt nochmals von vorne zu beginnen.»</p>
<p>Hess hat als FDP-Mitglied kein Interesse an einer PUK. Die Partei von Finanzminister Hans-Rudolf Merz hat sich bisher am deutlichsten gegen eine solche Untersuchung ausgesprochen, würde doch ein allfälliger PUK-Bericht wohl das Handicap Merz im Wahljahr 2011 zu einem der Hauptthemen machen. Hess kümmert das wenig. Er schätzt Merz trotz seiner zweifelhaften Rolle in der Finanzkrise sehr: «Ich bin der Überzeugung, dass Merz einen sehr guten Job macht.»</p>
<p><strong>Ernennung zum Botschafter</strong></p>
<p>Hess kennt Merz aus der gemeinsamen Zeit in der Sicherheitskommission. 2003 lud Hess die Kommission in seinen Heimatkanton ein, um sich im Schiesstunnel Lungern an der Waffe zu üben. Aber die beiden verbindet nicht nur ihre Vorliebe fürs Schiessen, sondern auch die Herkunft aus einem steuergünstigen Kanton. Wie Merz ist Hess ein Befürworter des Steuerwettbewerbs unter den Kantonen und Gemeinden. Der Steueranwalt Hess schreibt auf der Website seiner Anwaltskanzlei unter dem Titel «Steuerparadies Obwalden», das Obwaldner Finanzdepartement habe ihn «aufgrund seiner vielseitigen Kontakte zum ‹Botschafter zur Umsetzung der Steuerstrategie›» ernannt. Jener Strategie also, die mit degressiven Steuern schweizweit für Kopfschütteln sorgte und kürzlich bei den Sonder­zonen für Reiche nicht einmal mehr vom eigenen Stimmvolk mitgetragen wurde. Hess’ Aufgabe als Botschafter: «Neue natürliche sowie juristische Personen für den Kanton Obwalden zu akquirieren und bei einer Umsiedlung nach Obwalden zu unterstützen.»</p>
<p>Darin scheint Hess ziemlich gut zu sein. Und er ist heute als Anwalt fast wieder so umtriebig wie damals. Er hat mindestens vierzehn Verwaltungsratsmandate und ist in zwei weiteren Firmen zeichnungsberechtigt. Der Firmenauskunftsdienst Moneyhouse kürte Hess kürzlich zu einem der «Briefkastenkönige von Obwalden», weil an Hess’ Büroanschrift 67 Domizilgesellschaften beherbergt sind.</p>
<p>«Domizilgesellschaft» sei ein vornehmer Ausdruck für Briefkastenfirmen, sagt Andreas Missbach von der entwicklungspolitischen NGO Erklärung von Bern. «Eine Briefkastenfirma hat keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz.» Briefkastenfirmen könne man für alle möglichen Zwecke brauchen, viele Unternehmen unterhalten solche Gesellschaften. Um nur ein Beispiel zu nennen: Eine Firma XY verkauft ihre Markenrechte an eine Domizilgesellschaft in einer Steueroase, zum Beispiel in Sarnen. Die Firma XY darf die Marke nur gegen eine Abgabe von Lizenzgebühren an die Domizilgesellschaft nutzen, obwohl es eigentlich ihre eigene Marke ist.</p>
<p>So kann die Firma mit Hauptsitz in einem Hochsteuerland ihre Gewinne in die Steueroase verlagern, sodass sie keine (oder kaum) Gewinnsteuern bezahlen muss. Andreas Missbach: «In der Regel dienen Domizilgesellschaften vor allem dazu, Vermögen von Privatpersonen hinter einer Firmenfassade zu verstecken.» Steuervermeidung nennen es die einen, «Steueroptimierung» nennt es Hans Hess. «Und das ist absolut legal.» Damit hat er Recht. Auch hat er sich kein zweites Mal wegen Beihilfe an Steuerhinterziehung strafbar gemacht.</p>
<p><strong>«Trete in Ausstand»</strong></p>
<p>Hess profitierte von einem System, das dank Bankgeheimnis und staatlich geförderter Steuervermeidungspolitik Steuerhinterziehung und -betrug über Jahrzehnte ermöglichte – oder gar begünstigte. Früher trugen die SteuerbetrügerInnen Koffer voller Geld in die Banken an der Zürcher Bahnhofstrasse, heute verstecken sie es in Tarngesellschaften, Briefkastenfirmen und anderen Steuervehikeln. So taten es auch Tausende von UBS-Kunden. Die Daten von 255 solcher SteuerdelinquentInnen lieferte die UBS auf Anordnung der Finma im Februar 2009 an die USA.</p>
<p>Hess kennt das Steuergeschäft von innen. Und er verdient nach wie vor an Briefkastenfirmen.</p>
<p>Ist Hans Hess der richtige Mann, um die UBS-Steueraffäre lückenlos aufzuarbeiten? Hess sieht da kein Problem: «Ich finde es geradezu unglaublich, was für eine Kombination Sie da fertigbringen. Ich versuche mit aller Objektivität an die Sache heranzugehen. Wenn jemand das Gefühl hat, ich sei befangen, dann trete ich in den Ausstand. Und wenn die Medien solche Konstrukte machen, dann kann es sein, dass ich im Interesse der Sache sage: Dann solls jemand anderes machen.»</p>
<p><strong>PS: </strong>Bis Ende Mai will die GPK ihren Bericht zur UBS-Steueraffäre vorlegen – das Parlament scheint aber an seiner Forderung nach einer PUK festzuhalten. Die gewichtige Wirtschaftskommission des Nationalrats sprach sich Anfang Woche mit achtzehn zu vier Stimmen für eine PUK aus. Nicht einmal mehr die Merz-Partei FDP stimmte geschlossen dagegen.</p>
<div id="content_infobox_width">
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #888888;">Kurz vor Redaktionsschluss mailt Hans Hess übers iPhone: «Wegen der späten Zustellung meiner Zitate war es mir infolge anderweitiger Beanspruchung nicht möglich, zu Ihren Ausführungen Stellung zu nehmen. Fügen Sie diese Zeilen Ihrem Artikel bitte an.»</span></p>
<p><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;"><em>© WOZ &#8211; Die Wochenzeitung, 21.1.2010</em></span><br />
</span></p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nationofswine.ch/2010/01/21/ausgerechnet-der-briefkastenkonig-hans-hess/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

