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	<title>Nation of Swine &#187; UBS</title>
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	<description>Politik &#38; Freefight</description>
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		<title>Der Fifa-Vize und seine Millionen</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2011/11/16/der-fifa-vize-und-seine-millionen/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2011/11/16/der-fifa-vize-und-seine-millionen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 12:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fifa]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Julio Grondona]]></category>
		<category><![CDATA[Sepp Bla]]></category>

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		<description><![CDATA[Was sagen uns Julio #Grondonas Bankauszüge? Crowdsourcing jetzt @jensweinreich ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/" target="_blank">Investigativ-Profi Jens Weinreich</a> <a href="http://www.ftd.de/sport/:weltfussballverband-fifa-vize-unter-korruptionsverdacht/60129257.html" target="_blank">hat gestern in verschiedenen deutschen Zeitungen Phänomenales enthüllt</a>: Es geht um den Fifa-Vizepräsidenten Julio Grondona und seine Millionen, die er auf zahlreichen Auslandskonten parkiert haben soll – unter anderem auch in der Schweiz. Insgesamt soll es dabei um über hundert Millionen gehen. <a href="http://www.analitica.com/deportes/9328785.asp" target="_blank">Die argentinischen Behörden sind ihm wegen dieser nichtdeklarierten Gelder auf den Fersen (spanisch)</a>. Ein Rechtshilfegesuch soll ebenfalls schon auf dem Weg sein. Folco Galli, der Sprecher des Bundesamtes für Justiz, konnte mir das heute morgen allerdings noch nicht bestätigen. Bisher sei kein Rechtshilfegsuch beim BJ für Julio Grondona eingegangen.</p>
<p>Die Sache bleibt aber so oder so interessant. Jens Weinreich hat zahlreiche Dokumente (Kontoauszüge, Briefwechsel, &#8230;) auf seinem Blog veröffentlicht, eigene Listen erstellt und fragt:</p>
<blockquote><p><span style="color: #808080;">-Woher kommt das Geld?<br />
-Wer hat wofür überwiesen?<br />
-Die Korruptionsagentur ISL/ISMM? Mindestens zwei Konten bestanden schon in den neunziger Jahren.<br />
-Die Fifa?<br />
-Russland 2018?<br />
-Katar 2022?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="color: #808080;">-Warum unternimmt die FIFA nichts gegen Grondona?</span><br />
<span style="color: #808080;">-Warum “ermittelt” keine Ethikkommission?</span><br />
<span style="color: #808080;">-Warum ist Grondona noch auf freiem Fuß?</span><br />
<span style="color: #808080;">-Warum lassen Blatter, Don Julio &amp; Co weiter jegliche Transparenz vermissen?</span></p></blockquote>
<p>Die Dokumente sind hochspannend, sie lassen aber auch Fragen offen. Deshalb bittet Weinreich um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdsourcing" target="_blank">Mithilfe</a>:</p>
<blockquote><p>-Ist die Auflistung einigermaßen korrekt?<br />
-Was lässt sich aus den elf Kontoblättern (oben verlinkt) noch ablesen?<br />
-Was lohnt sich, zu recherchieren?<br />
-Findet jemand Details zu den Firmen?<br />
-Litemax Enterprise Corp?<br />
-Anfal Inc?<br />
-Kellog Development Inc?<br />
Harvard Society Limited?</p></blockquote>
<p>Wer also helfen will, der soll das doch bitte zum Beispiel in den Kommentaren hier oder direkt bei Jens Weinreich tun. Danke.</p>
<p><strong>Dokumente</strong><strong>:</strong></p>
<div id="attachment_5332" class="wp-caption aligncenter" style="width: 343px"><img class="size-large wp-image-5332  " title="Grondona-Hyposwiss" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/11/Grondona-Hyposwiss-555x199.png" alt="Quelle: www.jensweinreich.de" width="333" height="119" /><p class="wp-caption-text">Quelle: www.jensweinreich.de</p></div>
<p>Zu den Kontoauszügen gehts <a href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/" target="_blank">hierlang</a>!</p>
<div id="attachment_5333" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf"><img class="size-large wp-image-5333 " title="Grondona Staatsanwaltschaft" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/11/Grondona-Staatsanwaltschaft-555x196.png" alt="" width="555" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: www.jensweinreich.de</p></div>
<p>Zu den Dokumenten der Staatsanwaltschaft aufs Bild klicken (pdf)!</p>
<p><strong>PS:</strong> Um die Datenverarbeitung zu erleichtern, hat jemand das ganze bereits durch einen OCR-Dienst gejagt.<br />
<a href="http://pastebin.com/xNFF3W3J" target="_blank">Zur Rohversion gehts hierlang</a>.<br />
<a href="http://pastebin.com/yPx8tXA3" target="_blank">Und zur gefilterten Version hierlang. </a></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5330&amp;md5=329468e24bef2f71ab6641bbae778b3f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Pelli, Levrat, UBS – Woche der Lügen</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/09/29/pelli-levrat-ubs-%e2%80%93-die-woche-der-lugen/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2010/09/29/pelli-levrat-ubs-%e2%80%93-die-woche-der-lugen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 16:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[!Mediengruppe Bitnik]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Levrat]]></category>
		<category><![CDATA[Fulvio Pelli]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie die Grossbank eine Ausstellung in London zensuriert]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es da eine Verbindung? Oder hat das eine nichts mit dem anderen zu tun? Diese Woche war das Thema jedenfalls nicht zu übersehen. Und irgendwie hängt ja doch immer alles zusammen. Zum Beispiel die <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Pelli-reicht-Klage-gegen-Levrat-ein/story/16651659" target="_blank">angekündigte Verleumdungsklage</a> von FDP-Langweiler Pelli: Der will SP-Präsident Levrat verklagen, weil dieser ihn angeblich als «knallharten Lügner» bezeichnet hat. Pelli begründet seine Klageandrohung heute im <em>Tages-Anzeiger</em> so: «Ich kann nicht akzeptieren, dass das Volk denkt, ich sei ein Lügner, wenn der Lügner der andere ist.» Wer ist denn jetzt der Lügner? Pelli? Levrat? Beide? Oder keiner? Und jetzt mal abgesehen davon, dass der Levrat und der Pelli sich fast alle verbalen Maulschellen verpassen dürfen, weil die relative parlamentarische Immunität sie schützt – könnte der Levrat jetzt auch den Pelli verklagen, weil dieser ihn als «Lügner» bezeichnet hat?</p>
<p>Ich schweife ab … Es geht hier um Verleumdung. Ehrenrührigkeit. Lügen. Und um die Frage, was heute erlaubt ist? Und vor allem, wer darüber entscheidet:</p>
<div id="attachment_3525" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><img class="size-large wp-image-3525  " title="UBSlügt" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/09/UBSlügt.png" alt="" width="555" height="395" /><p class="wp-caption-text">«UBS lügt. Anschläge 1971/2009.» Foto: Florian Bachmann, !Mediengruppe Bitnik</p></div>
<p>Am 2. September eröffnete das Zürcher Künstlerkollektiv <strong>!Mediengruppe Bitnik</strong> in der Londoner Space Gallery die Ausstellung <strong>«Too Big To Fail / Too Small To Succeed»</strong>. Teil der Ausstellung, die zuvor schon im <a href="http://www.museum-folkwang.de/" target="_blank">Museum Folkwang in Essen</a>, im <a href="http://www.cac.lt/en" target="_blank">Contemporary Art Centre in Wilna</a> und im <a href="http://www.lescomplices.ch/" target="_blank">Les Complices in Zürich</a> gezeigt worden war, war das Bild «UBS lügt». Es zeigt einen etwas älteren, unbekannten Banker, der vor einer UBS-Filiale in Zürich ein Schild mit der Aufschrift «lügt» hochhält.</p>
<p>Die !Mediengruppe Bitnik stellte das Bild nicht <em>in</em> der Space Gallery aus, sondern unmittelbar davor: Auf einem rund 20 Quadratmeter grossen Billboard an einer stark befahrenen Strasse im Londoner Quartier Hackney. Am Abend des 2. Septembers, als sich die Vernissage langsam in eine Party verwandelte, fuhr allerdings ein Wagen der Plakatgesellschaft Primesight vor und begann das Plakat einzurollen …</p>
<p>In den vergangenen Wochen gab es viele Fragezeichen und einige <a href="http://mail.kein.org/pipermail/nettime-l/2010-September/002355.html" target="_blank">Gerüchte</a>, warum das Plakat abgehängt worden war, bzw. warum man in den Medien nichts darüber erfahren konnte. Nun, das ändert sich mit der morgigen Ausgabe der WOZ. <em>Nationofswine</em>-Präsident Hanimann berichtet darin, <strong>wie die UBS drohte, die !Mediengruppe Bitnik und die Space Gallery zu verklagen – wegen unrechtmässiger Verwendung des UBS-Logos, bzw. wegen Verleumdung. </strong>Die Plakatgesellschaft Primesight erhielt (ebenfalls unter Klageandrohung) am 2. September ein Ultimatum, das Bild bis spätestens um 21.30 Uhr zu entfernen. Die UBS bestätigt übrigens die Kontaktaufnahme mit Primesight, will sich aber nicht im Detail zur Geschichte äussern. Kurz vor Ablauf des Ultimatums hat Primesight der UBS-Drohung dann tatsächlich Folge geleistet …</p>
<div id="attachment_3527" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-large wp-image-3527  " title="Take-Down" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/09/Take-Down.png" alt="" width="500" height="230" /><p class="wp-caption-text">Fotos: Leela Axon</p></div>
<p>Die ganze Geschichte, die Hintergründe und ein paar Fragen gibt es morgen in der Offline-WOZ, oder jetzt schon online <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr39/wirtschaft/19848.html" target="_blank">hier</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=3521&amp;md5=310f7e6f2fc7c63fc2e33bcb2403381a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine Flasche Tequila zum Abschied</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/03/18/eine-flasche-tequila-zum-abschied/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 06:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Miami]]></category>
		<category><![CDATA[Raoul Weil]]></category>
		<category><![CDATA[Schurkenstück UBS]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: left;">Kunstausstellungen, Opern, Tennisturniere – die UBS ging jahrelang unter reichen Leuten auf Kundenfang. Dabei missachtete sie US-Gesetze. Der dritte Teil der Serie «Schurkenstück UBS» wirft einen Blick hinter die Kulissen.</p> <p style="text-align: right;">«Business or pleasure on this trip? – Business. Always business.»<br /> The Greek.</p> <p style="text-align: left;">Art Basel? Da denkt man: Kunst, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1419" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class="size-large wp-image-1419" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-22-1024x517.png" alt="Illustration: Patric Sandri. http://patricsandri.com" width="512" height="258" /><p class="wp-caption-text">Illustration: patricsandri.com</p></div>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="color: #000000;">Kunstausstellungen, Opern, Tennisturniere – die UBS ging jahrelang unter reichen Leuten auf Kundenfang. Dabei missachtete sie US-Gesetze. Der dritte Teil der Serie «Schurkenstück UBS» wirft einen Blick hinter die Kulissen.</span></strong><span id="more-1410"></span></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #888888;"><em>«Business or pleasure on this  trip? – Business.  Always business.»<br />
</em>The Greek</span><em><span style="color: #888888;">.</span></em></p>
</blockquote>
<div id="content_infobox_width" style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Art Basel? Da denkt man: Kunst, Bilder, Installationen.  Vielleicht sogar: Hauptsponsor UBS. Aber woran die wenigsten denken:  geheime Bankkonten, Briefkastenfirmen, illegale Bankgeschäfte. Aber  genau darum ging es in den Jahren 2002 bis 2008 an der Art Basel Miami  Beach, der amerikanischen Schwesterveranstaltung der Schweizer  Kunstmesse. Das heisst: nicht direkt.</p>
<p style="text-align: left;">«Sei vorsichtig. Du darfst meinen Namen nicht nennen.  Sonst bekomme ich Probleme.» Das heisst es gleich zu Beginn, wenn man  mit ehemaligen UBS-Angestellten spricht. Das sagt auch einer, mit dem  sich die WOZ in einem Zürcher Café zum Gespräch trifft. Er kommt spät,  ist in Eile, hat sich verfahren. Aber dann zieht er seine Handschuhe  aus, legt die Sonnenbrille auf den Tisch und nimmt sich Zeit. Der Mann  im dunklen Anzug mit aufgeknöpftem Hemd bestellt Kaffee, trommelt mit  seiner Lippenpomade auf den Tisch und erklärt, was die Art Basel Miami  Beach mit der UBS verbindet: «Kunstausstellung, Tennisturnier, Orchester  oder Oper – der Anlass spielte keine Rolle. Das Ziel war, mit reichen  Leuten ins Gespräch zu kommen, die das Poten­zial hatten,  Private-Banking-Kunden der UBS zu werden.» Er erzählt, was sich in den  USA abspielte; wie rund um die Art Basel Miami Beach Partys und Dinners  stattfanden, an denen die Bank Kunden anlockte, die später  verbotenerweise von Schweizer Kundenberatern angegangen wurden und ein  geheimes UBS-Konto in der Schweiz eröffneten; wie die verantwortlichen  Manager mitzogen, die Berater gar mit hohen Boni dazu anspornten und  ihnen in Workshops beibrachten, wie sie sich bei diesen illegalen  Geschäften nicht vom FBI erwischen lassen.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Vom Fall UBS zum Fall Schweiz</strong></p>
<p style="text-align: left;">Obwohl das Schurkenstück UBS ein politisches Drama ist,  geht es dabei vor allem um die Handlungen der UBS – der Kundenberater,  der Manager und der obersten Chefs. «Folgst du der Spur des Geldes, dann  weisst du nicht, wo zur Hölle es dich hinführt», sagt der Polizist im  Fernsehen. Und im Fall UBS führt die Spur in die USA, an die Wall Street  und nach Miami. Denn erst die US-Geschäfte der Grossbank verwandelten  den Fall UBS in einen Fall Schweiz.</p>
<p style="text-align: left;">Einerseits das Investmentbanking: Marcel Ospels Ziel,  die UBS zu einer der grössten Investmentbanken an der Wall Street zu  machen, führte dazu, dass die Bank auf ihrem Weg nach oben sämtliche  Warnungen in den Wind schlug und sich stark im US-Hypothekenmarkt  exponierte. Die Folge: Zusammenbruch, Krise,  68-Milliarden-Rettungspaket.</p>
<p style="text-align: left;">Andererseits das Private Banking: Die UBS kaufte 2000  die US-Bank Paine Webber und stieg zur weltweit grössten  Vermögensverwalterin auf. Über 3000 Milliarden Franken verwaltete sie  Ende 2007. Die zum Teil illegale grenz­über­schreitende  Vermögensverwaltung bot der UBS einen entscheidenden Vorteil. Sie war  laut dem Journalisten und UBS-Kenner Lukas Hässig eine güns­tige  Refinanzierungsquelle: «Wäre die UBS nicht die Nummer eins im  Privatkundengeschäft gewesen, hätte sie auch niemals eines der grössten  Finanzwettbüros zimmern können.»</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Zelt oder Villa?</strong></p>
<p style="text-align: left;">Am 7. November 2000 unterzeichnet Kaspar Villiger,  damals FDP-Finanzminister, heute UBS-Präsident, den Antrag der  Bankiervereinigung, dem sogenannten Qualified-Intermediary-System der  USA beizutreten. In der Folge schliesst die UBS ein Abkommen mit den  USA: Die Bank darf neu US-Wertpapiere für Nicht-US-KundInnen handeln. Im  Gegenzug muss die Bank die Vermögen ihrer US-KundInnen offenlegen.</p>
<p style="text-align: left;">Das QI-Abkommen sorgt unter UBS-JuristInnen für  Stirnrunzeln. In einem internen Schreiben weist der US-Teamleiter Ende  2001 auf mögliche Probleme hin. Das QI-Abkommen mache die Bank «in den  USA angreifbar» und berge die Gefahr, «dass die Art und das Ausmass  unseres Offshoregeschäfts aufgedeckt werden».</p>
<p style="text-align: left;">Die Kundenberater dürfen auf amerikanischem Boden ohne  Bewilligung keine Bankgeschäfte mit ihren US-Kunden mehr ausführen. Noch  nicht mal besprechen. Das trifft vor allem die Schweizer Kundenberater,  bei denen reiche US-KundInnen ihr Geld vor der Steuerbehörde IRS  verstecken. Keine Telefonate, keine E-Mails, keine Treffen in den USA.  Doch die UBS umgeht dieses Verbot. Sie schickt ihre rund sechzig  Kundenberater aus Genf, Zürich und Lugano immer wieder in die USA. Sie  reisen mehrmals im Jahr in die USA, verbringen ein bis zwei Wochen in  einem Hotel, führen täglich zahlreiche Kundengespräche im Hotelzimmer,  nehmen Aufträge entgegen, gehen an Partys, pflegen Kontak­te – und  akquirieren neue KundInnen.</p>
<p style="text-align: left;">Hier führt die Spur des Geldes nach Miami: Die UBS ist  seit 2002 Hauptsponsor der Art Basel Miami Beach. Vor dem Luxushotel  Delano baut sie 2004 ein Zelt für 500 Gäste auf. Nebenbei lädt sie zu  privaten Partys und Dinners. Die Bank bezahlt und organisiert sie, aber  ihr Name taucht nirgends auf. Keine UBS-Fahnen, keine Firmenlogos. Die  Leute an diesen Partys sind kunstinteressiert, begehrt, erhalten zehn,  fünfzehn Einladungen pro Abend für verschiedene Partys, vor allem aber  sind sie eines: verdammt reich. Und jetzt mal ehrlich: Wo würdest du  hingehen? In ein offizielles UBS-Zelt, wo du beim Ausgang eine  Bankbroschüre erhältst, oder in eine Villa, wo sie dir zum Abschied eine  Flasche Tequila in die Hand drücken?</p>
<p style="text-align: left;">Die UBS stellt Leute ein, die nur dafür da sind, ihre  Kontakte spielen zu lassen, die richtigen Partys zu schmeis­sen und die  wichtigen Leute einzuladen. Und dann bringen sie sie mit Kundenberatern  ins Gespräch. Ein ehemaliger UBS-Mann sagt: «Diese Leute kümmerten sich  um das Netzwerk: Wo sind reiche Leute? Wie kommen sie an die ran? Welche  Kundenberater dürfen mit? Und dann stellten sie Berater und potenzielle  Kunden einander vor und sahen zu, dass sie sich noch einmal treffen  können. Das war ihr Job.»</p>
<p style="text-align: left;">Eines muss man an dieser Stelle wissen: Das oberste Ziel  einer Bank ist Wachstum. Und dafür überschreitet die UBS die Grenze zur  Illegalität. Die Schweizer Kundenberater reden mit den Gästen nicht nur  über Kunst, Golf und Jachten, sondern auch über Steu­ervehikel und  Geheimkonten in der Schweiz. Dafür werden die Banker fürstlich entlöhnt,  Boni über 100 000 sind die Regel. Und sie verstehen ihr Geschäft. Im  Jahr 2004 bringt jeder im Schnitt rund 4 Millionen Franken Neugeld, die  wichtigste Grösse in der Vermögensverwaltung. 2006 sind es 17 Millionen.  Ihr Chef, Martin Liechti, ein Westschweizer Banker, der sich vom  Lehrling beim Bankverein zum Chef der Vermögensverwaltung in Nord- und  Südamerika hochgearbeitet hat, treibt sie an, noch mehr Geld für die  Bank zu sammeln, denn auch sein Bonus wächst. Anfang 2007 schreibt er in  einer Mail: «Um unsere Zukunft zu sichern, brauchen wir WACHSTUM!» Sein  Ziel: 60 Millionen Franken pro Kundenberater. Jährlich.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="attachment_1434" class="wp-caption aligncenter" style="width: 537px"><img class="size-full wp-image-1434" title="Bild 1 07-42-32" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1-07-42-321.png" alt="" width="527" height="241" /><p class="wp-caption-text">Was tun, wenn einen das FBI beschattet? Fallbeispiel aus einem UBS-Workshop für Kundenberater</p></div>
<p style="text-align: left;">Das einzige Problem dabei: Die Schweizer Banker dürfen  laut US-Gesetz in den USA gar keine neuen Kund­Innen akquirieren.</p>
<p style="text-align: left;">Einer, der das merkt, ist der Kundenberater Bradley  Birkenfeld, ein hochgewachsener und lauter Amerikaner mit Schnauzbart,  der in Genf arbeitet. Martin Liechti hat ihn zur UBS geholt, obwohl er  unter den sechzig Kundenberatern ein relativ kleiner Fisch ist. Er ist  jung, nicht lange dabei. Aber er hat den einen wichtigen Kunden: Igor  Olenicoff, ein russischer 200-Millionen-Dollar-Mann, der viel Wert auf  Diskretion, aber wenig auf eine ehrliche Steuererklärung legt. Er ist  Birkenfelds Kapital. Olenicoffs Vermögen bringt der Bank jährlich rund  vier Millionen Dollar an Gebühren. Aber weil Birkenfeld kaum Neugeld  bringt, nicht mit Liechtis Wachstumsforderungen Schritt halten kann,  gerät er unter Druck. Bis er ein Schreiben entdeckt, auf dem deutlich  steht, dass seine tägliche Arbeit – die Ausflüge in die USA, die Jagd  auf Neugeld, die Treffen mit KundInnen – illegal ist. «Paradoxer kann  ein System nicht sein: Du musst unter pekuniärer Strafandrohung – kein  Neugeld, kein Bonus – in die USA reisen, um Kundengespräche zu führen,  und die Reisen jeweils von deinem Vorgesetzten absegnen lassen. Aber  gleichzeitig heisst es, das sei alles verboten.»</p>
<p style="text-align: left;">Birkenfeld wird zum Whistleblower, meldet sich bei der  Konzernleitung und weist sie auf den Widerspruch hin. Die UBS leitet  eine Untersuchung ein, die nach kurzem versandet. Massnahmen ergreift  die Bank nicht.</p>
<p style="text-align: left;">Schliesslich überwirft sich Birkenfeld mit Liechti,  angeblich weil Liechti keinen Bonus zahlen wollte. Einem Freund soll  Birkenfeld gesagt haben: «I will take this fucker down.» Birkenfeld  meldet sich bei den US-Behörden, liefert ihnen Dokumente, erläutert die  kriminelle Geschäftspraxis der UBS: mit komplizierter  Verschlüsselungstechnik gesicherte Laptops, in Zahnpastatuben  geschmuggelte Diamanten, Workshops, in denen die Banker lernen, wie man  sich bei Beschattungen durch das FBI verhält &#8230; «Paranoia», schrieb ein  amerikanischer Reporter einmal, «ist nur ein anderes Wort für  Ignoranz.» Die UBS hat sich daran gehalten.</p>
<p style="text-align: left;">Die US-Behörden ermitteln gegen die UBS, Liechti wird  als Kronzeuge festgehalten. Wenig später lassen ihn die USA in die  Schweiz ausreisen – als freien Mann. Warum, ist bis heute unklar. Weder  Liechtis Anwälte noch das US-Justizministerium wollen sich dazu äussern.  Klar ist nur, dass bald darauf ein anderer ins Fadenkreuz der  US-Behörden gerät: Raoul Weil, weltweiter Chef der  UBS-Vermögensverwaltung und Nummer drei der Bank. Die USA zielen auf  eine Klage gegen die UBS. Aber im Februar 2009 schafft die Grossbank die  Klage aus der Welt. Sie zahlt 800 Millionen Franken Busse, damit sie  nicht vor Gericht muss. Die Finma liefert gleichzeitig auf Geheiss des  Bundesrates rechtswidrig 285 Kundendossiers an die USA und lüftet das  Bankgeheimnis. Im Sommer 2009 muss die Schweiz 4450 Kundendossiers an  die USA übermitteln. Die Prüfung der Herausgabe kostet den Bund vierzig  Millionen Franken.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>«Auf höchster Managementstufe»</strong></p>
<p style="text-align: left;">In der Klageschrift gegen Raoul Weil heisst es, das  grenzüberschreitende Geschäft der UBS habe 20 000 Kunden mit zwanzig  Milliarden Dollar Vermögen betreut. 17 000 hätten ihre Identität  verschleiert und ihre Konten vor den US-Behörden versteckt. Wer wusste  in der UBS über diese illegalen Geschäfte Bescheid? Seit wann? Und warum  gingen die Topmanager nicht dagegen vor, als sich Birkenfeld bei ihnen  meldete?</p>
<p style="text-align: left;">Bis jetzt ist das nicht geklärt. In der Klageschrift ist  von «nicht angeklagten Mitverschwörern» die Rede, die «Positionen auf  höchster Managementstufe besetzten». Sie beaufsichtigten rechtliche,  steuerliche und regulatorische Belange im grenzüberschreitenden Geschäft  der UBS. Die namentlich nicht genannten «Mitverschwörer» mussten bis  heute vor keinem Gericht erscheinen. Die Staatsanwalt Zürich lehnt eine  Untersuchung gegen sie ab. Und von der parlamentarischen  Geschäftsprüfungskommission, die den Fall UBS untersuchen soll, wurden  sie noch nicht einmal einvernommen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>*</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>ABSPANN: Martin Liechti</strong> wurde kürzlich lächelnd mit einem Glas  Wein in der Hand im Hotel Dolder Grand gesehen. Er war an der  Preisverleihung des «Champagne de Perle».</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Raoul Weil</strong> ist von den USA  nach wie vor als «flüchtig» ausgeschrieben. Er lebt in der Schweiz.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Bradley Birkenfeld</strong> ist der einzige der sechzig  Kundenberater, der gegen die UBS ausgesagt hat. Er sitzt in den USA eine  vierzigmonatige Haftstrafe ab. Die anderen Kundenberater wurden  entlassen oder versetzt. Die UBS verweigert genaue Angaben über einzelne  Angestellte.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="content_infobox_width" style="text-align: left;">
<p><span style="color: #888888;"><strong>Serie:  Schurkenstück UBS</strong></span></p>
<p><span style="color: #888888;">In einer Serie thematisiert die WOZ  Aufstieg und Fall der Grossbank UBS sowie den politischen Hinter­grund  des Finanzplatzes. Das Ziel sind keine abschliessenden Antworten,  sondern offene Fragen, beispielsweise zuhanden einer allfälligen PUK.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #888888;">Bisher erschienen: Der Prolog, <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr08/Schweiz/19004.html" target="_blank"> «Ju­bel hinter der Bühne»</a>, und Teil 1,  <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr09/Wirtschaft/18988.html" target="_blank">«Die Geburt des Monsters»</a>, sowie Teil 2, <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr09/Wirtschaft/19030.html" target="_blank"> «Ein Mythos, ein Tabu»</a>.</span></p>
<p style="text-align: left;"><strong><em>WOZ &#8211; Die Wochenzeitung, 18.3.2010</em></strong></p>
</div>
<p><!-- ISEARCH_END_INDEX --></p>
<p style="text-align: left;">
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die PUK-Verhinderer</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 21:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Hans Hess]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Rudolf Merz]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Diese vier Parlamentarier hätten Ja sagen können, sie hätten auch Nein sagen können. Aber sie haben <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html">heute Abend gesagt</a>: Lieber nicht jetzt … </p> <p>«National- und Ständerat entscheiden nicht in der laufenden Session über die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu den Geschehnissen rund um die UBS. Der Entscheid fällt erst im Juni.»</p> <p>via [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1157" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1157" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2443-150x150.jpg" alt="Hansheiri Inderkum, CVP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Hansheiri Inderkum, CVP</p></div>
<div id="attachment_1156" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1156" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2432-150x150.jpg" alt="Erika Forster, FDP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Erika Forster, FDP</p></div>
<div id="attachment_1158" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1158" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2561-150x150.jpg" alt="Filippo Lombardi, CVP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Filippo Lombardi, CVP</p></div>
<div id="attachment_1159" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><img class="size-thumbnail wp-image-1159" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/2645-150x150.jpg" alt="Hans Altherr, FDP" width="180" height="180" /><p class="wp-caption-text">Hans Altherr, FDP</p></div>
<p>Diese vier Parlamentarier hätten Ja sagen können, sie hätten auch Nein sagen können. Aber sie haben <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html">heute Abend gesagt</a>: Lieber nicht jetzt … <span id="more-1155"></span></p>
<blockquote><p>«National- und Ständerat entscheiden nicht in der laufenden Session über die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu den Geschehnissen rund um die UBS. Der Entscheid fällt erst im Juni.»</p>
<p>via <strong><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html" target="_blank">NZZonline</a></strong><em><strong><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/vorerst_keine_puk_im_fall_ubs_1.5132814.html" target="_blank"><br />
</a></strong></em></p></blockquote>
<p>Das ist schon ziemlich dicke Post: Das Ständeratsbüro hindert das Parlament daran, in der Frühlingsession eine PUK zur UBS und zur Finanzkrise einzusetzen. Denn der Nationalrat hätte bereits nächste Woche über die Einsetzung einer PUK befinden sollen. Wohlgemerkt: Das Büro hat nicht über das Schicksal der PUK an sich entschieden, aber es hat verhindert, dass das Parlament überhaupt über eine PUK diskutieren kann.</p>
<p>Dabei hatten sich bereits drei Kommissionen des Nationalrats für eine PUK ausgesprochen. Dennoch stellt sich das Büro des Ständerats auf den Standpunkt, dass es zuerst die Untersuchungsergebnisse der Geschäftsprüfungskommission (GPK) abwarten möchte … Wie es von der GPK einen fundierten Bericht erwarten kann, ist mir allerdings schleierhaft: Der Vizepräsident Hans Hess ist mit <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr03/Schweiz/18839.html" target="_blank">seiner Vorgeschichte</a> alles andere als unabhängig und die Arbeitsgruppe laut verschiedenen Mitgliedern überfordert und überarbeitet.</p>
<p>Die GPK hat heute übrigens einen <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/zwischenbericht-ag-finanzmarktaufsicht-GPK-2010-03-03-d.pdf" target="_blank">Zwischenbericht über ihre Untersuchungen zur UBS/Finanzkrise</a> veröffentlicht, in dem sie auflistet, was sie bisher schon getan hat – und was sie in den nächsten <span style="text-decoration: line-through;">zwei</span> drei Monaten noch tun will. Auffallend: Die GPK muss vor einigen Wochen in einen grossen Speed-Topf gefallen sein. Oder jemand muss Hans Hess (Vizepräsident der Arbeitsgruppe, Merz-Intimus, FDP-Ständerat, <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/21/ist-hans-hess-der-richtige-mann/" target="_blank">Briefkastenkönig</a> und früher <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/21/ausgerechnet-der-briefkastenkonig-hans-hess/" target="_blank">verurteilter Steuerdelinquent</a>) mit der Peitsche vor sich hergetrieben und ihm mit einem Megafon ins Ohr gebrüllt haben, dass mit einem PUK-Bericht ausgerechnet im Wahljahr 2011 unangenehme Tatsachen über seine Partei, seinen Finanzminister und dessen Rolle in der Finanzkrise erscheinen könnten … Anders kann ich mir den plötzlichen Elan der GPK-Arbeitsgruppe nicht erklären …</p>
<p>Wie auch immer: Die GPK hat diesen ziemlich unbefriedigenden <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/zwischenbericht-ag-finanzmarktaufsicht-GPK-2010-03-03-d.pdf">Zwischenbericht über ihre laufende Untersuchung </a>veröffentlicht. Ich glaube, er spricht für (oder gegen?) sich.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_1166" class="wp-caption aligncenter" style="width: 448px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1.png"><img class="size-full wp-image-1166" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1.png" alt="" width="438" height="368" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p>Zusammengefasst:</p>
<ul>
<li>Die GPK arbeitet seit <strong>einem</strong> Jahr. In dieser Zeit hat sie <strong>14</strong> Sitzungen abgehalten. Für das erste <strong>Halbjahr</strong> 2010 sind <strong>11</strong> Sitzungen festgelegt.</li>
<li>Bisher (also in einem Jahr Arbeit) fanden <strong>28</strong> Anhörungen statt. Bis Ende Mai (also in weniger als <span style="text-decoration: line-through;">zwei</span> drei Monaten) plant sie noch <strong>25</strong> Anhörungen.</li>
<li>
<div>Bisher angehörte UBS-Verantwortliche: <strong>Null.</strong> In den nächsten Wochen sollen <strong>6</strong> ehemalige und aktuelle UBS-Verantwortliche angehört werden.</div>
</li>
</ul>
<p>Muss man dazu noch was sagen?</p>
<p>Wohl kaum. Mahalo!</p>
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		<title>UBS-Porno, Teil 2</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/03/03/nachtrag-zum-ubs-porno/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 06:59:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bankgeheimnis]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/18/ubs-jetzt-auch-noch-ein-porno/" target="_blank"> verwiesen wir auf diesem Blog</a> auf das kulturelle Erbe, das die Grossbank UBS hinterlässt: «USB – Unsere Schweizer Bank», ein Porno über den Finanzplatz Schweiz (Die Produzenten <a href="http://www.1advd.ch/detailsA/film6840180.asp" target="_blank">über ihren eigenen Film</a>: Darauf hat die Welt gewartet! Endlich wieder ganz grosses Schweizer Erotik-Kino! Mit diesem Film ermöglicht uns einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/18/ubs-jetzt-auch-noch-ein-porno/" target="_blank"> verwiesen wir auf diesem Blog</a> auf das kulturelle Erbe, das die Grossbank UBS hinterlässt: «<strong>USB </strong>– Unsere Schweizer Bank», ein Porno über den Finanzplatz Schweiz (Die Produzenten <a href="http://www.1advd.ch/detailsA/film6840180.asp" target="_blank">über ihren eigenen Film</a>: Darauf hat die Welt gewartet! Endlich wieder ganz grosses Schweizer Erotik-Kino! Mit diesem Film ermöglicht uns einen Blick [sic!] in die Teppichetagen der Bahnhofstrasse!).</p>
<p>Wir haben lange darauf gewartet, heute hat nun <a href="http://www.blick.ch/unterhaltung/tv/ex-ubs-mann-macht-pornos-141730" target="_blank">Blick-Online</a> unsere damalige Top-Story aufgegriffen (natürlich ohne uns lobend zu erwähnen) und schreibt: Der Produzent dieses Films arbeitete früher selber bei der UBS. Nein, nicht <a href="http://www.ignoranz.ch/item/arbeitet-marcel-ospel-269-mal-besser-als-ein-durchschnittsbuezer/" target="_blank">Marcel Ospel</a>, sondern bloss <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/suendige-moerlialp-73062" target="_blank">Thomas Scheurer</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=1125&amp;md5=f2d22de5f539c8d7347930641f765c3e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Merz muss weg (258): «Persönliche Ordner»?</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 12:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Rudolf Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Rohner]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>(ch.) … Und plötzlich geht alles sehr schnell. Letzte Woche verkündete die Geschäftsprüfungskommission, <a href="http://www.parl.ch/d/mm/2009/seiten/mm-gpk-n-s-2009-03-18.aspx" target="_blank">die das Verhalten der Behörden in der Finanzkrise untersuchen soll,</a> dass sie jetzt doch noch UBS-Manager vorladen wolle. Und heute erklären die ehemaligen UBS-Bosse Peter Kurer und Marcel Rohner im <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">Sonntagsblick</a>, dass sie «selbstverständlich» vor der GPK aussagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #888888;"><em>(ch.)</em></span> … Und plötzlich geht alles sehr schnell. Letzte Woche verkündete die Geschäftsprüfungskommission, <a href="http://www.parl.ch/d/mm/2009/seiten/mm-gpk-n-s-2009-03-18.aspx" target="_blank">die das Verhalten der Behörden in der Finanzkrise untersuchen soll,</a> dass sie jetzt doch noch UBS-Manager vorladen wolle. Und heute erklären die ehemaligen UBS-Bosse Peter Kurer und Marcel Rohner im <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank"><em>Sonntagsblick</em></a>, dass sie «selbstverständlich» vor der GPK aussagen werden. Kurer schlägt sogar vor, dass man nach US-amerikanischem Vorbild öffentliche Hearings machen solle. «Dies im Interesse einer vollen Transparenz für Medien und Öffentlichkeit.»</p>
<p>Das sind ja mal neue Töne. Aber Obacht! Es wird noch besser. Im gleichen <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">Artikel</a> heisst es: «<strong>Auch bei Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat ein Umdenken stattgefunden</strong>. Der Finanzminister liess der GPK eine Kopie seiner persönlichen Ordner zur Datenherausgabe an die USA zukommen.»</p>
<p>Merz? Umdenken? Wie auch immer –  jedenfalls ist es gut zu wissen, dass Merz zwischen all seinen <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Die-neueste-HerzschmerzMerzDichtung/story/12875239" target="_blank">literarischen Ergüssen</a> (bitte nach unten scrollen) auch noch ein paar berufliche Notizen gemacht hat. Etwas erstaunlich ist, dass Merz die jetzt plötzlich rausrückt. Noch vor wenigen Wochen <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/der-bundesrat-muss-spuren-138222" target="_blank">beklagte sich die GPK</a>, dass der Bundesrat ihr nicht alle Dokumente zur Verfügung stelle. Was bedeutet das? Versucht hier vielleicht jemand im allerletzten Moment, die PUK zu verhindern? Dafür gibt es mehrere Anzeichen: Einerseits Merz&#8217; «Umdenken», andererseits der plötzliche Energieschub der GPK.</p>
<p>Die GPK war fast ein Jahr lang ziemlich untätig. Als ich im Sommer 2009 (die GPK-Untersuchung war also schon ein halbes Jahr beschlossen) nachfragte, wie die Dinge so stehen und bis wann ein Bericht zu erwarten sei, lachte man mich auf dem Sekretariat der GPK nur aus: Die Untersuchungen hätten noch kaum begonnen, hiess es. Dann muss die GPK doch ein wenig gearbeitet haben. Denn vor einem Monat beschwerte sie sich vor den Medien, der Bundesrat betreibe Obstruktion, hindere die GPK an der Untersuchung, verweigere den Einblick in wichtige Dokumente. Die GPK drohte offen mit einer PUK. Als an jener Pressekonferenz jemand fragte, ob die GPK auch UBS-Manager angehört habe, verneinte das GPK-Präsidium. Es erweckte übrigens auch nicht den Eindruck, dass sich das bald ändern würde.</p>
<p>Jetzt sieht die GPK das offensichtlich anders. Sie macht Druck. Hört UBS-Manager an und will laut <em>Sonntagsblick</em> <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/kurer-will-auspacken-140926" target="_blank">«bis Mitte Mai nochmals alle betroffenen Behörden und alle Bundesräte anhören.»</a> Sie versucht offensichtlich eine PUK zu verhindern. Das dürfte trotzdem schwierig werden. Das Ständeratsbüro wird am 3. März über die Einsetzung einer PUK entscheiden müssen. Das Zünglein an der Waage spielt dabei die CVP. Und die macht ihren Entscheid davon abhängig, ob bis dann ein zufriedenstellender Zwischenbericht der GPK vorliegt. Die Zeit ist knapp – wohl zu knapp.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> «Merz muss weg», sagt mittlerweile ja sogar die <em>Weltwoche</em>. Lanciert wurde das Thema – vor über einem Jahr – allerdings in der WOZ. Deshalb zum einjährigen Merz-muss-weg-Jubiläum ein paar Höhepunkte aus der WOZ-Merz-Berichterstattung.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17232.html" target="_blank"><strong>Sein kleines Bankgeheimnis</strong></a> Wie Merz die Appenzeller Kantonalbank verkaufte. <span style="color: #888888;"><em>(4. Dezember 2008)</em></span></li>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17478.html" target="_blank"><strong>Merz muss weg</strong></a> Ein Mann der Vergangenheit. <span style="color: #888888;"><em>(5. Februar 2009)</em></span></li>
<li><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;"><strong><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/17506.html" target="_blank">Merz ist Teil des Problems</a> </strong>Rudolf Strahm über freisinnige Seilschaften. <span style="color: #999999;"><em>(12. Februar 2009)</em></span></span><br />
</span></li>
<li><strong><a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/18001.html" target="_blank">«Heimatland, Babettli!»</a></strong> Leiten den Finanzminister Zwangsvorstellungen? <span style="color: #888888;"><em>(11. Juni 2009)</em></span><br />
(auch schön als <a href="http://www.woz.ch/hoertext/dam8399_0019.mp3" target="_blank">Hörtext</a>)</li>
<li><a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr27/schweiz/18091.html" target="_blank"><strong>Grober Unfug</strong></a> Merz, als hätte er nichts besseres zu tun, schreibt der WOZ einen Brief. <span style="color: #888888;"><em>(2. Juli 2009)</em></span></li>
<li><span style="color: #888888;"><strong><span style="color: #000000;"><a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr40/wirtschaft/18428.html" target="_blank">Gaddafis Datteln</a> </span></strong><span style="color: #000000;">Plauderstunde in Trogen AR. <span style="color: #999999;"><em>(1. Oktober 2009)</em></span></span><br />
</span></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Boomerang Jahre</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/02/04/boomerang-jahre/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 23:43:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ryser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bankgeheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Caspar Baader]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Züri]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Schäuble]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/02/gnomes1.jpg"></a> (dr.) Der Scheiss fliegt uns um die Ohren: Ex-UBS-Mann Merz rettet 2008 kollabierende UBS, indem er Notrecht einsetzt. USA erhöhen Druck, wollen Kundendaten, oder es knallt eine Klage. Fragiler Moment: Merz beerdigt 2009 Bankgeheimnis und liefert hunderte Daten&#8230;</p> <p></p> <p>&#8230; Gesetzesbruch. Das hat das Bundesverwaltungsgericht vor zwei Wochen geurteilt. Weiter: BR Merz bricht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/02/gnomes1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-724" title="gnomes" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/02/gnomes1-299x300.jpg" alt="" width="299" height="300" /></a> (dr.)</span></em> Der Scheiss fliegt uns um die Ohren: Ex-UBS-Mann Merz rettet 2008 kollabierende UBS, indem er Notrecht einsetzt. USA erhöhen Druck, wollen Kundendaten, oder es knallt eine Klage. Fragiler Moment: Merz beerdigt 2009 Bankgeheimnis und liefert hunderte Daten&#8230;</p>
<p><span id="more-721"></span></p>
<p>&#8230; Gesetzesbruch. Das hat das Bundesverwaltungsgericht vor zwei Wochen geurteilt. Weiter: BR Merz bricht das Gesetz und ist nach wie vor BR Merz. Die Doppelmoral erreicht Höhepunkt zwei Wochen später, kurz: jetzt, als BR Merz klagt, Deutschland dürfe das Gesetz nicht brechen, um an Bankdaten heranzukommen. Darf Deutschland das? Darf es die Schweiz ermöglichen, dass Deutsche ihren Staat betrügen? Wer hat recht? Beide? Keiner? Einer?</p>
<p>Zeigt es sich nicht eben in Extremsituationen, ob ein Rechtsstaat funktioniert? Oder muss ein Staat die Möglichkeit haben, auf Kriminelle zurückgreifen zu können (siehe etwa <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kronzeuge#Kronzeugenregelung" target="_blank">Kronzeugenregelung</a>)? Soll Schäuble, der sich <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/177/393966/text/" target="_blank">als Innenminister und Folterbefürworter einen Dreck um den Rechtsstaat scherte</a>, einfach mal sein Maul halten? Lebt der Schweizer Finanzplatz vom Bankgeheimnis oder von der Stabilität? Und ist es nicht wunderbar, wie sich Alt-BR-Blocher, der es mit dem Rechtsstaat nie sehr genau nahm, nun auf «Tele Züri» zum Hüter des Rechtsstaates aufschwingt? Ist es nicht bizarr, dass sich die Empörung über die UBS, die kriminell handelte, in Grenzen hält? Obwohl deren Tätigkeit uns Milliarden Steuergelder und womöglich ganz viel Stabilität kostet? Macht Hass auf Deutsche, wie ihn die «Weltwoche» anpeitscht, das eigene Versagen besser? Oder sind das halt eben Nebelpetarden, weil SVP-Fraktionschef Caspar Baader dem HSG-Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann in der «Rundschau» folgende Frage <em>NICHT</em> beantworten konnte: «Ich frage Sie: mit welchem Recht befreit die Schweiz Steuerausländer faktisch von der Besteuerung, dadurch, dass sie Informationsaustausch verweigert?» Baader sagte nichts. Thielemann doppelte nach: «Es geht um Bürger, die im Ausland wohnen, nicht in der Schweiz – die also der Steuersouveränität eines anderen Staates unterstellt sind. Mit welchem Recht greift die Schweiz in die Steuersouveränität eines anderen Staates ein?» Es ist eine Frage, die auf der Hand liegt, die dringlich ist, weil es eine grundsätzliche Frage ist, die den Kern des Problems trifft. Was sagte Baader? Er eierte rum wie der Osterhase. Und jetzt soll man sich mal vorstellen, wie die SVP und ihre Zeitung Amok laufen würden, würde Deutschland oder Singapur in die Schweizer Steuerhoheit eingreifen. Da wird eines ganz schnell klar: Die Doppelmoralisten fallen gerade ganz heftig auf die Schnauze. Und sie schieben den Rechtsstaat vor, den sie ganz fest gebogen haben, um die UBS zu retten und dem sich das Bankgeheimnis nie verpflichtet fühlte, wenn es etwa darum ging, Millionen der Mafia oder von Diktatoren wie dem Duvalier-Clan zu verwalten. Mit Gerechtigkeit soll mir jetzt also mal keiner kommen. Eher damit: Es gab mal ein Lied, das Lied hiess: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=L5qeL7AghIo&amp;feature=related" target="_blank">«Year of the boomerang»</a>. Weil alles kompliziert ist &#8211; es viel einfacher ist, destruktive oder hämische oder schadenfreudige Politik zu betreiben &#8211; sollte man sich trotzdem nicht dazu verleiten lassen, die Methoden von Freiheitsfeind Wolfgang Schäuble blind zu beklatschen. Da frisst der eine T-Rex bloss gerade den anderen. Und meistens zahlen die Zeche ja du und ich. Und nicht Marcel Ospel, der diesen ganzen Mist mitverantwortet.</p>
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		<title>Nation of Swine am WEF</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 07:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[WEF 2010]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>(ch.) Nation of Swine bloggt<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/30/wef-2010/"> live &#38; direct vom World Economic Forum in Davos </a>(sobald die Sicherheitschecks vorbei sind &#8211; es dauert noch)!</p> <p>Zuvor aber noch ein Hinweis, sozusagen ein Lesebefehl für alle, die selber nachlesen wollen, was die UBS-Banker alles angestellt haben. Kollege K.S. nennt es <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr04/schweiz/18865.html" target="_blank">«eines der interessantesten Dokumente der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #888888;"><em>(ch.)</em></span> Nation of Swine bloggt<a href="http://nationofswine.ch/2010/01/30/wef-2010/"> <em><span style="color: #ff0000;">live</span></em><span style="color: #ff0000;"> </span><em><span style="color: #ff0000;">&amp; direct</span></em> vom World Economic Forum in Davos </a>(sobald die Sicherheitschecks vorbei sind &#8211; <span style="color: #000000;">es</span><span style="color: #000000;"> </span>dauert noch)!</p>
<p>Zuvor aber noch ein Hinweis, sozusagen ein Lesebefehl für alle, die selber nachlesen wollen, was die UBS-Banker alles angestellt haben. Kollege K.S. nennt es <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr04/schweiz/18865.html" target="_blank">«eines der interessantesten Dokumente der jüngeren Schweizer Geschichte»</a>: Das «Deferred Prosecution Agreement». Wer nicht die ganzen 43 Seiten (englisch) lesen will, der kann sich auf Exhibit B konzentrieren. Das sollte für den ersten Moment satt machen. Klick aufs Bild, um das Dokument runterzuladen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/2009_02_19UBSDeferredProsecutionAgreement.pdf" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-465" title="DeferredProsecutionAgreement" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/DFA.jpg" alt="" width="480" height="190" /></a></p>
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		<title>News from Ulrichen VS</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 07:10:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fifa]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Andrew Jennings]]></category>
		<category><![CDATA[Blatter]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Albrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Koni Hallenbarter]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>(ch.) Wenn die (Deutsch-)Schweiz ein Herz hat, dann muss es im Goms liegen. Ich komme grad von einer Pressereise aus diesem Oberwalliser Sonnental. Ich dachte, nach soviel UBS und PUK und GPK und Kaffee, tut mir das gut: wandern, langlaufen, entspannen. In der Provinz frische Luft und Sonne tanken, den Journalismus gegen PR eintauschen. Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;">(ch.)</span></em> Wenn die (Deutsch-)Schweiz ein Herz hat, dann muss es im Goms liegen. Ich komme grad von einer Pressereise aus diesem Oberwalliser Sonnental. Ich dachte, nach soviel UBS und PUK und GPK und Kaffee, tut mir das gut: wandern, langlaufen, entspannen. In der Provinz frische Luft und Sonne tanken, den Journalismus gegen PR eintauschen. Aber Goms ist gar nicht so provinziell. Im Gegenteil: Die Luxushotelkette <a href="http://www.ritzcarlton.com/en/Default.htm">Ritz-Carlton</a> wurde im Goms geboren. Also nicht das Hotel, aber der Namensgeber und Gründer: Cäsar Ritz, der als Bauernsohn in Niederwald aufwuchs. Ausserdem stammt auch der tragische Abfahrtsheld Daniel Albrecht aus dem Goms, genauer: aus Fiesch. Und die Langlauflegende Koni Hallenbarter hat in Obergesteln einen Langlauf-Shop. (Und obwohl er äusserst freundlich und geduldig war, konnte er mir das Langlaufen nicht wirklich schmackhaft machen. Irgendwie kommt mir dieser Sport noch immer vor wie Joggen auf Schienen. Aber das ist eine andere Geschichte&#8230;)</p>
<p>Worauf ich eigentlich hinauswill: Der wichtigste Gomser ist berühmter als die genannten drei zusammen. Er heisst Joseph S. Blatter (das «S» steht für «Sepp») und ist Boss des Weltfussballverbands Fifa. Blatter ist Ehrenbürger von Ulrichen. Das erzählt man sich zumindest. Aber trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner Macht ist der Blatter Sepp gar nicht so beliebt im Goms. Das hat mir eine Tourismus-Expertin gesagt. Und vielleicht steht deshalb keine Tafel im Goms, auf der steht: «Willkommen in Ulrichen – Der Heimat des Fifa-Bosses Joseph S. Blatter.» (Ganz im Gegenteil zu Daniel Albrecht übrigens. Der springt einen von der Fiescher Willkommenstafel regelrecht an.) Dafür habe ich, zurück in Zürich, wieder eine fröhliche E-Mail aus England erhalten: <a href="http://www.transparencyinsport.org/Blatter_threat_to_ban_critical_reporters/blatter_threat_to_ban_critical_reporters.html" target="_blank">«Sepp Blatter versucht kritische Reporter von der WM auszuschliessen».</a> Und darum: Das Neuste über den Fifa-Boss gibt es wie immer <a href="http://www.transparencyinsport.org/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p><strong>PS:</strong> Auch interessant: Im beschaulichen Goms stehen überall Werbetafeln für ein <a href="http://www.alpinerosevalley.ch/" target="_blank">«Alpine Rose Valley»</a>. Das ist zwar noch nicht gebaut, angeblich hat es noch nicht mal eine Baubewilligung. Aber die Werbung steht schon mal. Darüber vielleicht demnächst mehr hier auf dem Blog.</p>
<div id="attachment_432" class="wp-caption aligncenter" style="width: 322px"><a href="http://www.transparencyinsport.org/Blatter_Flatters_Monster/blatter_flatters_monster.html" target="_blank"><img class="size-full wp-image-432" title="blatter-taylor(at-attention)" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/blatter-taylorat-attention.jpg" alt="Blatter Sepp mit Kriegsverbrecher und Massenmörder Charles Taylor" width="312" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">Sepp Blatter mit Massenmörder und Kriegsverbrecher Charles Taylor (rechts)</p></div>
<p style="text-align: center;">
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		<title>UBS-Hustle</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 06:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverwaltungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Finma]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer J. Schweizer]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsbruch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Hier noch einmal unser Bisher-Dossier zur UBS: Den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes hat Staatsrechtler Rainer J. Schweizer bereits im Sommer vorausgesehen: <a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr28/schweiz/18132.html" target="_blank">Hier</a>.</p> <p>Nachdem das Bundesverwaltungsgericht letzte Woche bereits entschieden hatte, dass die Herausgabe von 285 UBS-Kundendaten <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/Urteil-BuVerwGer.pdf" target="_blank">illegal</a> war, sprach «Nation of Swine» exklusiv mit Schweizer. Das Interview gibts <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/23/%C2%ABeine-wunde-wurde-geheilt%C2%BB/#more-92">hier</a>.</p> <p>Zum UBS-Porno [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier noch einmal unser Bisher-Dossier zur UBS: Den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes hat Staatsrechtler Rainer J. Schweizer bereits im Sommer vorausgesehen: <a href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr28/schweiz/18132.html" target="_blank">Hier</a>.</p>
<p>Nachdem das Bundesverwaltungsgericht letzte Woche bereits entschieden hatte, dass die Herausgabe von 285 UBS-Kundendaten <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/01/Urteil-BuVerwGer.pdf" target="_blank">illegal</a> war, sprach «Nation of Swine» exklusiv mit Schweizer. Das Interview gibts <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/23/%C2%ABeine-wunde-wurde-geheilt%C2%BB/#more-92">hier</a>.</p>
<p>Zum UBS-Porno geht es <a href="http://nationofswine.ch/2010/01/18/ubs-jetzt-auch-noch-ein-porno/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Alles zur UBS, unter anderem die Story des Briefkastenkönigs und GPK-Politikers Hans Hess, publiziert von «Nation of Swine»-Halbpräsident Carlos Hanimann in der «WOZ», finden Sie bei den Themen: <a href="http://nationofswine.ch/category/ubs/">UBS</a>.</p>
<p>Zum Exklusiv-Gespräch mit Staatsrechtler Schweizer geht es also hier:<span id="more-92"></span></p>
<p><em><span style="color: #888888;">Interview: Carlos Hanim<span style="color: #888888;">ann</span></span><span style="color: #888888;"> für Nation of Swine</span></em><br />
<strong><br />
Herr Schweizer, das Bundesverwaltungsgericht hat die Herausgabe von UBS-Kundendaten an die US-Justizbehörde für illegal erklärt. Sind Sie zufrieden?<br />
<span style="font-weight: normal;"><strong>Rainer J. Schweizer:</strong> Nicht nur zufrieden, sondern sogar erfreut, dass es in der Schweiz noch Richter gibt, die den Rechtsstaat und die Verfassung sichern. Das Bundesverwaltungsgericht hat ganz präzise dargelegt, dass die Finma den Persönlichkeitsschutz der Bankkunden ohne irgendeine gesetzliche Grundlage schwer verletzt hat, und dass sich die Anstalt verfassungswidrig auf Notrecht berufen hat, was ausschliesslich und allein der Bundesrat und die Bundesversammlung tun können.</span></strong></p>
<p><strong>Sie bezeichneten bereits letzten Sommer die Herausgabe der Daten als Verfassungsbruch.<br />
<span style="font-weight: normal;">Ich hätte die verfassungs- und menschenrechtliche Seite im Urteil noch mehr betont: Die Kunden der UBS hatten keine Chance, sich in einem fairen Verfahren zu verteidigen. Der Zugang zum Gericht wurde ihnen vereitelt. Ausserdem war der Eingriff der Verwaltung in ein hängiges Verfahren völlig rechtswidrig. Stellen Sie sich das so vor: Wenn ein Staatsbeamter schwerste Vergehen begangen hat, dann folgt ein Strafverfahren und schliesslich ein Prozess. Aber die Verwaltung geht nun hin und sagt: Den Staatsbeamten schicken wir sicherheitshalber ins Ausland, damit er den Gerichten entzogen ist und nicht bestraft wird. Diese Haltung ist unglaublich. Der Staat als Partei verunmöglicht den Rechtsstreit vor Gericht. Das verstösst gegen die Verfassung, gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und ist eine grobe Verletzung der Gewaltenteilung.</span></strong></p>
<p><strong>Das Bundesverwaltungsgericht argumentiert, die Finanzmarktaufsicht Finma habe einen Insolvenzartikel als Notrechtsartikel interpretiert. </strong><br />
Zentral ist für mich der verfassungsrechtliche Gedanke. Aber natürlich: Darüber hinaus hatte die Finma nicht die Kompetenzen, die Daten zu liefern und das Bankkundengeheimnis pauschal aufzuheben. Sie handelte gegen die Gesetze. Aber entscheidend war der Verfassungsbruch. Mit dem Urteil wurde nun eine Wunde des Rechtsstaates Schweiz geheilt. Der Eingriff am 18. Februar 2009 war so ein schwerer Eingriff, dass dieses Urteil gut tut.</p>
<p><strong>Sie nannten in der WOZ gleich zwei Verfassungsbrüche: Die Herausgabe der Kundendaten am 18. Februar 2009, aber auch den Notrechtsentscheid vom Herbst 2008, mit dem die UBS gerettet wurde.</strong><br />
Ich bestreite noch heute, dass es damals eine Notrechtsituation gab. Das ist sehr umstritten unter Fachleuten. Im Grunde war es ja eine Staatsgarantie für eine notleidende Bank. Das sieht unsere Verfassung nicht vor. Und dies fiel nicht unter die Voraussetzungen von Artikel 184 und 185 der Bundesverfassung. Es gab keine Bedrohung der inneren Sicherheit. Es war eine unrichtige Anwendung dieser Artikel. Man hätte den Weg eines (extrakonstitutionellen) Dringlichkeitsgesetzes der Bundesversammlung wählen sollen.</p>
<p><strong>Nun wird der Ruf nach einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) laut.</strong><br />
Eine PUK hat eine andere Zielsetzung als eine Untersuchung durch die Geschäftsprüfungskommission (GPK). Die Grundanliegen, die ich bezüglich der Entscheidungen im Herbst 2008 und Februar 2009 habe, sind vorwiegend rechtlicher Natur. Dafür reicht die Untersuchung der GPK. Eine PUK bedeutet, dass man auch politische Probleme beleuchten will. Also zum Beispiel eventuelle Verbindungen der UBS in die Verwaltung bis hin zum Bundesrat. Aber dazu kann ich mich nicht äussern.</p>
<p><strong>Könnte eine PUK der Weg dazu sein, die richtigen Fragen zu stellen?</strong><br />
Ja, die PUK hat diese Möglichkeit. Wenn sie zu einem politischen Lernprozess führt, dann ist sie nützlich. Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand hat beispielsweise schon letztes Jahr gesagt, man müsse die Grossbanken splitten, um die Verantwortung zu teilen. Das sind systemische Überlegungen. Wenn eine PUK zu solchen Schlüssen kommt, dann nützt sie. Wenn es aber nur um Schuldzuweisungen geht, dann bringt sie kaum etwas.</p>
<p><strong>Es gab ein fast achtmonatiger Prozess eines Amtshilfeverfahrens bis die UBS im Februar schliesslich die Kundendaten an die USA lieferte. Genug Zeit für Alternativen.</strong><br />
Es gab Probleme beim Amtshilfeverfahren. Man hätte zum Beispiel mehr Personal einsetzen können. Was der Bundesrat jetzt ja gemacht hat: Man stellt zur Erfüllung des Spezialvertrages mit der IRS eine grosse Zahl zusätzlicher Arbeitskräfte ein. Das hätte man schon letztes Jahr tun können.</p>
<p><strong>Die andere Möglichkeit wäre gewesen, dass die UBS die Verantwortung für den Rechtsbruch hätte auf sich nehmen können. </strong><br />
Dann hätte sie aber dafür haften müssen.</p>
<p><strong>Warum nicht?</strong><br />
Es wäre faktisch möglich gewesen. Aber der Staat darf nicht eine Bank dazu ermuntern, das Bankgeheimnis zu verletzen. Die einzige rechtlich korrekte Möglichkeit war, das Amtshilfeverfahren sauber durchzuziehen.<br />
Ein wichtiger Punkt aber wird kaum behandelt – und den müsste man aufarbeiten. Es hat mich von Beginn weg gestossen, dass die USA ein unbestimmtes Gesuch stellten und die Steuerverwaltung dann sagte: Du, UBS, schick mir die Dossiers. Die UBS war Untersuchungsgehilfin, eine Bank, die Mittäterin oder wenigstens Beteiligte war, musste also die Delinquenten aussortieren. Das ist rechtsstaatlich unhaltbar!</p>
<p><strong>Das geschieht jetzt wieder bei der Auslieferung von 4450 Kundendaten.</strong><br />
Ja! Und ich kann das nicht verstehen. In jeden anderem Strafverfahren müsste der Staat selber untersuchen. Ich weiss nicht, was da los ist. Ist es ein Mengenproblem? Mangelnde Sachkenntnis? Dieses Problem stellt sich auch in anderen Fällen der Wirtschaftskriminalität. Nehmen Sie das Beispiel der Geldwäscherei: Da müssten die Behörden doch auch untersuchen. Ich habe das nie verstanden – und das ist gesetzlich auch nicht vorgesehen, dass die UBS Untersuchungsgehilfin sein soll. Das steht nicht im Doppelbesteuerungsabkommen, dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage.</p>
<p><strong>Was ist los mit dem Rechtsstaat Schweiz?</strong><br />
Wie verhält sich Staat gegenüber einem wirtschaftlichen Grossunternehmen? Das ist die entscheidende Frage. Es ist doch absolut klar, dass man nicht gleich gehandelt hätte, wenn es um die Raiffeisenbank Willisau gegangen wäre.</p>
<p><strong>Was steckt dahinter? Willfährigkeit?</strong><br />
Nein, aber mindestens Mangel an Mut durchzugreifen.</p>
<p><strong>Die UBS ist mit ihrer Grösse ein Risiko für die Volkswirtschaft. Es war die UBS, die den Schweizer Rechtsstaat in diese Situation gebracht hat.</strong><br />
Richtig. Ich will mich eigentlich nicht mehr zum Thema Strafverfolgung äussern. Aber: Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat schon das Vorverfahren eingestellt. Man hätte die Angelegenheit als systemisches Problem anschauen müssen, dann wäre man vielleicht zu einem anderen Ergebnis gekommen. Denn die Frage bleibt unbeantwortet, ob es nicht eine zivil- und eine strafrechtliche Verantwortlichkeit gibt, wenn ein Wirtschaftsunternehmen im grossen Stil im Ausland ausländisches öffentliches Recht verletzt, so dass schliesslich der Staat Schweiz und die schweizerischen Steuerzahler dafür einstehen müssen.</p>
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		<item>
		<title>Hans Hess, der Briefkastenkönig</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/01/21/ausgerechnet-der-briefkastenkonig-hans-hess/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 04:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Missbach]]></category>
		<category><![CDATA[EvB]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Beckenbauer]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Hess]]></category>
		<category><![CDATA[Sarnen]]></category>
		<category><![CDATA[Steueraffäre Obwalden]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerhinterziehung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(ch.) Der FDP-Ständerat Hans Hess soll Einsicht in alle Akten zur UBS-Steueraffäre erhalten. Pikant: Hess wurde 1989 wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt. Ist er der richtige Mann, um die Affäre zu untersuchen?<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank"></a></p> <p>(<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank">Erschienen in WOZ Nr.3/09)</a></p> <p>Von Carlos Hanimann</p> <p>Die Drohung tat ihre Wirkung. Am Mittwochnachmittag ist der Bundesrat auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;">(ch.)</span></em> Der FDP-Ständerat Hans Hess soll Einsicht in alle Akten zur UBS-Steueraffäre erhalten. Pikant: Hess wurde 1989 wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verurteilt. Ist er der richtige Mann, um die Affäre zu untersuchen?<span style="color: #c0c0c0;"><a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank"></a></span><span id="more-357"></span></p>
<p>(<a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr03/schweiz/18839.html" target="_blank">Erschienen in WOZ Nr.3/09)</a></p>
<p><span style="color: #888888;"><em>Von Carlos Hanimann</em></span></p>
<p>Die Drohung tat ihre Wirkung. Am Mittwochnachmittag ist der Bundesrat auf den Vorschlag der Geschäftsprüfungskommission (GPK) eingegangen und will ihr Zugang zu heiklen Dokumenten in der UBS-Steueraffäre gewähren. «Im Interesse der Transparenz», wie Bundesratssprecher André Simonazzi erklärte. Andernfalls hätte die GPK eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) gefordert. Sie hatte sich vergangene Woche beklagt, der Bundesrat behindere ihre Arbeit. Die GPK-Präsidentin Maria Roth-Bernasconi sprach von «Obstruktion». Der Bundesrat verweigere den Zugang zu Akten, die relevant seien, um die Herausgabe von 255 UBS-Kundendossiers an die USA vom Februar 2009 zu untersuchen.</p>
<p>Bundespräsidentin Doris Leuthard bot daraufhin dem Präsidium der GPK an, die Akten in der Bundeskanzlei einsehen zu können. Kopien allerdings erlaubte sie nicht – zu gross sei die Gefahr, dass die vertraulichen Dokumente der Presse zugespielt würden.</p>
<p>Nun händigt der Bundesrat die Dokumente doch aus. Die von der Arbeitsgruppe verlangten Akten werden im Tresor des GPK-Sekretariats aufbewahrt. SVP-Nationalrat Pierre-François Veillon, FDP-Ständerat Hans Hess und zwei MitarbeiterInnen des Sekretariats dürfen die Akten dort einsehen und den Mitgliedern der zwölfköpfigen Arbeitsgruppe nur eine Zusammenfassung der Dokumente geben. Das müssen sie dem Bundesrat schriftlich garantieren. Damit werden Veillon als Präsident und Hess als Vizepräsident zu den wichtigsten Mitgliedern dieser Arbeitsgruppe. Nur sie können die Akten im Detail studieren.</p>
<p>Einer der beiden mächtigen Männer, die Licht in die UBS-Steueraffäre bringen sollen, hat allerdings selber eine einschlägige Vergangenheit: Hans Hess wurde Ende der achtziger Jahre vom Bundesgericht verurteilt – wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung.</p>
<p><strong>Hess, der Jungstar</strong></p>
<p>Hans Hess ist seit bald dreissig Jahren in der Politik. Und trotzdem zählt der 64-jährige Obwaldner nicht zu den politischen Schwergewichten im Bundeshaus. Dabei hatte er in jungen Jahren eine steile Karriere vor sich gehabt.</p>
<p>Der in Engelberg geborene Sohn eines Kantonalbankdirektors studierte Ende der sechziger Jahre in Bern, Paris und Florenz Jura, doktorierte 1975 in Bern und eröffnete ein Jahr darauf eine eigene Anwaltskanzlei. In dieser Zeit lernte er den deutschen «Kaiser» Franz Beckenbauer kennen, der es als Fussballstar zu einem beachtlichen Vermögen gebracht hatte. Der Kanton Obwalden betraute Hess mit der Aufgabe, Beckenbauer nach Sarnen zu locken.</p>
<p>Beckenbauer erhielt zwei unwiderstehliche Angebote: eines aus New York, wo er drei Jahre lang für den Fussballklub New York Cosmos spielen sollte. Und eines aus Sarnen, wo er nur minimale Steuern von rund 20 000 Franken zahlen musste. Beckenbauer nahm beide Offerten an. Er arbeitete in New York und verlegte seinen Wohnsitz nach Sarnen. Er verdiente Geld in den USA und sparte Steuern in Obwalden.</p>
<p>Für Hess war das der Anfang einer grossen Zeit. Auf Beckenbauer folgten – von den einzigartigen Steuerkonditio­nen angelockt – weitere reiche AusländerInnen, unter anderem der argentinische Tennisprofi Guillermo Vilas. Hess’ fortschrittliche Tiefsteuerpolitik zahlte sich aus – zumindest vorerst. Das Obwaldner Stimmvolk dankte es dem 33-jährigen Hess mit der Wahl in den Kantonsrat.</p>
<p>Hess war ein Star. Und das ist in Obwalden noch heute so. Er kennt fast jeden und jeder kennt ihn. «Ich kann in jedes Lokal, an jeden Stammtisch sitzen, und man kennt mich», sagt Hess. Im kleinen Kanton ein unwahrscheinliches politisches Kapital. Nur drei Jahre später, 1981, kürte ihn die Landsgemeinde denn auch zum Regierungsrat. Hess übernahm das Amt des Justizdirektors und galt schnell als der starke Mann in der Obwaldner Regierung.</p>
<p>Aber das reichte ihm nicht. Nebenbei arbeitete der Regierungsrat weiter in seiner Anwaltskanzlei und übernahm zudem zahlreiche Verwaltungsratsmandate – bis sich jemand an seiner Doppelrolle störte. Sein Gegenspieler war kein Geringerer als der damalige Finanzminister Otto Stich.</p>
<p><strong>Die «Steueraffäre Beckenbauer»</strong></p>
<p>1986 warf der Sozialdemokrat Stich Hans Hess Interessenkonflikte vor. Zudem seien durch die Tiefsteuerpraxis über zwanzig Millionen Franken an Steuereinnahmen verloren gegangen.</p>
<p>Aber das war noch nicht alles. Kurz darauf wurde bekannt, dass Franz Beckenbauer versucht hatte, einen Liquidationsgewinn der Firma Heka (abgekürzt von Hess-Kaiser) über 1,2 Millionen Franken am Fiskus vorbeizuschleusen. Sein Gehilfe: Hans Hess.</p>
<p>Es erschienen zahlreiche Zeitungsartikel über das sonst unbeachtete Obwalden in den grossen Schweizer Zeitungen und auch in Deutschland – eine Berichterstattung, die nicht allen gefiel. Es kam wegen mutmasslicher Indiskretionen aus dem Finanzdepartement zu einer Hausdurchsuchung beim «Beobachter», die Unterlagen eines Journalisten wurden beschlagnahmt. Ein anderer Journalist, der über die Affäre schrieb, erzählt heute, er habe damals zahlreiche anonyme Drohungen von Obwaldner­Innen erhalten. Hess wähnte sich in einer «Schlammschlacht», die Obwaldner BürgerInnen schlugen sich auf seine Seite. Für sie war der Bösewicht nicht Hans Hess, der Beckenbauers Geld versteckt hatte, sondern der «Steuervogt» Otto Stich. Hess überstand die Steueraffäre unbeschadet: Die Landsgemeinde wählte ihn 1986 mit glanzvoller Mehrheit für eine weitere Legislaturperiode.</p>
<p>Aber auf Bundesebene zog die Steuer­affäre weiter ihre Kreise. Sie endete damit, dass Obwalden seine Steuerhoheit vorübergehend verlor – die Höchststrafe für einen Kleinkanton, der so grosse Stücke auf den Föderalismus hält. Beckenbauer und Hess wurden erstinstanzlich zu einer Busse verurteilt. Hess weigerte sich zurückzutreten und rekurrierte bis vor Bundesgericht. Dieses fällte im Sommer 1989 das endgültige Urteil und bereitete Hess’ Karrie­re erst mal ein jähes Ende: Es befand ihn der «eventualvorsätzlichen Beihilfe zur Steuerhinterziehung» für schuldig und büsste ihn mit 124 000 Franken. Hess sagt heute: «Die Geschichte ist abgeschlossen. Ich zog die Konsequenzen und trat als Regierungsrat zurück.»</p>
<p>Danach war es still um Hess. Zumindest in Bern. Im Kanton Obwalden war er weiterhin beliebt, auch wenn der Kanton im innerschweizerischen Steuer­wettbewerb von den Kantonen Zug und Schwyz längst abgehängt worden war: Zehn Jahre nach dem Steuerskandal wählte das Obwaldner Stimmvolk den einstmals Parteilosen 1998 für die FDP in den Ständerat. Und heute, zwanzig Jahre nachdem das Bundesgericht Hans Hess wegen Beihilfe zur Steuerhinter­ziehung verurteilt hatte, soll ausgerechnet er, der Steueranwalt aus Sarnen, Licht in die Steueraffäre der UBS bringen.</p>
<p><strong>Hess, der Steueranwalt</strong></p>
<p>Montag, 18. Januar 2010: Hans Hess fühlt sich wohl. Die GPK hat vor den Medien eben ihre Forderungen an den Bundesrat bekannt gegeben. Hess geniesst das Gewicht seiner Worte. Er wähnt sich im Aufwind.</p>
<p>Mittwoch, 20. Januar: Der Bundesrat gibt bekannt, die verlangten Akten freizugeben. Macht das eine PUK unnötig? Die NZZ hatte bereits am Dienstag hinter der PUK-Drohung der GPK reine Taktik gewittert: Die Drohung diene lediglich als Druckmittel. «Eigentlich möchte die GPK die Einsetzung einer PUK verhindern.» Hess sagt, man solle erst die Resultate der GPK abwarten. Erst dann könne man entscheiden, ob es eine PUK brauche: «Es wäre unsinnig, jetzt nochmals von vorne zu beginnen.»</p>
<p>Hess hat als FDP-Mitglied kein Interesse an einer PUK. Die Partei von Finanzminister Hans-Rudolf Merz hat sich bisher am deutlichsten gegen eine solche Untersuchung ausgesprochen, würde doch ein allfälliger PUK-Bericht wohl das Handicap Merz im Wahljahr 2011 zu einem der Hauptthemen machen. Hess kümmert das wenig. Er schätzt Merz trotz seiner zweifelhaften Rolle in der Finanzkrise sehr: «Ich bin der Überzeugung, dass Merz einen sehr guten Job macht.»</p>
<p><strong>Ernennung zum Botschafter</strong></p>
<p>Hess kennt Merz aus der gemeinsamen Zeit in der Sicherheitskommission. 2003 lud Hess die Kommission in seinen Heimatkanton ein, um sich im Schiesstunnel Lungern an der Waffe zu üben. Aber die beiden verbindet nicht nur ihre Vorliebe fürs Schiessen, sondern auch die Herkunft aus einem steuergünstigen Kanton. Wie Merz ist Hess ein Befürworter des Steuerwettbewerbs unter den Kantonen und Gemeinden. Der Steueranwalt Hess schreibt auf der Website seiner Anwaltskanzlei unter dem Titel «Steuerparadies Obwalden», das Obwaldner Finanzdepartement habe ihn «aufgrund seiner vielseitigen Kontakte zum ‹Botschafter zur Umsetzung der Steuerstrategie›» ernannt. Jener Strategie also, die mit degressiven Steuern schweizweit für Kopfschütteln sorgte und kürzlich bei den Sonder­zonen für Reiche nicht einmal mehr vom eigenen Stimmvolk mitgetragen wurde. Hess’ Aufgabe als Botschafter: «Neue natürliche sowie juristische Personen für den Kanton Obwalden zu akquirieren und bei einer Umsiedlung nach Obwalden zu unterstützen.»</p>
<p>Darin scheint Hess ziemlich gut zu sein. Und er ist heute als Anwalt fast wieder so umtriebig wie damals. Er hat mindestens vierzehn Verwaltungsratsmandate und ist in zwei weiteren Firmen zeichnungsberechtigt. Der Firmenauskunftsdienst Moneyhouse kürte Hess kürzlich zu einem der «Briefkastenkönige von Obwalden», weil an Hess’ Büroanschrift 67 Domizilgesellschaften beherbergt sind.</p>
<p>«Domizilgesellschaft» sei ein vornehmer Ausdruck für Briefkastenfirmen, sagt Andreas Missbach von der entwicklungspolitischen NGO Erklärung von Bern. «Eine Briefkastenfirma hat keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz.» Briefkastenfirmen könne man für alle möglichen Zwecke brauchen, viele Unternehmen unterhalten solche Gesellschaften. Um nur ein Beispiel zu nennen: Eine Firma XY verkauft ihre Markenrechte an eine Domizilgesellschaft in einer Steueroase, zum Beispiel in Sarnen. Die Firma XY darf die Marke nur gegen eine Abgabe von Lizenzgebühren an die Domizilgesellschaft nutzen, obwohl es eigentlich ihre eigene Marke ist.</p>
<p>So kann die Firma mit Hauptsitz in einem Hochsteuerland ihre Gewinne in die Steueroase verlagern, sodass sie keine (oder kaum) Gewinnsteuern bezahlen muss. Andreas Missbach: «In der Regel dienen Domizilgesellschaften vor allem dazu, Vermögen von Privatpersonen hinter einer Firmenfassade zu verstecken.» Steuervermeidung nennen es die einen, «Steueroptimierung» nennt es Hans Hess. «Und das ist absolut legal.» Damit hat er Recht. Auch hat er sich kein zweites Mal wegen Beihilfe an Steuerhinterziehung strafbar gemacht.</p>
<p><strong>«Trete in Ausstand»</strong></p>
<p>Hess profitierte von einem System, das dank Bankgeheimnis und staatlich geförderter Steuervermeidungspolitik Steuerhinterziehung und -betrug über Jahrzehnte ermöglichte – oder gar begünstigte. Früher trugen die SteuerbetrügerInnen Koffer voller Geld in die Banken an der Zürcher Bahnhofstrasse, heute verstecken sie es in Tarngesellschaften, Briefkastenfirmen und anderen Steuervehikeln. So taten es auch Tausende von UBS-Kunden. Die Daten von 255 solcher SteuerdelinquentInnen lieferte die UBS auf Anordnung der Finma im Februar 2009 an die USA.</p>
<p>Hess kennt das Steuergeschäft von innen. Und er verdient nach wie vor an Briefkastenfirmen.</p>
<p>Ist Hans Hess der richtige Mann, um die UBS-Steueraffäre lückenlos aufzuarbeiten? Hess sieht da kein Problem: «Ich finde es geradezu unglaublich, was für eine Kombination Sie da fertigbringen. Ich versuche mit aller Objektivität an die Sache heranzugehen. Wenn jemand das Gefühl hat, ich sei befangen, dann trete ich in den Ausstand. Und wenn die Medien solche Konstrukte machen, dann kann es sein, dass ich im Interesse der Sache sage: Dann solls jemand anderes machen.»</p>
<p><strong>PS: </strong>Bis Ende Mai will die GPK ihren Bericht zur UBS-Steueraffäre vorlegen – das Parlament scheint aber an seiner Forderung nach einer PUK festzuhalten. Die gewichtige Wirtschaftskommission des Nationalrats sprach sich Anfang Woche mit achtzehn zu vier Stimmen für eine PUK aus. Nicht einmal mehr die Merz-Partei FDP stimmte geschlossen dagegen.</p>
<div id="content_infobox_width">
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #888888;">Kurz vor Redaktionsschluss mailt Hans Hess übers iPhone: «Wegen der späten Zustellung meiner Zitate war es mir infolge anderweitiger Beanspruchung nicht möglich, zu Ihren Ausführungen Stellung zu nehmen. Fügen Sie diese Zeilen Ihrem Artikel bitte an.»</span></p>
<p><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;"><em>© WOZ &#8211; Die Wochenzeitung, 21.1.2010</em></span><br />
</span></p>
</div>
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		<item>
		<title>PIN falsch, bitte schick mir PUK!</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 18:59:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(ch.) Gerade habe ich die SMS des Tages erhalten. Sie sagt eigentlich alles zum aktuellen Hickhack zwischen <a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/18742.html" target="_blank">PUK</a>, <a href="http://www.parlament.ch/D/ORGANE-MITGLIEDER/KOMMISSIONEN/AUFSICHTSKOMMISSIONEN/GESCHAEFTSPRUEFUNGSKOMMISSIONEN/Seiten/default.aspx" target="_blank">GPK</a> und Bundesrat: «Habe PIN dreimal falsch eingegeben, bitte schick mir PUK.»</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #888888;">(ch.)</span></em> Gerade habe ich die SMS des Tages erhalten. Sie sagt eigentlich alles zum aktuellen Hickhack zwischen <a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/18742.html" target="_blank">PUK</a>, <a href="http://www.parlament.ch/D/ORGANE-MITGLIEDER/KOMMISSIONEN/AUFSICHTSKOMMISSIONEN/GESCHAEFTSPRUEFUNGSKOMMISSIONEN/Seiten/default.aspx" target="_blank">GPK</a> und Bundesrat: «Habe PIN dreimal falsch eingegeben, bitte schick mir PUK.»</p>
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		<title>UBS: Jetzt auch noch ein Porno</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 07:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
				<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Porno]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Bei dieser Bank sind nicht nur die Boni pervers. Der UBS-Porno: <a href="http://www.1advd.ch/detailsA/film6840180.asp" target="_blank">Hier. </a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei dieser Bank sind nicht nur die Boni pervers. Der UBS-Porno: <a href="http://www.1advd.ch/detailsA/film6840180.asp" target="_blank">Hier. </a></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=326&amp;md5=072974d1a2ef0fe0efcf4d3ecf5068fe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Graham Greene über Haiti. &amp; Fauser.</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 00:20:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ryser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Graham Greene]]></category>
		<category><![CDATA[Haiti]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Fauser]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(dr.) Gelesen in der Stunde der grossen Katastrophe: Graham Greenes Roman <a href="http://www.amazon.de/Die-Stunde-Komödianten-Graham-Greene/dp/3423131578" target="_blank">«Die Stunde der Komödianten»</a> ist ein Thriller über Haiti um 1950. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/François_Duvalier" target="_blank">Diktator «Papa Doc»</a> ist an der Macht und führt sein Regime, in der nur eines sicher ist: Die Gewalt. Es geht um Überwachung und Bespitzelung, um Mord und Rebellion, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(dr.) Gelesen in der Stunde der grossen Katastrophe: Graham Greenes Roman <a href="http://www.amazon.de/Die-Stunde-Komödianten-Graham-Greene/dp/3423131578" target="_blank">«Die Stunde der Komödianten»</a> ist ein Thriller über Haiti um 1950. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/François_Duvalier" target="_blank">Diktator «Papa Doc»</a> ist an der Macht und führt sein Regime, in der nur eines sicher ist: Die Gewalt. Es geht um Überwachung und Bespitzelung, um Mord und Rebellion, um eine Begegnung mit Smith &amp; Jones, ersterer Ex-US-Präsidentschaftskandidat mit Frau, die Haiti vom Vegetarismus überzeugen wollen, letzterer ein Mann von «echtem Schrot und Korn», der sich auf Haiti den Rebellen anschliesst. «Die Stunde der Komödianten» ist ein Thriller über ein Land, das permanent am Rande jeglichen Zusammenbruchs steht. Und dieser Thriller, der eigentlich eine Reportage ist, ist fantastisch geschrieben. Was nicht erstaunt, immerhin ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graham_Greene#Literatur" target="_blank">Greene</a> auch Autor von <a href="http://www.derdrittemann.at/neu/pages/derdrittemann.html" target="_blank">«Der dritte Mann»</a>, «Der stille Amerikaner», «Unser Mann in Havanna». «Die Stunde der Komödianten» hat Greene nicht nur Lob und Auszeichnung, sondern auch die Verleumdung des haitianischen Diktators eingebracht.</p>
<p><span id="more-260"></span></p>
<p><em>+++ Einschub: Wie immer, wenn es um Diktatoren geht, ist auch die UBS nicht weit. Aktuelle News zu den blockierten Millionen des haitianischen Ex-Diktators </em><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Haiti-DuvalierMillionen-bleiben-bei-der-UBS-blockiert/story/10247189" target="_blank"><em>hier</em></a><em>.</em> +++</p>
<p>Greenes fantastische Schreibe und sein Mut haben auch den deutschen Journalisten und Schriftsteller <a href="http://www.jörg-fauser.de/" target="_blank">Jörg Fauser</a> zu Höchstleistungen getrieben. Dann, als Greene für seine Arbeit wieder einmal angefeindet wurde. Greene hatte 1982 eine Broschüre verfasst mit dem Titel «Ich klage an». Es war eine Schrift gegen das Organisierte Verbrechen in Nizza, wo er damals lebte. Der Reporter des «Spiegel» verriss das Stück und nannte den rechtsextremen Bürgermeister, dem Greene Mafia-Verbindungen vorwarf, einen «pittoresken Charakter». Das rief zwei Reporter beim Bayrischen Fernsehen auf den Plan, zwei Männer, die sich seit Jahren mit dem Thema befassten. Sie recherchierten. Und produzierten einen Film, in dem auch Greene auftrat. Und davon handelt Fausers grossartiger Text <a href="http://www.alexander-verlag.com/paymate/Der+Strand+der+Städte_AID1869.html" target="_blank">«Whiskey und Wahrheit»</a>. Darin würdigte Fauser den englischen Schriftsteller, der 1991 starb und in Vevey begraben liegt, wie folgt:</p>
<p>«Was wir vorgeführt bekamen in diesem vorzüglichen Film, war Greeneland, und siehe da, es war nicht die schäbige Absteige im East End von Asunción mit dem melancholischen Doppelagenten Alec Guiness und der bibelfesten Hure mit der kessen Lippe und dem grossen Herzen, bei denen unsere Feuilletonisten immer haargenau wissen, woran sie sind. Vielmehr lag Greeneland in einem schicken Milieu, das überall ist, wo die einen vom grossen Geld träumen, indes die anderen sich mit Gewalt sanieren. Wir sahen den Bürgermeister, den Immobilienhändler, den Kasino-Chef, honorige Männer, Unschuldslämmer; wir sahen die Frauen, die mit ihnen zu tun haben, auch wenn sie nichts mit ihnen zu tun haben wollen; wir sahen Zeitungsleute, die mehr wissen, als sie zu sagen wagten und Staatsdiener, die, indem sie nichts sagten, mehr sagten, als sie zu wissen behaupteten. Wir sahen die Orte, die dort besessen werden, wie Besatzer Orte besitzen. Und wir sahen einen fast achtzigjährigen Mann mit imposantem Äusseren und deutlicher Rede, einen Schriftsteller, der nicht nur die Korruption der Melancholie bekämpft hat und die schlimmste aller Sünden, die Verzweiflung, sondern sich das Recht nahm, konkrete Dinge beim Namen zu nennen, auch wenn ihm das den Hohn der Korrupten und den Hass der Mächtigen eintrug. Greene sah immer noch so aus, als könnte er mehr Cutty Sark vertragen als all seine Kritiker zusammen &#8211; mehr Whisky, und mehr Wahrheit.»</p>
<p>Greenes «Die Stunde der Komödianten» über Haiti und Fausers «Der Strand der Städte», in dem «Whisky und Wahrheit» enthalten ist, sind die Tipps dieses Wochenendes.</p>
<p>Haiti bescheiden geholfen hat der Blogger <a href="http://web.caritas.ch/page2.php?lang=fr" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Ein kurzer Auszug aus «Die Stunde der Komödianten» hier:</p>
<p>Der Zahlmeister hatte die muntere Gewohnheit, alles zu übertreiben; seine natürliche Heiterkeit erhielt nur einen kleinen Dämpfer, als die Smiths um Zitronenbitter baten und, da dies nicht vorhanden war, um Coca-Cola. «Sie trinken Ihren eigenen Tod», sagte er ihnen und begann seine eigene Theorie zu entwickeln, wie die geheimgehaltenen Bestandteile von Coca-Cola hergestellt würden. Die Smiths blieben unbeeindruckt und tranken ihr Coca-Cola mit sichtlichem Vergnügen. «Sie werden was Stärkeres brauchen, dort wo Sie hinfahren», sagte der Zahlmeister.</p>
<p>«Mein Mann und ich nehmen niemals etwas Stärkeres zu uns», erwiderte Mrs. Smith.</p>
<p>«Das Wasser ist nicht zu trinken, und jetzt, da die Amerikaner abgezogen sind, werden Sie auch kein Coca-Cola mehr finden. In der Nacht, wenn Sie das Schiessen auf der Strasse hören, werden Sie vielleicht denken, ein Glas starker Rum&#8230;»</p>
<p>«Keinesfalls Rum», sagte Mrs. Smith.</p>
<p>«Schiessen?», fragte Mr. Smith. «Hört man schiessen?» Er blickte mit einer Spur von Besorgnis zu seiner Frau hinüber, die unter der Reisedecke kauerte (selbst in der stickigen Kajüte war ihr nicht warm genug). «Warum schiessen?»</p>
<p>«Fragen Sie Mr. Brown. Er lebt dort.»</p>
<p>Ich sagte: «Schiessen habe ich nicht oft gehört. Gewöhnlich machen sie das ruhiger ab.»</p>
<p>«Wer ist das – sie?», fragte Mrs. Smith.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tonton_Macoute" target="_blank">«Die Tontons Macoute»</a>, unterbrach ihn der Zahlmeister voller Schadenfreude. «Die kleinen Teufel des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/François_Duvalier" target="_blank">Präsidenten</a>. Sie tragen schwarze Brillen und suchen ihre Opfer nach Einbruch der Dunkelheit auf.»</p>
<p>Mr. Smith legte seiner Frau die Hand auf das Knie. «Der Herr versucht, uns Schrecken einzujagen, Liebste», sagte er. «Man hat uns auf dem Reisebüro nichts derartiges erzählt.»</p>
<p>«Er weiss wohl kaum», sagte Mrs. Smith, «dass wir nicht so leicht zu schrecken sind», und irgendwie glaubte ich es ihr.</p>
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