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	<title>Nation of Swine &#187; Wirtschaft</title>
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	<description>Politik &#38; Freefight</description>
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		<title>Dreiste Marktradikale &#8211; 213 Schritte in den Untergang</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 12:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bank Wegelin]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Janssen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, mit welcher Dreistigkeit die marktradikalen Ideologen ihre Besitzinteressen bisweilen verteidigen. Jüngstes Beispiel: Der Zürcher Bankenprofessor Martin Janssen. Letzten Freitag tauchte er unerwartet an der Pressekonferenz zum Notverkauf der Bank Wegelin an die Raiffeisen auf. Das mediale Interesse war gross, die Journalisten umringten den engen Freund von Konrad Hummler, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, mit welcher Dreistigkeit die marktradikalen Ideologen ihre Besitzinteressen bisweilen verteidigen. Jüngstes Beispiel: Der Zürcher Bankenprofessor Martin Janssen. Letzten Freitag tauchte er unerwartet an der Pressekonferenz zum Notverkauf der Bank Wegelin an die Raiffeisen auf. Das mediale Interesse war gross, die Journalisten umringten den engen Freund von Konrad Hummler, so dass man ihn fast schon für dessen Pressesprecher hätte halten können. Hummler selbst, der sich sonst nie für einen spitzen Kommentar zu schade ist, zog es vor, zu schweigen. Stattdessen jammert Janssen nun auf allen Kanälen, dass die Regierung, die Finma und überhaupt alle staatlichen Instanzen versagt hätten, weil sie sich nicht schützend vor den Finanzplatz (sprich: die Bank Wegelin) gestellt haben. Der Staat – sonst bei jeder Gelegenheit gegeisselt – hätte die Bank retten sollen, nachdem sie sich fahrlässig bis eventualvorsätzlich in die Scheisse geritten hatte. Wie sehr die Verantwortlichen die Bank Wegelin die Sache verbockt haben, kann man in der <a href="http://www.woz.ch/files/USAvsWegelinBanker.pdf" target="_blank">Anklageschrift (pdf)</a> gegen drei Wegelin-Banker nachlesen. Hummler stellt sich als <a href="http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/2105/" target="_blank">«Opfer einer grösseren Sache»</a> dar. Aber man muss es schon nochmal klarstellen: Hummler ist nicht Opfer, sondern Täter. Wer reichen Amerikanern hilft, Geld vor den Steuerbehörden zu verstecken, erfindet kein cleveres Geschäftsmodell. Er leistet Beihilfe zu einer kriminellen Tat.</p>
<p>213 Schritte – soweit mussten die US-Kunden gehen, um ihr Schwarzgeld von der von den USA bedrohten UBS in die vermeintlich sichere Bank Wegelin zu bringen. Mein Artikel über die Schwarzgeldstrategie von Konrad Hummler und das Ende der Bank Wegelin gibt es in der aktuellen <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2012/nr05/Wirtschaft/21716.html" target="_blank">WOZ.</a></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=6090&amp;md5=5cc3ff388e9cf2477d59269f4593ad3d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Police protecting the people</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 11:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Davos]]></category>
		<category><![CDATA[Pfefferspray]]></category>
		<category><![CDATA[WEF]]></category>
		<category><![CDATA[WEF 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ay, was war die Empörung gross, als vergangenen <a href="http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Empoerung_nach_Pfefferspray-Einsatz_bei_Occupy-Protest_in_den_USA.html?cid=31610094" target="_blank">November</a> ein <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Wie-der-PfeffersprayPolizist-beruehmt-wurde/story/28218252?dossier_id=1081" target="_blank">Polizist</a> in <a href="http://www.20min.ch/news/ausland/story/22350140" target="_blank">Kalifornien</a> ein paar <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/international/empoerung-nach-pfefferspray-einsatz-bei-occupy-protest-116237427" target="_blank">friedlich protestierende Studenten</a> mit <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,799247,00.html" target="_blank">Pfefferspray</a> <a href="http://www.bild.de/politik/ausland/occupy-bewegung/polizisten-attackieren-studenten-mit-pfefferspray-21120824.bild.html" target="_blank">besprühte</a> …</p> <p>Die Polizisten in Davos fanden das offenbar vorbildlich und wollten es ihren US-Kollegen gleich tun. Sie leerten ihre Pfeffersprays bei einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ay, was war die Empörung gross, als vergangenen <a href="http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Empoerung_nach_Pfefferspray-Einsatz_bei_Occupy-Protest_in_den_USA.html?cid=31610094" target="_blank">November</a> ein <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Wie-der-PfeffersprayPolizist-beruehmt-wurde/story/28218252?dossier_id=1081" target="_blank">Polizist</a> in <a href="http://www.20min.ch/news/ausland/story/22350140" target="_blank">Kalifornien</a> ein paar <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/international/empoerung-nach-pfefferspray-einsatz-bei-occupy-protest-116237427" target="_blank">friedlich protestierende Studenten</a> mit <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,799247,00.html" target="_blank">Pfefferspray</a> <a href="http://www.bild.de/politik/ausland/occupy-bewegung/polizisten-attackieren-studenten-mit-pfefferspray-21120824.bild.html" target="_blank">besprühte</a> …</p>
<p>Die Polizisten in Davos fanden das offenbar vorbildlich und wollten es ihren US-Kollegen gleich tun. Sie leerten ihre Pfeffersprays bei einer bewilligten Kundgebung gegen das WEF.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6080" title="OccupyWEF-Police" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2012/01/OccupyWEF-Police.png" alt="" width="644" height="464" /></p>
<p>Das ganze Video:</p>
<p><iframe width="595" height="335" src="http://www.youtube.com/embed/uYv7ErDIKVI?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=6079&amp;md5=65a4e51886bfc25a6a0e030811149979" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Update: Facebook-Experten (Cédric Wermuth)</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/10/update-facebook-experten/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 23:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Nach den <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/09/im-zweifel-gegen-den-angeklagten/" target="_blank">versammelten Experten</a> nun, gegen Mitternacht, auch noch Bundesrat in spe Cédric Wermuth:</p> <p>SVP, CVP, GLP, BDP und FDP sind plötzlich für «harte Reglemente» im Devisenhandel und für die Nationalbank und Blocher verstösst krass gegen das Bankgeheimnis. Was genau habt ihr mit diesem Land gemacht, als ich 10 Tage in den Ferien war?</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/09/im-zweifel-gegen-den-angeklagten/" target="_blank">versammelten Experten</a> nun, gegen Mitternacht, auch noch Bundesrat in spe Cédric Wermuth:</p>
<blockquote><p>SVP, CVP, GLP, BDP und FDP sind plötzlich für «harte Reglemente» im Devisenhandel und für die Nationalbank und Blocher verstösst krass gegen das Bankgeheimnis. Was genau habt ihr mit diesem Land gemacht, als ich 10 Tage in den Ferien war?</p></blockquote>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5897&amp;md5=3949c4eef3fbe00f8801daec6a8718b9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Im Zweifel gegen den Angeklagten (und Expertenstimmen, Facebook)</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/09/im-zweifel-gegen-den-angeklagten/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 15:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>16:44: Aus der Heimat schreibt Kollege Keller: «Kapitalismus ausser Kontrolle. Die Krokodile fressen ihre gierigen Wärter. Gruss aus dem Thurgau.»</p> <p>Update 18:05: Kollege Widmer meldet aus dem Zwischenreich Zürich/Thurgau: «Ich liebe Blocher, Köppel, Hummler, Göring, die UBS, Philipp Gut, Jahresjournalist Engeler und die anderen Freunde der Moral und der Transparenz, die den schrecklichen, geldgierigen Banker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">16:44:</span> Aus der Heimat schreibt Kollege Keller: «Kapitalismus ausser Kontrolle. Die Krokodile fressen ihre gierigen Wärter. Gruss aus dem Thurgau.»</p>
<p><span id="more-5867"></span><span style="color: #ff00ff;">Update 18:05:</span> Kollege Widmer meldet aus dem Zwischenreich Zürich/Thurgau: «Ich liebe Blocher, Köppel, Hummler, Göring, die UBS, Philipp Gut, Jahresjournalist Engeler und die anderen Freunde der Moral und der Transparenz, die den schrecklichen, geldgierigen Banker und «Gauner» (Köppel) Philipp Hildebrand, gestürzt haben. Kämpfen wir gemeinsam mit ihnen gegen das Bankgeheimnis!»</p>
<p><span style="color: #00ff00;">Update 18:08:</span> Wieder aus dem Zwischenreich Zürich/Thurgau: «Blocher kann sich an Hildebrand ein Beispiel nehmen.»</p>
<p><span style="color: #ff6600;">Update 18:17:</span> Mathieu schreibt aus Paris: «Hildebrand hat einen dummen und unerklärlichen Fehler begangen. Er hätte ihn wohl überleben können, wenn SVP &amp; Weltwoche ihn nicht aus politischen Gründen hätten stürzen wollen. Beide Seiten tragen die Schuld, aber die ganze Schweiz hat den Schaden.»</p>
<p><span style="color: #800080;"><span style="color: #0000ff;">Update 18:34:</span> <span style="color: #000000;">Bit-tuner aus Zürich: «yo! suche ein netzgerät für das korg kaoss pad 2. wer hat&#8217;s und brauchts nicht mehr?»</span></span></p>
<p><span style="color: #ff6600;">Update 18:55:</span> Und was sagt die Stimme des Finanzplatzes, die <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/07/nzz-alles-gute-fur-die-zukunft/" target="_blank">NZZ</a>? Der Chefredaktor schreibt:</p>
<blockquote><p>Am Eklat haben viele mitgewirkt: Hildebrand selbst, der er es in der Hand gehabt hätte, seine Verwundbarkeit angesichts der persönlichen Exposition frühzeitig zu beseitigen. Ein Bankrat, der nicht auf der Höhe seiner Aufgabe war und die Krise durch eine katastrophal zu nennende Informationsstrategie unnötigerweise befeuerte. Und zuletzt rechtskonservative Kreise und vor allem ein Medienorgan, das bei aller zulässigen Kritik an der Arbeit der Nationalbank und ihres Direktoriums von Anbeginn weg auf den Mann zielte.</p>
<p>Sie scheinen vordergründig die Sieger dieses Skandalons – aber sie sind es nicht. Hildebrands Rücktritt ist kein Eingeständnis, dass diese Form des politischen und medialen Kesseltreibens Erfolg hat – ganz im Gegenteil: Die äusserst dürftige Beweislast für die ihm von dieser Seite vorgeworfenen Verfehlungen, also für Lüge und Betrug, für die Nutzung von Insiderwissen und für die damit verbundene Begünstigung seiner Familie, für «Falschmünzerei» und «Gaunerei», diese Beweise sind bis dato nicht erbracht. Im Gegenteil: Der Weg des dreisten Datendiebstahls von der Bank Sarasin über politisch irrlichternde Kreise, mit und ohne Anwaltspatent, bis hin zu scharfzüngigen, nicht aber scharfsinnigen Medien, ist lückenlos aufzuklären – und die Verantwortlichkeiten einzufordern.</p>
<p>Was immer rechtlich geschehen mag, politisch und medienethisch ist der Fall Hildebrand längst nicht beendet. Die Öffentlichkeit und die Medien selbst haben ein immenses Interesse daran, Licht in diesen Teil des trüben Geschehens zu bringen.</p>
<p>*</p></blockquote>
<p>Sadat X sagt:</p>
<p><iframe width="595" height="446" src="http://www.youtube.com/embed/toUMQybyxI4?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5867&amp;md5=faea90d09ec3ac0d790fab4c8137b61d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Droht NZZ-Boss in den USA Verhaftung? Die Konrad-Hummler-Story</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/06/droht-nzz-boss-in-den-usa-verhaftung-die-konrad-hummler-story/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 14:14:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dave Zollinger]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Es ist ein offenes Geheimnis: Bank-Wegelin-Geschäftsführer und NZZ-Verwaltungsatspräsident Konrad Hummler reist nicht mehr in die USA. In jene USA, die sich rechtsstaatlich immer mehr ins Mittelalter katapultieren. So hat Barack Obama, angetreten mit dem zentralen Wahlversprechen, das Lager Guantanamo am ersten Tag seiner Amtszeit zu schliessen, dem Lager dieser Tage eine unbestimmte Laufzeitverlängerung erteilt. So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein offenes Geheimnis: Bank-Wegelin-Geschäftsführer und NZZ-Verwaltungsatspräsident Konrad Hummler reist nicht mehr in die USA. In jene USA, die sich rechtsstaatlich immer mehr ins Mittelalter katapultieren. So hat Barack Obama, angetreten mit dem zentralen Wahlversprechen, das Lager Guantanamo am ersten Tag seiner Amtszeit zu schliessen, dem Lager dieser Tage eine unbestimmte Laufzeitverlängerung erteilt. So können dort auch künftig Verdächtige ohne Prozess unbestimmt lange gefangen halten werden. Aber nicht der Protest gegen diese rechtsstaatlich höchst bedenklichen Tendenzen ist der Grund für Hummlers USA-Absenz, sondern eher die Angst, selbst in Guantanamo zu landen. So schlimm wird es wohl nicht kommen, <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/04/die-nzz-verschweigt/" target="_blank">doch wurde diese Woche publik</a>, dass drei von Hummlers Banker in New York wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Verschwörung gegen die USA angeklagt sind. Mit der Einreise in die USA würde Hummler ein Risiko eingehen. Ein Verwaltungsratspräsident eines traditionell stark Pro-USA orientierten Unternehmens, der nicht mehr in die USA reisen kann? Wer also ist dieser Konrad Hummler? Wir haben eine Antwort: Vor drei Jahren hat Journalist Kaspar Surber im Ostschweizer Kulturmagazin Saiten einen Text veröffentlicht, der sich intensiv mit Hummler beschäftigte und mitunter aufzeigte, dass dem Mann die halbe St.Galler Altstadt gehört. Und noch viel mehr. Der Text warf in der Ostschweiz erhebliche Wellen, und Konrad Hummler kündigte Saiten vorübergehend die Werbeaufträge. Aus aktuellem Anlass stellen wir diesen Text erstmals ins Netz, in dem es etwa heisst: «Die Geschichte von Konrad Hummler ist nicht die Geschichte eines Querdenkers, wie ihn die Medien gerne darstellen. Es ist eine Geschichte von Käuflichkeit: Von Liegenschaften, von Kultur, von Politik, von Ideologie und von Menschen.»</p>
<p><span id="more-5814"></span></p>
<p><strong>Hummlers Hofstaat</strong></p>
<p><strong>Was erzählen ein Staatsanwalt, ein Architekt, ein Dirigent, ein Lobbyist und ein Redaktor über den Privatbanker Konrad Hummler, der innert zehn Jahren zum St.Galler Feudalherrscher aufgestiegen ist? Natürlich nur das Allerbeste. Nur ist das höchst unerfreulich. </strong></p>
<p><strong></strong><em>von Kaspar Surber</em><strong></strong></p>
<p>Der Mann gegenüber heisst Dave Zollinger. Er wirkt nervös. Neben ihm sitzt eine PR-Frau. Als wir uns verabredet hatten, war von ihrer Anwesenheit keine Rede.</p>
<p>Vor drei Jahren ist im deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» ein bemerkenswerter Artikel erschienen. Das Thema war das Schweizer Bankgeheimnis, zwei Antipoden standen sich gegenüber: hier Konrad Hummler, Teilhaber der Privatbank Wegelin &amp; Co., in seiner «herrschaftlichen» Bank mit «holzgetäfelter» Schalterhalle. Hummler, der Verfechter des Bankgeheimnisses. Dort Dave Zollinger, Chef der Geldwäscherei- und Rechtshilfeabteilung der Zürcher Staatsanwaltschaft, über einer «Autovermietung in einem gräulichen Bürogebäude». Zollinger, der kritische Ermittler.</p>
<p>In diesem Frühling 2010 sitzt Zollinger nicht mehr im gräulichen Bürogebäude, sondern in einem Sitzungszimmer nahe beim Paradeplatz. Es ist die Zürcher Niederlassung von Wegelin. Einen Monat nach Erscheinen des Artikels hatte der Staatsanwalt gekündigt und wurde in die Geschäftsleitung der Privatbank aufgenommen.</p>
<p><strong>Herr Zollinger, wie ist es zu diesem Stellenwechsel gekommen?</strong></p>
<p>«Ich hatte mich 2007 um das Amt des Bundesanwaltes beworben und war bis in die letzte Runde gekommen. Es war mir klar, dass der Entscheid ein politischer und nicht nur ein fachlicher sein würde. Ich bin bei der SVP, Christoph Blocher war damals Justizminister. Ich musste annehmen, dass er sich nach dem Entscheid nicht den Vorwurf der Vetternwirtschaft gefallen lassen konnte. Also brauchte ich einen Plan B.»</p>
<p><strong>Wie sah er aus?</strong></p>
<p>«Mit meinem Hintergrund, als spezialisierter Staatsanwalt auf Finanzmarktdelikte, blieb als Alternative nur ein Finanzinstitut. Konrad Hummler war mir schon früher aufgefallen. Seine Ansichten fand ich cool, untypisch. Also habe ich ihm geschrieben: ‹Ich kandidiere für das Amt des Bundesanwaltes. Bei ihrer Bank möchte ich auch gerne arbeiten.› Es folgten zwei längere Gespräche mit ihm und seinem Partner Otto Bruderer. Mit dem ‹Spiegel›-Artikel hat sich das überschnitten.»</p>
<p><strong>Sie waren sieben Jahre lang Chef der Zürcher Geldwäscherei- und Rechtshilfeabteilung. Welches war Ihr interessantester Fall?</strong></p>
<p>«Im Alltag ging es meist um Rechtshilfeverfahren mit Deutschland: Zur Hälfte waren Bankunterlagen das Thema. Es gab auch spezielle Sachen: 2003 konnten wir hundert Millionen Potentatengelder Peru zurückschaffen. Wir hatten auch eine Reihe grösserer Korruptionsverfahren zu bewältigen.»</p>
<p>Zollinger beugt sich nach vorne und lacht: «Aber Wegelin habe ich ja nicht im Rahmen eines Verfahrens kennengelernt. Damit hatte das alles nichts zu tun.»</p>
<p><strong>Es geht doch darum: Sie stellen Ihr ganzes Know-How in der Strafverfolgung von Steuerdelikten einer Privatbank zur Verfügung. </strong></p>
<p>«Sicher. Aber was ist daran zu kritisieren?»</p>
<p><strong>Wie setzen Sie ihr Wissen ein? Ihre jetzige Tätigkeit ist mit «Neue Märkte» umschrieben. </strong></p>
<p>«Es geht um neue Märkte für Wegelin, ausserhalb des deutschsprachigen Raums. Welche genau, das kommunizieren wir nicht nach aussen. Bei den meisten Banken arbeiten Fachleute wie ich im Rechtsdienst, doch das ist reaktiv. Meine Aufgabe ist es, Risiken im Voraus vermeiden zu helfen. Vorne an der Front.»</p>
<p><strong>Sie sagen, vorne an der Front. Sie sind Mitglied der Geschäftsleitung. Wie lukrativ war das Angebot von Wegelin?</strong></p>
<p>«Im Vergleich dazu, was man beim Staat verdient, ist fast alles lukrativ. Wobei Wegelin noch eine bescheidene Bank ist. Es ist ein Teil des Geschäftsmodells, die Mitarbeiter nicht primär über den Lohn zu motivieren. Ich würde sagen: Ich verdiene anständig, aber nicht unanständig.»<strong></strong></p>
<p>Dave Zollinger schreibt auch Artikel für die «Weltwoche», in denen er eine Abgeltungssteuer fordert. Diese Steuer ist der Vorschlag seines Chefs, um das Bankgeheimnis zu retten. Zollinger sagt: «Ich war schon immer für den Grundsatz: Geld statt Daten.»</p>
<p>Und dann sagt er noch: «Welche Lösung man auch immer findet, um zu Weissgeld zu kommen: Es kann immer nur darum gehen, die Richtung anzugeben. Das Verhalten der Menschen lässt sich nicht mit Gesetzen alleine ändern. Das Gesetz gilt nur für die Dummen, Armen und Ehrlichen. Wer reich oder intelligent genug ist, wird immer einen Weg durch die Maschen finden.»</p>
<p><strong> </strong><strong>«Querdenker»</strong></p>
<p>Das ist die Geschichte über Konrad Hummlers Rolle in St.Gallen und darüber hinaus. Ich habe sie journalistisch recherchiert. Aber ich schreibe sie auch als einer von 74&#8217;000 Einwohnern dieser Stadt. Wir haben hier ein massives demokratisches Problem.</p>
<p>In seinem Umfeld und von den meisten Medien wird er gerne als «Querdenker» bezeichnet: Konrad Hummler, 57, aufgewachsen als Sohn des freisinnigen Stadtpräsidenten Alfred Hummler. Studium der Rechtswissenschaft in Zürich, daneben Chefredaktor der «Schweizerischen Hochschulzeitung». Begeisterter Militarist, bis zum Oberst im Generalstab. Aufstrebendes Kadermitglied bei der damaligen Bankgesellschaft, bis ins Vorzimmer von Robert Holzach (als persönlicher Assistent allerdings vor allem mit dem Umbau der bankeigenen Liegenschaften am Zürcher Rennweg beschäftigt). Seit 1991 ist Hummler Teilhaber der Bank Wegelin.</p>
<p>Was hat es auf sich mit dem «Querdenker»? Als 1974 die Studentenzeitschrift «Prisma» die Frauenbefreiungsbewegung FBB eine Sondernummer gestalten liess, mit einer nackten Frau auf dem Cover und aus heutiger Sicht moderaten Texten, reagierte Hummler in seiner Hochschulzeitung heftig: «Das FBB-‹Prisma› ist einfach unanständig oder zutreffender saumässig.»</p>
<p>Als 1989/90 der Fichenstaat, der mehr als 900&#8217;000 Bürgerinnen und Bürger überwachte, aufgeflogen war, veröffentlichte der «Trumpf Buur» (eine Werbeaktion der Kalten Krieger) die Broschüre «Staatsschutz im freiheitlichen Staat». Die Autoren waren Konrad Hummler als Präsident von «Trumpf Buur» sowie Peter Weigelt, sein Geschäftsführer und späterer FDP-Nationalrat. In der Broschüre wird die weitere Notwendigkeit des Staatschutzes begründet, als Feindbilder werden neuerlich Linke beschworen.</p>
<p>Als im Sommer 2009 mit der Herausgabe von UBS-Kundendaten an die USA die Unterscheidung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung bereits gefallen war, proklamierte Konrad Hummler die Idee seiner Abgeltungssteuer und gab den Ausstieg aus dem Amerika-Geschäft bekannt. Als Jugendlicher stand Hummler übrigens bei Vietnam-Demonstrantionen mit dem Megafon am Strassenrand und rief Pro-Amerika-Parolen.</p>
<p>Man kann das alles quer gedacht nennen. Oder auch einfach zeitlich verpeilt. Hummler kommt regelmässig zu spät, aber das mit lautem Geschrei. Je weiter weg von St.Gallen, desto erbarmungsloser wird die Kritik. «Alle sind ahnungslos, ausser Konrad Hummler», spottete kürzlich Daniel Binswanger, der politische Kolumnist des «Tages-Anzeiger»-Magazin.</p>
<p>Die Geschichte von Konrad Hummler ist nicht die Geschichte eines «Querdenkers». Es ist eine Geschichte von Käuflichkeit: von Liegenschaften, von Kultur, von Politik, von Ideologie und von Menschen.</p>
<p><strong>Feudalismus</strong></p>
<p>Wegelin &amp; Co. bezeichnet sich mit Gründungsjahr 1741 gerne als älteste Bank der Schweiz. Im historischen Lexikon der Schweiz lässt sich nachlesen, dass es schon früher Banken gab, beispielsweise den Basler Stadtwechsel. Korrekt wäre es allenfalls, von der ältesten noch existierenden Bank zu sprechen. Im Gegensatz zu den noblen Genfer Privatbanken blieb sie zudem lange Zeit nur das Nebengeschäft von Textilhändlern: Erst Ende des 19. Jahrhundert konzentrierte man sich auf die Vermögensverwaltung.</p>
<p>Im Grunde hat Wegelin eine kurze Geschichte, die vom Aufstieg der Finanzwirtschaft zur Leitindustrie erzählt: Als Konrad Hummler 1991 bei der Bank eingestiegen ist, zählte sie dreissig Mitarbeitende und verwaltete ein Anlagevermögen von einer Milliarde Franken. 2003 waren es bereits 230 MitarbeiterInnen und sieben Milliarden. Heute sind es rund 700 Mitarbeiter und 26 Milliarden. In der Finanzkrise wird man vom Geldabfluss bei den Grossbanken profitiert haben.</p>
<p>Weitere Zahlen gibt Wegelin nicht bekannt, eine Privatbank ist nicht zu einem Geschäftsbericht verpflichtet. Die PR-Frau lässt mitteilen, man «kommuniziere entsprechend zurückhaltend über die Aufteilung des verwalteten Vermögens in Bezug auf Kundenkategorien und Anlageklassen.» Man bittet «diesbezüglich um Verständnis».</p>
<p>Um den Erfolg von Wegelin zu verstehen, empfiehlt sich ein kurz vor dem Ausbruch der Krise erschienen Buch: «Reichtum ohne Leistung – Die Feudalisierung der Schweiz» des pensionierten Zürcher Kantonsstatistikers Hans Kissling. Darin rechnet er vor, dass im Jahr 2003 im Kanton Zürich hundert Vermögende gleich viel besessen haben wie drei Viertel der übrigen Steuerzahler. Der Konzentrationsfaktor des Vermögens beim reichsten Prozent stieg von 1991 bis 2003 um 71 Prozent, beim Mittelstand nur um 21 Prozent. Der Anteil der Vermögenslosen nahm im Zeitraum deutlich zu.</p>
<p>Kissling schreibt: «Zu den Reichsten gehören in zunehmenden Masse Personen, die sehr grosse Vermögen geerbt haben. Die Vererbung grosser Reichtümer ist ein Mechanismus, der eine zentrale Komponente des Feudalismus bildete. Der Reichtum in der Schweiz erhält so mehr und mehr eine feudale Komponente. Auch die Ungleichheit, die sich in der Verteilung der Einkommen spiegelt, ähnelt immer mehr den Verhältnissen im ehemaligen Feudalismus.» Kisslings Forderung: eine Erbschaftssteuer.</p>
<p>Steuerhinterzogene Gelder tauchen in solchen Berechnungen nicht auf. Und der internationale Steuerwettbewerb beschleunigt die Feudalisierung erst noch. Konrad Hummler hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass bei ihm Schwarzgeld liegt: Die grosse Mehrheit von ausländischen Anlegern umgehe die Steuerpflicht.</p>
<p>Börsenboom und die Verwaltung von feudalen, hinterzogenen Vermögen: Das scheint der Erfolg von Wegelin zu sein. Die Teilhaber der Bank wurden selbst zu Superreichen. Gemäss der Wirtschaftszeitschrift «Bilanz» beträgt ihr Vermögen 300–400 Millionen Franken. Wegelin, das ist eine der Umverteilungsmaschinen von unten nach oben – und sie nimmt in St.Gallen immer mehr Raum ein.</p>
<p><strong>Sein Architekt – und die Liegenschaften</strong></p>
<p>«Als es erste kleine Sachen zu tun gab, fragte mich Konrad Hummler an. Heute gehe ich bei Wegelin ein und aus, wie wenn ich selbst ein Banker wäre», sagt Riccardo Klaiber, Architekt. «Ich kenne ihn aus der gemeinsamen Pfadi- und Schulzeit. Konrad Hummler hat ein fundiertes Architekturverständis. Es geht uns stets darum, historische Bausubstanz mit dem Image einer modernen Betriebskultur zu verbinden.» Rund um das Hauptgebäude der Bank Wegelin am Bohl ist in nur einem Jahrzehnt Hummler-Town entstanden. Schwertgasse 1, 3 und 5, Torstrasse 7: Wo früher in der nördlichen Altstadt auf Dutzenden von Etagen gewohnt wurde, finden sich heute Büros.</p>
<p>Man kann auch sagen: Wo es früher ein Gassen- und Kulturleben gab. Die Schwertgasse 3 war das «Haus zur letzten Latern»: Ein Bohème-Lokal mit Lithographien von H.R. Giger, die Anfang der Neunziger von der Gewerbepolizei als anstössig empfunden und entfernt wurden. 2005 wurde das ganze Lokal entfernt, man findet heute nicht einmal mehr den Eingang. Ebenfalls Büros. Und wo ist eigentlich Emri hin, der letzte Kellner?</p>
<p>An der Torstrasse 25 befand sich die Discothek Barracuda. Der Rapper Odium hat hier zusammen mit DJ TheDawn jeweils zu Plattentaufen geladen: schräge Konzerte inmitten von Korallenriffen aus Papiermaché. Ebenfalls Büros. Im Keller befanden sich Proberäume. «Dort muss jetzt ein Tresor sein, ich habe gesehen, wie sie die Bunkertüre runtertrugen», erzählt ein Verkäufer im Z-Records.</p>
<p>Aus der Kirche St.Katharinen und dem Nebenhaus mit Hof sollen eine Oase der Stille und Konferenz- und Ausbildungsräume werden. Als die Stadt die Theatervilla an der Museumsstrasse 1 umbauen wollte, bot Konrad Hummler drei Millionen Franken für das Baurecht von dreissig Jahren. Ein «grosszügiges Angebot», hiess es in der Parlamentsvorlage, und dass er die Gesamtrenovation dazu bezahle. In die repräsentative Villa wollen sich Hummler und seine Teilhaber im Alter zurückziehen, um ihre vermögenden Kunden zu betreuen.</p>
<p><strong>Für eine lebendige Stadt</strong></p>
<p>Der kritische Punkt ist der: Um der Immobilienspekulation Einhalt zu gebieten, wurde Mitte der Achtziger ein Nutzungsplan für die Altstadt erlassen. Dieser schreibt den Anteil der Wohngeschosse für jede Liegenschaft vor. Die Schwerpunkte liegen in der nördlichen und südlichen Altstadt. Dabei wurden zwei Kompromisse getroffen: Zum einen kann Wohnraum in andere Gebäude transferiert werden. «Die Bank Wegelin hat den Wohnanteil stets ordnungsgemäss transferiert», heisst es auf dem Amt für Baubewilligungen. Wohin? Diese Information untersteht dem Amtsgeheimnis.</p>
<p>Der zweite Kompromiss lautete, dass bestehende Betriebe den Nicht-Wohnanteil auch erhöhen können, sofern sie den Wohnraum nicht mehr verschieben können. Dabei hat man vielleicht an eine Metzgerei oder ein Elektrogeschäft gedacht. Aber kaum an eine Bank. Beim Umbau der Katharinenkirche, erzählt ein Anwohner, berufe sich Wegelin erstmals auf den Passus. Der Fall liegt vor dem Verwaltungsgericht.</p>
<p>Die Ausdehnung von Wegelin beschränkt sich nicht mehr nur auf die nördliche Altstadt. Im neuen Rösslitor-Gebäude hat sie sich ebenfalls in drei Stockwerke eingemietet. «Wir haben ein Interesse an der Bank, dazu stehen wir», sagt Bausekretär Fredi Kömme. «Sie bietet gut qualifizierte Arbeitsplätze an.» Aber, und dieser Satz lässt aufhorchen: «Wir brauchen eine Entlastung in der Altstadt. Es wäre zu begrüssen, wenn der Hauptsitz hier und die Büros in Geschäftshäusern ausserhalb liegen würden.»</p>
<p>«Es ist sehr ruhig in unserem Quartier», sagt ein Anwohner. «Und das meine ich nicht positiv. Es ist das Gegenteil von Stadt.» Der einzige Beitrag zum öffentlichen Leben von Wegelin ist ein Café mit dem zynischen Namen «Nonolet» (Geld stinkt nicht).</p>
<p>Gerade als ich diesen Text schreibe, meldet sich der pensionierte Kantonsstatistiker Kissling im «Tages-Anzeiger» zu Wort: «Die Verödung der City ist kein Naturgesetz», schreibt er. Die Banken und Galerien sollen sich nicht überall in Zürich breitmachen. Entsprechend den Plänen für Wohnungen könne man doch auch solche mit Nutzungen entwerfen, «die für eine lebendige Stadt von Bedeutung sind.» Mit Restaurants und Läden für den täglichen Bedarf beispielsweise.</p>
<p>Unter der Schwertgasse führt übrigens ein Tunnel durch, der das Bank-Hauptgebäude mit weiteren Büroräumlichkeiten verbindet. Das Privathaus von Hummler wiederum steht in Teufen, einer der steuergünstigsten Gemeinde der Schweiz. Und die Druckerei für seinen Anlagekommentar, der sieben Mal jährlich in einer Auflage von 70&#8217;000 Exemplaren erscheint, in Gossau. Dazu gehört auch eine eigene Spedition. Die Kundennamen sollen geheim bleiben.</p>
<p><strong>Sein Dirigent – und die Bachstiftung</strong></p>
<p>«Bach war unter ständigem Druck der Stadtväter und viel eingeschränkter als ich», sagt Ruedi Lutz. Seine Stimme hat einen angenehmen Singsang. «Ich bin ein glücklicher Bach-Dirigent, und das habe ich Konrad Hummler zu verdanken.» 2001 wurde Lutz angefragt, ob er alle 200 Kantaten von Johann Sebastian Bach aufführen möchte. Für den Gottesdienst geschrieben, loten die Bachkantaten die existenziellen Fragen musikalisch aus. «Ich wusste, dass dies eine Riesenaufgabe würde. Ich brauchte einige Jahre, bis ich zusagte», erinnert sich Lutz.</p>
<p>Seit 2006 wird nun monatlich eine Kantate in der evangelischen Kirche in Trogen aufgeführt. Drei Agentinnen sind für die Zusammenstellung der Sängerinnen und Musiker zuständig. Die Kantaten werden jeweils zweimal aufgeführt, dazwischen gibt es eine sogenannte Reflexion einer bekannten Persönlichkeit. Bis alle Kantaten aufgeführt sind, wird es noch gut zwanzig Jahre dauern. Die Beschäftigung mit diesen «bekannten Unbekannten» sei mittlerweile zu seiner Haupttätigkeit geworden, sagt Lutz. Gerne möchte er die Vermittlung an Junge ausbauen. Hummler hat für das Unterfangen eine eigene Bachstiftung geäufnet. Es dürfte fünfzehn bis zwanzig Millionen Franken kosten. Das Jahresprogramm legen Hummler und Lutz jeweils an einem Truthahnessen nach Weihnachten fest. Den Truthahn bereitet der Banker zu.</p>
<p>Kritische Klassikfreunde sagen: Weil es in St.Gallen kein Konservatorium gäbe, habe hier eine grosse Lücke in der historischen Aufführungspraxis bestanden. Diese sei nun durch die Bachstiftung besetzt, was zu begrüssen sei. Aber Kulturstiftungen, erst recht solch gut ausgestattete, seien doppelt heikel: Zum einen, weil sie eine Möglichkeit bieten, keine Steuern zu zahlen. Steuern, die letztlich auch einer öffentlichen Kulturpolitik zugute kommen würden. Zum andern, weil bei Stiftungen keine Transparenz herrscht, wer unterstützt wird und wer nicht. Das führe zu einer feudalen Kulturförderung. Erkennbar unterstützt die Bach-Stiftung nur ihr eigenes Projekt.</p>
<p>Von ausserhalb der Klassik könnte man noch die Frage aufwerfen, was eine Kunst mit dem Hang zur Vollständigkeit und Vollendung eigentlich bedeutet. Die Aufführungen der Bach-Stiftung gibt es demgemäss alle auch auf DVD, einzeln oder im Jahresschuber.</p>
<p><strong>Sein Lobbyist – und der Mindestlohn</strong></p>
<p>«Konrad Hummler ist für mich ein extrem wichtiger Gesprächspartner», sagt Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer IHK. «Wir haben die gleiche Meinung und wir marschieren parallel.» 2004 war Hummler als erster Nicht-Textiler zum Präsidenten der IHK gewählt worden. Als neuer Direktor wurde Weigelt eingesetzt. Vom Vorstand, wie er betont, und nicht von Hummler allein.</p>
<p>Aber der hat ja gewusst, das er sich auf die Weigelts als Geschäftsführer verlassen kann: Kurt ist der Bruder von Trumpf-Buur-Peter. In seiner Dissertation hat sich Kurt Weigelt mit der Finanzierung von politischen Parteien beschäftigt. Er war als Papeterist (und als Parkgaragenpromotor) tätig gewesen. Nun will er bei der IHK die Möglichkeit nutzen, «das politische System im Sinn der Wirtschaft zu beeinflussen». Und er machte sich bereits dahinter, zum Beispiel als Arbeitgeber-Vertreter in der tripartiten Kommission.</p>
<p>Um nachher alles zu verstehen, sind zwei Begriffe zu klären: Eine tripartite Kommission ist zuständig für die Überwachung gegen Lohndumping. Sie setzt sich aus je drei Vertretern von Kanton, Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmern zusammen. Der Referenzlohn wiederum ist ein Vergleichswert, was nach Ort und Branche für eine bestimmte Arbeit bezahlt wird. Ende letzten Jahres wurde nun bekannt, dass die tripartite Kommission beschlossen hat, dass Lohndumping erst zwanzig Prozent unterhalb des Referenzlohnes beginne. So gibt es selbstverständlich kaum mehr Lohndumping. Wie eine schweizweite Umfrage zeigt, steht der Kanton St.Gallen mit dieser Auslegung allein da.</p>
<p>Auf das Thema angesprochen, reagiert Weigelt etwas ungehalten: Eine Gewerkschaftslüge zulasten des Wirtschaftsstandortes St.Gallen sei das! Mehr dürfe er als Kommissionsmitglied aber nicht sagen, bevor der Regierungsrat eine Anfrage zum Thema beantwortet habe. Peter Hartmann, Gewerkschafter und SP-Kantonsrat, hat sie eingereicht. Der sagt: «Die Handelskammer fuhr schon immer einen harten Kurs, unter der neuen Führung hat er sich noch verschärft.»</p>
<p>Den ideologischen Hintergrund zum Konflikt kann man im letzten «IHK-Standpunkt» nachlesen. Dieser wird vom Vorstand und dem Präsidenten abgesegnet. «Arbeit statt Mindestlöhne» ist der Titel. Demnach werden zwangsläufig Arbeitsplätze vernichtet, wenn Löhne im unteren Bereich erhöht werden. Demnach sind die Jungen auch nicht wegen der Krise arbeitslos, sondern weil sie zu hohe Löhne fordern. Demnach, könnte man ergänzen, muss man Lohndumping auch nicht kontrollieren.</p>
<p><strong>Sein Redaktor – und die Ideologie</strong></p>
<p>«Ich habe beim ‹St.Galler Tagblatt› als Redaktor im Hintergrund-Ressort gearbeitet, sozusagen als Hausphilosoph. Dort habe ich Interviews mit verschiedenen Persönlichkeiten geführt, Günter Netzer, Jan Assmann oder Reinhold Messner. Irgendwann sind mir die Anlagekommentare von Konrad Hummler aufgefallen, ich fand sie frisch, frech und gescheit. So habe ich auch ihn für ein Interview angefragt. Ich hatte den Eindruck, er habe schon auf mich und den Anruf gewartet», sagt René Scheu. Man habe sich öfters auf ein Glas Wein getroffen, und 2006 habe ihn Hummler, Präsident des Vorstands der «Schweizer Monatshefte», gefragt, ob er nicht Mitherausgeber der Zeitschrift werden möchte. «Zuerst sagte ich nein, dann aber hat es mich gereizt, hinauszugehen und mich auf dem freien Markt als Publizist zu behaupten.»</p>
<p>«Die Monatshefte», sagt Scheu, «sollen eine Debattenzeitschrift sein. Das können wir, weil wir eine klare Haltung vertreten, die sich aus der Tradition des Liberalismus nährt. Die Kategorien links und rechts sind für mich ohnehin überholt. Wir sind wirtschafts- und gesellschaftsliberal. Pro Kiffen, pro Markt. Unsere Gegner sind die Sozialisten und die Konservativen, die immer stärker zusammenspannen.»</p>
<p>In den nächsten fünf Jahren will Scheu die Zeitschrift auf ein solideres Fundament stellen: Zurück zur monatlichen Auflage, eine Verdreifachung der Auflage von heute 3000 Exemplaren. Er betont noch: «Konrad Hummler zahlt keinen Rappen an die Monatshefte.»</p>
<p>Was die Monatshefte wollen, ist in einer eigentlichen Schlüsselnummer von 2005 nachzulesen: «Jenseits von Liberalismus light». Marina Masoni schreibt über liberale Reformen. Die ehemalige Finanzchefin des Kantons Tessin arbeitet heute ebenfalls in der Wegelin-Geschäftsleitung, ein vergleichbarer Fall wie Zollinger. Wer auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, wird von Masoni als «Nutzniesser» mit «Partikularinteressen» abgestempelt. Eine weitere Autorin ist Adriana Ospel, sie schreibt unter dem Titel «Den Staat entschlacken» über den Service public: Der Staat soll nur noch aus der Ministerialverwaltung und den Trägern hoheitlicher Gewalt bestehen. Der Rest wird privatisiert. Die St.Galler Justizchefin Karin Keller-Sutter fordert im Stakkato mehr Sicherheit: «Wir Freisinnigen haben immer für die Grundrechte gekämpft, aber was sich gewisse Kreise unter Berufung auf diese Grundrechte herausnehmen, ist schlicht kriminell». So schliesst sich der Bogen zum Staatsschutz-Büchlein.</p>
<p><strong>Dass diese Stadt nicht käuflich ist</strong></p>
<p>Konrad Hummler und die Medien: Bei der «NZZ» sitzt er im Verwaltungsrat. Financier Titto Tetamanti war bis 2006 eingetragen in die Wegelin Fondsleitung AG und ist ein persönlicher Bekannter: Er hat die «Weltwoche» gekapert und jetzt die «Basler Zeitung». Am liebsten aber schreibt Hummler selbst, meist Kommentare und Vorworte, und am liebsten spricht Hummler selbst, meist in Interviews. Seine Sprache ist dabei voll von militärischen Metaphern: von Kompanienapoleons, von Feldherrenhügeln, von Operationsplänen. Stets soll eine Ordnung hergestellt werden. Aber welche? «Jeder Franken, der am Staat vorbeigeht, ist ein gut eingesetzter Franken», hat Konrad Hummler einmal gesagt.</p>
<p>Die Taktik der Vätergeneration im Kalten Krieg war der Ausschluss der Kritiker: Bis der Fichenstaat implodierte. Die Taktik der Söhne ist der Einschluss: Wer talentiert ist oder gefügig oder beides, wird kontaktiert. Die Aussagen von Zollinger, Klaiber, Lutz, Weigelt und Scheu zeigen: Die Vorzüge des selbstbestimmten Arbeitens, etwa Selbstentfaltung oder Teilhabe, sind mit Hummler durchaus zu haben. Und eine gewisse Freudigkeit kann man ihm bestimmt nicht absprechen. Doch ist, was sich hier historisierend, aufgeschlossen und unideologisch gibt, zutiefst reaktionär und rechts: Man strebt nach Geld und Glück und Vollkommenheit. Freiheit und Brüderlichkeit! Gleichheit und Gerechtigkeit hingegen negiert man. Über die Dummen, die Armen und die Ehrlichen wird gespottet.</p>
<p>Im Grunde ist es rücksichtslos: Wohnungen und Bars und öffentliches Leben weg, Mindestlöhne und Lohnkontrollen weg, und das Wissen letztlich der Bürger um Geldwäscherei gleich auch noch weg. Stattdessen weiterhin Steuerhinterziehung und viel verbrämte Ideologie und Bachkantaten für alle.</p>
<p>Hummler, der Superreiche, der eine Lohndumping-Politik mitverantwortet: Anstelle der Demokratie soll es einen Hofstaat geben. Es ist auch eine fast reine Männergeschichte.</p>
<p>Ich habe für diesen Artikel nicht mit Konrad Hummler gesprochen. Es könnte das erste Mittel gegen den Feudalismus sein: nicht mitzumachen.</p>
<p>*</p>
<p><strong>Kaspar Surber</strong>, 1980, war bis 2005 «Saiten»-Redaktor und arbeitet heute bei der «Woz». Als Betreiber des Konzertlokals «Frohegg» war er einmal mit Manuel Stahlberger zu Konrad Hummler eingeladen. Hummler fragte sie an, ob man zusammen im Waaghaus eine Kulturbeiz betreiben wolle. Sie haben abgelehnt.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5814&amp;md5=f81fd0791c92c25c222dccf7fece0632" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Breaking-News-Modus: Off</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/05/breaking-news-modus-off/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 22:57:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bank Sarasin]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Hildebrand-Affäre gibt es bislang wenig Fakten, dafür Petarden: viel Lärm, viel Nebel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal hasse ich diesen Job. Wirklich. Die Hektik, das Durcheinander, die Verwirrung, der Schwachsinn … Aber vielleicht ist es gerade das, was den Beruf ausmacht. Und wie immer, wenn einem dieses Geschäft zuwider wird, dann lohnt es sich, den alten Doc zu fragen. Und der sagte ja schon vor langer Zeit, dass nur Amateure Freude am Schreiben hätten – frag mal eine alte Hure, ob sie Spass am Ficken hat …</p>
<p>Wie auch immer: Es herrscht derzeit ein Riesendurcheinander und bei den ganzen Breaking-News-Petarden, die überall gezündet werden, hört man bald seine eigene Stimme nicht mehr. Aber eben: Bislang handelt es sich vor allem um Petarden – viel Lärm, viel Nebel. Was die meisten nützlichen Idioten meiner Branche als investigative Recherche bezeichnen ist meist nur instrumentalisierte Berichterstattung von der einen oder der anderen Seite – das betrifft den Chefredaktor der <em>NZZ am Sonntag</em> und die Ressortleiterin der <em>Sonntagszeitung</em> ebenso wie den eigentlich pensionierten Bundeshausredaktor der <em>Weltwoche</em>.</p>
<p>Die <em>Weltwoche </em>ist zwar die einzige Zeitung, die Dokumente vorgelegt hat (auch wenn diese wohl über einen wenig originellen Weg Eingang in die Redaktionsstube fanden). Aber belegbare und belegte Fakten sind in der Devisenaffäre um den Nationalbankpräsidenten Hildebrand bislang eher rar gesät. Und die wenigen, die seit einiger Zeit klar sind (zum Beispiel, das sowohl Herr als auch Frau Hildebrand für die besagten Konti bevollmächtigt sind, ergo beide Aufträge erteilt haben können), werden auch nicht wichtiger, wenn man sie als «neu» aufbauscht und dem Bankmitarbeiter, dessen Behauptungen nicht überprüft werden, bedeutungsschwangere Namen wie «Deep Throat II» gibt. (Für all diejenigen, die die <em>Weltwoche</em> noch nicht gelesen haben: Urs Paul Engeler, immerhin gerade eben zum Schweizer Politjournalist des Jahres gewählt, ist sich in seinem Artikel nicht zu blöd, den Informanten aus der Bank Sarasin in Anlehnung an die Watergate-Affäre «Deep Throat II» zu nennen.) Und hey, guess what, die Geschichte wird auch nicht journalistischer, wenn man Hildebrand als «Gauner» bezeichnet, der «sich illegal Vorteile erschleicht» und ganz nebenbei noch den halben Bundesrat zum Rücktritt auffordert …</p>
<p>Aber gut, es gibt ziemlich viele offene Fragen und Widersprüchlichkeiten in dieser Geschichte und in ihrer medialen Aufbereitung: Gibt es zum Beispiel einen oder zwei Whistleblower bei der Bank? Beziehungsweise ist er überhaupt ein Whistleblower? Whistleblower machen auf Missstände aufmerksam, aber in diesem Fall: Wo ist der Missstand? Offenbar war laut zwei Untersuchungen formal alles korrekt. Und: Die Bank Sarasin hat einen IT-Mitarbeiter entlassen, weil er Hildebrands Kontodaten entwendet haben soll, die <em>Weltwoche</em> schreibt, es handle sich dabei um Hildebrands Bankkundenberater. Was gilt? Bislang ist auch nicht klar, wer wann warum die Aufträge für die Devisenkäufe erteilt hat – Philipp oder Kashya Hildebrand? Die Wahrheit kennen nur die Telefonaufzeichnungen. Solange diese nicht bekannt sind, steht die von der <em>Weltwoche</em> kolportierte Aussage eines Bankmitarbeiters gegen die Aussagen von Philipp und Kashya Hildebrand.</p>
<p>Wie auch immer: Es herrscht ein Riesendurcheinander und wenn wir uns nicht gerade mit der Politisierung der Nationalbank beschäftigen müssten, würden wir vielleicht konzentriert auf eine ganz andere Geschichte schauen, nämlich die, dass <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/04/die-nzz-verschweigt/" target="_blank">drei Banker des NZZ-Verwaltungsratspräsidenten Konrad Hummler</a> gerade in den USA angeklagt worden sind. Jedenfalls: Das tönt alles nach spannenden Zeiten …</p>
<p>Jetzt heisst es, den Breaking-News-Modus auf Off zu schalten, durchzuatmen und abzuwarten. Morgen Nachmittag will die Nationalbank informieren. Dann wissen wir mehr. Ich leg mich solange schon mal in den Jacoozi …</p>
<p>Lesen:</p>
<ul>
<li>Kaspar Surber in der WOZ über die <a href="http://www.woz.ch/artikel/2012/nr01/schweiz/21583.html" target="_blank">Politisierung der Nationalbank in drei Schritten</a>.</li>
<li>Ralph Pöhner in der Zeit über <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-01/bankenskandal-schweiz/komplettansicht" target="_blank">die Wulff-Affäre auf Schweizerdeutsch</a></li>
<li>Lukas Hässig auf 20minuten über <a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/Bank-Sarasin-dementiert-Weltwoche-Vorwuerfe-13437818" target="_blank">die mangelhaften Weltwoche-Vorwürfe</a></li>
<li>Medienmitteilung der <a href="http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20120104/source/pre_20120104.de.pdf" target="_blank">Nationalbank</a>, inklusive Bericht von PriceWaterhouseCoopers</li>
</ul>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5787&amp;md5=981c6c8ffd8fc728275c32e76015e0e2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Fifa-Vize und seine Millionen</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2011/11/16/der-fifa-vize-und-seine-millionen/</link>
		<comments>http://nationofswine.ch/2011/11/16/der-fifa-vize-und-seine-millionen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 12:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fifa]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Julio Grondona]]></category>
		<category><![CDATA[Sepp Bla]]></category>

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		<description><![CDATA[Was sagen uns Julio #Grondonas Bankauszüge? Crowdsourcing jetzt @jensweinreich ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/" target="_blank">Investigativ-Profi Jens Weinreich</a> <a href="http://www.ftd.de/sport/:weltfussballverband-fifa-vize-unter-korruptionsverdacht/60129257.html" target="_blank">hat gestern in verschiedenen deutschen Zeitungen Phänomenales enthüllt</a>: Es geht um den Fifa-Vizepräsidenten Julio Grondona und seine Millionen, die er auf zahlreichen Auslandskonten parkiert haben soll – unter anderem auch in der Schweiz. Insgesamt soll es dabei um über hundert Millionen gehen. <a href="http://www.analitica.com/deportes/9328785.asp" target="_blank">Die argentinischen Behörden sind ihm wegen dieser nichtdeklarierten Gelder auf den Fersen (spanisch)</a>. Ein Rechtshilfegesuch soll ebenfalls schon auf dem Weg sein. Folco Galli, der Sprecher des Bundesamtes für Justiz, konnte mir das heute morgen allerdings noch nicht bestätigen. Bisher sei kein Rechtshilfegsuch beim BJ für Julio Grondona eingegangen.</p>
<p>Die Sache bleibt aber so oder so interessant. Jens Weinreich hat zahlreiche Dokumente (Kontoauszüge, Briefwechsel, &#8230;) auf seinem Blog veröffentlicht, eigene Listen erstellt und fragt:</p>
<blockquote><p><span style="color: #808080;">-Woher kommt das Geld?<br />
-Wer hat wofür überwiesen?<br />
-Die Korruptionsagentur ISL/ISMM? Mindestens zwei Konten bestanden schon in den neunziger Jahren.<br />
-Die Fifa?<br />
-Russland 2018?<br />
-Katar 2022?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="color: #808080;">-Warum unternimmt die FIFA nichts gegen Grondona?</span><br />
<span style="color: #808080;">-Warum “ermittelt” keine Ethikkommission?</span><br />
<span style="color: #808080;">-Warum ist Grondona noch auf freiem Fuß?</span><br />
<span style="color: #808080;">-Warum lassen Blatter, Don Julio &amp; Co weiter jegliche Transparenz vermissen?</span></p></blockquote>
<p>Die Dokumente sind hochspannend, sie lassen aber auch Fragen offen. Deshalb bittet Weinreich um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdsourcing" target="_blank">Mithilfe</a>:</p>
<blockquote><p>-Ist die Auflistung einigermaßen korrekt?<br />
-Was lässt sich aus den elf Kontoblättern (oben verlinkt) noch ablesen?<br />
-Was lohnt sich, zu recherchieren?<br />
-Findet jemand Details zu den Firmen?<br />
-Litemax Enterprise Corp?<br />
-Anfal Inc?<br />
-Kellog Development Inc?<br />
Harvard Society Limited?</p></blockquote>
<p>Wer also helfen will, der soll das doch bitte zum Beispiel in den Kommentaren hier oder direkt bei Jens Weinreich tun. Danke.</p>
<p><strong>Dokumente</strong><strong>:</strong></p>
<div id="attachment_5332" class="wp-caption aligncenter" style="width: 343px"><img class="size-large wp-image-5332  " title="Grondona-Hyposwiss" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/11/Grondona-Hyposwiss-555x199.png" alt="Quelle: www.jensweinreich.de" width="333" height="119" /><p class="wp-caption-text">Quelle: www.jensweinreich.de</p></div>
<p>Zu den Kontoauszügen gehts <a href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/" target="_blank">hierlang</a>!</p>
<div id="attachment_5333" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf"><img class="size-large wp-image-5333 " title="Grondona Staatsanwaltschaft" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/11/Grondona-Staatsanwaltschaft-555x196.png" alt="" width="555" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: www.jensweinreich.de</p></div>
<p>Zu den Dokumenten der Staatsanwaltschaft aufs Bild klicken (pdf)!</p>
<p><strong>PS:</strong> Um die Datenverarbeitung zu erleichtern, hat jemand das ganze bereits durch einen OCR-Dienst gejagt.<br />
<a href="http://pastebin.com/xNFF3W3J" target="_blank">Zur Rohversion gehts hierlang</a>.<br />
<a href="http://pastebin.com/yPx8tXA3" target="_blank">Und zur gefilterten Version hierlang. </a></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5330&amp;md5=329468e24bef2f71ab6641bbae778b3f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Occupy-Paradeplatz: Verhaftet, geräumt, weggewiesen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 11:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Occupy Paradeplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Augenschein auf dem Lindenhof.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5321" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><img class="size-large wp-image-5321" title="Boys in Blue occupying Lindenhof" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/11/Boys-in-Blue-occupying-Lindenhof-555x373.png" alt="" width="555" height="373" /><p class="wp-caption-text">Boys in Blue occupying Lindenhof</p></div>
<p>Erst einmal … Notiz an mich selber: Bei polizeilichen Räumungen Presseausweis mitbringen. Kann hilfreich sein. Aber heute dann am Ende doch nicht gar nicht unbedingt nötig, weil die Polizei war äusserst freundlich und zuvorkommend (wenigstens zu mir). Nach einigem hin und her durfte ich also auf den abgeriegelten Lindenhof, etwas spät zwar (die meisten Besetzer waren bereits verhaftet und abtransportiert), aber immerhin. Eine Person wusch sich gerade das Gesicht, weil sie von einem Polizisten mit Pfefferspray eingenebelt worden war. Die Journalisten durften in einer abgesperrten Sonderzone das Ganze aus der Distanz betrachten. Als der letzte Besetzer abgeführt worden war, konnte man sich dann ziemlich frei auf dem Gelände bewegen.</p>
<div id="attachment_5322" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><img class="size-large wp-image-5322" title="Cortesi Occupying" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/11/Cortesi-Occupying-555x325.png" alt="" width="555" height="325" /><p class="wp-caption-text">Polizeisprecher Marco Cortesi im Einsatz</p></div>
<p>Überhaupt, die Stimmung war ziemlich surreal: Die ERZ verräumte die Zelte in separate Kisten, sie können später abgeholt werden, Plakate und anderes wurden weggeworfen. Die Polizei bat einen Besetzer, die Vollversammlung heute Abend bitte beim Stauffacher abzuhalten und nicht auf dem Paradeplatz. Ein Zivilpolizist bedauerte, dass man die Leute habe wegweisen müssen, da er offenbar Sympathien für ihre Anliegen hegt. Er sagte auch – <a href="https://twitter.com/#!/chanimann/status/136360546890031106" target="_blank">im Gegensatz zu Polizeisprecher Marco Cortesi </a>– dass man heute Abend um 19 Uhr, wenn die Bewegung auf dem Paradeplatz das weitere Vorgehen besprechen will, «sicher nicht Jagd machen» werde auf diejenigen, die heute morgen auf dem Lindenhof verhaftet und weggewiesen wurden.</p>
<p>Die Besetzer rufen weiterhin dazu auf, sich heute Abend um 19 Uhr auf dem Paradeplatz zu einer Vollversammlung zu treffen. Heute morgen wurden 31 Personen auf den Polizeiposten gebracht. Sie erhielten eine schriftliche Wegweisung. Einige sind wieder auf freiem Fuss. (Updates können folgen)</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Kollege K. meint noch, man solle doch die Streitkräfte dazu auffordern, überzulaufen – oder sich wenigstens neutral zu verhalten. Das sei bei Volksaufständen üblich.</p>
<p><strong>UPDATE</strong> (13:46 Uhr): Die <a href="http://www.juso.ch/de/node/3128" target="_blank">JUSO verurteilt in einer Stellungnahme die Räumung des Lindenhof</a>:</p>
<blockquote><p>Um der gesamten Bevölkerung einen Gefallen zu tun, sollte der Stadtrat von Zürich sich dagegen endlich für die gesetzlichen Grundlagen für eine Räumung der Goldküste stark machen. Dort leben ganz wenige Menschen auf ganz grossem Raum. Und dort leben jene, die sich auf Kosten aller anderen bereichern.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-5323" title="Demokratie" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/11/Demokratie-555x406.png" alt="" width="555" height="406" /></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5320&amp;md5=18b8aea4909e05aba42492ef853d5cc7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rudolf Elmer über Occupy Paradeplatz: «David ist stärker geworden!»</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2011/10/17/rudolf-elmer-uber-occupy-paradeplatz-%c2%abdavid-ist-starker-geworden%c2%bb/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 10:54:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Occupy Paradeplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Paradeplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Rudolf Elmer]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Zelte sind abgebrochen, die Besetzer abgezogen – und als ich heute morgen ein vorerst letztes Mal das Camp von «Occupy Paradeplatz» besuchte, stand nur noch der Banking Watchtower, den «die Empörten» am Samstag zwischen UBS und CS aufgebaut hatten. Weg sind auch die Reporter der Sonntagspresse, die am Samstag nach Prominenten auf dem Paradeplatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4904" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><img class="size-large wp-image-4904" title="Occupy Paradeplatz" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/10/Occupy-Paradeplatz--555x410.png" alt="Samstagabend auf dem besetzten Paradeplatz in Zürich." width="555" height="410" /><p class="wp-caption-text">Samstagabend auf dem besetzten Paradeplatz in Zürich.</p></div>
<p>Die Zelte sind abgebrochen, die Besetzer abgezogen – und als ich heute morgen ein vorerst letztes Mal das Camp von «Occupy Paradeplatz» besuchte, stand nur noch der Banking Watchtower, den «die Empörten» am Samstag zwischen UBS und CS aufgebaut hatten. Weg sind auch die Reporter der Sonntagspresse, die am Samstag nach Prominenten auf dem Paradeplatz Ausschau hielten. Jean Ziegler, der Bankenkritiker, Soziologe und Uno-Beauftragte, hätte kommen sollen. Er hat es jedenfalls im Vorfeld angekündigt. Er soll aber, so hiess es am Samstag, das Flugzeug von Paris nach Zürich verpasst haben und richtete lediglich telefonisch eine Grussbotschaft an die Anwesenden (hätte er doch besser den Zug genommen, hoho!).</p>
<object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F25614168&amp;g=1&amp;auto_play=&amp;show_comments=&amp;color=&amp;theme_color="></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F25614168&amp;g=1&amp;auto_play=&amp;show_comments=&amp;color=&amp;theme_color=" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"> </embed></object>
<p>Dafür sollen andere prominente Unterstützer vor Ort gewesen sein, zum Beispiel <a href="http://www.poster.net/cooper-alice/cooper-alice-photo-xl-alice-cooper-6226515.jpg">Alice Cooper</a> – wobei Kollege X, der ihn gesehen hat, nicht sicher war, ob Herr Cooper nicht doch eher gerade beim Shoppen war, als er am Rande des Paradeplatzes stehen blieb, um das bunte Treiben zu verfolgen.</p>
<p>Wie auch immer … Unerwarteten Besuch gab es dennoch:</p>
<p>Es ist Sonntagabend und der Zürcher Paradeplatz, Symbolbild des Bankenlandes Schweiz, ist zum Campingplatz umgenutzt worden: Rund fünfzig Personen zelten unter dem Motto «Occupy Paradeplatz» auf dem ehemaligen «Säumärt», <a href="http://www.woz.ch/artikel/2011/nr41/schweiz/21285.html" target="_blank">wie der Platz bis 1819 offiziell hiess.</a> Sie protestieren gegen die Banken, gegen die Finanzwelt, fordern mehr Demokratie, mehr soziale Gerechtigkeit (auch wenn es immer wieder heisst, die Demonstranten hätten keine Forderungen). Es dunkelt gerade langsam ein, als die Besetzer eine Vollversammlung abhalten und sich sich ein Mann dem Kreis der Diskutierenden nähert, der ein ganzes Leben lang Teil dieser so gescholtenen Finanzwelt war. Einer, der die intimen Details der Steuerhinterzieher und ihrer Gehilfen kennt: Rudolf Elmer, 56 Jahre alt, ehemals operativer Geschäftsführer der Bank Julius Bär auf den Cayman Inseln, heute Whistleblower und auf Seiten der Protestierenden zu finden. Elmer stellt sich nicht erst seit diesem Wochenende gegen die Finanzwelt. Er gilt seit Jahren als <a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/20947.html">Feind der Banken: Der Fall Elmer ist die Geschichte eines kleinen Mannes, der gegen die Bahnhofstrasse aufgestanden ist.</a></p>
<p>Im Januar verhaftete ihn die Zürcher Polizei – nur wenige Stunden nachdem er vom Bezirksgericht wegen Bankgeheimnisverletzung, Nötigung und Drohung zu einer Geldstrafe verurteilt worden war – und sass mehr als sechs Monate lang in Untersuchungshaft im Winterthurer Gefängnis. Der Grund: Elmer soll angeblich gegen das Bankgeheimnis verstossen haben, weil er zwei Tage vor seinem Prozess während einer <a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/banken-rudolf-elmer-der-oeffentliche-dieb-1.1047461">Pressekonferenz in London zwei CDs an Julian Assange übergab</a>. (Auf den CDs, so die Vermutung der Staatsanwaltschaft, sollen sich Schweizer Bankkundendaten befunden haben. Elmer bestreitet dies.)</p>
<p>Jetzt steht Elmer am Sonntagabend auf dem Paradeplatz, von den meisten Anwesenden unerkannt, und sagt: «Ich bin hierhergekommen, um mir das anzusehen.» Im Rucksack trägt Elmer einen Stapel seines<a href="http://www.rudolfelmer.com/products-produkte-books-speeches-etc/produkt-buch-bankenterror-deutsch/" target="_blank"> neusten Buches</a> mit sich. «Es wäre ja seltsam, wenn ich nicht hier wäre, um Flagge zu zeigen. Es ist richtig, was sie hier tun. Es ist gut festzustellen, dass sich die jungen Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen. Sie zeigen Durchhaltewillen und das ist nötig in dieser Sache. David ist stärker geworden!»</p>
<p>Dann, nach einem kurzen Gespräch, verlässt Rudolf Elmer den Platz. Er gehe jetzt, sagt er und lacht: «Sonst bin ich gleich wieder der Erste, den sie verhaften.»</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=4890&amp;md5=75d285f1f23b611cc5fef82a7c017b90" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wieviel kostet ein Abstimmungssieg, Herr Gentinetta?</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/10/07/wieviel-kostet-ein-abstimmungssieg-herr-gentinetta/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 14:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Economiesuisse]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Gentinetta]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Economiesuisse Einfluss auf die Politik nimmt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wenn die Schweiz und ihre Kantone zur Steuerhölle werden, dann wird es  vor allem für die Steuerzahler sehr teuer. Ich kann Ihnen sagen: Unser  Engagement richtet sich immer nach dem Gefährdungspotenzial einer  Vorlage für den Standort Schweiz.<br />
<em><strong><span style="color: #333333;">Pascal Gentinetta, Economiesuisse</span></strong><strong><br />
via: <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr40/schweiz/19873.html" target="_blank">WOZ</a></strong></em></p></blockquote>
<p>Der Wirtschaftsverband Economiesuisse lässt auf seinen Plakaten die Schweiz brennen, der Abstimmungskampf um die <a href="http://www.sp-ps.ch/index.php?id=5" target="_blank">Steuergerechtigkeitsinitiative der SP</a> hat begonnen. Wieviel Bührer, Gentinetta und Co. für die Kampagne springen lassen, darüber kann man nur spekulieren. Angeblich soll die Kampagne rund zehn Millionen Franken kosten.</p>
<p>Kollege Surber und ich machten uns Anfang Woche auf den Weg, bei der Economiesuisse nachzufragen. Wir waren uns nicht sicher, wieviel man uns sagen würde. Wir waren noch nicht mal sicher, ob wir das Interview nicht vielleicht vorzeitig abbrechen müssten. Denn, als wir im Büro von Pascal Gentinetta sassen, dem Direktor des Wirtschaftsverbands Economiesuisse, hatten wir vor allem eines im Sinn: Wir wollten wissen, wieviel Einfluss die Wirtschaftslobby auf die Politik nimmt – ohne Umwege, ohne «verlässliche Quellen sagen», sondern direkt, von Angesicht zu Angesicht.</p>
<p>Es geht hier nicht um politische Verschwörungen, wie uns das Gentinetta im Gespräch einmal unterstellen wollte. Es geht um Macht, um Kontakte und um Geld. Und es geht vor allem  darum, diese Einflussnahme transparent zu machen.</p>
<p>Pascal Gentinetta gab sich erstaunlich offen, sprach über die Departementsverteilung im Bundesrat, über die Wünsche der Wirtschaft und über die Schwierigkeiten, in einer direkten Demokratie zu lobbyieren. Bisweilen wich er aus, benutzte unverfängliche Bilder, aber er bestätigte … – oder um es anders zu formulieren: zwischen den Zeilen wird klar, dass der Wirtschaftsverband bei der Departementsverteilung ein Wörtchen mitzureden hatte.</p>
<p>Nur bei einem Thema wurde Gentinetta schweigsam: den Zahlen.</p>
<p>Das Interview mit dem vielsagenden Titel <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr40/schweiz/19873.html" target="_blank">«Gelegentlich redet man über die Farbe des Himmels»</a> findest du in der aktuellen WOZ – oder wenn du auf Weiterlesen klickst.</p>
<p>Apropos Transparenz: Wer in Deutschland welche Parteien mit wieviel Geld finanziert, sieht man <a href="http://labs.vis4.net/parteispenden/" target="_blank">auf dieser interaktiven Karte hier</a>.</p>
<p><span id="more-3705"></span></p>
<p title="lead"><strong><br />
</strong></p>
<h3 title="title"><strong>«Gelegentlich redet man über die Farbe des Himmels»</strong><strong><br />
</strong></h3>
<p><span style="color: #888888;"><em>Economiesuisse-Direktor Pascal Gentinetta im  Kreuzverhör. Er spricht über den Einfluss des Wirtschaftsverbandes auf  die Departementsverteilung im Bundesrat und erklärt seine  Lobbyingstrategien – nur zu den Zahlen schweigt er beharrlich.</em></span></p>
<p title="title">Interview: Carlos Hanimann und Kaspar Surber<img src="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr40/schweiz/images/transp.gif" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><strong>WOZ: Wir sitzen in der Economiesuisse-Zentrale in  Zürich, in einem Besprechungszimmer mit riesigem Flachbildschirm. Haben  Sie die Bundesratswahlen von hier aus verfolgt?</strong><br />
Pascal Gentinetta: Nein, ich war in unserer Filiale in Bern. In einer anderen Sache.</p>
<p><strong>Haben Sie sich über das Ergebnis gefreut?</strong><br />
Bei der Wahl haben wir immer betont, dass Economiesuisse  zur Konkordanz steht. Alle massgeblichen Kräfte des Landes sollen in  der Regierung vertreten sein – auch die Linke. Zudem haben wir immer  einen Bundesrat mit unternehmerischem Background als Vorteil für das  Kollegium angesehen. Dass unser jetziger Vizepräsident Johann  Schneider-Ammann gewählt worden ist, hat uns natürlich gefreut.</p>
<p><strong>Bei der Departementsverteilung beliessen Sie es nicht beim Wunsch: Da forderten Sie das Infrastrukturdepartement Uvek.</strong><br />
Es war keine Forderung. Wir sagten nur, dass es nach  fünfzehn Jahren linker Führung frischen Wind im Uvek brauchen könnte.  Klar, wir haben auch Interessen und Positionen. Wir haben aber nie  explizit Doris Leuthard fürs Uvek gefordert. Es liegt nicht an  Economiesuisse zu sagen, wer welches Departement kriegt. Das ist ein  alleiniger Entscheid des Gesamtbundesrates.</p>
<p><strong>Seit den Sommerferien ist es bei dieser Äusserung geblieben? Sie haben nichts weiter unternommen?</strong><br />
Wenn Sie jemand fragt, ob Sie lieber einen blauen Himmel  oder einen Himmel mit Wolken haben, dann dürfen Sie wohl Ihre Meinung  äussern.</p>
<p><strong>Und alles Weitere bleibt eine wundersame Fügung &#8230;</strong><br />
Bei der Departementsverteilung gaben persönliche Präferenzen den Ausschlag.</p>
<p><strong>Von Doris Leuthard weiss man, dass sie lange gezögert  hat, ins Uvek zu wechseln. Haben Sie zwischen der Bundesratswahl und  der Departementsverteilung Einfluss genommen auf die beteiligten  Personen?</strong><br />
Was heisst schon Einfluss nehmen? Wie die Gewerkschaften  stehen wir bei den Dossiers, die uns interessieren, im regelmässigen  Kontakt mit Politikern aus allen Lagern.</p>
<p><strong>Das tönt doch schon etwas anders, als wenn Sie sich  nur zur Farbe des Himmels äussern. Hatten Sie also mit Frau Leuthard  Kontakt?</strong><br />
Wir sind auch mit Micheline Calmy-Rey im Kontakt. Wir waren vor drei Wochen bei ihr.</p>
<p><strong>Zu ihr haben Sie auch Kontakt?</strong><br />
Selbstverständlich habe ich auch Kontakt mit ihr.</p>
<p><strong>Sie haben viele Kontakte.</strong><br />
Es wäre ein Fehler anzunehmen, dass Economiesuisse  personenorientiert arbeitet. Wir arbeiten themenorientiert. Mit Frau  Calmy-Rey zum Beispiel sprachen wir über die Europapolitik.</p>
<p><strong>Trotzdem: Bei der Departementsverteilung ging es um einen Personalentscheid.</strong><br />
Wenn wir uns über wirtschaftspolitische Fragestellun­gen  austauschen, dann kann es eben vorkommen, dass man auch noch über die  Farbe des Himmels spricht.</p>
<p><strong>Sie haben also vorgängig mit den EntscheidungsträgerInnen über die Departementsverteilung gesprochen.</strong><br />
Nochmals: Es war nicht das Ziel unserer vielfältigen  Kontakte zur Politik. Dass man dar­über en passant redet, ist normal.  Eine von Economiesuisse inspirierte Verschwörung gehört ins Reich der  Legenden.</p>
<p><strong>Verschwörung? Wir reden von Einflussnahme. Wohin soll sich das Uvek bewegen, wenn es nach der Economiesuisse geht?</strong><br />
Wir haben schon vor dem Rücktritt von Moritz Leuenberger  unseren Bericht «Netzinfrastrukturen» veröffentlicht. Das zeigt, dass  wir unsere Politik nicht an Wahlzyklen orientieren. Wir haben nicht  plötzlich Sonderwünsche an Frau Leuthard, weil sie ins Uvek gewechselt  hat. Wir haben hingegen langfristig orientierte Positionen.</p>
<p><strong>«Netzinfrastruktur» ist Ihr unverfänglicher Kampfbegriff gegen den Service public.</strong><br />
Economiesuisse steht uneingeschränkt für eine  landesweite Grundversorgung an guten Dienstleistungen. Hingegen sind wir  gegen überteuerte und kundenfeindliche Strukturen wie beim Postmonopol.</p>
<p><strong>Ihr ideologisches Ziel ist die Trennung von Infrastruktur und Netzbenutzern – etwa bei der Eisenbahn.</strong><br />
Nein, wir sind nicht für eine explizite Trennung. Wir  fordern eine buchhalterische Transparenz bezüglich der Rentabilität und  der Auslastung der einzelnen Linien. Unsere Kritik am Uvek ist, dass es  eine solche Transparenz bis heute nicht gibt. Damit man weiss, ob man  den zusätzlichen Steuerfranken besser in einem Alpenseitental oder in  der Agglomeration Zürich einsetzen soll. Das kann ich als gebürtiger  Walliser gut sagen.</p>
<p><strong>Das eigentliche Feld der Auseinandersetzung wird die Energieversorgung. Wie viele neue Atomkraftwerke fordern Sie?</strong><br />
Es geht nicht um die Zahl, sondern um die zukünftige  Sicherstellung der Energieversorgung. Unsere heutigen AKWs werden  auslaufen. Und weder mit erneuerbaren Energien noch mit baulichen  Effizienzmassnahmen kann auf absehbare Zeit die entstehende Stromlücke  geschlossen werden. Man muss auch die Vorteile von AKWs sehen &#8230;</p>
<p><strong>Zum Beispiel die Entsorgung von radioaktivem Abfall?</strong><br />
Wir sagen nicht, dass dies kein Problem ist. Doch klima-  und umweltpolitisch ist es deutlich sinnvoller, ein Kernkraft- statt  ein Kohlekraftwerk zu bauen.</p>
<p><strong>Ist das Lobbying eigentlich einfacher, wenn der  entsprechende Bundesrat bürgerlich ist, im Fall von Doris Leuthard sogar  eine AKW-Befürworterin?</strong><br />
Ich bin jetzt seit drei Jahren im Amt und hatte  verschiedentlich Kontakt mit meinen Kollegen aus dem Ausland: Das  Lobbying funktioniert in der Schweiz anders. Im Gegensatz zu  Mehrheitsregierungen mit Koalitionsverträgen bietet die Parteicouleur im  Bundesrat noch keine Gewähr für die Durchsetzung einer bestimmten  Linie. Wir haben ein Konkordanzsystem mit dem entscheidenden Merkmal der  direkten Demokratie. Nicht selten krempeln Parlament oder  Volksentscheide Regierungsbeschlüsse um. Dies müssen wir immer im  Hinterkopf behalten. Das würden Gewerkschaftsvertreter aber auch sagen.</p>
<p><strong>Deshalb arbeiten Sie themenorientiert?</strong><br />
Genau, thematisch entlang der Politkette. Wir versuchen, frühzeitig Themen zu besetzen.</p>
<p><strong>Am Ende steht häufig ein Urnengang. Wie viel kostet es, in der Schweiz eine Abstimmung zu kaufen?</strong><br />
Eine Abstimmung kann man nicht kaufen, man muss überzeugen.</p>
<p><strong>Wie viel kostet diese Überzeugungsarbeit?</strong><br />
Die ist nicht käuflich. Man muss gute Argumente haben.  Selbst mit einer teuren Kampagne können Sie nicht überzeugen, wenn Sie  schlechte Argumente haben.</p>
<p><strong>Man kann auch die besten Argumente haben, ohne Geld geht man trotzdem unter.</strong><br />
Das stimmt so nicht. Das ist der besondere Charme der  direkten Demokratie. Abstimmungen verlaufen auch nicht immer zu unseren  Gunsten. Ich glaube, es ist gesund und gut, dass hier die direkte  Demokratie gelebt wird.</p>
<p><strong>Würde es nicht gerade für das Demokratieverständnis sprechen, die Zahlen Ihrer Kampagnenfinanzierung offenzulegen?</strong><br />
Nein, wir sind eine private Institution.</p>
<p><strong>Beim öffentlichen Verkehr haben Sie gerade noch Transparenz gefordert.</strong><br />
Wir sind eben nicht vom Staat finanziert. Das ist doch ein Unterschied.</p>
<p><strong>Wie viel haben Sie bei der AVIG-Revision investiert?</strong><br />
Man kann grob nachrechnen, was Plakate und Inserate kosteten.</p>
<p><strong>Auf Flyern gegen die Steuergerechtigkeitsini­tiative  lässt die Economiesuisse bereits die Schweiz brennen. Wie teuer wird  diese Kampagne? Sie scheint Ihnen wichtig zu sein.</strong><br />
Wenn die Schweiz und ihre Kantone zur Steuerhölle  werden, dann wird es vor allem für die Steuerzahler sehr teuer. Ich kann  Ihnen sagen: Unser Engagement richtet sich immer nach dem  Gefährdungspotenzial einer Vorlage für den Standort Schweiz.</p>
<p><strong>Wie hoch ist das «Gefährdungspotenzial» bei der Steuergerechtigkeit?</strong><br />
Es ist gross. Hier wird an einem wichtigen Grundprinzip  gerüttelt, das unsere Stärke im internationalen Vergleich ausmacht: Die  Initiative greift die Autonomie der Kantone und der Gemeinden an und  vertreibt gute Steuerzahler ins Ausland. Das verursacht merkbare  Mindereinnahmen in den Staatskassen, was auch nicht im Interesse der  unteren Schichten sein kann.</p>
<p><strong>Die Rentenkürzungen bei der Arbeitslosenversicherung  waren nicht im Interesse der unteren Schichten. Ist es nicht so, dass  die Economiesuisse vor allem dann eine Gefahr sieht, wenn die Interessen  der oberen Zehntausend gefährdet sind?</strong><br />
Nein. Die langfristige Sicherung der ALV war im  Interesse aller Schichten. Doch zurück zu den Steuern: Die Steuersätze  sind zwar gesunken, aber die Steuererträge sind insgesamt massiv  gestiegen. Der Steuerwettbewerb hat zu keinem «Race to the bottom»  geführt. Im Gegenteil.</p>
<p><strong>Die Folgekosten des Steuerwettbewerbs sind horrend:  Die Mieten steigen, das Land wird zersiedelt, eine soziale Segregation  entsteht.</strong><br />
Man darf die Themen nicht vermischen. Die Zersiedlung ist eine Frage der Raumplanung.</p>
<p><strong>Zum Schluss: Sind Sie zufrieden mit dem diese Woche  erschienenen Bericht der Too-big-to-fail-Expertengruppe, bei der auch  Ihr Präsident Gerold Bührer dabei war?</strong><br />
In einem international vernetzten Finanzsystem kann die  Schweiz keine isolierten Massnahmen treffen. Massnahmen, die deutlich  von den internationalen Standards von Basel III abweichen, sind  kontraproduktiv. Wir vertreten nicht nur die Finanzbranche, sondern auch  den Industrie- und Werkplatz. Dieser ist auf die Grossbanken  angewiesen, zum Beispiel zur Finanzierung des Exportgeschäfts.</p>
<p><strong>Wie viel bezahlen Ihnen die Grossbanken für Ihre Arbeit?</strong><br />
Wir haben ein System, in dem jede Branche entsprechend  ihrer Bruttowertschöpfung einen Beitrag zahlt. Die grössten neun  Branchen bezahlen etwa siebzig Prozent unserer Mitgliederbeiträge. Der  Bankensektor zahlt nicht einmal ein Viertel.</p>
<div id="content_infobox_width">
<p><span style="color: #888888;"><strong>Pascal Gentinetta</strong> (40), studierte  Wirtschaft und Recht an der Universität St. Gallen. Seit 2007 ist er  Direktor von Economiesuisse. Dem Wirtschaftsdachverband sind hundert  Branchenverbände angeschlossen. Das jährliche Budget beträgt fünfzehn  Millionen Franken (ohne Kampagnen).</span></p>
</div>
<p id="artikel_bottom_links"><span style="color: #888888;"><em>WOZ  vom 07.10.2010</em></span></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=3705&amp;md5=37cddae6e63063b2806f43db7fc44fbb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Pelli, Levrat, UBS – Woche der Lügen</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/09/29/pelli-levrat-ubs-%e2%80%93-die-woche-der-lugen/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 16:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[!Mediengruppe Bitnik]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Levrat]]></category>
		<category><![CDATA[Fulvio Pelli]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie die Grossbank eine Ausstellung in London zensuriert]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es da eine Verbindung? Oder hat das eine nichts mit dem anderen zu tun? Diese Woche war das Thema jedenfalls nicht zu übersehen. Und irgendwie hängt ja doch immer alles zusammen. Zum Beispiel die <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Pelli-reicht-Klage-gegen-Levrat-ein/story/16651659" target="_blank">angekündigte Verleumdungsklage</a> von FDP-Langweiler Pelli: Der will SP-Präsident Levrat verklagen, weil dieser ihn angeblich als «knallharten Lügner» bezeichnet hat. Pelli begründet seine Klageandrohung heute im <em>Tages-Anzeiger</em> so: «Ich kann nicht akzeptieren, dass das Volk denkt, ich sei ein Lügner, wenn der Lügner der andere ist.» Wer ist denn jetzt der Lügner? Pelli? Levrat? Beide? Oder keiner? Und jetzt mal abgesehen davon, dass der Levrat und der Pelli sich fast alle verbalen Maulschellen verpassen dürfen, weil die relative parlamentarische Immunität sie schützt – könnte der Levrat jetzt auch den Pelli verklagen, weil dieser ihn als «Lügner» bezeichnet hat?</p>
<p>Ich schweife ab … Es geht hier um Verleumdung. Ehrenrührigkeit. Lügen. Und um die Frage, was heute erlaubt ist? Und vor allem, wer darüber entscheidet:</p>
<div id="attachment_3525" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><img class="size-large wp-image-3525  " title="UBSlügt" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/09/UBSlügt.png" alt="" width="555" height="395" /><p class="wp-caption-text">«UBS lügt. Anschläge 1971/2009.» Foto: Florian Bachmann, !Mediengruppe Bitnik</p></div>
<p>Am 2. September eröffnete das Zürcher Künstlerkollektiv <strong>!Mediengruppe Bitnik</strong> in der Londoner Space Gallery die Ausstellung <strong>«Too Big To Fail / Too Small To Succeed»</strong>. Teil der Ausstellung, die zuvor schon im <a href="http://www.museum-folkwang.de/" target="_blank">Museum Folkwang in Essen</a>, im <a href="http://www.cac.lt/en" target="_blank">Contemporary Art Centre in Wilna</a> und im <a href="http://www.lescomplices.ch/" target="_blank">Les Complices in Zürich</a> gezeigt worden war, war das Bild «UBS lügt». Es zeigt einen etwas älteren, unbekannten Banker, der vor einer UBS-Filiale in Zürich ein Schild mit der Aufschrift «lügt» hochhält.</p>
<p>Die !Mediengruppe Bitnik stellte das Bild nicht <em>in</em> der Space Gallery aus, sondern unmittelbar davor: Auf einem rund 20 Quadratmeter grossen Billboard an einer stark befahrenen Strasse im Londoner Quartier Hackney. Am Abend des 2. Septembers, als sich die Vernissage langsam in eine Party verwandelte, fuhr allerdings ein Wagen der Plakatgesellschaft Primesight vor und begann das Plakat einzurollen …</p>
<p>In den vergangenen Wochen gab es viele Fragezeichen und einige <a href="http://mail.kein.org/pipermail/nettime-l/2010-September/002355.html" target="_blank">Gerüchte</a>, warum das Plakat abgehängt worden war, bzw. warum man in den Medien nichts darüber erfahren konnte. Nun, das ändert sich mit der morgigen Ausgabe der WOZ. <em>Nationofswine</em>-Präsident Hanimann berichtet darin, <strong>wie die UBS drohte, die !Mediengruppe Bitnik und die Space Gallery zu verklagen – wegen unrechtmässiger Verwendung des UBS-Logos, bzw. wegen Verleumdung. </strong>Die Plakatgesellschaft Primesight erhielt (ebenfalls unter Klageandrohung) am 2. September ein Ultimatum, das Bild bis spätestens um 21.30 Uhr zu entfernen. Die UBS bestätigt übrigens die Kontaktaufnahme mit Primesight, will sich aber nicht im Detail zur Geschichte äussern. Kurz vor Ablauf des Ultimatums hat Primesight der UBS-Drohung dann tatsächlich Folge geleistet …</p>
<div id="attachment_3527" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-large wp-image-3527  " title="Take-Down" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/09/Take-Down.png" alt="" width="500" height="230" /><p class="wp-caption-text">Fotos: Leela Axon</p></div>
<p>Die ganze Geschichte, die Hintergründe und ein paar Fragen gibt es morgen in der Offline-WOZ, oder jetzt schon online <a href="http://www.woz.ch/artikel/2010/nr39/wirtschaft/19848.html" target="_blank">hier</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=3521&amp;md5=310f7e6f2fc7c63fc2e33bcb2403381a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Generation of Swine</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 13:31:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ryser</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gonzo Papers Volume 2]]></category>
		<category><![CDATA[Hunter S. Thompson]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Büsser]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Für <a href="http://www.ventil-verlag.de/autor.php?uid=9" target="_blank">Martin Büsser</a>.</p> <p>«And I will give him the morning star.» </p> <p>That is from Revelation – once again. I have stolen more quotes and thoughts and purely elegant little starbursts of writing from the Book of Revelation than anything else in the English language – and it is not because I am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für <a href="http://www.ventil-verlag.de/autor.php?uid=9" target="_blank">Martin Büsser</a>.</p>
<p><em>«And I will give him the morning star.» </em></p>
<p>That is from Revelation – once again. I have stolen more quotes and thoughts and purely elegant little starbursts of <em>writing</em> from the Book of Revelation than anything else in the English language – and it is not because I am a biblical scholar, or because of any religious faith, but because I love the wild power of the language and the purity of the madness that governs it and makes it music.<span id="more-3435"></span><br />
And there is also the fact that I spend a lot of my time on the road, renting typewriters and hustling FAX machines in strange hotels and always too far from my own massive library at home to get my hands on the wisdom that I suddenly realize – on some sweaty night in Miami or a cold Thanksgiving Day in Minneapolis – I need and want, but that with a deadline just four or five hours away is utterly beyond my reach.<br />
You cannot call the desk at the Mark Hopkins or the Las Vegas Hilton or the Arizona Biltmore and have the bell captain bring up the collected works of Sam Coleridge or Stephen Crane at three o’ clock in the morning&#8230; In some towns Maria has managed to conjure up a volume of H.L. Mencken or Mark Twain, and every once in a while David McCumber would pull a rabbit like Nathanael West’s <em>Cool Million</em> out of his hat or his own strange collection in his office at the <em>Examiner</em>&#8230;<br />
But not often. Fast and total recall of things like page 101 from Snowblind or Marlowe’s final judgment on Lord Jim, or what Richard Nixon said to Henry Kissinger when they where both on their knees in front of Abe Lincoln’s portrait in the White House on some crazed Thursday night in July of 1974 are just about impossible to locate after midnight on the road, or even at noon.<br />
It simply takes too much time, and if they’ve been sending bottles of Chivas up to your room for the past three days, they get nervous whne you start demanding things they’ve never heard of.<br />
That is when I start bouncing around the room and ripping drawers out of the nightstands and bed-boxes and those flimsy littler desks with beent green blotters that they provide for traveling salesmen – looking for a Gideon Bible, which I know will be there somewhere, and with any luck at all it will be a King James Version, and the Book of Revelation will be intact at the end.<br />
If there is a God, I want to thank Him for the Gideons, whoever they are. I have dealt with some of His other messengers and found them utterly useless. But not the Gideons. They have saved me many times, when nobody else could do anything but mutter about calling Security on me unless I turned out my lights and went to sleep like all the others&#8230;</p>
<p><object style="width: 550px; height: 300px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="550" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/XjT_sYUlt70" /><embed style="width: 550px; height: 300px;" type="application/x-shockwave-flash" width="550" height="300" src="http://www.youtube.com/v/XjT_sYUlt70"></embed></object></p>
<p>I have spent half my live trying to get away from journalism, but I am still mired in it – a low trade and a habit worse than heroin, a strange seedy world full of misfits and drunkards and failures. A group photo of the top ten journalists in America on any given day would be a monument of human ugliness. It is not a trade that attracts a lot of slick people; none of the Calvin Klein crowd or international jet set types. The sun will set in a blazing red sky to east of Casablanca before a journalist appears on the cover of <em>People</em> magazine.<br />
It is always bad business to try to explain yourself on paper – at least not all at once – but when you work as a journalist and sign your name in black ink on white paper above everything you write, that is the business you’re in, good or bad. Buy the ticket, take the ride. I have said that before and I have found, to my horror, that it’s true. It is one of those half-bright axioms that can haunt you for the rest of your life – like the famous line Joe Louis uttered on the eve of his fight with Billy Conn: «He can run, but he can’t hide.»<br />
That is a thing you want to remember if you work in either journalism or politics – or both, like I do – and there is no way to duck it. You will be flogged for being right and flogged for being wrong, and it hurts both ways – but it doesn’t hurt as much when you’re right.<br />
There are times, however – and this is one of them – when even being right feels wrong. What do you say, for instance, about a generation that has been taught that rain is poison and sex is death? If making love might be fatal and if a cool spring rain on any summer afternoon can turn a cristal blue lake into a puddle of black poison scum right in front of your eyes, there is not much left except TV and relentless masturbation.</p>
<p><object style="width: 550px; height: 300px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="550" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/fwGgnFXkV70" /><embed style="width: 550px; height: 300px;" type="application/x-shockwave-flash" width="550" height="300" src="http://www.youtube.com/v/fwGgnFXkV70"></embed></object></p>
<p>It’s a strange world. Some people get rich and others eat shit and die. A fat man will feel his heart burst and call it beautiful. Who knows? If there is, in fact, a Heaven and a Hell, all we know for sure is that Hell will be a viciously overcrowded version of Phoenix – a clean well-lighted place full of sunshine and bromides and fast cars where almost everybody seems vaguely happy, except for the ones who know in their hearts what is missing&#8230;. And being driven slowly and quietly into the kind of terminal craziness that comes with finally understanding that the one thing you want is not there. Missing. Back-ordered. No tengo. Vaya con Dios. Smaller is better. Take what you can get&#8230;<br />
Heaven is a bit harder to figure. And there are some things that not even a smart boy can tell you for sure&#8230; But I can guess. Or wonder. Or maybe just think like a gambler or  fool or some kind of atavistic rock &amp; roll lunatic and make it about 8-1 that Heaven will be a place where the swine will be sorted out at the gate and sent off like rats. With huge welts and lumps and puncture wounds all over their bodies. Down the long black chute where ugliness rolls over you every 10 or 16 minutes like waves of boiling asphalt and poison scum. Followed by sergeants and lawyers and crooked cops waving rule books. And where nobody laughs and everybody lies and the days drag by like dead animals and the nights are full of whores and junkies clawing at your windows and tax men jamming writs under your door and the screams of the doomed coming up through the air shaft along with white cockroaches and red stringworms full of AIDS and bursts of foul gas with no sunrise and the morining streets full of preachers begging for money and fondling themselves with gangs of fat young boys trailing after them&#8230;<br />
Ah&#8230; but we where talking about Heaven&#8230; or trying to&#8230; but somehow we got back into Hell.<br />
Maybe there is no Heaven. Or maybe this is all pure gibberish –  a product of the demented imagination of a lazy drunken hillbilly with a heart full of hate who has found out a way to live out there where the real winds blow – to sleep late, have fun, get wild, drink whiskey and drive fast on empty streets with nothing in mind except falling in love and not getting arrested&#8230; <em>Res ipsa loquitur</em>. Let the good times roll.</p>
<p style="text-align: right;">Hunter S. Thompson, 1988, Paradise Valley</p>
<p style="text-align: left;"><object style="width: 550px; height: 300px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="550" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/ZxR4OHcn5jE" /><embed style="width: 550px; height: 300px;" type="application/x-shockwave-flash" width="550" height="300" src="http://www.youtube.com/v/ZxR4OHcn5jE"></embed></object></p>
<p style="text-align: left;">Der Text stammt aus: <a href="http://www.amazon.com/Generation-Swine-Tales-Shame-Degradation/dp/0743250443/ref=sr_1_1?s=gateway&amp;ie=UTF8&amp;qid=1285421333&amp;sr=8-1" target="_blank">Hunter S. Thompson. Generation of Swine. Simon &amp; Schuster. 1988. 2003.<br />
</a>Zum Nachruf des Bloggers geht es <a href="http://nationofswine.ch/2010/09/24/martin-busser-rip/" target="_blank">hier</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=3435&amp;md5=1acb20753fa53f49aa5b1ff0327693a2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Konrad Hummlers erste Amtshandlung als Dorfkönig</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/07/07/konrad-hummlers-erste-amtshandlung-als-dorfkonig/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 08:59:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[J.S. Bachstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[Saiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Der selbsternannte Querkopf ist mutmasslich verärgert: Er streicht seine Inserate im Kulturmagazin Saiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Konrad Hummler, Privatbankier aus St. Gallen, ist mutmasslich ziemlich verärgert. Er hat den Inserateauftrag der <a href="http://www.bachstiftung.ch/" target="_blank"><em>J.S. Bachstiftung</em></a> im Ostschweizer Kulturmagazin <a href="http://www.saiten.ch" target="_blank"><em>Saiten</em></a> gekündigt.</p>
<p>Im <a href="http://saiten.ch/pop_archiv.asp?heft=0410" target="_blank">April</a> hatte das <em>Saiten</em> mehrere Artikel zum Titelthema «Dorfkönige» publiziert. Der Kollege Kaspar Surber nahm dies zum Anlass, über den Privatbankier Hummler und sein Gefolge zu recherchieren. Er schreibt: «Das ist die Geschichte über Konrad Hummlers Rolle in St. Gallen und darüber hinaus. Ich habe sie journalistisch recherchiert. Aber ich schreibe sie auch als einer von 74&#8217;000 Einwohnern dieser Stadt.»</p>
<p>Entstanden ist ein ausführliches <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/07/HummlersHofstaat.pdf" target="_blank">Portrait («Hummlers Hofstaat», pdf)</a> eines selbsternannten Querkopfs, der die halbe Stadt zusammenkauft und sich aufführt – nun ja – wie ein Dorfkönig. Surber hat während der Recherche bewusst <em>nicht</em> mit Konrad Hummler gesprochen. Seine Begründung im Artikel: «Es könnte das erste Mittel gegen den Feudalismus sein: nicht mitzumachen.»</p>
<p>Kurz darauf hat Hummler beschlossen, die Inserate im <em>Saiten</em> zu streichen. Eine ziemlich unsouveräne und unmoderne Reaktion. Hummlers Schnellschuss zeugt von der Unfähigkeit, Kritik an seiner Person gelten zu lassen. In seinem Leserbrief zum Artikel «Hummlers Hofstaat» schreibt er, dass das <em>Saiten</em> eine «anarcho-libertäre Grundhaltung gegen vermutete oder tatsächliche Machtanmassung» vermissen lasse. Vielleicht hat er Surbers Artikel nicht richtig gelesen – genau gegen diese «vermutete oder tatsächliche Machtanmassung» schreibt er ja an. Oder stört sich Hummler einfach daran, dass der Artikel die Machtanmassung bei Hummler höchstpersönlich findet?</p>
<p>Im Folgenden die Reaktion des Privatbankiers auf den Artikel «Hummlers Hofstaat»<em> </em>:</p>
<blockquote><p>Es ist zuzugeben: Der Vorwurf des Dorfkönigs sitzt. Er ist fies, denn alles, was ich künftig in diesem Dorf noch tun könnte oder wollte, wird nun die Konnotation «ist ja nur feudales Gehabe» erhalten. Natürlich nicht bei all den vielen Leuten, die <em>Saiten</em> ohnehin nicht lesen, aber eben trotz allem bei jenen, die das tun und die dazu beitragen könnten, dieses Dorf noch etwas interessanter zu gestalten. Und selbstverständlich bei mir, der ich mich ziemlich als Gegenbild eines «Dorfkönigs» verstehe. Kasper S., der Verfasser des Artikels, mied tunlichst jeden Kontakt mit dem Objekt seines Recherchierjournalismus, nahm dafür meine Freunde und Bekannten aus, ebenfalls ohne Bestätigung seiner Thesen zwar. Er wollte mich à tout prix nicht kennenlernen, weil er sich der Möglichkeit einer Verunsicherung nicht aussetzen wollte. Kasper S. ist mutmasslich ziemlich feig.<br />
Die erste Handlung des «Dorfkönigs», vom Verdacht feudalen Gehabes loszukommen, liegt in der Kündigung des Inserateauftrags der J. S. Bachstiftung in <em>Saiten</em>. Publikum haben wir eh schon lange im Übermass für das laut Kasper S. fragwürdige Projekt. Das Inserat in <em>Saiten</em> war seit je aus reiner Sympathie platziert. Sympathie? Darf der «Dorfkönig» nicht mehr haben. Wird er auch nicht mehr.<br />
Sympathie – wofür übrigens? Ich habe mir die letzten paar Ausgaben von <em>Saiten</em> noch einmal durchgeschaut. Ist noch zu spüren, was die Publikation einstens beseelt hat? Kultureller Aufbruch, frecher, aber träf-gekonnter, tagblatt-konträrer Journalismus, anarcho-libertäre Grundhaltung gegen vermutete oder tatsächliche Machtanmassung? Weit gefehlt. Was wir heute zu lesen bekommen, ist ein aufgemotzter Dorfkalender, inseratenmässig finanziert von den inflationär um sich greifenden, oft nur mässig besuchten, hochsubventionierten Veranstal-tungen, drapiert mit zusammengekleistertem schlechtem Fotomaterial und nicht einmal halbwegs lustigen Cartoons, das kulturelle Alibi redaktionell zusammen-gekratzt mit Möchtegern-Meienberg-Material. Meienberg ist tot; er hat im Dorf nur Würstchen hinterlassen.<em><br />
Konrad Hummler, St. Gallen</em></p></blockquote>
<p>Res ipsa loquitur …</p>
<ul>
<li>Den Artikel «Hummlers Hofstaat» gibts <a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/07/HummlersHofstaat.pdf" target="_blank">hier als pdf-Datei</a></li>
<li>Zum Ostschweizer Kulturmagazin <a href="http://www.saiten.ch" target="_blank"><em>Saiten</em> gehts hierlang</a></li>
<li>Und zu Hummlers Antwort auf einen <em>nationofswine</em>-Artikel gehts <a href="http://nationofswine.ch/2010/02/09/distelmeyer_vs_konrad-hummler/#comments" target="_blank">hierlang</a></li>
</ul>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=2559&amp;md5=108ef01943d0af502733aaceb37a90f4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ist Merz am Ende?</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/06/10/ist-merz-am-ende/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 20:09:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Blick übertrifft sich selbst: Wie lange hält unser Pannenminister noch durch?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <em>Blick</em> hat sich heute mal wieder selber übertroffen. Gelassen im Ton, aber um so härter in der Aussage: <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/wie-lange-haelt-merz-noch-durch-148703" target="_blank">Unser Pannenminister – «Politisch ist er längst weg, nur sein Anzug sitzt noch da».</a></p>
<p><a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/wie-lange-haelt-merz-noch-durch-148703"><img class="aligncenter size-full wp-image-2411" title="Pannenminister Merz" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/06/Bild-1.png" alt="" width="506" height="463" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>PUK: Warten auf die Modalverbenpartei</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/06/09/puk-warten-auf-die-modalverbenpartei/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 19:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Ursula Wyss]]></category>

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		<description><![CDATA[+++ Plaudereien mit der SVP +++ PUK, PUK, PUK +++ Ist die CVP fortschrittliche Kraft oder Bankenpartei? +++]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>«Frische Luft», schnaufte Toni Brunner, «ich brauche frische Luft. Lassen Sie uns rausgehen.» Dann führte der Präsident der SVP auf den Balkon des Bundeshauses, blickte auf das Marzilibad und sagte: «Braucht es nicht immer wieder die SVP, um so schöne Augenblicke zu erleben?» Das war am späten Montagnachmittag und im Nationalrat lief die Debatte zum Staatsvertrag mit den USA. Tatsächlich ist es manchmal ziemlich lustig, mit SVP-Politikern zu plaudern, mit ihnen zu streiten, sich von ihren deckungsgleichen Propaganda-Salven eindecken zu lassen. Nur: Wirklich Sinn- und Gehaltvolles gibt es sehr selten.</p>
<p>Brunner versuchte mir dann eine halbe Stunde lang zu erklären, warum die SVP dem Staatsvertrag nun doch zustimmen werde und warum das eben kein Wischiwaschi-Zickzack-Kurs sei, sondern die klare Linie der Partei («kleineres Übel» blabla). Am Dienstagmorgen hat es sich die Partei dann wieder anders überlegt – und Nein gestimmt, weil sie eine ihrer Bedingungen für ein Ja (keine Boni-Steuer) nicht erfüllt sah … Heute Mittwochmorgen dann ein aufgeregter Brunner, der zusammen mit Fraktionschef Baader auf die SP-Nationalräte Ursula Wyss und Christian Levrat einredete. Ich weiss nicht, was die vier da besprochen haben, aber Brunner sah ziemlich verzweifelt aus. Es wäre ein wunderbares Fotosujet gewesen (was den Kollegen N. übrigens zu einer regelrechten Hasstirade gegen die Fotografen verleitete, die im entscheidenden Moment «wieder mal beim Kaffee» seien). Wie auch immer. Es scheint so, als ob die SVP dringend nach einem Ausweg sucht, der sie ihr Gesicht wahren lässt. Aber zugegeben: Es ist auch nicht ganz einfach, Politik zu machen, wenn der abgewählte alte  Milliardär alle fünf Minuten eine neue Parteilinie vom Berg  runterdiktiert.</p>
<p>Nun, welchen Schlenker auch immer die SVP machen wird, morgen kann man das ja dann wieder in ihrer Parteizeitschrift nachlesen.</p>
<p>Genug Feindbeobachtung … Es gab heute ja auch sehr Erfreuliches: Der Nationalrat stimmte mit 123 zu 57 Stimmen für die Einsetzung einer PUK. (Kleine Randnotiz: Ist es nicht seltsam, wenn ein Mitglied des Parlaments bei einer so wichtigen Abstimmung «grad dringend auf die Toilette muss»?) «PUK, PUK, PUK», sagte Kollege M. nach der Abstimmung. Er verfolge gespannt die Berichterstattung in der WOZ, die «fast schon notorisch» eine Parlamentarische Untersuchungskommission fordere. Notorisch habe ich in diesem Zusammenhang als Kompliment verstanden, geht es doch um die grösste volkswirtschaftliche und politische Kiste seit dem Zweiten Weltkrieg.</p>
<p>Am Montag kann der Ständerat dem Nationalrat folgen und Ja zur PUK sagen. Natürlich sind die Chancen dafür gering. Auf die CVP war in entscheidenden Momenten bisher selten Verlass (eine Parlamentarierin nennt sie deshalb die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Modalverb" target="_blank">Modalverben</a>partei). Bemerkenswert war aber doch, dass die junge Parteispitze (Darbellay, Häberli-Koller, Bischof) Ja stimmte. Bemerkenswert war auch, wie CVP-Ständerat Eugen David unmittelbar nach der Nationalratsabstimmung seinen Parteikollegen Urs Schwaller am Jackett zog und sagte: «Darüber müssen wir uns noch unterhalten. Wir brauchen eine klare Meinung.»</p>
<p>Nun, wir werden sehen, was das heisst … Aber wir bleiben zuversichtlich und halten die PUK-Fahne hoch. Die CVP entscheidet am Montag, ob sie sich als fortschrittliche Kraft oder als Bankenpartei profilieren möchte. Der Waadtländer Jacques Neyrinck, der als einer der wenigen CVP-Nationalräte für eine PUK stimmte, sagte noch beim Verlassen des Bundeshauses: «Ich habe für eine PUK gestimmt, weil ich Klärung will. Man muss die PUK als offene Anlage verstehen: Selbst wenn sie am Ende nicht mehr herausfindet, rechtfertigten die gravierenden Umstände dieses Mittel. Ich befürchte aber, dass sich die CVP-Ständeräte mit jenen der FDP solidarisieren. Und die stimmen dagegen, weil sie etwas zu verbergen haben.»</p>
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		<item>
		<title>Die Liebe, der Tod – und die Revolution</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/04/29/die-liebe-der-tod-%e2%80%93-und-die-revolution-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 07:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[1. Mai]]></category>
		<category><![CDATA[Endo Anaconda]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gespräch zum 1. Mai mit dem Berner Musiker Endo Anaconda.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2153" class="wp-caption alignnone" style="width: 561px"><img class="size-full wp-image-2153" title="Endo Anaconda" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/04/Bild-2.png" alt="Von Beruf Sänger, Schreiber, Kettenraucher. Endo Anaconda in seiner Wohnung in Ostermundigen. Foto: Florian Bachmann" width="551" height="332" /><p class="wp-caption-text">Von Beruf Sänger, Schreiber und Kettenraucher. Endo Anaconda in seiner Wohnung in Ostermundigen. Foto: Florian Bachmann</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Apropos Nichtrauchen und 1. Mai: Letzte Woche fuhr ich für die WOZ mit dem Fotografen Florian Bachmann nach Ostermundigen bei Bern. Wir trafen dort <em>one of god&#8217;s own prototypes</em>: Endo Anaconda, von Beruf Sänger, Schreiber und Kettenraucher. Letztes Jahr hielt er in Zürich eine ziemlich unterhaltsame <a href="http://stillerhas.ch/images/stories/pdf/1-Mai-Rede-in-ZH_01-05-09.pdf">1. Mai-Rede</a>. Diese Jahr bleibt er aber lieber in Bern – bei Risotto, Weisswein und Alexander Tschäppät. Vielleicht besser so. Das ganze Theater um den Slogan des 1. Mai-Komitees in Zürich («Verlieren wir die Beherrschung!») ist ja kaum auszuhalten. Aber das ist eine andere Geschichte … Darum ohne grosse Abschweifungen folgend das Interview, das heute in der WOZ erscheint. Ein Gespräch über die Liebe, den Tod und die Revolution.<span id="more-2172"></span></p>
<p><em>Seine Stimme tönt wie ein altes Whiskyfass. Oder wie ein Aschenbecher. Als wir ihn in seiner Wohnung in Ostermundigen besuchen, raucht er Kette: Endo Anaconda. Der 55-jährige Sänger der Band Stiller Has hat letzten Herbst mit dem Album «So verdorbe» den Soundtrack zur Krise geschrieben. Er ist ein Mann, der den Blues im Herzen trägt – «soweit das als Weisser überhaupt geht». Anaconda wohnt in einer Altbauwohnung, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Angeblich unter Mitwirkung des italienischen Faschisten Benito Mussolini. Die Küche ist abgedunkelt, an der Wand hängt ein Bild, auf dem ein Stier einen Torero aufspiesst. «Das ist doch mal ausgleichende Gerechtigkeit», sagt Anaconda. Er setzt Kaffee auf und zündet sich eine Zigarette an.</em></p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p><strong>WOZ: Stimmt es, dass deine Wohnung von Benito Mussolini gebaut wurde?</strong></p>
<p><strong>Endo Anaconda:</strong> Mitgebaut. Mussolini war damals Maurer.</p>
<p><strong>Wie lebt es sich in einem Haus, das Mussolini mitgebaut hat?</strong></p>
<p>Das ist Zufall. Das ganze Quartier hier ist gemauert, wahrscheinlich von italienischen Emigranten, Bauarbeitern, Gewerkschaftern. Damals war Mussolini noch ein radikaler Sozialist und Gewerkschafter. Erstaunlich, wie sich die Leute wandeln können. Der deutsche Faschismus hat auch die Symbole der Arbeiterbewegung übernommen. Oder: Der 1. Mai heisst heute Tag der Arbeit. So ist das. Die Demokratie ist kein Fixzustand, sie lässt sich nicht institutionalisieren. Sie ist immer ein Prozess des Kampfes. Sobald man aufhört für die Demokratie zu kämpfen, ist sie weg.</p>
<p><strong>Das Motto des diesjährigen 1. Mai lautet: «Verlieren wir die Beherrschung» &#8230;</strong></p>
<p>Ein genialer Slogan! Aber es ist klar, dass die Rechten null Sinn für Ironie haben. Dieser Spruch ist so dadaistisch, wunderbar doppeldeutig und witzig – er ist toll. Es ist lächerlich, ihn als Aufruf zur Gewalt auszulegen. Was wäre denn besser? Wir beherrschen uns?</p>
<p><strong>Du hast letztes Jahr in Zürich eine 1.-Mai-Rede gehalten &#8230;</strong></p>
<p>Ich war empört. Und bin es noch heute. Die Lasten dieser Wirtschaftskrise werden wir und folgende Generationen noch lange spüren. Es geht mir nicht um die verlorenen Milliarden, das sind alles nur Nullen, mir geht es um die menschlichen Schicksale. Fabriken werden stillgelegt, Existenzen ruiniert.</p>
<p><strong>Du meidest Massenanlässe, ausser die BEA und den 1. Mai.</strong></p>
<p>Die BEA in Bern besuche ich wegen der Kühe. Wenn man einer Kuh in die Augen sieht und erkennt, was für ein wunderbares Wesen es ist, dann versteht man, warum Kühe in gewissen Kulturen heilig sind.<br />
Und der 1. Mai: Ich bin ein Kind der Arbeiterbewegung. Ich war als Schüler sehr links, dogmatisch, Mitglied der Kommunistischen Partei. Später wurde ich etwas differenzierter. Der 1. Mai bleibt aber ein Tag mit Symbolcharakter. Er steht für die gesellschaftliche Klasse, aus der ich stamme und die ich nicht verleugnen will. Auch wenn ich ein Lebe­mann bin und den Luxus liebe. Ich besitze nichts, aber ich lebe wahnsinnig gerne. Eben war ich zwei Tage in Basel, im Hotel Krafft, und habe auf den Rhein gestarrt, gegessen, und mich ausgeruht. So habe ich meine letzte Gage verpufft. Aber das ist okay. Leute, die Party machen, sind besser als diejenigen, die in irgendwelche Rohstofffonds investieren und damit die Welt in den Untergang treiben. Man muss das Geld zirkulieren lassen. Das Geld ist kein echter Wert, das Leben schon.</p>
<p><strong>Partys als Konjunktur­pakete?</strong></p>
<p>Genau. Es wird ja kein Mehrwert geschaffen, indem man mehr Geld hat. Mehrwert schafft man nur durch Arbeit. Und diesen Mehrwert stellen die Arbeiter her, die etwas produzieren. Arbeit schafft Mehrwert, nicht Geld – das ist ökonomischer Blödsinn.</p>
<p><strong>Du hast in deiner Rede die Wirtschaftskrise als «Schweinegrippe des Finanzkapitals» bezeichnet. Sie ist doch viel mehr als nur eine Grippe &#8230; </strong></p>
<p>Natürlich. Tausende haben ihren Arbeitsplatz verloren, einige wenige haben dafür wieder Milliarden verdient. Der Staat hat für sie bezahlt, die Allgemeinheit.</p>
<p><strong>Weshalb hat sich nichts geändert?</strong></p>
<p>Wir leben in einer Lobbydemokratie. Die meisten Parlamentarier, die politischen Entscheidungsträger sind in irgendeiner Art und Weise mit der Finanzwirtschaft oder mit der Versicherungswirtschaft verbandelt. Sie werden von ihnen protegiert und sitzen in den Verwaltungs- und Aufsichtsräten dieser Institutionen. Sie sind korrumpiert. Aber nicht, dass sie nicht wüssten, dass es auch anders ginge &#8230; Das ist ein grosses Problem in der Schweiz. Wenn diese Leute ehrlich wären, hätten sie gesagt: Das geht so nicht. Da muss jemand anderes ran. Aber das tun sie nicht. Die machen weiter – bis zum nächsten Knall. Wer gibt schon gerne zu, dass er Unrecht hat? Das ist wie Geisterfahren, bis zum sturen Ende eines sturen Lebens: Immer fahren alle andern falsch.</p>
<p><strong>Du hast diese Leute in deiner Rede folgendermassen beschrieben: «Die sind wie Dagobert Duck auf Crack, haben jede Bodenhaftung verloren und eigentlich müsste man sie therapieren, weil ihr Suchtverhalten pathologisch ist.»</strong></p>
<p>Ja, das ist so.</p>
<p><strong>Haben sie sich therapieren lassen?</strong></p>
<p>Einzelne schon. Nach dem Crash, dem Finanzgrounding, haben die Besuche bei Psychotherapeuten wahnsinnig zugenommen. Die Leute schlucken Meskalin oder sonst was, um zu vergessen. Ich meine: Woran denkt eine Kuh, wenn sie den ganzen Tag Gras frisst? An Gras. Das ganze System ist so. Nicht mal mittelfristig ausgerichtet. Es geht um Quartalsabschlüsse.<br />
Und jetzt investieren sie halt in Rohstoffe. Da können sie Geld verdienen, weiterzocken. Man muss sich schon fragen, was verwerflicher ist: einen Raubüberfall zu begehen oder eine Ladung Weizen so oft an der Börse zu verkaufen, dass die Leute sie nicht mehr bezahlen können und verhungern?</p>
<div id="attachment_2155" class="wp-caption alignnone" style="width: 565px"><img class="size-large wp-image-2155" title="Endo_Gespraech" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/04/Endo_Gespraech-555x369.jpg" alt="Foto: Florian Bachmann" width="555" height="369" /><p class="wp-caption-text">Foto: Florian Bachmann</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>Du hast mal gesagt: In der Musik gehe es nur um die Liebe und den Tod. Alles andere sei langweilig.</strong></p>
<p>Ja, in der Musik.</p>
<p><strong>Gilt das auch für das Leben?</strong></p>
<p>Irgendwann kommt man im Leben schon auch ein bisschen zur Ruhe. Aber vielleicht stimmt die Aussage sogar ein Stück weit fürs Leben. Ein Element aber habe ich vergessen: die Revolution.</p>
<p><strong>Die Revolution?</strong></p>
<p>Ich meine damit nicht den bewaffneten Aufstand. Das ist ein veraltetes Konzept. Aber unsere Hochkultur, die darauf gründet, fossile Brennstoffe zu verbrennen, befindet sich im Sinkflug. Entweder wir finden sehr schnell neue Konzepte, oder das Leben in der heutigen Form wird mittel- oder langfristig nicht mehr möglich sein. Die heutige Generation ist mit Problemen konfrontiert, die wir nicht kannten. Meine Eltern waren Futuristen und haben den technischen Fortschritt angebetet. Atombombe, Raumfahrt – alles hat man bejubelt. Aber sie wussten nicht, was aus dem Auspuff rauskommt. Den Homo sapiens gibt es seit einer Million Jahren. 990 000 Jahre hat er nur Faustkeile gespaltet. Aber in den letzten 150 Jahren ging es ab wie die Sau. Erst die Dampfmaschine, und heute schauen wir in den Urknall rein.</p>
<p><strong>Liebe, Tod, Revolution – bist du ein Romantiker?</strong></p>
<p>Unbedingt! Romantik ist der Antrieb für die Leidenschaft. Und Leidenschaft ist sehr wichtig, um etwas zu ändern. Ich habe natürlich viel Hoffnung. Es gibt ja Ideen, wie man die Welt umgestalten kann. Es heisst zum Beispiel, die junge Generation sei unpolitisch. Das stimmt nicht. Sie muss nur mit viel mehr Information umgehen, als ich es damals musste. Und mit viel schlechteren Prognosen.</p>
<p><strong>Als du in den achtziger Jahren aus Österreich zurück in die Schweiz kamst, war das die Zeit der Jugend­unruhen. Wo siehst du diese Bewegungen heute?</strong></p>
<p>Das ist unberechenbar. Nehmen wir Paris, die Aufstände in den Banlieues. Die sind plötzlich, unberechenbar ausgebrochen. Solche Aufstände sind ein Anzeichen dafür, was für ein Frustpotenzial vorhanden ist. Und die Politik antwortet völlig verkehrt: 30 000 arbeitslose Jugendliche in der Schweiz – und die Politik kürzt ihnen das Arbeitslosengeld. Wie sollen sie sich für die Gemeinschaft engagieren, wenn sie im privaten Leben keine Perspektive haben. Da entsteht ein Problem, das uns irgendwann um die Ohren fliegt. Die Jungen hängen rum, drücken sich Ecstasy in die Birne, weil sie es nicht mehr aushalten. Und plötzlich sind sie ein Sicherheitsrisiko.</p>
<p><strong>Eure Musik, der Blues, passt gut in diese Zeit &#8230;</strong></p>
<p>Das war uns nicht bewusst, als wir im Herbst das letzte Album veröffentlichten. Als wir 2006 das Album «Geisterbahn» herausbrachten, haben die Leute gesagt: Wie kommt der Anaconda dazu, in der Hochkonjunktur solche Lieder zu schreiben. Der muss schwer depressiv sein. Damals gab es die 15-Prozent-Renditen ja wirklich noch. Und dann kam die grosse Ernüchterung.<br />
Wir müssen die wahren Werte tei­len – die Produktivmittel, die Ressour­cen, die Kreativität, die Ethik. Wie gehen wir mit uns und unserer Umwelt um? Das ist entscheidend. Andere Werte sind fiktiv, Nullen, die man streichen kann. Irgendwann braucht es ein neues, gesamtheitliches Denken, eine andere Wertung. Wenn der Weg dahin nicht sozial gerecht und menschlich verläuft, dann wird die Welt im Faschismus enden.</p>
<p><strong>Im Faschismus?</strong></p>
<p>Nicht so, wie wir ihn kennen. Ich meine ein autoritäres Regime, das sich neuer Technologien bedient. Wenn ich heute ein Joghurt kaufe, bin ich schon durchsichtig. Diesen Prozess kann man nicht stoppen. Deshalb meine ich: Irgendeine Form eines autoritären Systems, das die Menschenrechte über den Haufen wirft. Das ist eine Gefahr.</p>
<p><strong>Das Wort «Faschismus» wird doch inflationär gebraucht.</strong></p>
<p>Das ist schon richtig. Ich denke da vielleicht an eine genetische Diktatur, in der ausgesiebt wird, wer die falschen Gene hat.</p>
<p><strong>Das sind düstere Zukunftsvisionen.</strong></p>
<p>Ja, was willst du? Es ist düster.</p>
<p><strong>Hast du Angst vor dem Altern?</strong></p>
<p>Immense Angst. Es ist ein Gemetzel, wie Philip Roth sagt. Ich bin wie ein alter VW Passat mit 280 000 Kilometern. Er läuft noch, aber irgendwann wird die Reparatur zu teuer. Es geht rasant durchs Leben. Schockierend, wie schnell es vorbeigeht.</p>
<p><strong>Fürchtest du dich vor dem Sterben?</strong></p>
<p>Nein, aber ich habe Lust zu leben. Ich habe noch nicht genug. Ich will mehr. Von allem. Aber ich werde müde. Es dauert heute länger, morgens aufzustehen. Viel länger.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<div id="content_infobox_width">
<p><span style="color: #888888;"><em>Mit bürgerlichem Namen heisst Endo Anaconda (55) Andreas Flückiger. Er ist Sänger der Mundartband Stiller Has und Schriftsteller. Letzten Herbst veröffentlichte die Band unter dem Titel «So verdorbe» ihr 13. Album. Endo Anaconda lebt in Ostermundigen und ist Vater von drei Kindern.</em></span></p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Goldman Sachs und die Mafia</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2010/04/21/goldman-sachs-und-die-mafia/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 10:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Goldman Sachs]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Taibbi]]></category>

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		<description><![CDATA[<p></p> <p>Letzten Sommer erschien im Rolling Stone ein <a href="http://www.rollingstone.com/politics/news/;kw=[3351,11459]" target="_blank">längerer Artikel </a>über die US-Investmentbank Goldman Sachs. Der Autor <a href="http://trueslant.com/matttaibbi/" target="_blank">Matt Taibbi</a> beschrieb die Bank so: «Die mächtigste Investmentbank der Welt ist eine vielarmige, Blut saugende Krake, die sich um die Menschheit schlingt und ihre Fangarme unerbittlich in alles rammt, was nach Geld riecht.» [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/beb2jBijo-s" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/beb2jBijo-s"></embed></object></p>
<p>Letzten Sommer erschien im <em>Rolling Stone </em>ein <a href="http://www.rollingstone.com/politics/news/;kw=[3351,11459]" target="_blank">längerer Artikel </a>über die US-Investmentbank Goldman Sachs. Der Autor <a href="http://trueslant.com/matttaibbi/" target="_blank">Matt Taibbi</a> beschrieb die Bank so: «Die mächtigste Investmentbank der Welt ist eine vielarmige, Blut saugende Krake, die sich um die Menschheit schlingt und ihre Fangarme unerbittlich in alles rammt, was nach Geld riecht.» Das sorgte für Aufregung. Der Artikel war ein 60000-Zeichen langer Wutausbruch, in dem Taibbi auf alles einprügelte, was auch nur nach Wallstreet roch. Er beschrieb die Rolle der Goldmänner in den fünf letzten grossen Krisen des 20. Jahrhunderts. Das klang für viele nach Verschwörungstheorie und Taibbi musste als unerfahrener Wirtschaftsjournalist (eigentlich ist er «political correspondent») jede Menge Kritik über sich ergehen lassen.</p>
<p>Nun hat Taibbi etwas Aufwind bekommen, seit die US-Börsenaufsicht SEC die Investmentbank Goldman Sachs letzten Freitag angeklagt hat. Es geht um ein ziemlich absurdes Betrugsschema mit CDOs und CDS und anderen Abkürzungen, das aber offensichtlich nicht unbedingt illegal war. Ich will hier gar niemanden mit diesen Abkürzungen belästigen, aber du musst dir das ungefähr so vorstellen:</p>
<p>Der FC Barcelona spielt gegen den FC Aarau und Goldman Sachs nimmt Wetten auf dieses Fussballspiel an. Klar empfiehlt dir Goldman auf den FC Barcelona zu setzen, die Quoten sind erstaunlicherweise auch nicht schlecht. Todsichere Sache, sagt dir der Buchmacher von Goldman. Was du aber nicht weisst: Goldman Sachs hat einen Deal mit dem Hedgefonds Paulson &amp; Co. – und beide setzen gegen dich, sie wetten auf den FC Aarau. Was du auch nicht weisst: Goldman macht die Aufstellung der beiden Mannschaften. Und der Hedgefonds Paulson &amp; Co. hat ein wichtiges Wörtchen mitzureden. Beim FC Barcelona spielen dann nicht Messi, Xavi, Puyol und Henri, sondern irgendwelche Gurken aus der 5. Liga. Das Resultat ist klar: Der FC Barcelona verliert haushoch – und du deinen Einsatz.</p>
<p>Bist du jetzt einfach dumm, weil du Goldman Sachs vertraut hast? Oder wurdest du betrogen? Robert Khuzami, <a href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/918/509055/text/" target="_blank">der früher als FBI-Mann über 100 New Yorker Mafiosi einbuchtete</a> und heute für die SEC Goldman Sachs verklagt, glaubt, dass es Betrug ist.</p>
<p>Wir werden sehen, wieviel Erfolg er mit seiner Klage hat. Goldman Sachs streitet jedenfalls alles ab. Gestern hat die Investmentbank ein «glänzendes Quartalsergebnis» (NZZ) präsentiert und verdoppelte den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 3,46 Milliarden Dollar.</p>
<p><strong>PS: </strong>Zu Taibbis Blog gehts <a href="http://trueslant.com/matttaibbi/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p><strong>PPS: </strong>Der Artikel von Matt Taibbi erschien letzten Sommer ungekürzt und auf Deutsch in der WOZ. Leider waren aber keine Onlinerechte dafür erhältlich, darum hier nur ein Verweis auf den <a href="http://www.rollingstone.com/politics/news/;kw=[3351,11459]" target="_blank">Originalartikel</a>. Einen Ausschnitt davon (auf Deutsch) gibts, wenn du auf Weiterlesen klickst.<span id="more-2059"></span></p>
<p><strong>Blase #3 – Die Immobilienwahn </strong></p>
<p><span style="color: #888888;"><em>Von Matt Taibbi</em></span></p>
<p>Goldmans Rolle bei der globalen Hypothekenkrise ist nicht schwer nachzuvollziehen. Ihr liegt wieder derselbe Trick zugrunde: laxe Risikoprüfung, dieses Mal nicht bei Börsengängen, sondern bei Hypothekenabschlüssen. Man weiss heute, dass Makler bei Hauskäufen während Jahrzehnten auf eine Kreditanzahlung von mindestens zehn Prozent bestanden. Zudem mussten die Käufer ein regelmässiges Einkommen und eine ausreichende Bonität nachweisen – ganz zu schweigen davon, dass sie ihre richtigen Vor- und Nachnamen angeben mussten. Als das neue Jahrtausend dämmerte, wurde all dieser Kram über Bord geworfen und Hypotheken auf der Rückseite von Papierservietten vergeben, an jede Servierdüse oder jeden Ex-Knacki mit kaum mehr in der Tasche als einem Fünfer und einem Snickers-Riegel.</p>
<p>Dies wäre undenkbar gewesen ohne Investmentbanken wie Goldman, die diese Ramschhypotheken zu handelbaren Finanzinstrumenten bündelten und diese dann en masse an arglose Versicherungen und Pensionskassen vertickten. So entstand ein historisch einmaliger Massenmarkt für faule Kredite. Früher hätte keine Bank die Hypothek eines dahergelaufenen, drogensüchtigen Ex-Knackis in ihren Büchern geduldet, im Wissen darum, dass er sie wohl nicht zurückzahlen würde. In anderen Worten: Man hätte diese Hypotheken nie und nimmer verkaufen können, hätte es nicht all die ahnungslosen Abnehmer dafür gegeben.</p>
<p>Goldman wandte zwei Methoden an, um die Schweinereien zu verstecken, die sie da verhökerte. Erst schnürten sie hunderte von verschiedenen Immobiliendarlehen zu Derivaten zusammen, den so genannten Collateralized Debt Obligations (CDO). Dann machten sie den Anlegern weis, dass sie sich dank der gesunden Hypotheken nicht um den Schrott zu sorgen brauchten, in ihrer Gesamtheit seien die CDOs völlig okay. So wurden Ramschkredite zu erstklassigen Anlagen, versehen mit dem Höchstrating AAA. Um auf Nummer Sicher zu gehen, liess Goldman die CDOs durch Kreditversicherer wie AIG decken – mit Credit Default Swaps, handelbaren Kreditausfallversicherungen. Die CDS waren eigentliche Rennplatzwetten zwischen AIG und Goldman: AIG wettete, dass der Ex-Knacki seine Schuld abzahlen wird, Goldman wettete dagegen.</p>
<p>Es gab einfach ein Problem mit den Deals: All die Kungelei verkörperte genau jene Art gefährlicher Spekulationen, die staatliche Regulatoren eigentlich im Zaum halten sollten. Derivate wie CDOs und CDS hatten schon in der Vergangenheit verschiedene Finanzkatastrophen verursacht: Procter &amp; Gamble und Gibson Greetings verloren Unsummen und der Bundesstaat Kalifornien ging 1994 Pleite. Ein Bericht der unabhängigen Untersuchungsbehörde GAO aus demselben Jahr empfahl, solche Finanzinstrumente streng zu regulieren – dem stimmte 1998 Brooksley Born, die Vorsitzende der Prüfungsbehörde für Termingeschäfte (CFTC), zu. Im Mai verschickte sie einen Brief an verschiedene Wirtschaftskapitäne und die Clinton-Regierung, in dem sie forderte, die Banken seien zu grösserer Transparenz hinsichtlich ihres Derivatehandels sowie zu mehr Eigenkapital zu verpflichten.</p>
<p>Goldman stand der Sinn nicht wirklich nach mehr Regulierung. «Die Banken drehten durch – man wollte das sofort stoppen», erinnert sich Michael Greenberger, der unter Born damals in leitender Position bei der CFTC arbeitete und heute als Rechtsprofessor an der University of Maryland lehrt. «Greenspan, Summer, Rubin und Arthur Levitt, der Chef der Aufsichtsbehörde für Wertschriftenhandel SEC, wollten den Regulierungsbestrebungen ein sofortiges Ende setzten.»</p>
<p>Clintons unfehlbares Wirtschaftsquartett – besonders Rubin, so Greenberger – lud Born vor und vertraten ihre Sicht der Dinge. Als Born sich weigerte, nachzugeben und ihre Bemühungen, den Derivatehandel zu regulieren, sogar noch verstärkte, wurde sie im Juni von Rubin öffentlich angegriffen: Rubin empfahl dem Kongress der CFTC ihre Regulierungsgewalt zu streichen. Am letzten Sessionstag verabschiedete der Kongress 2000 den inzwischen berüchtigten «Commodity Futures Modernization Act», der in letzter Sekunde einem 11’000-seitigen Ausgabengesetz beigefügt wurde – fast diskussionslos. Nun konnten die Banken ungestraft mit CDS handeln.</p>
<p>Aber damit nicht genug. AIG, führend in der Herausgabe von CDS, wurde 2000 beim New Yorker Departement für Versicherungen vorstellig und wollte wissen, ob CDS allenfalls als Versicherungen behandelt werden könnten. Zu jener Zeit leitete der frühere Goldman-Vize Neil Levin das Department, und dieser entschied sich gegen eine Regulierung der CDS. Nun, da Goldman beliebig viele Immobilienpapiere zeichnen und Kreditversicherungen abschliessen konnte, lief die Bank in ihrer Verleihlust Amok. Auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms 2006 gab Goldman Hypothekenpapiere in der Höhe von 76,5 Milliarden aus – zu einem Drittel Subprime –verbriefte sie und verscherbelte einen Löwenanteil an institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherungen. Und diese Immobilienpapiere waren ein riesiger Sumpf aus Scheisse.</p>
<p>Man nehme beispielsweise eine 464 Dollar-Anleihe aus jenem Jahr, den «GSAMP Trust 2006S3». Viele dieser Hypotheken gehörten Leuten, die bereits einen Anschlusskredit abgeschlossen und durchschnittlich gerade mal 0,71 Prozent Eigenkapital in ihren Häusern hatten. Darüber hinaus gab es für 58 Prozent dieser Darlehen kaum Angaben – weder Namen noch Wohnadressen, nur Postleitzahlen. Dennoch adelten beide grossen Rating Agenturen, Moody’s und Standard &amp; Poor’s, 93 Prozent dieser Anleihen mit der Einstufung «Investment Grade». Gemäss Moody’s waren weniger als zehn Prozent der Darlehen faul. Tatsächlich waren aber nach achtzehn Monaten über achtzehn Prozent der Schuldner zahlungsunfähig.</p>
<p>Nicht dass Goldman selbst gefährdet gewesen wäre. Die Bank mag all diese scheusslichen, total verantwortungslosen Hypotheken von kriminellen Kredithaien wie Countrywide gezeichnet und sie Gemeinden und Rentnern – alten Leuten, um Gottes willen! – weiterverkauft haben, immer unter Vorspiegelung, dass es sich hierbei keineswegs um viertklassige Pferdekacke handle. Doch während sie dies tat, spekulierte die Bank gleichzeitig mit kurzfristigen Anleihen im gleichen Markt. Das heisst: Sie wettete gegen jenen Dreck, den sie selbst verkaufte. Schlimmer noch: Goldman brüstete sich öffentlich damit. «Das Umfeld im Hypotheken-Sektor bleibt schwierig», prahlte 2007 der Finanzchef der Bank, David Vinair. «Deshalb haben wir bei unseren langfristigen Positionen signifikante Wertkorrekturen vorgenommen.» Anders ausgedrückt: Die Hypotheken, die Goldman anbot, waren nur fürs gemeine Fussvolk. Richtig viel Geld steckte in den Wetten gegen diese Hypotheken.</p>
<p>«So dreist sind diese Arschlöcher», bemerkt ein Hedgfund-Manager. «Bei anderen Banken konnte man zumindest sagen, dass sie einfach blöd waren – sie vertrauten den Produkten, die sie verkauften und gingen hops. Aber Goldman wusste, was sie tat.» Ich fragte den Manager wie es denn sein könne, dass man etwas an Kunden verkauft, wogegen man selbst wettet – vor allem wenn man mehr über die Schwächen dieser Produkte weiss als die Kunden. Ist das nicht Aktienbetrug? «Doch, genau das ist Aktienbetrug», antwortete er. «Es ist das Herz des Aktienbetrugs.»</p>
<p>Das sahen schliesslich viele geschädigte Investoren auch so. Nachdem die Immobilienblase geplatzt war, wurde Goldman – Deéà-Vu! – von einer Klagewelle überrollt. Viele Kläger bezichtigten die Bank, entscheidende Informationen zur Qualität der Hypotheken zurückgehalten zu haben. Regulatoren des Staates New York verklagten Goldman und 25 weitere Emissionsbanken für den Verkauf von faulen Countrywide-Hypotheken an die Stadt und die Pensionskassen des Bundesstaates New York, die durch die Investitionen mehr als 100 Millionen in den Sand setzten. Auch der Staat Massachusetts ermittelte im Namen von 714 Hypothekennehmern, die mit ruinösen Darlehen dastanden, wegen ähnlicher Vergehen gegen Goldmann. Aber wieder kam Goldman praktisch ungeschoren davon, sie entging der Strafverfolgung durch die Zahlung von läppischen 60 Millionen Dollar – in etwa das, was die CDO-Abteilung der Bank während des Immobilienbooms in eineinhalb Tagen eingestrichen hatte.</p>
<p>Die Folgen der Immobilienblase sind bestens bekannt – sie führte mehr oder weniger direkt zum Kollaps von Bear Sterns, Lehman Brothers und AIG, deren toxisches CDS-Portfolio in bedeutendem Ausmass aus Kreditausfallversicherungen bestand, mit denen sich Banken wie Goldman gegen ihre eigenen Immobilienportfolios absicherten. Genauer gesagt flossen mindestens dreizehn Milliarden Steuergelder aus dem staatlichen AIG-Rettungspaket sofort an Goldman ab, was heisst, dass die Bank an der Immobilienblase gleich doppelt verdiente: Sie verarschte erst ihre Kunden, die ihre faulen CDOs kauften, indem sie gegen ihre eigenen Schrottprodukte wettete. Und dann verarschte die Bank auch noch die Steuerzahler, die letztlich für ebendiese Wetten hafteten.</p>
<p>Während die Welt rundherum zusammenbrach, sorgte Goldman dafür, dass es der Bank in Gehaltsfragen bestens ging. 2006 schwoll die Lohnsumme auf 16,5 Milliarden an, was einem Schnitt von 622000 Dollar pro Kopf entspricht. Durch ihren Sprecher liess die Bank verlauten: «Wir arbeiten sehr hart.»</p>
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		<title>Machtlos in Muttenz</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 18:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Der Spezialchemiekonzern Clariant entlässt bis 2013 ein Drittel der Belegschaft in Muttenz. Hoffnung gibt es wenig, doch die Angestellten wollen kämpfen. Letzten Woche haben sie damit begonnen. </p> <p>Beinahe hätten sie ihn vergessen, «den wichtigsten Mann hier», wie er eben genannt wurde. Jörg Studer verlässt das Regierungsgebäude in Liestal. Aber vor der Tür wartet niemand, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1428" title="Bild 1" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-12.png" alt="" width="193" height="258" /><strong>Der Spezialchemiekonzern Clariant entlässt bis 2013 ein Drittel der Belegschaft in Muttenz. Hoffnung gibt es wenig, doch die Angestellten wollen kämpfen. Letzten Woche haben sie damit begonnen. </strong><span id="more-1425"></span></p>
<p>Beinahe hätten sie ihn vergessen, «den wichtigsten Mann  hier», wie er eben genannt wurde. Jörg Studer verlässt das  Regierungsgebäude in Liestal. Aber vor der Tür wartet niemand, keine  Freunde, keine Journalistinnen, keine Demonstranten, nur die eisige  Kälte.</p>
<p>Bevor er das Parlament besuchte, hatte Studer, der  Präsident der Betriebskommission von Clariant, vor knapp 250  DemonstrantInnen eine flammende Rede gehalten. «Seid ihr bereit, für  eure Arbeitsplätze zu kämpfen?», hatte er gefragt. Lautes Gejohle,  Pfiffe, Applaus. «Die Herzen der Bevölkerung», wird Studer später sagen,  «die schlagen für uns.»</p>
<p>Aber jetzt, als Studer das Regierungsgebäude mit dem  Megafon in der Hand verlässt, steht er ziemlich einsam da. Er nimmt es  mit Humor. «Stopp, Stopp Stellenabbau», sagt er ein letztes Mal und  schmunzelt. Dann suchen wir die DemonstrantInnen. Sie sind aber bereits  auf dem Weg zurück nach Muttenz, zum Hauptsitz von Clariant. «Wie  fandest du meine Rede?» – «Ist gut bei den Leuten angekommen. Vielleicht  etwas zu gut, so euphorisch, wie sie losgelaufen sind und uns hier  vergessen haben.» Studer lacht. «Dabei habe ich erst heute Morgen ein  paar Stichworte notiert. Mehr nicht.»</p>
<p>Viel Vorbereitung benötigte Studer ohnehin nicht. Seit  Wochen treibt ihn nur noch ein Thema um: der Stellenabbau beim  Chemieunternehmen Clariant. CEO Hariolf Kottmann kündigte vor einem  Monat an, bis 2013 400 Angestellte am Standort Muttenz zu entlassen, ein  Drittel der gesamten Belegschaft. Die Produktion von Farbstoffen und  Chemikalien für die Textilindustrie rentiere in Europa nicht, sie soll  nach China verlagert werden. «Ausgerechnet nach China», ruft Studer  empört aus. «In eine Diktatur, die sich weder um Menschenrechte noch  Umweltschutz kümmert.» Aber nicht nur am Hauptsitz in Muttenz baut der  Chemiekonzern Arbeitsplätze ab. Im französischen Huningue, keine  fünfzehn Kilometer entfernt, schliesst Clariant das ganze Werk. 260  Menschen verlieren ihren Job.</p>
<p><strong>Einige kommen aus Huningue</strong></p>
<p>Es ist der 11. März, kurz nach sechs Uhr in der Früh.  Die Nachtschicht ist soeben zu Ende gegangen. Vor dem Haupteingang des  Clariant-Sitzes in Muttenz steht ein Zelt. Drinnen gibt es Kaffee und  Gipfeli. Draussen drängen sich die RaucherInnen um einen Heizpilz.  Transparente werden ausgerollt und an die Zäune des Firmengeländes  gehängt. Kurz nach fünf Uhr haben sich die ersten besammelt, jetzt  stehen knapp hundert Angestellte und GewerkschafterInnen hier. Einige  stammen aus Huningue. «Es werden noch mehr kommen. Aber sie stecken im  Stau», sagt ein stämmiger Mann mit Schnauz. Er trägt eine Leuchtweste  der französischen Gewerkschaft CGT, er arbeitet hinter der Grenze. «In  Huningue schliessen sie das ganze Werk. Seit November streiken wir immer  wieder: mal zwei Stunden, mal einen ganzen Tag. Heute streiken wir, um  in Muttenz gegen Kottmann zu protestieren.»</p>
<p><strong>«Kotzmann, nicht Kottmann!»</strong></p>
<p>Es ist das einzige Mal an diesem Tag, dass er den Namen  des CEO so ausspricht. Später wird er andere immer wieder korrigieren,  wenn sie den Namen des Clariant-Chefs in den Mund nehmen: «Kotzmann,  nicht Kottmann!» Die Lacher sind ihm sicher. Er sagt: «Es heisst, in  Huningue fehlten dreissig Millionen Franken. Aber die Schliessung des  Werks kostet sechzig Millionen. Warum schliessen sie es dann?»</p>
<p>Während in Huningue die Kündigungen ausgesprochen sind  und sich fast die ganze Belegschaft an Streiks und Protestaktio­nen  beteiligt, ist man in Muttenz noch weit davon entfernt. «Wir müssen  zusammenhalten, eine Bewegung werden. Nur so können wir etwas  erreichen.» Das sagen fast alle hier. Bei den wenigsten tönt es  überzeugend. Wie auch? Als die Angestellten von der Massenentlassung  erfuhren, war sie bereits beschlossene Sache. Der Betriebskommission  wurde der Stellenabbau am 15. Februar um 17 Uhr nach Börsenschluss  mitgeteilt. Tags darauf informierte Clariant die Öffentlichkeit. «Und  jetzt erst, rund einen Monat später, wurde die bei Massenentlassungen  vorgeschriebene Konsultationsfrist eröffnet», sagt Jörg Studer. «Wo der  Entscheid doch längst gefallen ist.»</p>
<p>Gegen halb neun bewegen sich die Anwesenden Richtung  Bahnhof, wo sie mit Bussen nach Liestal gebracht werden. Rund 250  DemonstrantInnen ziehen vor das Regierungsgebäude. Janka Schmid (38,  Name geändert) hat vorher noch gelacht, als ihr Kollege sagte: «Das  machen wir wieder, auch wenn wir nicht mehr hier arbeiten.» Aber jetzt  ist sie aufgebracht. Seit zehn Jahren arbeitet sie als Labortechnikerin  in Muttenz. Sie wird ihren Job verlieren. Das weiss sie: «Wahrscheinlich  bringt das hier nicht viel. Wir sind machtlos. Aber soll ich arbeiten,  wie wenn nichts wäre?»</p>
<p>Als Schmid vor der Demo kurz ins Labor ging, waren da  vier Leute, sonst seien es zwölf. «Die fluchen ständig über die Chefs,  reden viel, aber dann stehen sie nicht mal hin, wenn es um ihren Job  geht. Die schauten mich nur von oben herab an. Als ich meine Kappe holen  wollte, lachten sie spöttisch: Ob ich schon genug hätte von der Kälte.»  Janka Schmid ist enttäuscht, dass nicht mehr Arbeitskolleginnen  gekommen sind. «Die haben Angst. Die Kündigungen sind ja noch nicht  ausgesprochen. Sie hoffen, dass sie länger bleiben können, wenn sie  schweigen.» Und sie? Hat sie keine Angst? «Bevor ich zu Clariant kam,  arbeitete ich als Putzfrau. Ich habe alleine zwei Kinder grossgezogen.  Ich habe keine Angst. Wir werden unseren Arbeitsplatz sowieso verlieren.  Und dann gehe ich eben wieder putzen. Aber bis dann kämpfe ich.»</p>
<p>Die DemonstrantInnen versammeln sich alle vor dem  Regierungsgebäude in Liestal, die ParlamentarierInnen gehen an ihnen  vorbei, einige bleiben stehen und hören zu. Es folgen Reden, in denen  gegen das Management gewettert und den Clariant-ArbeiterInnen Mut  zugesprochen wird. Man fordert ein angemessenes Mitwirkungsrecht für die  Betroffenen, eine Taskforce, die sich mit allen Beteiligten  zusammensetzt, und einen Sozialplan, der diesen Namen verdient.</p>
<p><strong>«Der muss mich raustragen!»</strong></p>
<p>Und dann wird Jörg Studer angekündigt, «der wichtigste  Mann hier». Grosser Applaus. Man kennt ihn. Er arbeitet seit Mitte der  neunziger Jahre als Logistikassistent bei Clariant und sitzt seit über  zehn Jahren in der Betriebskommission. «Wir müssen zusammenhalten,  kämpfen, Druck von unten aufbauen», sagt Studer. Dann ruft er: «Der  Kottmann, der kann mich rauswerfen! Aber meinen Stolz und meine Würde  werde ich nicht verlieren. Der Kottmann kann mich nicht brechen! Der  muss mich schon aus der Bude raustragen!»</p>
<p>Die anwesenden Labortechnikerin­nen, Chemiker,  Gewerkschafterinnen, Journalisten johlen, jubeln, pfeifen. Sie lassen  400 schwarze Ballone in den Himmel steigen, einen für jede gestrichene  Stelle. Die Demonstrant­Innen schreiten euphorisch in Richtung Bahnhof.  Studer und eine kleine Delegation betreten das Regierungsgebäude.  SP-Landrat Andreas Giger hat eine dringliche Interpellation zur  Massenentlassung eingereicht. Studer will ein paar Worte ans Parlament  richten. Er steht auf der Zuschauertribüne, ein Transparent wird über  die Brüstung gehängt. «Kann ich jetzt etwas mit dem Megafon sagen?»,  fragt Studer. «Noch nicht. Sie behandeln die Interpellation erst am  Nachmittag.»</p>
<p>Studer zuckt mit den Schultern. Dann zieht er ab. «Wir  kommen später wieder.»</p>
<p><span style="color: #888888;"><em><strong>WOZ  &#8211; Die Wochenzeitung, 18.03.2010</strong></em></span></p>
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		<title>Eine Flasche Tequila zum Abschied</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 06:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[UBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Marcel Ospel]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Liechti]]></category>
		<category><![CDATA[Miami]]></category>
		<category><![CDATA[Raoul Weil]]></category>
		<category><![CDATA[Schurkenstück UBS]]></category>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: left;">Kunstausstellungen, Opern, Tennisturniere – die UBS ging jahrelang unter reichen Leuten auf Kundenfang. Dabei missachtete sie US-Gesetze. Der dritte Teil der Serie «Schurkenstück UBS» wirft einen Blick hinter die Kulissen.</p> <p style="text-align: right;">«Business or pleasure on this trip? – Business. Always business.»<br /> The Greek.</p> <p style="text-align: left;">Art Basel? Da denkt man: Kunst, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1419" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class="size-large wp-image-1419" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-22-1024x517.png" alt="Illustration: Patric Sandri. http://patricsandri.com" width="512" height="258" /><p class="wp-caption-text">Illustration: patricsandri.com</p></div>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="color: #000000;">Kunstausstellungen, Opern, Tennisturniere – die UBS ging jahrelang unter reichen Leuten auf Kundenfang. Dabei missachtete sie US-Gesetze. Der dritte Teil der Serie «Schurkenstück UBS» wirft einen Blick hinter die Kulissen.</span></strong><span id="more-1410"></span></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #888888;"><em>«Business or pleasure on this  trip? – Business.  Always business.»<br />
</em>The Greek</span><em><span style="color: #888888;">.</span></em></p>
</blockquote>
<div id="content_infobox_width" style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Art Basel? Da denkt man: Kunst, Bilder, Installationen.  Vielleicht sogar: Hauptsponsor UBS. Aber woran die wenigsten denken:  geheime Bankkonten, Briefkastenfirmen, illegale Bankgeschäfte. Aber  genau darum ging es in den Jahren 2002 bis 2008 an der Art Basel Miami  Beach, der amerikanischen Schwesterveranstaltung der Schweizer  Kunstmesse. Das heisst: nicht direkt.</p>
<p style="text-align: left;">«Sei vorsichtig. Du darfst meinen Namen nicht nennen.  Sonst bekomme ich Probleme.» Das heisst es gleich zu Beginn, wenn man  mit ehemaligen UBS-Angestellten spricht. Das sagt auch einer, mit dem  sich die WOZ in einem Zürcher Café zum Gespräch trifft. Er kommt spät,  ist in Eile, hat sich verfahren. Aber dann zieht er seine Handschuhe  aus, legt die Sonnenbrille auf den Tisch und nimmt sich Zeit. Der Mann  im dunklen Anzug mit aufgeknöpftem Hemd bestellt Kaffee, trommelt mit  seiner Lippenpomade auf den Tisch und erklärt, was die Art Basel Miami  Beach mit der UBS verbindet: «Kunstausstellung, Tennisturnier, Orchester  oder Oper – der Anlass spielte keine Rolle. Das Ziel war, mit reichen  Leuten ins Gespräch zu kommen, die das Poten­zial hatten,  Private-Banking-Kunden der UBS zu werden.» Er erzählt, was sich in den  USA abspielte; wie rund um die Art Basel Miami Beach Partys und Dinners  stattfanden, an denen die Bank Kunden anlockte, die später  verbotenerweise von Schweizer Kundenberatern angegangen wurden und ein  geheimes UBS-Konto in der Schweiz eröffneten; wie die verantwortlichen  Manager mitzogen, die Berater gar mit hohen Boni dazu anspornten und  ihnen in Workshops beibrachten, wie sie sich bei diesen illegalen  Geschäften nicht vom FBI erwischen lassen.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Vom Fall UBS zum Fall Schweiz</strong></p>
<p style="text-align: left;">Obwohl das Schurkenstück UBS ein politisches Drama ist,  geht es dabei vor allem um die Handlungen der UBS – der Kundenberater,  der Manager und der obersten Chefs. «Folgst du der Spur des Geldes, dann  weisst du nicht, wo zur Hölle es dich hinführt», sagt der Polizist im  Fernsehen. Und im Fall UBS führt die Spur in die USA, an die Wall Street  und nach Miami. Denn erst die US-Geschäfte der Grossbank verwandelten  den Fall UBS in einen Fall Schweiz.</p>
<p style="text-align: left;">Einerseits das Investmentbanking: Marcel Ospels Ziel,  die UBS zu einer der grössten Investmentbanken an der Wall Street zu  machen, führte dazu, dass die Bank auf ihrem Weg nach oben sämtliche  Warnungen in den Wind schlug und sich stark im US-Hypothekenmarkt  exponierte. Die Folge: Zusammenbruch, Krise,  68-Milliarden-Rettungspaket.</p>
<p style="text-align: left;">Andererseits das Private Banking: Die UBS kaufte 2000  die US-Bank Paine Webber und stieg zur weltweit grössten  Vermögensverwalterin auf. Über 3000 Milliarden Franken verwaltete sie  Ende 2007. Die zum Teil illegale grenz­über­schreitende  Vermögensverwaltung bot der UBS einen entscheidenden Vorteil. Sie war  laut dem Journalisten und UBS-Kenner Lukas Hässig eine güns­tige  Refinanzierungsquelle: «Wäre die UBS nicht die Nummer eins im  Privatkundengeschäft gewesen, hätte sie auch niemals eines der grössten  Finanzwettbüros zimmern können.»</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Zelt oder Villa?</strong></p>
<p style="text-align: left;">Am 7. November 2000 unterzeichnet Kaspar Villiger,  damals FDP-Finanzminister, heute UBS-Präsident, den Antrag der  Bankiervereinigung, dem sogenannten Qualified-Intermediary-System der  USA beizutreten. In der Folge schliesst die UBS ein Abkommen mit den  USA: Die Bank darf neu US-Wertpapiere für Nicht-US-KundInnen handeln. Im  Gegenzug muss die Bank die Vermögen ihrer US-KundInnen offenlegen.</p>
<p style="text-align: left;">Das QI-Abkommen sorgt unter UBS-JuristInnen für  Stirnrunzeln. In einem internen Schreiben weist der US-Teamleiter Ende  2001 auf mögliche Probleme hin. Das QI-Abkommen mache die Bank «in den  USA angreifbar» und berge die Gefahr, «dass die Art und das Ausmass  unseres Offshoregeschäfts aufgedeckt werden».</p>
<p style="text-align: left;">Die Kundenberater dürfen auf amerikanischem Boden ohne  Bewilligung keine Bankgeschäfte mit ihren US-Kunden mehr ausführen. Noch  nicht mal besprechen. Das trifft vor allem die Schweizer Kundenberater,  bei denen reiche US-KundInnen ihr Geld vor der Steuerbehörde IRS  verstecken. Keine Telefonate, keine E-Mails, keine Treffen in den USA.  Doch die UBS umgeht dieses Verbot. Sie schickt ihre rund sechzig  Kundenberater aus Genf, Zürich und Lugano immer wieder in die USA. Sie  reisen mehrmals im Jahr in die USA, verbringen ein bis zwei Wochen in  einem Hotel, führen täglich zahlreiche Kundengespräche im Hotelzimmer,  nehmen Aufträge entgegen, gehen an Partys, pflegen Kontak­te – und  akquirieren neue KundInnen.</p>
<p style="text-align: left;">Hier führt die Spur des Geldes nach Miami: Die UBS ist  seit 2002 Hauptsponsor der Art Basel Miami Beach. Vor dem Luxushotel  Delano baut sie 2004 ein Zelt für 500 Gäste auf. Nebenbei lädt sie zu  privaten Partys und Dinners. Die Bank bezahlt und organisiert sie, aber  ihr Name taucht nirgends auf. Keine UBS-Fahnen, keine Firmenlogos. Die  Leute an diesen Partys sind kunstinteressiert, begehrt, erhalten zehn,  fünfzehn Einladungen pro Abend für verschiedene Partys, vor allem aber  sind sie eines: verdammt reich. Und jetzt mal ehrlich: Wo würdest du  hingehen? In ein offizielles UBS-Zelt, wo du beim Ausgang eine  Bankbroschüre erhältst, oder in eine Villa, wo sie dir zum Abschied eine  Flasche Tequila in die Hand drücken?</p>
<p style="text-align: left;">Die UBS stellt Leute ein, die nur dafür da sind, ihre  Kontakte spielen zu lassen, die richtigen Partys zu schmeis­sen und die  wichtigen Leute einzuladen. Und dann bringen sie sie mit Kundenberatern  ins Gespräch. Ein ehemaliger UBS-Mann sagt: «Diese Leute kümmerten sich  um das Netzwerk: Wo sind reiche Leute? Wie kommen sie an die ran? Welche  Kundenberater dürfen mit? Und dann stellten sie Berater und potenzielle  Kunden einander vor und sahen zu, dass sie sich noch einmal treffen  können. Das war ihr Job.»</p>
<p style="text-align: left;">Eines muss man an dieser Stelle wissen: Das oberste Ziel  einer Bank ist Wachstum. Und dafür überschreitet die UBS die Grenze zur  Illegalität. Die Schweizer Kundenberater reden mit den Gästen nicht nur  über Kunst, Golf und Jachten, sondern auch über Steu­ervehikel und  Geheimkonten in der Schweiz. Dafür werden die Banker fürstlich entlöhnt,  Boni über 100 000 sind die Regel. Und sie verstehen ihr Geschäft. Im  Jahr 2004 bringt jeder im Schnitt rund 4 Millionen Franken Neugeld, die  wichtigste Grösse in der Vermögensverwaltung. 2006 sind es 17 Millionen.  Ihr Chef, Martin Liechti, ein Westschweizer Banker, der sich vom  Lehrling beim Bankverein zum Chef der Vermögensverwaltung in Nord- und  Südamerika hochgearbeitet hat, treibt sie an, noch mehr Geld für die  Bank zu sammeln, denn auch sein Bonus wächst. Anfang 2007 schreibt er in  einer Mail: «Um unsere Zukunft zu sichern, brauchen wir WACHSTUM!» Sein  Ziel: 60 Millionen Franken pro Kundenberater. Jährlich.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="attachment_1434" class="wp-caption aligncenter" style="width: 537px"><img class="size-full wp-image-1434" title="Bild 1 07-42-32" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-1-07-42-321.png" alt="" width="527" height="241" /><p class="wp-caption-text">Was tun, wenn einen das FBI beschattet? Fallbeispiel aus einem UBS-Workshop für Kundenberater</p></div>
<p style="text-align: left;">Das einzige Problem dabei: Die Schweizer Banker dürfen  laut US-Gesetz in den USA gar keine neuen Kund­Innen akquirieren.</p>
<p style="text-align: left;">Einer, der das merkt, ist der Kundenberater Bradley  Birkenfeld, ein hochgewachsener und lauter Amerikaner mit Schnauzbart,  der in Genf arbeitet. Martin Liechti hat ihn zur UBS geholt, obwohl er  unter den sechzig Kundenberatern ein relativ kleiner Fisch ist. Er ist  jung, nicht lange dabei. Aber er hat den einen wichtigen Kunden: Igor  Olenicoff, ein russischer 200-Millionen-Dollar-Mann, der viel Wert auf  Diskretion, aber wenig auf eine ehrliche Steuererklärung legt. Er ist  Birkenfelds Kapital. Olenicoffs Vermögen bringt der Bank jährlich rund  vier Millionen Dollar an Gebühren. Aber weil Birkenfeld kaum Neugeld  bringt, nicht mit Liechtis Wachstumsforderungen Schritt halten kann,  gerät er unter Druck. Bis er ein Schreiben entdeckt, auf dem deutlich  steht, dass seine tägliche Arbeit – die Ausflüge in die USA, die Jagd  auf Neugeld, die Treffen mit KundInnen – illegal ist. «Paradoxer kann  ein System nicht sein: Du musst unter pekuniärer Strafandrohung – kein  Neugeld, kein Bonus – in die USA reisen, um Kundengespräche zu führen,  und die Reisen jeweils von deinem Vorgesetzten absegnen lassen. Aber  gleichzeitig heisst es, das sei alles verboten.»</p>
<p style="text-align: left;">Birkenfeld wird zum Whistleblower, meldet sich bei der  Konzernleitung und weist sie auf den Widerspruch hin. Die UBS leitet  eine Untersuchung ein, die nach kurzem versandet. Massnahmen ergreift  die Bank nicht.</p>
<p style="text-align: left;">Schliesslich überwirft sich Birkenfeld mit Liechti,  angeblich weil Liechti keinen Bonus zahlen wollte. Einem Freund soll  Birkenfeld gesagt haben: «I will take this fucker down.» Birkenfeld  meldet sich bei den US-Behörden, liefert ihnen Dokumente, erläutert die  kriminelle Geschäftspraxis der UBS: mit komplizierter  Verschlüsselungstechnik gesicherte Laptops, in Zahnpastatuben  geschmuggelte Diamanten, Workshops, in denen die Banker lernen, wie man  sich bei Beschattungen durch das FBI verhält &#8230; «Paranoia», schrieb ein  amerikanischer Reporter einmal, «ist nur ein anderes Wort für  Ignoranz.» Die UBS hat sich daran gehalten.</p>
<p style="text-align: left;">Die US-Behörden ermitteln gegen die UBS, Liechti wird  als Kronzeuge festgehalten. Wenig später lassen ihn die USA in die  Schweiz ausreisen – als freien Mann. Warum, ist bis heute unklar. Weder  Liechtis Anwälte noch das US-Justizministerium wollen sich dazu äussern.  Klar ist nur, dass bald darauf ein anderer ins Fadenkreuz der  US-Behörden gerät: Raoul Weil, weltweiter Chef der  UBS-Vermögensverwaltung und Nummer drei der Bank. Die USA zielen auf  eine Klage gegen die UBS. Aber im Februar 2009 schafft die Grossbank die  Klage aus der Welt. Sie zahlt 800 Millionen Franken Busse, damit sie  nicht vor Gericht muss. Die Finma liefert gleichzeitig auf Geheiss des  Bundesrates rechtswidrig 285 Kundendossiers an die USA und lüftet das  Bankgeheimnis. Im Sommer 2009 muss die Schweiz 4450 Kundendossiers an  die USA übermitteln. Die Prüfung der Herausgabe kostet den Bund vierzig  Millionen Franken.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>«Auf höchster Managementstufe»</strong></p>
<p style="text-align: left;">In der Klageschrift gegen Raoul Weil heisst es, das  grenzüberschreitende Geschäft der UBS habe 20 000 Kunden mit zwanzig  Milliarden Dollar Vermögen betreut. 17 000 hätten ihre Identität  verschleiert und ihre Konten vor den US-Behörden versteckt. Wer wusste  in der UBS über diese illegalen Geschäfte Bescheid? Seit wann? Und warum  gingen die Topmanager nicht dagegen vor, als sich Birkenfeld bei ihnen  meldete?</p>
<p style="text-align: left;">Bis jetzt ist das nicht geklärt. In der Klageschrift ist  von «nicht angeklagten Mitverschwörern» die Rede, die «Positionen auf  höchster Managementstufe besetzten». Sie beaufsichtigten rechtliche,  steuerliche und regulatorische Belange im grenzüberschreitenden Geschäft  der UBS. Die namentlich nicht genannten «Mitverschwörer» mussten bis  heute vor keinem Gericht erscheinen. Die Staatsanwalt Zürich lehnt eine  Untersuchung gegen sie ab. Und von der parlamentarischen  Geschäftsprüfungskommission, die den Fall UBS untersuchen soll, wurden  sie noch nicht einmal einvernommen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>*</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>ABSPANN: Martin Liechti</strong> wurde kürzlich lächelnd mit einem Glas  Wein in der Hand im Hotel Dolder Grand gesehen. Er war an der  Preisverleihung des «Champagne de Perle».</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Raoul Weil</strong> ist von den USA  nach wie vor als «flüchtig» ausgeschrieben. Er lebt in der Schweiz.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Bradley Birkenfeld</strong> ist der einzige der sechzig  Kundenberater, der gegen die UBS ausgesagt hat. Er sitzt in den USA eine  vierzigmonatige Haftstrafe ab. Die anderen Kundenberater wurden  entlassen oder versetzt. Die UBS verweigert genaue Angaben über einzelne  Angestellte.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="content_infobox_width" style="text-align: left;">
<p><span style="color: #888888;"><strong>Serie:  Schurkenstück UBS</strong></span></p>
<p><span style="color: #888888;">In einer Serie thematisiert die WOZ  Aufstieg und Fall der Grossbank UBS sowie den politischen Hinter­grund  des Finanzplatzes. Das Ziel sind keine abschliessenden Antworten,  sondern offene Fragen, beispielsweise zuhanden einer allfälligen PUK.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #888888;">Bisher erschienen: Der Prolog, <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr08/Schweiz/19004.html" target="_blank"> «Ju­bel hinter der Bühne»</a>, und Teil 1,  <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr09/Wirtschaft/18988.html" target="_blank">«Die Geburt des Monsters»</a>, sowie Teil 2, <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr09/Wirtschaft/19030.html" target="_blank"> «Ein Mythos, ein Tabu»</a>.</span></p>
<p style="text-align: left;"><strong><em>WOZ &#8211; Die Wochenzeitung, 18.3.2010</em></strong></p>
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		<title>Blick folgt Nationofswine</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 10:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[PUK]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[GPK]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Helene Hegemann reloaded? Der <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/vier-hebelten-den-nationalrat-aus-141861" target="_blank">Blick</a> kopiert heute den <a href="http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/" target="_blank">gestrigen Nationofswine</a>-Beitrag zur PUK-Sistierung durch das Ständeratsbüro. Wir sagen: Weiter so! PUK? Nötig? Ach was, sagen die Bürgerlichen, wir sitzen ja bloss nach wie vor auf <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/43-Milliarden-Verlust-auf-den-UBSSchrottpapieren/story/23836210" target="_blank">mehreren Milliarden UBS-Schrott</a>.</p> <p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-11.png"></a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Helene Hegemann reloaded? Der <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/vier-hebelten-den-nationalrat-aus-141861" target="_blank">Blick</a> kopiert heute den <a href="http://nationofswine.ch/2010/03/03/die-puk-verhinderer/" target="_blank">gestrigen Nationofswine</a>-Beitrag zur PUK-Sistierung durch das Ständeratsbüro. Wir sagen: Weiter so! PUK? Nötig? Ach was, sagen die Bürgerlichen, wir sitzen ja bloss nach wie vor auf <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/43-Milliarden-Verlust-auf-den-UBSSchrottpapieren/story/23836210" target="_blank">mehreren Milliarden UBS-Schrott</a>.</p>
<p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-11.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1214" title="Blick" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2010/03/Bild-11.png" alt="" width="276" height="241" /></a></p>
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