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	<title>Nation of Swine &#187; Politik</title>
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	<description>Politik &#38; Freefight</description>
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		<title>Police protecting the people</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 11:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ay, was war die Empörung gross, als vergangenen <a href="http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Empoerung_nach_Pfefferspray-Einsatz_bei_Occupy-Protest_in_den_USA.html?cid=31610094" target="_blank">November</a> ein <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Wie-der-PfeffersprayPolizist-beruehmt-wurde/story/28218252?dossier_id=1081" target="_blank">Polizist</a> in <a href="http://www.20min.ch/news/ausland/story/22350140" target="_blank">Kalifornien</a> ein paar <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/international/empoerung-nach-pfefferspray-einsatz-bei-occupy-protest-116237427" target="_blank">friedlich protestierende Studenten</a> mit <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,799247,00.html" target="_blank">Pfefferspray</a> <a href="http://www.bild.de/politik/ausland/occupy-bewegung/polizisten-attackieren-studenten-mit-pfefferspray-21120824.bild.html" target="_blank">besprühte</a> …</p> <p>Die Polizisten in Davos fanden das offenbar vorbildlich und wollten es ihren US-Kollegen gleich tun. Sie leerten ihre Pfeffersprays bei einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ay, was war die Empörung gross, als vergangenen <a href="http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Empoerung_nach_Pfefferspray-Einsatz_bei_Occupy-Protest_in_den_USA.html?cid=31610094" target="_blank">November</a> ein <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Wie-der-PfeffersprayPolizist-beruehmt-wurde/story/28218252?dossier_id=1081" target="_blank">Polizist</a> in <a href="http://www.20min.ch/news/ausland/story/22350140" target="_blank">Kalifornien</a> ein paar <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/international/empoerung-nach-pfefferspray-einsatz-bei-occupy-protest-116237427" target="_blank">friedlich protestierende Studenten</a> mit <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,799247,00.html" target="_blank">Pfefferspray</a> <a href="http://www.bild.de/politik/ausland/occupy-bewegung/polizisten-attackieren-studenten-mit-pfefferspray-21120824.bild.html" target="_blank">besprühte</a> …</p>
<p>Die Polizisten in Davos fanden das offenbar vorbildlich und wollten es ihren US-Kollegen gleich tun. Sie leerten ihre Pfeffersprays bei einer bewilligten Kundgebung gegen das WEF.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6080" title="OccupyWEF-Police" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2012/01/OccupyWEF-Police.png" alt="" width="644" height="464" /></p>
<p>Das ganze Video:</p>
<p><iframe width="595" height="335" src="http://www.youtube.com/embed/uYv7ErDIKVI?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=6079&amp;md5=65a4e51886bfc25a6a0e030811149979" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Lügen der SBB</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 12:16:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hooligans]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Fans]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>In einer grossen PR-Kampagne hatte 2010 der Staatsbetrieb SBB per Schweizer Fernsehen in der Sendung «10 vor 10» verlauten lassen, ihr entstünden durch randalierende Fussballfans in Extrazügen massiver Sachschaden (die Meldung wurde von allen Medien wiedergegeben, auch ein Jahr später erneut gar in der Hauptausgabe der Tagesschau). SBB-Sprecher Reto Kormann sagte im Mai 2010 unwidersprochen im «10 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer grossen PR-Kampagne hatte 2010 der Staatsbetrieb SBB per Schweizer Fernsehen in der Sendung «10 vor 10» verlauten lassen, ihr entstünden durch randalierende Fussballfans in Extrazügen massiver Sachschaden (die Meldung wurde von allen Medien wiedergegeben, auch ein Jahr später erneut gar in der Hauptausgabe der Tagesschau). SBB-Sprecher Reto Kormann sagte im Mai 2010 unwidersprochen im «10 vor 10»: «Wir haben Schäden praktisch jedes Wochenende. Drei Millionen Schäden in der abgelaufenen Saison alleine. Wir wollen das unseren Kunden und unseren Mitarbeitern nicht mehr länger zumuten.»</p>
<p>Jetzt hat ein Journalist nachgerechnet. Wie Fussballkolumnist Pascal Claude in der WOZ aufdeckt: Die eigentliche Schadenssumme beträgt <a href="http://www.woz.ch/artikel/2012/nr01/schweiz/21582.html" target="_blank">weniger als ein Zehntel</a>.</p>
<blockquote><p>Ein internes Papier der SBB zeigt, dass die Schäden, die Fussballfans an Extrazügen verüben, zehnmal geringer sind als angenommen: Statt 3 Millionen Franken jährlich, wie in zahlreichen <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/SBB-Drei-Millionen-Franken-Schaeden-durch-FussballRowdies/story/28829212" target="_blank">Medienberichten</a> zu lesen war, waren es 2009/2010 deutlich weniger als 300’000 Franken.</p></blockquote>
<p>Und weil er von der SBB-Pressestelle nichts weiter zu hören bekam als Schwurbel, an Vertuschung grenzende Verwirrrechnungen, rechnete Pascal Claude anhand interner Papiere nun halt selbst nach. Fazit: Die SBB lügt. Der beste unter den Schweizern Fussballbloggern schliesst seine Recherche so:</p>
<blockquote><p>«3 Millionen Franken Sachschaden durch Fussballfans jährlich». Diese Schlagzeile, prominent verbreitet von Tagesschau bis Tages-Anzeiger, wollten die SBB nie dementieren. Nun sind wir bei 100’000 Franken. 100’000 Franken Sachschaden sind viel. Es sind aber dreissigmal weniger als jener Betrag, mit dem bislang Politik gemacht wurde. Die SBB möchten die <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/bahnverkehr_sbb_fussball-hooligans_1.11459959.html" target="_blank">Transportpflicht</a> aufheben und Fussballfans nicht mehr auf eigene Kosten von A nach B befördern müssen. Das ist eine legitime politische Forderung. Nun ist, hoffentlich, etwas klarer, auf welchen Zahlen sie beruht.</p></blockquote>
<p>Die ganze wunderliche Rechnung kann man lesen auf Claudes Blog <a href="http://knappdaneben.net/2012/01/sbb-und-sachschaden-von-3-mio-auf-100000/" target="_blank">«Knapp daneben»</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=6017&amp;md5=cdad3ec53801f9ac82eefd48c37d7455" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Obama und Osama (2)</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 20:07:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Alcatraz]]></category>
		<category><![CDATA[Amy Davidson]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Guantanamo]]></category>
		<category><![CDATA[Osama bin Laden]]></category>
		<category><![CDATA[The Miami Herald]]></category>
		<category><![CDATA[The Toronto Star]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Carl Rosenberg, Reporter des Miami Herald, schreibt seit zehn Jahren über Guantanamo. Aktuell hält er fest: 171 Gefangene aus 23 Ländern befinden sich noch immer im Camp, das so gross ist wie Manhattan. Sie sind zwischen 25 und 62 Jahre alt. Der jüngste Gefangene, ein Mann namens Omar Khadr, wurde interniert als er fünfzehn war. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Carl Rosenberg, Reporter des Miami Herald, schreibt seit zehn Jahren über Guantanamo. Aktuell hält er fest: 171 Gefangene aus 23 Ländern befinden sich noch immer im Camp, das so gross ist wie Manhattan. Sie sind zwischen 25 und 62 Jahre alt. Der jüngste Gefangene, ein Mann namens Omar Khadr, wurde interniert als er fünfzehn war. Der jüngste Guantanamo-Gefangene war zwölf Jahre alt, der älteste 89, schreibt Michelle Shepard vom Toronto Star, Autorin des Buchs «Decade of Fear». In zehn Jahren hatte das Lager elf Kommandanten, insgesamt 800 Gefangene sassen hier. Die ersten zwanzig kamen vor zehn Jahren, im Januar 2002. Nur sechs wurden je von einem Militärgericht verurteilt. All diese Informationen hat Amy Davidson zusammengetragen, am Schluss ihres <a href="http://www.newyorker.com/online/blogs/closeread/2012/01/guantanamo-at-ten-the-two-towers.html" target="_blank">Blog-Eintrages</a> schreibt sie: «Der Miami Herald, der eine ausgezeichnete Berichterstattung lieferte, hat zum Zehn-Jahr-Jubiläum <a href="http://www.miamiherald.com/guantanamo/" target="_blank">ein Paket mit allen Artikeln zum Thema veröffentlicht</a>, darunter auch den allerersten: «Ein neues Alcatraz entsteht – Guantanamo bereit für die Taliban». Zurückblickend, ist diese Schlagzeile regelrecht optimistisch. Man wünschte, Guantanamo wäre tatsächlich ein wenig wie Alcatraz, zum Beispiel in Bezug seiner Integrierung ins US-Rechtssystem. Ausserdem: Alcatraz ist inzwischen geschlossen.»</p>
<p>Friedensnobelpreisträger Barack Obama hat Anfang 2012 die Laufzeit des Lagers auf unbestimmte Zeit verlängert. Eines seiner grossen Wahlversprechen 2008 war die umgehende Schliessung des Lagers bei Amtsantritt, dem «Synonym für staatliche Willkür und Folter» (Der Spiegel).</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,808393,00.html" target="_blank">Und hier ist die Geschichte von Lakdhar Boumediene</a>. Der Algerier arbeitete in leitender Funktion für die Hilfsorganisation Roter Halbmond, bevor er Anfang 2002 von US-Agenten entführt wurde und dann siebeneinhalb Jahre in Guantanamo sass – bevor ihn ein US-Bundesrichter in allen Anklagepunkten entlastete.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5967&amp;md5=d75d95ffe2c352728033bbf5165c66b2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Lügen der Weltwoche</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/11/die-lugen-der-weltwoche/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 22:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlos Hanimann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Lüge]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vorsicht, dieser Eintrag könnte lang werden, aber er muss sein, die Lügen müssen festgehalten werden, Satz für Satz. Die Weltwoche, die sich «hartnäckiger Recherche» rühmt, hat mit einer langen Reihe von Falschbehauptungen dazu beigetragen, dass der Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand diese Woche zurückgetreten ist. Dass Hildebrand geht, fair enough. Die familiären Börsengeschäfte waren fragwürdig, fahrlässig, vielleicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorsicht, dieser Eintrag könnte lang werden, aber er muss sein, die Lügen müssen festgehalten werden, Satz für Satz. Die <em>Weltwoche</em>, die sich «hartnäckiger Recherche» rühmt, hat mit einer langen Reihe von Falschbehauptungen dazu beigetragen, dass der Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand diese Woche zurückgetreten ist. Dass Hildebrand geht, fair enough. Die familiären Börsengeschäfte waren fragwürdig, fahrlässig, vielleicht sogar dumm. Aber das bewegt mich jetzt nicht. Es mag pathetisch klingen: Aber die <em>Weltwoche</em> hat letzte Woche das letzte bisschen Journalismus, das noch in der Redaktion an der Förrlibuckstrasse gesteckt haben mag, vernichtet. Sie hat meinen Berufsstand durch den Dreck gezogen und damit jedem Reporter, der sich ein bisschen um Fairness oder Ethik kümmert, ins Gesicht gespuckt.</p>
<p>Roger Köppel reagiert manchmal empfindlich auf Angriffe auf sein Blatt. Nicht weil seine journalistische Integrität untergraben wird, sondern weil er als «Unternehmer» Kritik an seine Zeitschrift als «kreditschädigend» wertet. Dabei hat er längst jeden Kredit verspielt.</p>
<p>Das hier wird ein Work-in-progress-Eintrag, ein Crowdsourcing-Artikel, wenn man so will. Ich mach mal den Anfang und widerlege die Lügen und die unbelegten Behauptungen, die die <em>Weltwoche </em>letzte Woche als Tatsache darstellte. Im besten Fall immer auch mit Link zum Beleg. Liebe JournalistInnen, liebe LeserInnen, ihr seid herzlich dazu eingeladen, mitzuhelfen – in der Kommentarfunktion, über Twitter, Facebook oder Mail … Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man die Falschbehauptungen ein für alle mal festhält. Falls ich mich irre oder Fehler mache, bitte ich um Richtigstellungen (mit Link, wenn möglich).</p>
<p style="text-align: center;">+++</p>
<p>Die Falschbehauptungen beginnen schon auf dem Cover:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5936" title="Cover Weltwoche" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2012/01/Cover-Weltwoche.png" alt="" width="476" height="507" /></p>
<blockquote><p>Philipp Hildebrand betreibt Insider-Geschäfte. Der Notenbankpräsident tätigte private Währungs-Deals in Millionenhöhe. Gegen ihn wurde Strafanzeige erstattet.</p></blockquote>
<p><em>Insider-Geschäfte</em> ist falsch: Ein Insider-Geschäft ist eine kriminelle Tat. Was Hildebrand (oder seine Frau) getan hat, ist rechtlich nicht beanstandet worden. Der zweite Satz kann mit viel gutem Willen als halbwahr taxiert werden: Hildebrand hat zumindest für 20000 Franken US-Dollar auf das Konto seiner Tochter transferiert. Der dritte Satz ist wieder komplett falsch: Bis dato wurde keine Strafanzeige gegen Hildebrand erstattet. Allerdings: Immerhin der Name des Autors auf dem Cover dürfte korrekt sein.</p>
<p>Zum Artikel selber …</p>
<p><span id="more-5933"></span></p>
<blockquote><p><strong>Spekulant Hildebrand</strong></p>
<p><strong></strong>Von Urs Paul Engeler</p>
<p>Zwei Telefonate brauchte der oberste Währungshüter, um 75 000 Franken zu «verdienen». Philipp Hildebrand betreibt Insider-Geschäfte, belügt die Öffentlichkeit. Und der Bankrat segnet seine unlauteren Währungsspekulationen ab. Jetzt ist die Justiz am Zug.</p></blockquote>
<div>
<p>Falsch ist, dass Hildebrand<em> zwei Telefonate</em> brauchte. Laut Bank Sarasin hat seine Frau die Aufträge erteilt, zumindest für den Kauf von 400000 US-Dollar am 15. August 2011. Sein Einverständnis erklärte Hildebrand erst mit der nachträglichen Unterzeichnung des Geschäfts. Wie Engeler auf exakt <em>75000 Franken</em> Gewinn kommt, bleibt mir auch nach langem Studium der Kontoauszüge schleierhaft. Es handelt sich um eine Interpretation von einem Kauf und einem Verkauf, von denen nicht belegt ist, dass sie notwendigerweise zusammenhängen. Dass Hildebrand <em>Insider-Geschäfte</em> betreiben soll, hatten wir schon auf dem Cover: Falsch. <em>Belügt Hildebrand die Öffentlichkeit?</em> Den Beleg dafür sehe ich nicht.</p>
</div>
<blockquote><p>Den Dollar-Kauf, den Frau Kashya Hildebrand, Galeristin in Zürich, am 15. August für sich und ihr Töchterchen Natalia, 11, getätigt haben soll, hat in Wirklichkeit ihr Mann Phi­lipp Hildebrand, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB), auf einem seiner eigenen Bankkonti vorgenommen, das er bei der Privatbank Sarasin unterhält.</p></blockquote>
<p>Das ist nach wie vor eine Behauptung. Es steht Aussage gegen Aussage. Die Dokumente, die Hildebrand vorlegte, sind zum einen <em>be</em>lastend (Mail, Contact Notes), zum andern <em>ent</em>lastend (Handnotizen, Erklärung des Kundenberaters F.S.).</p>
<blockquote><p>Genau 400 000 Franken investierte er per Anruf in dieses risikolose Geschäft.</p></blockquote>
<p><em>Risikolos</em> ist das Geschäft nur, wenn Hildebrand tatsächlich Insiderwissen hatte, bzw. dieses nutzte. Es ist offen, ob er diesen Auftrag<em> per Anruf</em> tätigte.</p>
<blockquote><p>Nach der Frankenabwertung, die er als oberster Währungshüter alsdann beschlossen und am 6. September 2011 verkündet hatte, verkaufte er, wieder über sein eigenes Konto handelnd, ­Anfang Oktober die rund 500 000 Dollar mit einem satten Gewinn von 75 000 Franken.</p></blockquote>
<p>Es ist unklar, ob Hildebrand selber <em>handelte.</em></p>
<blockquote><p>Diese unstatthafte Transaktion war keineswegs das einzige Insidergeschäft, das der ­allseits applaudierte Star-Banker Hildebrand getätigt hat.</p></blockquote>
<p><em>Insidergeschäft?</em> Schon wieder?</p>
<blockquote><p>Ein Blick in sein Sarasin-Konto belegt: Der Mann, der andern Bankangestellten immer strengere Vorschriften zumutet, der Stabilität garantieren soll, der die Schweiz international repräsentiert und seit kurzem den Titel eines Vizepräsidenten des internationalen Finanzstabilitätsrats (FSB) führt, ist ein Währungsspekulant.</p></blockquote>
<p>Dass er ein <em>Währungsspekulant</em> sein soll, ist eine fragwürdige Interpretation. Strenggenommen ist jeder, der an der Börse handelt, ein Spekulant. Wenn man den Begriff aber etwas enger fasst, hätte Hildebrand wohl eher mit Optionen gehandelt, um zu <em>spekulieren – </em>und nicht mit einfachen Währungstransaktionen<em>.<br />
</em></p>
<blockquote><p>Regelmässig kauft und verkauft der Trader, der pro Jahr allein als SNB-Präsident 995 000 Franken verdient, dank seines Insiderwissens Dollars und Euros.</p>
<p><strong>Alles auf dem eigenen Konto</strong></p>
<p>Ein kleiner Angestellter der Bank Sarasin – nennen wir ihn in Anlehnung an den legendären Informanten der Watergate-Affäre «Deep Throat II» – hat diese Praktiken nun publik gemacht.</p></blockquote>
<p>Das ist nicht falsch. Aber Engeler hat mit R.T., den er in einem Anflug von – hm, Grössenwahn? – «Deep Throat II» nennt, nie gesprochen. Er hat sie laut eigenen Angaben auch nicht publik gemacht. Er wollte nur, dass der Fall untersucht wird. So schreibt er es in einer Mail. Übrigens: Wieviele Fehler waren es jetzt schon? Und wir sind erst beim ersten Zwischentitel …</p>
<blockquote><p>In der Zwischenzeit hat er sich gleich selbst wegen Verletzung des Bankgeheimnisses angezeigt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft III für Wirtschaftsdelikte bearbeitet den Fall. Da «Deep Throat II», der bereits vor Weihnachten die (offenbar desinter­essierte oder ängstliche) Blick-Redaktion in­formiert hatte,</p></blockquote>
<p><em>Offenbar desinteressiert oder ängstlich? </em>Man könnte auch sagen: sorgfältig. Zudem: Er hat die <em>Blick</em>-Redaktion nach eigenen Angaben (wie auch den <a href="http://www.blick.ch/news/wirtschaft/blick-reporter-trafen-whistleblower-auf-hilton-parkplatz-191015" target="_blank">Angaben der Reporter</a>) eben nicht informiert, sondern wollte wissen, wie viele Informationen diese besassen.</p>
<blockquote><p>seinerseits Hildebrand wegen Verletzung des Börsengesetzes angezeigt und als ­Beleg Bankdaten beigebracht hat, interessiert die Zürcher Justiz sich nun nicht nur für «Deep Throat II», sondern auch für die ­Geschäfte des Schweizer Notenbankchefs.</p></blockquote>
<p>In diesem Satz ist so ziemlich alles falsch, was falsch sein kann. R.T. hat keine Strafanzeige erstattet und keine Bankdaten übergeben. Die Justiz ermittelt auch nicht gegen Hildebrand, wohl aber gegen R.T. und gegen «Dritte wegen Verleitung zur Verletzung des Bankkundengeheimnisses und wegen Ausnützung des Verrats des Geschäftsgeheimnisses», nachdem die <a href="http://www.sarasin.ch/internet/iech/index_iech/about_us_iech/media_iech/news_iech.htm?reference=134093&amp;checkSum=A443A2FBC6393D39377469026E48EF22" target="_blank">Bank Sarasin Anzeige erstattet hat</a>.</p>
<blockquote><p>So wird möglich bis wahrscheinlich, dass gegen Hildebrand ein Strafverfahren eröffnet wird. Insider-Transaktionen sind Offizialdelikte; sie müssen von Amtes wegen verfolgt werden.</p>
<p>Artikel 161 des Strafgesetzbuchs ist klar: «Wer als Mitglied des Verwaltungsrates, der Geschäftsleitung, der Revisionsstelle oder als Beauftragter einer Aktiengesellschaft oder ­einer sie beherrschenden oder von ihr abhängigen Gesellschaft, als Mitglied einer Behörde oder als Beamter, oder als Hilfsperson einer der vorgenannten Personen, sich oder einem andern einen Vermögensvorteil verschafft, ­indem er die Kenntnis einer vertraulichen Tatsache, deren Bekanntwerden den Kurs von in der Schweiz börslich oder vorbörslich gehandelten Aktien, andern Wertschriften oder entsprechenden Bucheffekten der Gesellschaft oder von Optionen auf solche in vorausseh­barer Weise erheblich beeinflussen wird, ausnützt oder diese Tatsache einem Dritten zur Kenntnis bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.»</p></blockquote>
<p>In den Kommentarspalten weist Sascha Erni darauf hin: «Zum ganzen Abschnitt <em>&#8220;Artikel 161 des Strafgesetzbuchs ist klar&#8221;</em>: Ja, ist er, wie selbst Herr Blocher in einem Nebensatz an der Medienkonferenz vom 9. Januar sagte – Devisenhandel wird nicht vom Artikel 161 StGB abgedeckt, die Schweiz kennt keine „Insidergeschäfte“ mit Devisen. Höchstens mit Optionen darauf, und selbst das ist fraglich.»</p>
<blockquote><p>Diese Strafandrohung gilt ebenso für Insidergeschäfte von Angehörigen: «Wer eine solche Tatsache von einer der in Ziffer 1 genannten Personen unmittelbar oder mittelbar mitgeteilt erhält und sich oder einem andern durch Ausnützen dieser Mitteilung einen Vermögensvorteil verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft.» Die Ausrede mit der Frau als Täterin, die sämtliche Medien brav übernommen ­haben, verschiebt nur das Problem.</p>
<p><strong>Grossangelegter Vertuschungsversuch</strong></p>
<p>Beinahe hätte der grossangelegte und raffiniert eingefädelte Versuch, die Machenschaften Hildebrands zu vertuschen, sein Ziel erreicht.</p></blockquote>
<p>Mit dem Wort <em>vertuschen</em> unterstellt die Weltwoche, dass jemand (die SNB? Der Bankrat? Der Bundesrat?) versucht habe, die Geschichte unter dem Deckel zu halten, nie publik werden zu lassen.</p>
<blockquote><p>Nur kurz flackerte Staunen und Nervosität durch einige Redaktionsstuben, als am Abend des Freitags, des 23. Dezember, die Schweizerische Nationalbank per Communiqué un­vermutet verbreitete, ihr Präsident Philipp Hildebrand geniesse weiterhin das uneingeschränkte Vertrauen des Bankrats, des elf­köpfigen Aufsichtsgremiums: Die Gerüchte, Hildebrand habe illegale Geschäfte betrieben, seien haltlos. Zeit zur Recherche blieb keine mehr, und die Getränke der Festtage spülten, wie von der SNB beabsichtigt, die ­Erinnerung an das «wohl ungewöhnlichste Communiqué in der jüngeren Geschichte der Nationalbank» (so der erfahrene Wirtschaftsjournalist Balz Bruppacher) weg.</p>
<p><strong>Blocher nur der Briefträger</strong></p>
<p>In einem zweiten Akt lancierten die von Hildebrand auf Bankkosten engagierten PR-Profis am Neujahrstag die grosse Offensive. SVP-­Nationalrat Christoph Blocher, so die von der Sonntagszeitung und der NZZ am Sonntag, den beiden publizistischen Armen des Notenbankchefs, als Hauptstory verbreitete Nachricht, sei es gewesen, der versucht habe, den Notenbankchef anzuschwärzen.</p>
<p>Nun reagieren auch Chefredaktoren von Sonntags-Blättern beim Namen Blocher wie pawlowsche Hunde beim Anblick der Wurst: Hirn aus, Speichel an! Und plötzlich waren nicht mehr die ­illegalen Deals des heiligen Herrn Hildebrand das Thema, sondern die Tatsache, dass Blocher die frühere Bundes­präsidentin Micheline ­Calmy-Rey (SP) davon in Kenntnis gesetzt hat.</p>
<p>Tatsächlich spielte Blocher in diesem Stück nur die Rolle eines Statisten, nämlich die des Briefträgers. Auslöser der Affäre ist «Deep ­Throat II», Hildebrands Kundenberater bei der Bank Sarasin und Cie. AG in Zürich.</p></blockquote>
<p>Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, war der Whistleblower nicht Hildebrands Kundenberater F.S., sondern eben der IT-Mitarbeiter R.T. Aber das konnte Engeler nicht wissen, denn mit R.T. hatte er zu diesem Zeitpunkt ja gar nie direkten Kontakt gehabt.</p>
<blockquote><p>Der Bankangestellte hatte bereits im Oktober seinen Rechtsanwalt über die rechtswidrigen Transaktionen informiert.</p></blockquote>
<p>Dieser Satz geht von falschen Bedingungen aus, deswegen ist es schwer zu prüfen, was richtig und falsch ist: Wenn mit <em>Der Bankangestellte </em>Whistleblower R.T. gemeint ist, widerspricht der Rechtsanwalt Hermann Lei dieser Darstellung, dass er <em>sein Anwalt</em> gewesen sei. Er <a href="http://hermann-lei.ch/?Herzlich_willkommen!::7.1.2012_Interview_zu_SNB%2C_Hildebrand_und_Co." target="_blank">sagt</a>: «Er [R.T.] bemühte mich auch nicht als Anwalt, ich hatte kein Mandat von ihm.»</p>
<blockquote><p>Ziel war es, eine Straf­untersuchung gegen Hildebrand zu erreichen. Der später informierte Blocher riet ­davon ab, etwas zu tun, was publik werden könnte; er wollte, dass der Bundesrat als Wahlbehörde der SNB-Spitze die Angelegenheit klärt und (mit einem diskreten, gesund­heitlich motivierten Rücktritt Hildebrands) regelt. So präsentierte der SVP-Nationalrat ­das Papier in ­einer vertraulichen Sitzung ­Calmy-Rey. Dieses Vorgehen hat sich als nicht allzu geschickt erwiesen; der direkte Weg zur Justiz hätte wohl mehr Erfolg und weniger Verschleierung versprochen.</p>
<p>Calmy-Rey allerdings nahm die Informationen offenbar ernst, sehr ernst sogar. Auf jeden Fall bot sie Markus Seiler, den Chef des Nachrichtendienstes, Michael Lüpold, den ­Direktor des Bundesamtes für Justiz, sowie Finanz­experten der Bundespolizei zur ge­heimen Unterredung vom 15. Dezember auf. Noch am gleichen Tag konfrontierte sie Hildebrand und die Nationalbank mit den Vorwürfen. Nach dem Alarm aus dem Bundeshaus liess die SNB die Sache anscheinend unter­suchen, nicht durch eine gänzlich aussenstehende, wirklich unabhängige In­stanz, ­sondern lediglich durch die von der SNB entlöhnte Revisionsgesellschaft Price­water­houseCoopers (PwC). Was die PwC-­Experten gefunden haben und wie sie die ­Fakten bewertet haben, bleibt geheim. Auch auf hartnäckiges Nachfragen über die Zahl der analysierten Konti und Bankverbindungen ­sowie über Millionen-Transaktionen Hildebrands verweigert die SNB jede Auskunft. Wie Recherchen der Weltwoche zutage fördern, entspricht das SNB-Communiqué (siehe Kasten auf Seite 15) nicht der Wahrheit.</p>
<p><strong>Geheimsitzung des Bundesrats</strong></p>
<p>Offenbar traute auch Calmy-Rey diesen SNB-Abklärungen nicht und beauftragte ihrerseits Kurt Grüter, den Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK), und dessen Stellvertreter mit eigenen Nachforschungen. In ihren letzten Amtstagen nahm sie in diesem politisch und ökonomisch explosiven Fall ihre Führungsverantwortung wahr, zumindest vorerst.</p>
<p>Am 23. Dezember traf der Bundesrat, der am 17. Dezember sein Jahresprogramm bereits als beendet erklärt hatte, sich zu einer ausser­ordentlichen Zusatzsitzung. Einziges Thema der klandestinen Unterredung, die dreieinhalb Stunden (!) dauerte und über die nicht ­informiert wurde: die seltsamen Geschäfte des Herrn Hildebrand. Dem Vernehmen nach zeigten sich die beiden Sozialdemokratinnen Calmy-Rey und Simonetta Sommaruga sowie SVP-Bundesrat Ueli Maurer besorgt über ­die explosiven Informationen.</p>
<p>Doch die von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP), als ehemalige Bankrätin eine enge Vertraute Hildebrands, Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (FDP), der ebenfalls eng mit Hildebrand kooperiert, sowie Doris Leuthard (CVP), einer ­dritten Anlaufstelle Hildebrands, angeführte Mehrheit blockte. Sie beschloss, einfach den grossen Deckel über die Affäre zu stülpen. ­Offenbar fühlten sie sich nach dem schriftlichen, aber nicht publizierten Bericht Grüters, der via Sonntag eine Unbedenklichkeitserklärung äusserte, sicher. Der oberste Controller des Bundes selbst brauchte vier Tage, um sieben konkrete Fragen der Weltwoche mit dem ­lapidaren Verweis auf die SNB, die keine Fragen beantwortet, zu beantworten . . .</p>
<p>In einem stundenlangen Hin und Her einigten Bundesrat und SNB-Spitze sich am Freitagnachmittag auf das lügenhafte Communiqué vom 23. Dezember. Da über die Feiertage keine Medien recherchierten und der ­anschliessende Marsch der enttäuschten Informanten zum Blick folgenlos blieb, schien die Affäre per Vertuschung bereinigt.</p>
<p>Detaillierte Fragen, welche die Weltwoche vor dem Jahreswechsel schriftlich stellte, schreckten Hildebrand und die SNB offenbar doch noch auf. Allerdings ­erweist sich der vermeintlich grosse präven­tive Gegenschlag, den sie mit dem Thema ­Blocher führen wollten, nun als fataler Fehler, weil die ersten Lügen mit noch penetranteren Lügen gesteigert werden. So schreibt der von Hildebrand und seinen Helfershelfern fehlinformierte Chefredaktor der NZZ am Sonntag wiederholt, die Dollar-Transaktionen seien über das Konto der Frau Hildebrands, einer US-Bürgerin, gelaufen. Wie der Fak­simile-Auszug, welcher der Weltwoche von einer dritten Seite zur Verfügung gestellt ­wurde, jedoch zweifelsfrei belegt (Seite 13), heisst der berechtigte Inhaber des Kontos Philipp Hildebrand, geboren am 19. ­Juli 1963, wohnhaft an der Scheidegg­strasse 44 in 8002 Zürich, vis-à-vis dem schönen Rieterpark.</p>
<p><strong>Hildebrands Millionen-Käufe</strong></p>
<p>«Deep Throat II» hält sich bedeckt; ein Interview ist nicht möglich. Hin­gegen wurde der Weltwoche von zuverlässiger Seite bestätigt, dass es auch der oberste Währungshüter selbst war, der ihm die Auf­träge ­zu den Devisenspekulationen erteilt hatte ­(siehe Kasten links). Diese Aussagen sind glaubhaft. Erstens ist das Geschäft vom ­15. August nicht das einzige, sondern nur eines in einer Reihe von Transaktionen, die Hildebrand über die Devisenbörse Foreign ­Exchange (Forex) tätigte. Am 10. März zum Beispiel kaufte er für den stolzen Betrag von 1,1 Millionen Schweizer Franken 1,733 Millionen US-Dollar oder am 14. April 45 000 Euro zum Preis von Fr. 58 467.47. Die rund 500 000 Dollar, die er am 15. August erworben hatte, stiess er am 4. Oktober wieder ab – und aus den investierten 400 000 Franken wurden, nach ­Abwertung des Frankens vom 6. September, 475 000 Franken, ein risikoloser Gewinn von 18,75 Prozent innert sechs Wochen!</p>
<p>Dass nicht Ehefrau Kashya, die als Galeristin über andere geschäftliche und private Bankverbindungen verfügen muss, die lukrativen Deals getätigt hat, legt auch die Tatsache nahe, dass Hildebrand an diesem Montag im August neben den Dollar-Käufen weitere fünf Transaktionen abgewickelt hat: den Kauf von ­Roche-, Nestlé- (zweimal) sowie Weatherford-Aktien (zwei Pakete) im Wert von 96 100 Franken. Letzte Klarheit über den Auftraggeber kann die Kontrolle der Telefondaten liefern.</p>
<p>Sämtliche Bankleute, die den Fall Hildebrand verfolgen, staunen, schütteln die Köpfe und ärgern sich. Die Aufseher über den ­Finanz­- markt (Finma) haben verbindliche ­Reglemente erlassen, die jede ihrer Börsen­aktionen einer detaillierten Kontrolle unterstellen («Marktverhaltensregeln»). Effek­ten­händler werden zum Beispiel auf der «Watchlist» geführt, die alle preissensitiven Infor­mationen speichert; eine «Restricted List» bezeichnet all die Geschäfte, die Angestellte gar nicht tätigen dürfen. 66 Paragrafen umfasst das öffentlich zugängliche Rundschreiben (www.finma.ch). Einer der Treiber für immer härtere Vorschriften ist ausgerechnet Spekulant Hildebrand.</p>
<p>Was hingegen Hildebrand und seine Kollegen im Direktorium sich selbst alles erlauben, bleibt geheim! Zwar existiert ein internes ­Re­glement über Eigengeschäfte der Mitglieder des Erweiterten Direktoriums, das jedoch streng unter Verschluss bleibt. Nicht einmal die Nachfrage der Weltwoche, warum die Richtlinien nicht publiziert würden, wird beantwortet. Anscheinend sind die Regeln locker. Allerdings hat Hildebrand 2006 in einem ­Interview mit der Bilanz einige Vorschriften erwähnt (kleiner Kasten auf dieser Seite), was ihn definitiv als üblen Falschspieler entlarvt: «Wir dürfen etwa keine ­in­dividuellen Bank­aktien halten oder Wech­selkurs­operationen vornehmen. Falls wir Firmenaktien halten, ist dies nur über ein Vermögensverwaltungs­mandat möglich. Was also verlangt wird, sind Trans­parenz und bestimmte Richtlinien, die es einzuhalten gilt.» Wie dem Sarasin-Auszug zu entnehmen ist, nimmt Hildebrand regelmässig «Wechselkursoperationen» vor und hält er auch ohne Mandat Aktien mehrerer ­Firmen. Wie die ­anderen Konti und Depots ­bestückt sind, die er auch noch besitzt, kann nur erahnt werden.</p>
<p><strong>Er verstösst gegen eigene Grundsätze</strong></p>
<p>Falls dieses Reglement also noch in Kraft ist – und davon ist auszugehen –, dann ist die ­Causa Hildebrand längst ein Skandal, der weite ­Kreise involviert und unglaubwürdig macht. Obwohl die Sarasin-Unterlagen beweisen, dass der oberste Währungshüter vorschriftswidrig Devisengeschäfte tätigt und mit Aktien handelt, haben alle untersuchenden Behörden ihm einen Persilschein ausgestellt, und dies, ohne ihre Abklärungen öffentlich zu machen. Damit sind die Revisionsfirma PwC, der elfköpfige Bankrat mit alt Nationalrat Hansueli Raggenbass (CVP, TG) als Präsident, Kurt ­Grüter, der Chef der Finanzkontrolle, sowie die Bundesrätinnen Eveline Widmer-Schlumpf (BDP), Doris Leuthard (CVP) und Bundesrat ­Johann Schneider-Ammann (FDP) Teile einer eigent­lichen Staatsaffäre – und ab sofort nicht mehr tragbar.</p>
<p>Der vielgerühmte und auffällig geschnie­gelte Herr Hildebrand selbst entpuppt sich als Gauner, der sich illegal ­Vorteile erschleicht.</p></blockquote>
<p>Die oft zitierte Passage entspricht nicht der Wahrheit: Selbst wenn Herr Hildebrand selber Devisen gehandelt haben sollte, war das nicht <em>illegal</em>. Engeler weiss das, er zitiert ja oben den Art. 161 StGB.</p>
<blockquote><p>Seine Abwehrversuche ­erinnern fatal an die untauglichen Manöver des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, sich gegen die Wirklichkeit zu stemmen. Und die hohe politische Korona aber, die Hildebrand trotzdem schützt und stützt, besteht offenbar aus einem dichten Geflecht von Lügnern und Ver­tuschern.</p></blockquote>
<p>Die Behauptung, dass die Politik <em>aus einem dichten Geflecht von Lügnern und Vertuschern</em> bestehe, ist durch keinen Satz in diesem Text belegt.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5933&amp;md5=d1fe914c731fbff9b7a1f11bb9c733cb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Update: Facebook-Experten (Cédric Wermuth)</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/10/update-facebook-experten/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 23:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Nach den <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/09/im-zweifel-gegen-den-angeklagten/" target="_blank">versammelten Experten</a> nun, gegen Mitternacht, auch noch Bundesrat in spe Cédric Wermuth:</p> <p>SVP, CVP, GLP, BDP und FDP sind plötzlich für «harte Reglemente» im Devisenhandel und für die Nationalbank und Blocher verstösst krass gegen das Bankgeheimnis. Was genau habt ihr mit diesem Land gemacht, als ich 10 Tage in den Ferien war?</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/09/im-zweifel-gegen-den-angeklagten/" target="_blank">versammelten Experten</a> nun, gegen Mitternacht, auch noch Bundesrat in spe Cédric Wermuth:</p>
<blockquote><p>SVP, CVP, GLP, BDP und FDP sind plötzlich für «harte Reglemente» im Devisenhandel und für die Nationalbank und Blocher verstösst krass gegen das Bankgeheimnis. Was genau habt ihr mit diesem Land gemacht, als ich 10 Tage in den Ferien war?</p></blockquote>
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		<title>Im Zweifel gegen den Angeklagten (und Expertenstimmen, Facebook)</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 15:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>16:44: Aus der Heimat schreibt Kollege Keller: «Kapitalismus ausser Kontrolle. Die Krokodile fressen ihre gierigen Wärter. Gruss aus dem Thurgau.»</p> <p>Update 18:05: Kollege Widmer meldet aus dem Zwischenreich Zürich/Thurgau: «Ich liebe Blocher, Köppel, Hummler, Göring, die UBS, Philipp Gut, Jahresjournalist Engeler und die anderen Freunde der Moral und der Transparenz, die den schrecklichen, geldgierigen Banker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">16:44:</span> Aus der Heimat schreibt Kollege Keller: «Kapitalismus ausser Kontrolle. Die Krokodile fressen ihre gierigen Wärter. Gruss aus dem Thurgau.»</p>
<p><span id="more-5867"></span><span style="color: #ff00ff;">Update 18:05:</span> Kollege Widmer meldet aus dem Zwischenreich Zürich/Thurgau: «Ich liebe Blocher, Köppel, Hummler, Göring, die UBS, Philipp Gut, Jahresjournalist Engeler und die anderen Freunde der Moral und der Transparenz, die den schrecklichen, geldgierigen Banker und «Gauner» (Köppel) Philipp Hildebrand, gestürzt haben. Kämpfen wir gemeinsam mit ihnen gegen das Bankgeheimnis!»</p>
<p><span style="color: #00ff00;">Update 18:08:</span> Wieder aus dem Zwischenreich Zürich/Thurgau: «Blocher kann sich an Hildebrand ein Beispiel nehmen.»</p>
<p><span style="color: #ff6600;">Update 18:17:</span> Mathieu schreibt aus Paris: «Hildebrand hat einen dummen und unerklärlichen Fehler begangen. Er hätte ihn wohl überleben können, wenn SVP &amp; Weltwoche ihn nicht aus politischen Gründen hätten stürzen wollen. Beide Seiten tragen die Schuld, aber die ganze Schweiz hat den Schaden.»</p>
<p><span style="color: #800080;"><span style="color: #0000ff;">Update 18:34:</span> <span style="color: #000000;">Bit-tuner aus Zürich: «yo! suche ein netzgerät für das korg kaoss pad 2. wer hat&#8217;s und brauchts nicht mehr?»</span></span></p>
<p><span style="color: #ff6600;">Update 18:55:</span> Und was sagt die Stimme des Finanzplatzes, die <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/07/nzz-alles-gute-fur-die-zukunft/" target="_blank">NZZ</a>? Der Chefredaktor schreibt:</p>
<blockquote><p>Am Eklat haben viele mitgewirkt: Hildebrand selbst, der er es in der Hand gehabt hätte, seine Verwundbarkeit angesichts der persönlichen Exposition frühzeitig zu beseitigen. Ein Bankrat, der nicht auf der Höhe seiner Aufgabe war und die Krise durch eine katastrophal zu nennende Informationsstrategie unnötigerweise befeuerte. Und zuletzt rechtskonservative Kreise und vor allem ein Medienorgan, das bei aller zulässigen Kritik an der Arbeit der Nationalbank und ihres Direktoriums von Anbeginn weg auf den Mann zielte.</p>
<p>Sie scheinen vordergründig die Sieger dieses Skandalons – aber sie sind es nicht. Hildebrands Rücktritt ist kein Eingeständnis, dass diese Form des politischen und medialen Kesseltreibens Erfolg hat – ganz im Gegenteil: Die äusserst dürftige Beweislast für die ihm von dieser Seite vorgeworfenen Verfehlungen, also für Lüge und Betrug, für die Nutzung von Insiderwissen und für die damit verbundene Begünstigung seiner Familie, für «Falschmünzerei» und «Gaunerei», diese Beweise sind bis dato nicht erbracht. Im Gegenteil: Der Weg des dreisten Datendiebstahls von der Bank Sarasin über politisch irrlichternde Kreise, mit und ohne Anwaltspatent, bis hin zu scharfzüngigen, nicht aber scharfsinnigen Medien, ist lückenlos aufzuklären – und die Verantwortlichkeiten einzufordern.</p>
<p>Was immer rechtlich geschehen mag, politisch und medienethisch ist der Fall Hildebrand längst nicht beendet. Die Öffentlichkeit und die Medien selbst haben ein immenses Interesse daran, Licht in diesen Teil des trüben Geschehens zu bringen.</p>
<p>*</p></blockquote>
<p>Sadat X sagt:</p>
<p><iframe width="595" height="446" src="http://www.youtube.com/embed/toUMQybyxI4?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5867&amp;md5=faea90d09ec3ac0d790fab4c8137b61d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In Sachen Hildebrand, Landmann, Hummler, Beck</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 07:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>
		<category><![CDATA[Valentin Landmann]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Konrad Hummler ist ein sehr interessanter Mann. Er hat mit seinem liberalen Gedankengut, welches das Schweizerische betont, seine Bank Wegelin vor der Katastrophe bewahrt. Er hatte nie das Gefühl, risikofreudiges American Banking betreiben zu müssen.</p> <p>Valentin Landmann, Anwalt von Herman Lei, im WOZ-Interview über seinen Jugendfreund, den Privatbanker</p> <p>+++ Fressen und gefressen werden im Fall [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Konrad Hummler ist ein sehr interessanter Mann. Er hat mit seinem liberalen Gedankengut, welches das Schweizerische betont, seine Bank Wegelin vor der Katastrophe bewahrt. Er hatte nie das Gefühl, risikofreudiges American Banking betreiben zu müssen.</p></blockquote>
<p>Valentin Landmann, Anwalt von Herman Lei, im WOZ-Interview über seinen Jugendfreund, den Privatbanker</p>
<p>+++ Fressen und gefressen werden im Fall Hildebrand: «Tagi»-Reporter Dario Venutti über <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Lei-zerstoerte-meine-Existenz/story/25059539" target="_blank">die dreckigen Deals im Thurgau</a>. +++ Und plötzlich ist <em>er</em> wieder da: Der Nation-of-Swine-Reporter traf Milieu-Anwalt Valentin Landmann einst <a href="http://www.woz.ch/artikel/2008/nr41/schweiz/16948.html" target="_blank">zum grossen Interview</a>. +++ Der Spass ist vorbei: Die NZZ <a href="http://knappdaneben.net/2012/01/stille-profiteure/" target="_blank">versucht sich</a> in Sachen Steuerhinterziehung in Journalismus, doch die Schlinge um den Hals von NZZ-Verwaltungsratspräsident Konrad Hummler <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/USAnklageschrift-gegen-Wegelin-enthaelt-mehr-Brisanz-als-vermutet/story/13353505" target="_blank">zieht sich zu</a>. Wie weit sind die Amerikaner angesichts leerer Staatskassen bereit zu gehen? +++ Und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3KsuutcuxGY" target="_blank">Beck</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5863&amp;md5=82d5de02d286d7dd5168913c07992a3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Story über alles</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/08/story-uber-alles/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 11:41:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://nationofswine.ch/2012/01/06/blocher-macht-den-steinbruck-und-die-weltwoche-begeht-mit-rufmord-rufmord-an-sich-selbst/" target="_blank">Köppel in den Ferien</a>, die Redaktion im Jagdfieber: Von der angedrohten «Atombombe» zur <a href="http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/2063/" target="_blank">Implosion</a>.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5853&amp;md5=d906fe8c34e0de8225d83a9f1b2cfe68" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Whistleblowing bei der Weltwoche</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/07/whistleblowing-bei-der-weltwoche/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 20:03:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Nation of Crime]]></category>
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		<category><![CDATA[Adrian Strässle]]></category>
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		<category><![CDATA[Rudolf Elmer]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
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		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblowing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vergessen wir mal für einen Moment, dass in der Devisenaffäre um die Hildebrands, die SVP-Politiker und -Anwälte und die Weltwoche ziemlich viel Falsches geschrieben wurde, vergessen wir für einen Moment auch, dass in dieser Geschichte ständig ein unglaublich sexistisches Frauenbild gezeichnet wurde und konzentrieren uns dafür auf eine Figur, die üblicherweise im Hintergrund bleibt, zurzeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergessen wir mal für einen Moment, dass in der Devisenaffäre um die Hildebrands, die SVP-Politiker und -Anwälte und die <em>Weltwoche</em> ziemlich viel Falsches geschrieben wurde, vergessen wir für einen Moment auch, dass in dieser Geschichte ständig ein unglaublich sexistisches Frauenbild gezeichnet wurde und konzentrieren uns dafür auf eine Figur, die üblicherweise im Hintergrund bleibt, zurzeit aber die Schlagzeilen bestimmt: Den Whistleblower.</p>
<p>Ein Whistleblower ist jemand, der Stopp sagt, Alarm schlägt, <em>he blows the whistle</em> eben … Ich habe <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/05/breaking-news-modus-off/" target="_blank">hier</a> schon mal angemerkt, dass es im Fall Hildebrand bislang völlig unklar ist, ob der verhaftete IT-Mensch der Bank Sarasin und/oder der mittlerweile geoutete <a href="http://www.weltwoche.ch/die-weltwoche/details/article/unser-ziel-war-es-den-schaden-zu-verhindern.html" target="_blank">Informant der Weltwoche </a>überhaupt Whistleblower sind. Whistleblower decken einen Missstand auf. Gemäss dem jetzigen Stand der Informationen gibt es formal keinen Missstand bei den Geschäften von Philipp Hildebrand und seiner Frau Kashya. Wenn schon – und das macht die <em>Weltwoche</em> mittlerweile verstärkt – könnte man die Devisengeschäfte moralisch für verwerflich und nicht gerade für der Glaubwürdigkeit der Nationalbank zuträglich halten … Aber ich schweife ab … Reden wir also über Whistleblower: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/2.1756/vietnam-krieg-war-er-der-gefaehrlichste-mann-amerikas-1968501.html" target="_blank">Daniel Ellsberg</a> war einer, <a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/20705.html" target="_blank">Bradley Manning</a> ist einer, <a href="http://www.ft.com/cms/s/0/3ffdd264-88f5-11de-b50f-00144feabdc0.html#axzz1inlUVxH6" target="_blank">Bradley Birkenfeld aka Tarantula</a> ist einer und <a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/20947.html" target="_blank">Rudolf Elmer</a> ist ebenfalls einer …</p>
<p>Als Whistleblower gelten landläufig auch <a href="http://www.procourage.ch/1701.html" target="_blank">Margrit Zopfi und Esther Wyler</a>, <a href="http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=542979" target="_blank">Adrian Strässle</a> oder eben im aktuell debattierten Fall auch der namentlich (bislang) nicht bekannte IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin. Was die letzten drei, bzw. vier verbindet: Sie alle waren oder sind Informanten der <em>Weltwoche. </em>Sie alle sahen etwas, das (zumindest in ihren Augen) ein Missstand war und machten diesen via <em>Weltwoche</em> publik. So weit so gut. Was diese Leute ebenfalls verbindet, ist allerdings weniger schön: Sie alle wurden, nachdem sie sich auf die <em>Weltwoche </em>und ihre «hartnäckige Recherche» eingelassen hatten, von der Justiz verfolgt und teilweise auch verurteilt (<a href="http://www.weltwoche.ch/die-weltwoche/details/article/kein-pardon-fuer-geheimnisverraeter.html" target="_blank">hier</a>, <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Strafverfahren-gegen-WeltwocheInformant/story/18351005" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/sarasin-droht-weltwoche-und-bestaetigt-hildebrand" target="_blank">hier</a>). Man kann der <em>Weltwoche  </em>zugute halten, dass sie ihre Informanten nachträglich nicht fallengelassen hat, im Gegenteil … Fakt bleibt aber, dass die <em>Weltwoche</em> bei ihren wirklich grossen Geschichten (oder Enthüllungen) ihre Informanten nicht anonym halten und schützen konnte.</p>
<p>Ich weiss nicht, ob das manchmal der Preis dafür ist, dass jemand einen wirklich grossen Skandal aufdeckt. Das mag schon sein, immerhin sind auch Ellsberg, Birkenfeld, Manning und Elmer heute mit Namen bekannt und haben die juristischen Folgen für ihren Mut zu spüren bekommen. Ich weiss nur, dass ich vor knapp einem Jahr bei einer Podiumsdiskussion über Wikileaks war, wo genau über dieses Thema debattiert wurde. Schliesslich ist gerade der mutmassliche Wikileaks-Informant Bradley Manning jemand, der für sein Whistleblowing mit aller Härte bestraft wurde (auch wenn er noch nicht verurteilt wurde). <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Leyendecker" target="_blank">Hans Leyendecker</a>, zuständig für investigative Recherche bei der <em>Süddeutschen Zeitung</em>, sagte damals sinngemäss, er habe gewiss einige Storys fallengelassen, weil er fürchtete, er könne seine Quelle nicht schützen. Das wird Leyendecker in dem Moment, als er deswegen eine gute Geschichte nicht schreiben konnte, wohl ziemlich geärgert haben.</p>
<p>Aber, so sagte Leyendecker, wenn er in seiner langen Karriere als Journalist auf eines stolz sein könne, dann darauf: Dass in all den Jahren kein einziger seiner Informanten aufgeflogen sei.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5837&amp;md5=b716c44d9e7f423e63c7c2c41eb1a36f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>NZZ, alles Gute für die Zukunft!</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 18:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wünscht der geschätzte <a href="http://knappdaneben.net/2012/01/stille-profiteure/" target="_blank">Kollege</a>. Und wir wünschen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PccmJEeIUXg" target="_blank">mit</a>!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wünscht der geschätzte <a href="http://knappdaneben.net/2012/01/stille-profiteure/" target="_blank">Kollege</a>. Und wir wünschen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PccmJEeIUXg" target="_blank">mit</a>!</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5834&amp;md5=cb5720da4538e7d7d26953c1ad480a9a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das zerstörte Leistungsprinzip</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 10:57:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[David Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vielleicht, beim Blick auf Griechenland, rasseln wir ja wirklich auf einen Bürgerkrieg zu. Diese ganze heftige Kiste gegen die paar Wenigen, die sich von uns allen abgekoppelt haben, um in einem einzigen Jahr Millionen einzusacken. Andererseits: Wir haben die krassen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts gemacht, drum wird&#8217;s wohl nichts mit dem Hauen und Stechen, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht, beim Blick auf Griechenland, rasseln wir ja wirklich auf einen Bürgerkrieg zu. Diese ganze heftige Kiste gegen die paar Wenigen, die sich von uns allen abgekoppelt haben, um in einem einzigen Jahr Millionen einzusacken. Andererseits: Wir haben die krassen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts gemacht, drum wird&#8217;s wohl nichts mit dem Hauen und Stechen, was ein grosses Glück ist, auch wenn man manchmal am liebsten die Axt rausholen würde. <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=45f4e6f0-331d-4de9-8755-050bbc545d67" target="_blank">Wie sagte Juso-Präsident David Roth in der Arena</a>: «In was für einem Wirtschaftssystem leben wir eigentlich, wenn einer, ohne zu spekulieren – weil dann wäre es wohl noch viel mehr gewesen – sondern einfach mit einem Knopfdruck 60000 Franken verdienen kann?»</p>
<p>Ja Bubba, wo leben wir eigentlich? Ich weiss nicht, wie lange du, geschätzter Leser brauchst, um 60000 Franken zu verdienen, aber ich brauche dafür ein wenig länger als bloss den Augenblick eines Knopfdrucks, und plötzlich frage ich mich, warum dominieren eigentlich diese reichen Freaks unsere Schlagzeilen? Die Hildebrands und die Blochers, Spekulanten, die mit den meisten von uns nichts, aber auch gar nichts zu tun haben? Warum dominieren eigentlich nicht die Kraftzentren dieser Gesellschaft die Medien? Kurz: Wir. Oder: Normale Unternehmer zum Beispiel, die normal arbeiten und normal Geschäfte tätigen? Wie heisst es im wunderbaren aktuellen Newsletter des St. Galler Konzertlokals <a href="http://www.palace.sg/" target="_blank">Palace</a>:</p>
<blockquote><p>Freundinnen und Freunde der Nacht, falls ihr euch in den letzten Tagen auch gedacht habt: Was hat denn das mit mir zu tun, wenn der fremdenfeindliche Milliardär das Bankgeheimnis bricht, um den Notenbankchef anzuschwärzen? Weil dessen Frau eine halbe Million Dollar kaufte, worauf sich der Notenbankchef rechtfertigt und bekannt gibt, zwischendurch hätte er sich mit Euros auch noch ein Boot gekauft? Vermutlich habt ihr dasselbe wie wir gedacht: Wir haben keine Milliarde, wir haben keine halbe Million, und noch nicht einmal ein Boot haben wir. Aber diese fünf Franken für die Nachtbar heute, und vielleicht ein paar Rappen mehr noch für einen Schnaps, die haben wir.</p></blockquote>
<p>Das Leistungsprinzip ist zerstört. Ein einziger Hedgefonds-Manager verdient mehr als wir alle zusammen, alle Lehrer des Staates New York zusammen verdienen weniger als ein einziger Top-Zocker-Banker. Warum lassen wir uns das gefallen? Sind es nicht wir, die die Realität definieren? Warum nehmen wir es als gegeben, dass wir etwas leisten und dafür etwas kriegen, und dass es gleichzeitig ein paar gibt, die mit dem von uns Geschaffenen zocken und spekulieren und unvorstellbar reich werden und bei Ausfall von uns auch noch subventioniert werden? Der innere Frieden einer Gesellschaft hat seinen Preis. Was ist der Preis?  Milliarden für ein paar Banker und Kürzungen in der Bildung? Man muss kein Revolutionär sein, um ob dieser gefährlichen Ungerechtigkeit auf die Barrikaden zu gehen. Gesunder Menschenverstand reicht völlig. Zeit für die Axt. Keine Bange: Die metaphorische Axt.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5824&amp;md5=30c867aeffc6939b71eb818bebc9c410" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Droht NZZ-Boss in den USA Verhaftung? Die Konrad-Hummler-Story</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/06/droht-nzz-boss-in-den-usa-verhaftung-die-konrad-hummler-story/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 14:14:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dave Zollinger]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[René Scheu]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Wegelin & Co.]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es ist ein offenes Geheimnis: Bank-Wegelin-Geschäftsführer und NZZ-Verwaltungsatspräsident Konrad Hummler reist nicht mehr in die USA. In jene USA, die sich rechtsstaatlich immer mehr ins Mittelalter katapultieren. So hat Barack Obama, angetreten mit dem zentralen Wahlversprechen, das Lager Guantanamo am ersten Tag seiner Amtszeit zu schliessen, dem Lager dieser Tage eine unbestimmte Laufzeitverlängerung erteilt. So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein offenes Geheimnis: Bank-Wegelin-Geschäftsführer und NZZ-Verwaltungsatspräsident Konrad Hummler reist nicht mehr in die USA. In jene USA, die sich rechtsstaatlich immer mehr ins Mittelalter katapultieren. So hat Barack Obama, angetreten mit dem zentralen Wahlversprechen, das Lager Guantanamo am ersten Tag seiner Amtszeit zu schliessen, dem Lager dieser Tage eine unbestimmte Laufzeitverlängerung erteilt. So können dort auch künftig Verdächtige ohne Prozess unbestimmt lange gefangen halten werden. Aber nicht der Protest gegen diese rechtsstaatlich höchst bedenklichen Tendenzen ist der Grund für Hummlers USA-Absenz, sondern eher die Angst, selbst in Guantanamo zu landen. So schlimm wird es wohl nicht kommen, <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/04/die-nzz-verschweigt/" target="_blank">doch wurde diese Woche publik</a>, dass drei von Hummlers Banker in New York wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Verschwörung gegen die USA angeklagt sind. Mit der Einreise in die USA würde Hummler ein Risiko eingehen. Ein Verwaltungsratspräsident eines traditionell stark Pro-USA orientierten Unternehmens, der nicht mehr in die USA reisen kann? Wer also ist dieser Konrad Hummler? Wir haben eine Antwort: Vor drei Jahren hat Journalist Kaspar Surber im Ostschweizer Kulturmagazin Saiten einen Text veröffentlicht, der sich intensiv mit Hummler beschäftigte und mitunter aufzeigte, dass dem Mann die halbe St.Galler Altstadt gehört. Und noch viel mehr. Der Text warf in der Ostschweiz erhebliche Wellen, und Konrad Hummler kündigte Saiten vorübergehend die Werbeaufträge. Aus aktuellem Anlass stellen wir diesen Text erstmals ins Netz, in dem es etwa heisst: «Die Geschichte von Konrad Hummler ist nicht die Geschichte eines Querdenkers, wie ihn die Medien gerne darstellen. Es ist eine Geschichte von Käuflichkeit: Von Liegenschaften, von Kultur, von Politik, von Ideologie und von Menschen.»</p>
<p><span id="more-5814"></span></p>
<p><strong>Hummlers Hofstaat</strong></p>
<p><strong>Was erzählen ein Staatsanwalt, ein Architekt, ein Dirigent, ein Lobbyist und ein Redaktor über den Privatbanker Konrad Hummler, der innert zehn Jahren zum St.Galler Feudalherrscher aufgestiegen ist? Natürlich nur das Allerbeste. Nur ist das höchst unerfreulich. </strong></p>
<p><strong></strong><em>von Kaspar Surber</em><strong></strong></p>
<p>Der Mann gegenüber heisst Dave Zollinger. Er wirkt nervös. Neben ihm sitzt eine PR-Frau. Als wir uns verabredet hatten, war von ihrer Anwesenheit keine Rede.</p>
<p>Vor drei Jahren ist im deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» ein bemerkenswerter Artikel erschienen. Das Thema war das Schweizer Bankgeheimnis, zwei Antipoden standen sich gegenüber: hier Konrad Hummler, Teilhaber der Privatbank Wegelin &amp; Co., in seiner «herrschaftlichen» Bank mit «holzgetäfelter» Schalterhalle. Hummler, der Verfechter des Bankgeheimnisses. Dort Dave Zollinger, Chef der Geldwäscherei- und Rechtshilfeabteilung der Zürcher Staatsanwaltschaft, über einer «Autovermietung in einem gräulichen Bürogebäude». Zollinger, der kritische Ermittler.</p>
<p>In diesem Frühling 2010 sitzt Zollinger nicht mehr im gräulichen Bürogebäude, sondern in einem Sitzungszimmer nahe beim Paradeplatz. Es ist die Zürcher Niederlassung von Wegelin. Einen Monat nach Erscheinen des Artikels hatte der Staatsanwalt gekündigt und wurde in die Geschäftsleitung der Privatbank aufgenommen.</p>
<p><strong>Herr Zollinger, wie ist es zu diesem Stellenwechsel gekommen?</strong></p>
<p>«Ich hatte mich 2007 um das Amt des Bundesanwaltes beworben und war bis in die letzte Runde gekommen. Es war mir klar, dass der Entscheid ein politischer und nicht nur ein fachlicher sein würde. Ich bin bei der SVP, Christoph Blocher war damals Justizminister. Ich musste annehmen, dass er sich nach dem Entscheid nicht den Vorwurf der Vetternwirtschaft gefallen lassen konnte. Also brauchte ich einen Plan B.»</p>
<p><strong>Wie sah er aus?</strong></p>
<p>«Mit meinem Hintergrund, als spezialisierter Staatsanwalt auf Finanzmarktdelikte, blieb als Alternative nur ein Finanzinstitut. Konrad Hummler war mir schon früher aufgefallen. Seine Ansichten fand ich cool, untypisch. Also habe ich ihm geschrieben: ‹Ich kandidiere für das Amt des Bundesanwaltes. Bei ihrer Bank möchte ich auch gerne arbeiten.› Es folgten zwei längere Gespräche mit ihm und seinem Partner Otto Bruderer. Mit dem ‹Spiegel›-Artikel hat sich das überschnitten.»</p>
<p><strong>Sie waren sieben Jahre lang Chef der Zürcher Geldwäscherei- und Rechtshilfeabteilung. Welches war Ihr interessantester Fall?</strong></p>
<p>«Im Alltag ging es meist um Rechtshilfeverfahren mit Deutschland: Zur Hälfte waren Bankunterlagen das Thema. Es gab auch spezielle Sachen: 2003 konnten wir hundert Millionen Potentatengelder Peru zurückschaffen. Wir hatten auch eine Reihe grösserer Korruptionsverfahren zu bewältigen.»</p>
<p>Zollinger beugt sich nach vorne und lacht: «Aber Wegelin habe ich ja nicht im Rahmen eines Verfahrens kennengelernt. Damit hatte das alles nichts zu tun.»</p>
<p><strong>Es geht doch darum: Sie stellen Ihr ganzes Know-How in der Strafverfolgung von Steuerdelikten einer Privatbank zur Verfügung. </strong></p>
<p>«Sicher. Aber was ist daran zu kritisieren?»</p>
<p><strong>Wie setzen Sie ihr Wissen ein? Ihre jetzige Tätigkeit ist mit «Neue Märkte» umschrieben. </strong></p>
<p>«Es geht um neue Märkte für Wegelin, ausserhalb des deutschsprachigen Raums. Welche genau, das kommunizieren wir nicht nach aussen. Bei den meisten Banken arbeiten Fachleute wie ich im Rechtsdienst, doch das ist reaktiv. Meine Aufgabe ist es, Risiken im Voraus vermeiden zu helfen. Vorne an der Front.»</p>
<p><strong>Sie sagen, vorne an der Front. Sie sind Mitglied der Geschäftsleitung. Wie lukrativ war das Angebot von Wegelin?</strong></p>
<p>«Im Vergleich dazu, was man beim Staat verdient, ist fast alles lukrativ. Wobei Wegelin noch eine bescheidene Bank ist. Es ist ein Teil des Geschäftsmodells, die Mitarbeiter nicht primär über den Lohn zu motivieren. Ich würde sagen: Ich verdiene anständig, aber nicht unanständig.»<strong></strong></p>
<p>Dave Zollinger schreibt auch Artikel für die «Weltwoche», in denen er eine Abgeltungssteuer fordert. Diese Steuer ist der Vorschlag seines Chefs, um das Bankgeheimnis zu retten. Zollinger sagt: «Ich war schon immer für den Grundsatz: Geld statt Daten.»</p>
<p>Und dann sagt er noch: «Welche Lösung man auch immer findet, um zu Weissgeld zu kommen: Es kann immer nur darum gehen, die Richtung anzugeben. Das Verhalten der Menschen lässt sich nicht mit Gesetzen alleine ändern. Das Gesetz gilt nur für die Dummen, Armen und Ehrlichen. Wer reich oder intelligent genug ist, wird immer einen Weg durch die Maschen finden.»</p>
<p><strong> </strong><strong>«Querdenker»</strong></p>
<p>Das ist die Geschichte über Konrad Hummlers Rolle in St.Gallen und darüber hinaus. Ich habe sie journalistisch recherchiert. Aber ich schreibe sie auch als einer von 74&#8217;000 Einwohnern dieser Stadt. Wir haben hier ein massives demokratisches Problem.</p>
<p>In seinem Umfeld und von den meisten Medien wird er gerne als «Querdenker» bezeichnet: Konrad Hummler, 57, aufgewachsen als Sohn des freisinnigen Stadtpräsidenten Alfred Hummler. Studium der Rechtswissenschaft in Zürich, daneben Chefredaktor der «Schweizerischen Hochschulzeitung». Begeisterter Militarist, bis zum Oberst im Generalstab. Aufstrebendes Kadermitglied bei der damaligen Bankgesellschaft, bis ins Vorzimmer von Robert Holzach (als persönlicher Assistent allerdings vor allem mit dem Umbau der bankeigenen Liegenschaften am Zürcher Rennweg beschäftigt). Seit 1991 ist Hummler Teilhaber der Bank Wegelin.</p>
<p>Was hat es auf sich mit dem «Querdenker»? Als 1974 die Studentenzeitschrift «Prisma» die Frauenbefreiungsbewegung FBB eine Sondernummer gestalten liess, mit einer nackten Frau auf dem Cover und aus heutiger Sicht moderaten Texten, reagierte Hummler in seiner Hochschulzeitung heftig: «Das FBB-‹Prisma› ist einfach unanständig oder zutreffender saumässig.»</p>
<p>Als 1989/90 der Fichenstaat, der mehr als 900&#8217;000 Bürgerinnen und Bürger überwachte, aufgeflogen war, veröffentlichte der «Trumpf Buur» (eine Werbeaktion der Kalten Krieger) die Broschüre «Staatsschutz im freiheitlichen Staat». Die Autoren waren Konrad Hummler als Präsident von «Trumpf Buur» sowie Peter Weigelt, sein Geschäftsführer und späterer FDP-Nationalrat. In der Broschüre wird die weitere Notwendigkeit des Staatschutzes begründet, als Feindbilder werden neuerlich Linke beschworen.</p>
<p>Als im Sommer 2009 mit der Herausgabe von UBS-Kundendaten an die USA die Unterscheidung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung bereits gefallen war, proklamierte Konrad Hummler die Idee seiner Abgeltungssteuer und gab den Ausstieg aus dem Amerika-Geschäft bekannt. Als Jugendlicher stand Hummler übrigens bei Vietnam-Demonstrantionen mit dem Megafon am Strassenrand und rief Pro-Amerika-Parolen.</p>
<p>Man kann das alles quer gedacht nennen. Oder auch einfach zeitlich verpeilt. Hummler kommt regelmässig zu spät, aber das mit lautem Geschrei. Je weiter weg von St.Gallen, desto erbarmungsloser wird die Kritik. «Alle sind ahnungslos, ausser Konrad Hummler», spottete kürzlich Daniel Binswanger, der politische Kolumnist des «Tages-Anzeiger»-Magazin.</p>
<p>Die Geschichte von Konrad Hummler ist nicht die Geschichte eines «Querdenkers». Es ist eine Geschichte von Käuflichkeit: von Liegenschaften, von Kultur, von Politik, von Ideologie und von Menschen.</p>
<p><strong>Feudalismus</strong></p>
<p>Wegelin &amp; Co. bezeichnet sich mit Gründungsjahr 1741 gerne als älteste Bank der Schweiz. Im historischen Lexikon der Schweiz lässt sich nachlesen, dass es schon früher Banken gab, beispielsweise den Basler Stadtwechsel. Korrekt wäre es allenfalls, von der ältesten noch existierenden Bank zu sprechen. Im Gegensatz zu den noblen Genfer Privatbanken blieb sie zudem lange Zeit nur das Nebengeschäft von Textilhändlern: Erst Ende des 19. Jahrhundert konzentrierte man sich auf die Vermögensverwaltung.</p>
<p>Im Grunde hat Wegelin eine kurze Geschichte, die vom Aufstieg der Finanzwirtschaft zur Leitindustrie erzählt: Als Konrad Hummler 1991 bei der Bank eingestiegen ist, zählte sie dreissig Mitarbeitende und verwaltete ein Anlagevermögen von einer Milliarde Franken. 2003 waren es bereits 230 MitarbeiterInnen und sieben Milliarden. Heute sind es rund 700 Mitarbeiter und 26 Milliarden. In der Finanzkrise wird man vom Geldabfluss bei den Grossbanken profitiert haben.</p>
<p>Weitere Zahlen gibt Wegelin nicht bekannt, eine Privatbank ist nicht zu einem Geschäftsbericht verpflichtet. Die PR-Frau lässt mitteilen, man «kommuniziere entsprechend zurückhaltend über die Aufteilung des verwalteten Vermögens in Bezug auf Kundenkategorien und Anlageklassen.» Man bittet «diesbezüglich um Verständnis».</p>
<p>Um den Erfolg von Wegelin zu verstehen, empfiehlt sich ein kurz vor dem Ausbruch der Krise erschienen Buch: «Reichtum ohne Leistung – Die Feudalisierung der Schweiz» des pensionierten Zürcher Kantonsstatistikers Hans Kissling. Darin rechnet er vor, dass im Jahr 2003 im Kanton Zürich hundert Vermögende gleich viel besessen haben wie drei Viertel der übrigen Steuerzahler. Der Konzentrationsfaktor des Vermögens beim reichsten Prozent stieg von 1991 bis 2003 um 71 Prozent, beim Mittelstand nur um 21 Prozent. Der Anteil der Vermögenslosen nahm im Zeitraum deutlich zu.</p>
<p>Kissling schreibt: «Zu den Reichsten gehören in zunehmenden Masse Personen, die sehr grosse Vermögen geerbt haben. Die Vererbung grosser Reichtümer ist ein Mechanismus, der eine zentrale Komponente des Feudalismus bildete. Der Reichtum in der Schweiz erhält so mehr und mehr eine feudale Komponente. Auch die Ungleichheit, die sich in der Verteilung der Einkommen spiegelt, ähnelt immer mehr den Verhältnissen im ehemaligen Feudalismus.» Kisslings Forderung: eine Erbschaftssteuer.</p>
<p>Steuerhinterzogene Gelder tauchen in solchen Berechnungen nicht auf. Und der internationale Steuerwettbewerb beschleunigt die Feudalisierung erst noch. Konrad Hummler hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass bei ihm Schwarzgeld liegt: Die grosse Mehrheit von ausländischen Anlegern umgehe die Steuerpflicht.</p>
<p>Börsenboom und die Verwaltung von feudalen, hinterzogenen Vermögen: Das scheint der Erfolg von Wegelin zu sein. Die Teilhaber der Bank wurden selbst zu Superreichen. Gemäss der Wirtschaftszeitschrift «Bilanz» beträgt ihr Vermögen 300–400 Millionen Franken. Wegelin, das ist eine der Umverteilungsmaschinen von unten nach oben – und sie nimmt in St.Gallen immer mehr Raum ein.</p>
<p><strong>Sein Architekt – und die Liegenschaften</strong></p>
<p>«Als es erste kleine Sachen zu tun gab, fragte mich Konrad Hummler an. Heute gehe ich bei Wegelin ein und aus, wie wenn ich selbst ein Banker wäre», sagt Riccardo Klaiber, Architekt. «Ich kenne ihn aus der gemeinsamen Pfadi- und Schulzeit. Konrad Hummler hat ein fundiertes Architekturverständis. Es geht uns stets darum, historische Bausubstanz mit dem Image einer modernen Betriebskultur zu verbinden.» Rund um das Hauptgebäude der Bank Wegelin am Bohl ist in nur einem Jahrzehnt Hummler-Town entstanden. Schwertgasse 1, 3 und 5, Torstrasse 7: Wo früher in der nördlichen Altstadt auf Dutzenden von Etagen gewohnt wurde, finden sich heute Büros.</p>
<p>Man kann auch sagen: Wo es früher ein Gassen- und Kulturleben gab. Die Schwertgasse 3 war das «Haus zur letzten Latern»: Ein Bohème-Lokal mit Lithographien von H.R. Giger, die Anfang der Neunziger von der Gewerbepolizei als anstössig empfunden und entfernt wurden. 2005 wurde das ganze Lokal entfernt, man findet heute nicht einmal mehr den Eingang. Ebenfalls Büros. Und wo ist eigentlich Emri hin, der letzte Kellner?</p>
<p>An der Torstrasse 25 befand sich die Discothek Barracuda. Der Rapper Odium hat hier zusammen mit DJ TheDawn jeweils zu Plattentaufen geladen: schräge Konzerte inmitten von Korallenriffen aus Papiermaché. Ebenfalls Büros. Im Keller befanden sich Proberäume. «Dort muss jetzt ein Tresor sein, ich habe gesehen, wie sie die Bunkertüre runtertrugen», erzählt ein Verkäufer im Z-Records.</p>
<p>Aus der Kirche St.Katharinen und dem Nebenhaus mit Hof sollen eine Oase der Stille und Konferenz- und Ausbildungsräume werden. Als die Stadt die Theatervilla an der Museumsstrasse 1 umbauen wollte, bot Konrad Hummler drei Millionen Franken für das Baurecht von dreissig Jahren. Ein «grosszügiges Angebot», hiess es in der Parlamentsvorlage, und dass er die Gesamtrenovation dazu bezahle. In die repräsentative Villa wollen sich Hummler und seine Teilhaber im Alter zurückziehen, um ihre vermögenden Kunden zu betreuen.</p>
<p><strong>Für eine lebendige Stadt</strong></p>
<p>Der kritische Punkt ist der: Um der Immobilienspekulation Einhalt zu gebieten, wurde Mitte der Achtziger ein Nutzungsplan für die Altstadt erlassen. Dieser schreibt den Anteil der Wohngeschosse für jede Liegenschaft vor. Die Schwerpunkte liegen in der nördlichen und südlichen Altstadt. Dabei wurden zwei Kompromisse getroffen: Zum einen kann Wohnraum in andere Gebäude transferiert werden. «Die Bank Wegelin hat den Wohnanteil stets ordnungsgemäss transferiert», heisst es auf dem Amt für Baubewilligungen. Wohin? Diese Information untersteht dem Amtsgeheimnis.</p>
<p>Der zweite Kompromiss lautete, dass bestehende Betriebe den Nicht-Wohnanteil auch erhöhen können, sofern sie den Wohnraum nicht mehr verschieben können. Dabei hat man vielleicht an eine Metzgerei oder ein Elektrogeschäft gedacht. Aber kaum an eine Bank. Beim Umbau der Katharinenkirche, erzählt ein Anwohner, berufe sich Wegelin erstmals auf den Passus. Der Fall liegt vor dem Verwaltungsgericht.</p>
<p>Die Ausdehnung von Wegelin beschränkt sich nicht mehr nur auf die nördliche Altstadt. Im neuen Rösslitor-Gebäude hat sie sich ebenfalls in drei Stockwerke eingemietet. «Wir haben ein Interesse an der Bank, dazu stehen wir», sagt Bausekretär Fredi Kömme. «Sie bietet gut qualifizierte Arbeitsplätze an.» Aber, und dieser Satz lässt aufhorchen: «Wir brauchen eine Entlastung in der Altstadt. Es wäre zu begrüssen, wenn der Hauptsitz hier und die Büros in Geschäftshäusern ausserhalb liegen würden.»</p>
<p>«Es ist sehr ruhig in unserem Quartier», sagt ein Anwohner. «Und das meine ich nicht positiv. Es ist das Gegenteil von Stadt.» Der einzige Beitrag zum öffentlichen Leben von Wegelin ist ein Café mit dem zynischen Namen «Nonolet» (Geld stinkt nicht).</p>
<p>Gerade als ich diesen Text schreibe, meldet sich der pensionierte Kantonsstatistiker Kissling im «Tages-Anzeiger» zu Wort: «Die Verödung der City ist kein Naturgesetz», schreibt er. Die Banken und Galerien sollen sich nicht überall in Zürich breitmachen. Entsprechend den Plänen für Wohnungen könne man doch auch solche mit Nutzungen entwerfen, «die für eine lebendige Stadt von Bedeutung sind.» Mit Restaurants und Läden für den täglichen Bedarf beispielsweise.</p>
<p>Unter der Schwertgasse führt übrigens ein Tunnel durch, der das Bank-Hauptgebäude mit weiteren Büroräumlichkeiten verbindet. Das Privathaus von Hummler wiederum steht in Teufen, einer der steuergünstigsten Gemeinde der Schweiz. Und die Druckerei für seinen Anlagekommentar, der sieben Mal jährlich in einer Auflage von 70&#8217;000 Exemplaren erscheint, in Gossau. Dazu gehört auch eine eigene Spedition. Die Kundennamen sollen geheim bleiben.</p>
<p><strong>Sein Dirigent – und die Bachstiftung</strong></p>
<p>«Bach war unter ständigem Druck der Stadtväter und viel eingeschränkter als ich», sagt Ruedi Lutz. Seine Stimme hat einen angenehmen Singsang. «Ich bin ein glücklicher Bach-Dirigent, und das habe ich Konrad Hummler zu verdanken.» 2001 wurde Lutz angefragt, ob er alle 200 Kantaten von Johann Sebastian Bach aufführen möchte. Für den Gottesdienst geschrieben, loten die Bachkantaten die existenziellen Fragen musikalisch aus. «Ich wusste, dass dies eine Riesenaufgabe würde. Ich brauchte einige Jahre, bis ich zusagte», erinnert sich Lutz.</p>
<p>Seit 2006 wird nun monatlich eine Kantate in der evangelischen Kirche in Trogen aufgeführt. Drei Agentinnen sind für die Zusammenstellung der Sängerinnen und Musiker zuständig. Die Kantaten werden jeweils zweimal aufgeführt, dazwischen gibt es eine sogenannte Reflexion einer bekannten Persönlichkeit. Bis alle Kantaten aufgeführt sind, wird es noch gut zwanzig Jahre dauern. Die Beschäftigung mit diesen «bekannten Unbekannten» sei mittlerweile zu seiner Haupttätigkeit geworden, sagt Lutz. Gerne möchte er die Vermittlung an Junge ausbauen. Hummler hat für das Unterfangen eine eigene Bachstiftung geäufnet. Es dürfte fünfzehn bis zwanzig Millionen Franken kosten. Das Jahresprogramm legen Hummler und Lutz jeweils an einem Truthahnessen nach Weihnachten fest. Den Truthahn bereitet der Banker zu.</p>
<p>Kritische Klassikfreunde sagen: Weil es in St.Gallen kein Konservatorium gäbe, habe hier eine grosse Lücke in der historischen Aufführungspraxis bestanden. Diese sei nun durch die Bachstiftung besetzt, was zu begrüssen sei. Aber Kulturstiftungen, erst recht solch gut ausgestattete, seien doppelt heikel: Zum einen, weil sie eine Möglichkeit bieten, keine Steuern zu zahlen. Steuern, die letztlich auch einer öffentlichen Kulturpolitik zugute kommen würden. Zum andern, weil bei Stiftungen keine Transparenz herrscht, wer unterstützt wird und wer nicht. Das führe zu einer feudalen Kulturförderung. Erkennbar unterstützt die Bach-Stiftung nur ihr eigenes Projekt.</p>
<p>Von ausserhalb der Klassik könnte man noch die Frage aufwerfen, was eine Kunst mit dem Hang zur Vollständigkeit und Vollendung eigentlich bedeutet. Die Aufführungen der Bach-Stiftung gibt es demgemäss alle auch auf DVD, einzeln oder im Jahresschuber.</p>
<p><strong>Sein Lobbyist – und der Mindestlohn</strong></p>
<p>«Konrad Hummler ist für mich ein extrem wichtiger Gesprächspartner», sagt Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer IHK. «Wir haben die gleiche Meinung und wir marschieren parallel.» 2004 war Hummler als erster Nicht-Textiler zum Präsidenten der IHK gewählt worden. Als neuer Direktor wurde Weigelt eingesetzt. Vom Vorstand, wie er betont, und nicht von Hummler allein.</p>
<p>Aber der hat ja gewusst, das er sich auf die Weigelts als Geschäftsführer verlassen kann: Kurt ist der Bruder von Trumpf-Buur-Peter. In seiner Dissertation hat sich Kurt Weigelt mit der Finanzierung von politischen Parteien beschäftigt. Er war als Papeterist (und als Parkgaragenpromotor) tätig gewesen. Nun will er bei der IHK die Möglichkeit nutzen, «das politische System im Sinn der Wirtschaft zu beeinflussen». Und er machte sich bereits dahinter, zum Beispiel als Arbeitgeber-Vertreter in der tripartiten Kommission.</p>
<p>Um nachher alles zu verstehen, sind zwei Begriffe zu klären: Eine tripartite Kommission ist zuständig für die Überwachung gegen Lohndumping. Sie setzt sich aus je drei Vertretern von Kanton, Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmern zusammen. Der Referenzlohn wiederum ist ein Vergleichswert, was nach Ort und Branche für eine bestimmte Arbeit bezahlt wird. Ende letzten Jahres wurde nun bekannt, dass die tripartite Kommission beschlossen hat, dass Lohndumping erst zwanzig Prozent unterhalb des Referenzlohnes beginne. So gibt es selbstverständlich kaum mehr Lohndumping. Wie eine schweizweite Umfrage zeigt, steht der Kanton St.Gallen mit dieser Auslegung allein da.</p>
<p>Auf das Thema angesprochen, reagiert Weigelt etwas ungehalten: Eine Gewerkschaftslüge zulasten des Wirtschaftsstandortes St.Gallen sei das! Mehr dürfe er als Kommissionsmitglied aber nicht sagen, bevor der Regierungsrat eine Anfrage zum Thema beantwortet habe. Peter Hartmann, Gewerkschafter und SP-Kantonsrat, hat sie eingereicht. Der sagt: «Die Handelskammer fuhr schon immer einen harten Kurs, unter der neuen Führung hat er sich noch verschärft.»</p>
<p>Den ideologischen Hintergrund zum Konflikt kann man im letzten «IHK-Standpunkt» nachlesen. Dieser wird vom Vorstand und dem Präsidenten abgesegnet. «Arbeit statt Mindestlöhne» ist der Titel. Demnach werden zwangsläufig Arbeitsplätze vernichtet, wenn Löhne im unteren Bereich erhöht werden. Demnach sind die Jungen auch nicht wegen der Krise arbeitslos, sondern weil sie zu hohe Löhne fordern. Demnach, könnte man ergänzen, muss man Lohndumping auch nicht kontrollieren.</p>
<p><strong>Sein Redaktor – und die Ideologie</strong></p>
<p>«Ich habe beim ‹St.Galler Tagblatt› als Redaktor im Hintergrund-Ressort gearbeitet, sozusagen als Hausphilosoph. Dort habe ich Interviews mit verschiedenen Persönlichkeiten geführt, Günter Netzer, Jan Assmann oder Reinhold Messner. Irgendwann sind mir die Anlagekommentare von Konrad Hummler aufgefallen, ich fand sie frisch, frech und gescheit. So habe ich auch ihn für ein Interview angefragt. Ich hatte den Eindruck, er habe schon auf mich und den Anruf gewartet», sagt René Scheu. Man habe sich öfters auf ein Glas Wein getroffen, und 2006 habe ihn Hummler, Präsident des Vorstands der «Schweizer Monatshefte», gefragt, ob er nicht Mitherausgeber der Zeitschrift werden möchte. «Zuerst sagte ich nein, dann aber hat es mich gereizt, hinauszugehen und mich auf dem freien Markt als Publizist zu behaupten.»</p>
<p>«Die Monatshefte», sagt Scheu, «sollen eine Debattenzeitschrift sein. Das können wir, weil wir eine klare Haltung vertreten, die sich aus der Tradition des Liberalismus nährt. Die Kategorien links und rechts sind für mich ohnehin überholt. Wir sind wirtschafts- und gesellschaftsliberal. Pro Kiffen, pro Markt. Unsere Gegner sind die Sozialisten und die Konservativen, die immer stärker zusammenspannen.»</p>
<p>In den nächsten fünf Jahren will Scheu die Zeitschrift auf ein solideres Fundament stellen: Zurück zur monatlichen Auflage, eine Verdreifachung der Auflage von heute 3000 Exemplaren. Er betont noch: «Konrad Hummler zahlt keinen Rappen an die Monatshefte.»</p>
<p>Was die Monatshefte wollen, ist in einer eigentlichen Schlüsselnummer von 2005 nachzulesen: «Jenseits von Liberalismus light». Marina Masoni schreibt über liberale Reformen. Die ehemalige Finanzchefin des Kantons Tessin arbeitet heute ebenfalls in der Wegelin-Geschäftsleitung, ein vergleichbarer Fall wie Zollinger. Wer auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, wird von Masoni als «Nutzniesser» mit «Partikularinteressen» abgestempelt. Eine weitere Autorin ist Adriana Ospel, sie schreibt unter dem Titel «Den Staat entschlacken» über den Service public: Der Staat soll nur noch aus der Ministerialverwaltung und den Trägern hoheitlicher Gewalt bestehen. Der Rest wird privatisiert. Die St.Galler Justizchefin Karin Keller-Sutter fordert im Stakkato mehr Sicherheit: «Wir Freisinnigen haben immer für die Grundrechte gekämpft, aber was sich gewisse Kreise unter Berufung auf diese Grundrechte herausnehmen, ist schlicht kriminell». So schliesst sich der Bogen zum Staatsschutz-Büchlein.</p>
<p><strong>Dass diese Stadt nicht käuflich ist</strong></p>
<p>Konrad Hummler und die Medien: Bei der «NZZ» sitzt er im Verwaltungsrat. Financier Titto Tetamanti war bis 2006 eingetragen in die Wegelin Fondsleitung AG und ist ein persönlicher Bekannter: Er hat die «Weltwoche» gekapert und jetzt die «Basler Zeitung». Am liebsten aber schreibt Hummler selbst, meist Kommentare und Vorworte, und am liebsten spricht Hummler selbst, meist in Interviews. Seine Sprache ist dabei voll von militärischen Metaphern: von Kompanienapoleons, von Feldherrenhügeln, von Operationsplänen. Stets soll eine Ordnung hergestellt werden. Aber welche? «Jeder Franken, der am Staat vorbeigeht, ist ein gut eingesetzter Franken», hat Konrad Hummler einmal gesagt.</p>
<p>Die Taktik der Vätergeneration im Kalten Krieg war der Ausschluss der Kritiker: Bis der Fichenstaat implodierte. Die Taktik der Söhne ist der Einschluss: Wer talentiert ist oder gefügig oder beides, wird kontaktiert. Die Aussagen von Zollinger, Klaiber, Lutz, Weigelt und Scheu zeigen: Die Vorzüge des selbstbestimmten Arbeitens, etwa Selbstentfaltung oder Teilhabe, sind mit Hummler durchaus zu haben. Und eine gewisse Freudigkeit kann man ihm bestimmt nicht absprechen. Doch ist, was sich hier historisierend, aufgeschlossen und unideologisch gibt, zutiefst reaktionär und rechts: Man strebt nach Geld und Glück und Vollkommenheit. Freiheit und Brüderlichkeit! Gleichheit und Gerechtigkeit hingegen negiert man. Über die Dummen, die Armen und die Ehrlichen wird gespottet.</p>
<p>Im Grunde ist es rücksichtslos: Wohnungen und Bars und öffentliches Leben weg, Mindestlöhne und Lohnkontrollen weg, und das Wissen letztlich der Bürger um Geldwäscherei gleich auch noch weg. Stattdessen weiterhin Steuerhinterziehung und viel verbrämte Ideologie und Bachkantaten für alle.</p>
<p>Hummler, der Superreiche, der eine Lohndumping-Politik mitverantwortet: Anstelle der Demokratie soll es einen Hofstaat geben. Es ist auch eine fast reine Männergeschichte.</p>
<p>Ich habe für diesen Artikel nicht mit Konrad Hummler gesprochen. Es könnte das erste Mittel gegen den Feudalismus sein: nicht mitzumachen.</p>
<p>*</p>
<p><strong>Kaspar Surber</strong>, 1980, war bis 2005 «Saiten»-Redaktor und arbeitet heute bei der «Woz». Als Betreiber des Konzertlokals «Frohegg» war er einmal mit Manuel Stahlberger zu Konrad Hummler eingeladen. Hummler fragte sie an, ob man zusammen im Waaghaus eine Kulturbeiz betreiben wolle. Sie haben abgelehnt.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5814&amp;md5=f81fd0791c92c25c222dccf7fece0632" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Blocher macht den Steinbrück, und die Weltwoche begeht mit Rufmord Rufmord an sich selbst</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 22:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Mit ein wenig gutem Willen könnte man hier schreiben, Roger Köppel war halt in den Ferien und offenbar ist es bei den Rechten so, wenn der Chef weg ist, dann funktioniert es nicht. Auch wenn es einem, der sich Stv. Chef Weltwoche nennt, ja schon hätte auffallen müssen, dass die Quellenlage gar etwas dünn ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ein wenig gutem Willen könnte man hier schreiben, Roger Köppel war halt in den Ferien und offenbar ist es bei den Rechten so, wenn der Chef weg ist, dann funktioniert es nicht. Auch wenn es einem, der sich Stv. Chef Weltwoche nennt, ja schon hätte auffallen müssen, dass die Quellenlage gar etwas dünn ist &#8211; selbst wenn es die ominöse anonyme Quelle wirklich gibt, auf die sich die Weltwoche-Kampagne stützt, dann würde immer noch Aussage gegen Aussage gelten, selbst für einen Mann wie Nationalbankpräsident Hildebrand, dessen Frau mit einer einzigen Transaktion 60000 Franken verdient. 60000 Franken! Fuck. Aber das ist nicht der Punkt dieser Geschichte, denn, für die Weltwoche kann das eigentlich keine «Breaking News» sein: Auch Reiche haben Rechte. Und das muss man Blocher und seiner Zeitung normalerweise nicht erklären. Normalerweise kann das Bankgeheimnis ja nicht dicht genug sein. Es ist die grosse Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet Blocher nun den Steinbrück gemacht hat, und dass nun die Privatbank Sarasin einen gewaltigen Schaden hat. Wer bringt sein Geld schon zu einer Bank, die Daten politisch nicht genehmer Kunden an die Presse weiterreicht? Und wie will die Weltwoche sich künftig für das Bankgeheimnis einsetzen?</p>
<p>Mit ein wenig gutem Willen könnte man also sagen, Köppel war in den Ferien. Aber da es nicht gerade die hohe Zeit der Unschuldsvermutung ist, lassen wir das. Dem Köppel sind auf seiner politischen Mission jetzt komplett die letzten journalistischen Sicherungen durchgebrannt (er war wirklich mal ein leidenschaftlicher Journalist, dessen Redaktionssitzungen eine Quelle der Inspiration gewesen sein müssen &#8211; bevor er sich dann bei der AUNS in die erste Reihe setzte). Wie kommt der Mann dazu, eine derart dünne Story ins Blatt zu hieven? Investigativer Journalismus? Eine politische Kampagne. Das ist, was von der Weltwoche übrig geblieben ist (und so ist auch die Geschichte um den mutmasslich korrupten Nationalrat Zuppiger zu verstehen, der nie ein Freund von Blocher gewesen war).</p>
<p>Jetzt ist es an der Zeit für Aufklärung: Was sind Blochers wahre Motive für seinen seit über einem Jahr andauernden Kampf gegen den Nationalbank-Präsidenten? Journalisten, holt euch die Ehre zurück, die wir gerade verloren haben!</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5804&amp;md5=c2c80c0f75485419e373c5744cd2d15e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Breaking-News-Modus: Off</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 22:57:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oscar Acosta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bank Sarasin]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Hildebrand-Affäre gibt es bislang wenig Fakten, dafür Petarden: viel Lärm, viel Nebel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal hasse ich diesen Job. Wirklich. Die Hektik, das Durcheinander, die Verwirrung, der Schwachsinn … Aber vielleicht ist es gerade das, was den Beruf ausmacht. Und wie immer, wenn einem dieses Geschäft zuwider wird, dann lohnt es sich, den alten Doc zu fragen. Und der sagte ja schon vor langer Zeit, dass nur Amateure Freude am Schreiben hätten – frag mal eine alte Hure, ob sie Spass am Ficken hat …</p>
<p>Wie auch immer: Es herrscht derzeit ein Riesendurcheinander und bei den ganzen Breaking-News-Petarden, die überall gezündet werden, hört man bald seine eigene Stimme nicht mehr. Aber eben: Bislang handelt es sich vor allem um Petarden – viel Lärm, viel Nebel. Was die meisten nützlichen Idioten meiner Branche als investigative Recherche bezeichnen ist meist nur instrumentalisierte Berichterstattung von der einen oder der anderen Seite – das betrifft den Chefredaktor der <em>NZZ am Sonntag</em> und die Ressortleiterin der <em>Sonntagszeitung</em> ebenso wie den eigentlich pensionierten Bundeshausredaktor der <em>Weltwoche</em>.</p>
<p>Die <em>Weltwoche </em>ist zwar die einzige Zeitung, die Dokumente vorgelegt hat (auch wenn diese wohl über einen wenig originellen Weg Eingang in die Redaktionsstube fanden). Aber belegbare und belegte Fakten sind in der Devisenaffäre um den Nationalbankpräsidenten Hildebrand bislang eher rar gesät. Und die wenigen, die seit einiger Zeit klar sind (zum Beispiel, das sowohl Herr als auch Frau Hildebrand für die besagten Konti bevollmächtigt sind, ergo beide Aufträge erteilt haben können), werden auch nicht wichtiger, wenn man sie als «neu» aufbauscht und dem Bankmitarbeiter, dessen Behauptungen nicht überprüft werden, bedeutungsschwangere Namen wie «Deep Throat II» gibt. (Für all diejenigen, die die <em>Weltwoche</em> noch nicht gelesen haben: Urs Paul Engeler, immerhin gerade eben zum Schweizer Politjournalist des Jahres gewählt, ist sich in seinem Artikel nicht zu blöd, den Informanten aus der Bank Sarasin in Anlehnung an die Watergate-Affäre «Deep Throat II» zu nennen.) Und hey, guess what, die Geschichte wird auch nicht journalistischer, wenn man Hildebrand als «Gauner» bezeichnet, der «sich illegal Vorteile erschleicht» und ganz nebenbei noch den halben Bundesrat zum Rücktritt auffordert …</p>
<p>Aber gut, es gibt ziemlich viele offene Fragen und Widersprüchlichkeiten in dieser Geschichte und in ihrer medialen Aufbereitung: Gibt es zum Beispiel einen oder zwei Whistleblower bei der Bank? Beziehungsweise ist er überhaupt ein Whistleblower? Whistleblower machen auf Missstände aufmerksam, aber in diesem Fall: Wo ist der Missstand? Offenbar war laut zwei Untersuchungen formal alles korrekt. Und: Die Bank Sarasin hat einen IT-Mitarbeiter entlassen, weil er Hildebrands Kontodaten entwendet haben soll, die <em>Weltwoche</em> schreibt, es handle sich dabei um Hildebrands Bankkundenberater. Was gilt? Bislang ist auch nicht klar, wer wann warum die Aufträge für die Devisenkäufe erteilt hat – Philipp oder Kashya Hildebrand? Die Wahrheit kennen nur die Telefonaufzeichnungen. Solange diese nicht bekannt sind, steht die von der <em>Weltwoche</em> kolportierte Aussage eines Bankmitarbeiters gegen die Aussagen von Philipp und Kashya Hildebrand.</p>
<p>Wie auch immer: Es herrscht ein Riesendurcheinander und wenn wir uns nicht gerade mit der Politisierung der Nationalbank beschäftigen müssten, würden wir vielleicht konzentriert auf eine ganz andere Geschichte schauen, nämlich die, dass <a href="http://nationofswine.ch/2012/01/04/die-nzz-verschweigt/" target="_blank">drei Banker des NZZ-Verwaltungsratspräsidenten Konrad Hummler</a> gerade in den USA angeklagt worden sind. Jedenfalls: Das tönt alles nach spannenden Zeiten …</p>
<p>Jetzt heisst es, den Breaking-News-Modus auf Off zu schalten, durchzuatmen und abzuwarten. Morgen Nachmittag will die Nationalbank informieren. Dann wissen wir mehr. Ich leg mich solange schon mal in den Jacoozi …</p>
<p>Lesen:</p>
<ul>
<li>Kaspar Surber in der WOZ über die <a href="http://www.woz.ch/artikel/2012/nr01/schweiz/21583.html" target="_blank">Politisierung der Nationalbank in drei Schritten</a>.</li>
<li>Ralph Pöhner in der Zeit über <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-01/bankenskandal-schweiz/komplettansicht" target="_blank">die Wulff-Affäre auf Schweizerdeutsch</a></li>
<li>Lukas Hässig auf 20minuten über <a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/Bank-Sarasin-dementiert-Weltwoche-Vorwuerfe-13437818" target="_blank">die mangelhaften Weltwoche-Vorwürfe</a></li>
<li>Medienmitteilung der <a href="http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20120104/source/pre_20120104.de.pdf" target="_blank">Nationalbank</a>, inklusive Bericht von PriceWaterhouseCoopers</li>
</ul>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5787&amp;md5=981c6c8ffd8fc728275c32e76015e0e2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Breaking Analyse: Hildebrand und Blocher, Kunst und Kapitalismus</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2012/01/04/breaking-analyse-hildebrand-und-blocher-kunst-und-kapitalismus/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 18:08:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bankgeheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Drei Einsichten von Kaspar Surber in der kommenden WOZ zur Affäre um SNB-Präsident Philipp Hildebrand:</p> <p>Die erste Einsicht zum Stand des Kapitalismus: Auch die Frau des obersten Notenbankers beteiligt sich an der Spekulation, die dieser verhindern soll.</p> <p>*</p> <p>Die zweite Einsicht zum Stand des Kapitalismus: Das Schweizer Bankgeheimnis ist definitiv am Ende; diejenigen, die es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Einsichten von Kaspar Surber in der kommenden WOZ zur Affäre um SNB-Präsident Philipp Hildebrand:</p>
<blockquote><p>Die erste Einsicht zum Stand des Kapitalismus: Auch die Frau des obersten Notenbankers beteiligt sich an der Spekulation, die dieser verhindern soll.</p></blockquote>
<p>*</p>
<blockquote><p>Die zweite Einsicht zum Stand des Kapitalismus: Das Schweizer Bankgeheimnis ist definitiv am Ende; diejenigen, die es lange zu verteidigen wussten, durchlöchern es nun. Bis zum Redaktionsschluss hielt die Zeit des Schweigens von Blocher an. Sein Sprachrohr, die «Weltwoche», wenig überraschend im Besitz der Kontoauszüge, verschickte eine Vorabmeldung: Hildebrand habe die Käufe selbst getätigt und selbst spekuliert.</p></blockquote>
<p>*</p>
<blockquote><p>Die dritte Einsicht zum Stand des Kapitalismus: Die künftige Wirtschaftsordnung wird gerade über die Rolle der Nationalbanken ausgehandelt.</p></blockquote>
<p>Der ganze Text <a href="http://www.woz.ch/artikel/2012/nr01/schweiz/21583.html" target="_blank">hier</a>, während an allen anderen Orten in der Schnellfeuer-Hysterie mal wieder bloss das ungute Gefühl verstärkt wird, dass niemand wirklich versteht, was eigentlich passiert, und wir alle, instrumentalisiert <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Journalismus-als-Fortsetzung-der-Politik/story/19881579" target="_blank">von ein paar ideologisch verblendeten Playern</a>, wie gestochene Säue durch die Gegend rennen. Aber wir machen uns nun ein bisschen weniger Sorgen um den Zustand des Landes, der Medien und des Chaos, wenn wir einen Analysten wie Surber am Start haben, auf den wir zählen können. Spread the word.</p>
<p>P.S. Wer sich dafür interessiert, was die Reichen eigentlich so treiben mit der Kunst und so weiter, dem sei das brillante Buch <a href="http://sarah-thornton.com/books/sieben-tage-in-der-kunstwelt/" target="_blank">«Sieben Tage in der Kunstwelt» der Reporterin Sarah Thornton empfohlen</a>, bizarres Art-Basel-Kapitel inklusive.</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5778&amp;md5=e710b538a4383a360dc1ef526b1f3c38" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Arabische Winter</title>
		<link>http://nationofswine.ch/2011/12/30/der-arabische-winter/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 20:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Massenmörder im Massanzug: <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9135936" target="_blank">Hier</a> und <a href="http://www.aljazeera.com/indepth/spotlight/syria/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-12/syrien-quote-ermordung-soldaten" target="_blank">hier</a> und <a href="http://motherjones.com/politics/2011/11/blue-coat-systems-slashdot-syria" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.newyorker.com/online/blogs/comment/2011/12/the-arab-winter.html" target="_blank">hier</a> und <a href="http://uprising.blogsport.de/2011/08/14/hama-eine-reportage-aus-einer-belagerten-stadt/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.podcast.de/episode/2253031/Syrien:%20Vermisst,%20verhaftet,%20erschossen..." target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-12/syrien-proteste-assad" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806236,00.html" target="_blank">hier</a>.</p> <p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/12/assad-465.jpg"></a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Massenmörder im Massanzug: <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9135936" target="_blank">Hier</a> und <a href="http://www.aljazeera.com/indepth/spotlight/syria/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-12/syrien-quote-ermordung-soldaten" target="_blank">hier</a> und <a href="http://motherjones.com/politics/2011/11/blue-coat-systems-slashdot-syria" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.newyorker.com/online/blogs/comment/2011/12/the-arab-winter.html" target="_blank">hier</a> und <a href="http://uprising.blogsport.de/2011/08/14/hama-eine-reportage-aus-einer-belagerten-stadt/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.podcast.de/episode/2253031/Syrien:%20Vermisst,%20verhaftet,%20erschossen..." target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-12/syrien-proteste-assad" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806236,00.html" target="_blank">hier</a>.</p>
<p><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/12/assad-465.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5696" title="assad-465" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/12/assad-465.jpg" alt="" width="465" height="310" /></a></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5695&amp;md5=7f87b170e3970a439e105c5fb9a2dd79" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Unfreiwilliger Spendensegen zu Weihnachten</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 11:35:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiss nicht mehr, was ich alles in den letzten 24 Stunden getan habe, aber ich kann mich erinnern, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=rgXrHHeaShM" target="_blank">diesen Film</a> gesehen und ihn für grossartig gehalten zu haben. Als ich dann wieder zu mir kam, erfuhr ich, dass in den USA die Kunden einer Firma namens Stratfor, einer jener Firmen, die sehr viel Geld damit verdienen, wenn wir in Angst und Unsicherheit leben, weil sie uns Lösungen dagegen anbieten («Stratfor provides strategic intelligence on global business, economic, security and geopolitical affairs»); dass also die Kunden dieser sogenannten Sicherheitsfirma pünktlich zu Weihnachten mit ihren Kreditkarten für gute Zwecke gespendet haben – und zwar in der Höhe von über einer Million Dollar. Sie taten das natürlich unfreiwillig, weil die Hackergruppe Anonymous die Webseite dieser US-Sicherheitsfirma hackte, die Kundendaten kopierte und nun dabei ist, mit den Kreditkarten der Kunden Spenden zu verteilen. Ein Mitarbeiter der Homeland Security zum Beispiel hat soeben 180 Dollar auf das Spendenkonto des Roten Kreuzes überwiesen. Ein texanischer Banker spendete gerade 700 Dollar an fünf Nichtregierungsorganisationen, die sich um arme Kinder kümmern und das US-Verteidigungsministerium 494 Dollar an eine NGO namens Care. Wir sind gespannt, wofür das US-Militär, das Polizeidezernat von Miami, diverse Banken oder Microsoft spenden werden oder bereits gespendet haben. Sie alle sind Kunden von Stratfor. Geht es nach Anonymous, soll es neben den Spenden auch <a href="http://www.zeit.de/digital/2011-12/anonymous-stratfor" target="_blank">ein grosses Weihnachtsessen für den mutmasslichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning geben</a>, der in den USA inhaftiert ist und der, <a href="http://nationofswine.ch/2011/12/07/zeuge-nr-36-prasident-barack-obama/" target="_blank">wenn es nach dem Präsidenten Barack Obama geht</a>, für den Rest seines Lebens im Gefängnis schmoren soll. Und jetzt, während sich die Spenden von Stratfor langsam verteilen und draussen die Sonne scheint, kommen langsam weitere Erinnerungen an die letzten 24 Stunden zurück. Irgendwann, fällt mir ein, tanzte ich vergangene Nacht mal noch zu diesem Song:</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Obama und Osama</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 12:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raoul Duke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Guantanamo]]></category>
		<category><![CDATA[Nürnberger Prozess]]></category>
		<category><![CDATA[Osama bin Laden]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wir dürfen nie vergessen, dass uns die Geschichte morgen daran messen wird, wie wir mit diesen Angeklagten umgehen.</p> <p>Robert Jackson, verantwortlicher US-Richter für die Nürnberger Prozesse</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir dürfen nie vergessen, dass uns die Geschichte morgen daran messen wird, wie wir mit diesen Angeklagten umgehen.</p></blockquote>
<p>Robert Jackson, verantwortlicher US-Richter für die Nürnberger Prozesse</p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5667&amp;md5=afd47e11a306059b1f070d5a55e1f48b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schnee auf den Gräbern der Diktatoren</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 09:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gonzo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[<p></p> <p>Draussen geht Schnee nieder, Kim Jong-Il ist endlich tot, Christoph Blocher politisch endlich am Ende. Es war das Jahr des Boomerangs. Die Lügner und Volksverführer und Diktatoren und Möchtegern-Diktatoren haben bekommen, was sie verdienen: Die einen drehen sich im Grabe, den anderen dreht der Verstand, die Zwangsjacke nicht mehr weit. Ein anderer am Rad [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="595" height="446" src="http://www.youtube.com/embed/5TEvacFETvM?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Draussen geht Schnee nieder, Kim Jong-Il ist endlich tot, Christoph Blocher politisch endlich am Ende. Es war das Jahr des Boomerangs. Die Lügner und Volksverführer und Diktatoren und Möchtegern-Diktatoren haben bekommen, was sie verdienen: Die einen drehen sich im Grabe, den anderen dreht der Verstand, die Zwangsjacke nicht mehr weit. Ein anderer am Rad drehender Regional-Diktator, FC-Sion-Präsident Christian Constantin, haut den Vereinsmeiern der FIFA rechtsstaatliche Abläufe um die Ohren. So ein schönes Theater, bei dem man sich zurücklehnen und geniessen kann (und doch irgendwie hofft, dass sich Bernhard Heusler mit seinem FC Basel nicht lumpen lässt). Und: Die <a href="http://www.faz.net/" target="_blank">Frankfurter Allgemeine Zeitung</a> mausert sich inzwischen zur sozialdemokratischen Volksuniversität, zumindest liest sie sich so und mancher Leser fragt sich in der Leserbriefspalte, ist das eine reine Feuilleton-Geschichte, abgekoppelt von den drängenden realwirtschaftlichen Fragen? Oder geht es um mehr? Für wen will die FAZ also wirklich einstehen? Wird das Blatt langsam politisch umgebaut? Nur: Was dann? Immerhin erklärte uns dieser Tage zuerst Wirtschaftsprofessor Michael Hudson, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/oligarchie-der-finanz-der-krieg-der-banken-gegen-das-volk-11549829.html" target="_blank">warum die Banken einen Krieg gegen das Volk führen</a>, dann forderte Kommunistin Sahra Wagenknecht das Ende der neoliberalen Angriffe auf den Mittelstand und holte <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/europa-in-der-krise-schluss-mit-mephistos-umverteilung-11554102.html" target="_blank">gar Mephisto raus aus der Sprachkiste</a>. Dies alles, nachdem sich FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher vor einigen Monaten gefragt hatte, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-11106162.html" target="_blank">ob die Linke nicht recht hatte</a>? Die Zeit zeigt: Sie hatte recht. Die Frage ist bloss: Wohin wird uns diese Erkenntnis führen? Wir bleiben dran, keine Sorge.</p>
<p><iframe width="595" height="446" src="http://www.youtube.com/embed/ngZh6ZSRoYg?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5616&amp;md5=853fb6102406dc07cf32986b89a85850" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Yo Lügner, noch ’ne Frage:</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 13:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nationofswine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5612" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><a href="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/12/390569_2832148371799_1501850941_32867629_952307543_n.jpg"><img class="size-large wp-image-5612" title="390569_2832148371799_1501850941_32867629_952307543_n" src="http://nationofswine.ch/wp-content/uploads/2011/12/390569_2832148371799_1501850941_32867629_952307543_n-555x416.jpg" alt="" width="555" height="416" /></a><p class="wp-caption-text">Basler Eindrücke von unserem geschätzten Kollegen Charles Pfahlbauer Jr</p></div>
 <p><a href="http://nationofswine.ch/?flattrss_redirect&amp;id=5611&amp;md5=731de430f571107c3f65960d6967a2e8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nationofswine.ch/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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