Mit Yello im Golden Pudel
Rocko Schamoni: Wie ist das denn Boris Blank, wenn man eine Zeit lang ein richtiger Star war, und dann wieder zurückkehrt in ein eher normales Leben?
Boris Blank: Ich war nie ein richtiger Star.
Rocko Schamoni: Da stapeln Sie jetzt aber tief. Man wollte Sie mit Grace Jones zusammenbringen, Sie stürmten die Hitparaden.
Boris Blank: Sie haben recht. Tatsächlich war ich jahrelang nur in Limousinen unterwegs und in Helikoptern. Das hier heute Abend ist sozusagen mein Tiefpunkt.Yello – der Abend, Golden Pudel Club, 22. Februar 2012
Freundinnen und Freunde der Nacht, es war eine Lesung mit der Stimmung wie bei einem Rockkonzert im vollgepackten legendären Hamburger Golden Pudel Club. Kurz nach Türöffnung war der Laden voll, auf den man sich im Pudel offenbar sehr gefreut und – mit all der Erfahrung – bestens vorbereitet hatte. Der Hausgrafiker hatte ein grossartiges Plakat gestaltet, eine Erinnerung an die alten Ralph-Records-Tage. Das Pudel-Team Ralf, Viktor und Charlotte stellte sich persönlich an Kasse und Plattenspieler, DJ Patex machte die Bar, Hausmeister Rocko Schamoni hatte sich als alter Fan der Band in zweitägiger Klausur auf die Rolle als Moderator vorbereitet – und so wurde das Gespräch mit Dieter Meier und Boris Blank im Anschluss an die Ryser-Lesung eineinhalbstündiges Kino. Zum mitternächtlichen Essen beim ältesten Italiener der Stadt schaute dann auch noch Schorsch Kamerun vorbei. Yello kommen wieder.
Zugabe: Der «Freitag» über den Abend in der Berliner Volksbühne:
Ryser knallt die Sätze mit Schweizer Akzent in einem Maschinenpistolen-Stakkato heraus, das im Publikum erst für Kichern, dann kichernde «Luftholen»-Zwischenrufe und schließlich anerkennenden Applaus sorgt, als allen klar geworden ist, wie phänomenal die Sätze, die da herausgeschleudert werden, doch sind. Ryser erzählt vom heute, von Meier auf dem Hometrainer und an der Rudermaschine, von Blanks ergonomischem Stuhl und seinem bezinsparenden Auto, springt dann zurück zum 18. September 1978, dem allerersten Auftritt von Yello bei einer Zürcher Modenschau, wo Blank sich im Orchestergraben versteckte und sie dann doch 3.000 Zuschauer begeisterten. Als Ryser dann irgendwann wirklich endlich Luft holt, ist klar, dass dieses Buch gelesen werden muss.
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