Draussen geht Schnee nieder, Kim Jong-Il ist endlich tot, Christoph Blocher politisch endlich am Ende. Es war das Jahr des Boomerangs. Die Lügner und Volksverführer und Diktatoren und Möchtegern-Diktatoren haben bekommen, was sie verdienen: Die einen drehen sich im Grabe, den anderen dreht der Verstand, die Zwangsjacke nicht mehr weit. Ein anderer am Rad drehender Regional-Diktator, FC-Sion-Präsident Christian Constantin, haut den Vereinsmeiern der FIFA rechtsstaatliche Abläufe um die Ohren. So ein schönes Theater, bei dem man sich zurücklehnen und geniessen kann (und doch irgendwie hofft, dass sich Bernhard Heusler mit seinem FC Basel nicht lumpen lässt). Und: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung mausert sich inzwischen zur sozialdemokratischen Volksuniversität, zumindest liest sie sich so und mancher Leser fragt sich in der Leserbriefspalte, ist das eine reine Feuilleton-Geschichte, abgekoppelt von den drängenden realwirtschaftlichen Fragen? Oder geht es um mehr? Für wen will die FAZ also wirklich einstehen? Wird das Blatt langsam politisch umgebaut? Nur: Was dann? Immerhin erklärte uns dieser Tage zuerst Wirtschaftsprofessor Michael Hudson, warum die Banken einen Krieg gegen das Volk führen, dann forderte Kommunistin Sahra Wagenknecht das Ende der neoliberalen Angriffe auf den Mittelstand und holte gar Mephisto raus aus der Sprachkiste. Dies alles, nachdem sich FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher vor einigen Monaten gefragt hatte, ob die Linke nicht recht hatte? Die Zeit zeigt: Sie hatte recht. Die Frage ist bloss: Wohin wird uns diese Erkenntnis führen? Wir bleiben dran, keine Sorge.

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