Der Schweizer Online-Wald hat eine neue Kampagne gefunden. Es geht wieder um Ausländer. Es geht um Emotionen und Befindlichkeiten, und es geht auch darum, dass sich Journalisten mit Haltung immer mehr auflösen, ersetzt werden sie von rasenden jungen Menschen, die immer schneller zur Stelle sind, um dieselben alten Themen aufzukochen in einem Ton und einer Sprache, wie es früher nur der «Blick» beherrscht hat. Es ist das Zeitalter des Krypto-Journalisten Roger Köppel, in dem Journalisten nicht mehr fundiert berichten und erklären, sondern an vorderster Front an einer allgemeinen Hysteriespirale drehen. Überall Bedrohung, Untergang, Überfremdung und die Anderen, die uns was nehmen wollen, was eigentlich uns gehört. Manchmal dann gibt es Journalisten, die einen anderen Ton einschlagen, einen in den grossen Medien  inzwischen seltenen Ton, ein Ton, der «mal halblang» sagt, der erklären und nicht aufwiegeln will. Etwa Oliver Meiler. Er schreibt heute im «Tages-Anzeiger»:

«In den Ländern des arabischen Frühlings implodierte neben den Diktaturen die Wirtschaft – und mit ihr die Zukunft vieler Menschen. Auch daran sollte man denken, wenn man das Verhalten einiger Hundert Tunesier bewertet und die Kleinkrimininaltität von einigen von ihnen, die für die hiesige Polizei bewältigbar ist, hochrechnet zu einer Stimgatisierung aller. Es ist das ein alter Reflex – ein schneller, simpler und einer von Leuten kleinen Herzens. Und ein dummer obendrein: Er hindert an der klaren Sicht auf das, was wirklich passiert.»

 

 

2 Responses to Oliver Meiler, Journalist des Tages

  1. [...] nationofswine Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Beitrag wurde unter hands up: politics veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. ← stadt ohne geld [...]

  2. Ronnie Grob sagt:

    Übrigens kann jeder und jede etwas tun gegen den Rückgang der nordafrikanischen Wirtschaft: In dem er Ferien macht in Ländern wie Ägypten, Tunesien, Marokko. Und/oder, in dem er Produkte und Dienstleistungen aus diesen Ländern bezieht.