Verteidigungsminister Maurer, der Nachrichtendienst hat also keine genauen Informationen über bevorstehende Anschläge in der Schweiz?
Wie stellen Sie sich das vor?

Auf Ihrem Pult landen keine Berichte, in denen steht: Ein Anschlag in der Schweiz könnte kurz bevorstehen.
Nein, so was steht in den Berichten nicht.

Das ist doch gut!
Was soll daran gut sein?

Wenn nichts von einer akuten Bedrohung steht, könnte das bedeuten, dass die Bedrohung nicht existiert.
Die Bedrohung existiert. Man kann sie bloss nicht genau benennen. Heute und auch am 24. Dezember dieses Jahres laufen wir höchstwahrscheinlich sicher durch Zürich und Bern. Und das nächste Jahr vielleicht auch noch. Und in fünf Jahren vielleicht auch noch. Aber in sechs Jahren vielleicht schon nicht mehr. Und dann braucht es zusätzliche Massnahmen, und die schütteln wir nicht zum Ärmel heraus.

Woher diese Gewissheit?
Weil wir es eben nicht wissen.

Er gibt sich im neuen Amt staatsmännisch und konziliant, er wittert dennoch überall Bedrohungen für die Schweiz: Ein Gespräch mit dem Schweizer Verteidigungsminister Ueli Maurer über die Last des Kalten Kriegs, die Welt in einem permanenten Terroralarm-Ausnahmezustand und Cyber-War-Attacken gegen die Schweiz im 21. Jahrhundert. Das Foto stammt von Georg Gatsas. Es zeigt Ueli Maurer vor seinem Büro im Bundeshaus in Bern.

Verteidigungsminister Maurer plant den Krieg der nahen Zukunft: «Wenn der Migrationsdruck aufgrund von Knappheiten deutlich anwächst, werden die Leute schützen, was sie haben. Nur wenige werden sagen: Seid willkommen.»

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