Die «Sonntagszeitung» schreibt am 14. Februar zum soeben erschienenen Buch:

Was sind das für Menschen, die sich stolz Hooligans nennen und sich in abgelegenen Wäldern prügeln? Ausser Klischees ist über die Szene wenig bekannt – auch deshalb, weil die Hooligans die Öffentlichkeit konsequent meiden. Daniel Ryser, einem Reporter der «Wochenzeitung», ist es gelungen, tief in die Szene einzutauchen. In seinem Buch «Feld-Wald-Wiese» skizziert er das Innenleben der Zürcher Hooligans. Erwachsene Männer, die dafür leben, im Kampf Mann gegen Mann ihren Kick zu bekommen.

Sie reisen wie eine Fussballmannschaft zum Spiel, Hunderte Kilometer nach Deutschland – «für eine Minute Action». Sie treffen sich abseits der Stadien, «keine Polizei, keine Zeugen. Gewalttäter unter sich». In einem Waldstück gehen 20 Zürcher auf 20 Deutsche los, schlagen aufeinander ein. Alles verabredet, nach klaren Regeln. Wer am Boden liegt, wird nicht mehr geschlagen. Nach kaum einer Minute ist alles vorbei, an der nächsten Raststätte das Blut abwaschen, nach Hause fahren.

Am stärksten ist Rysers Buch an den Stellen, wo er Zitate von Hooligans zu einer Erzählung montiert, ganz ohne Kommentar. Etwas enttäuscht stellt man nach 80 Seiten fest, dass die Erzählung bereits zu Ende ist. Gerade, weil Ryser nah dran ist und den Blick auf eine fremde Welt ermöglicht, hätte man gerne noch 80 Seiten weiter gelesen.

 

Kommentare sind geschlossen