(ch.) Zwei kleine Nachträge zum Reclaim The Streets vom vergangenen Samstag:

  • Ein äusserst lesenwerter Artikel von Dario Venutti ist am Freitag im Tages-Anzeiger erschienen.
  • Ein – äh, wie soll man sagen? – lustiger Artikel zum RTS ist auch in der Weltwoche erschienen. Leider ist er nur für Abonnenten freigeschaltet. Aber eine kurze Passage daraus will ich niemandem vorenthalten. Er sagt zwar wenig über das RTS, aber dafür umso mehr über den Autoren Andreas Kunz. Die Geschichte trägt den Titel «Tatenlose Behörden» – richtiger wäre vielleicht gewesen: «Wie sich ein Rechter Hausbesetzer vorstellt»:

Die Polizei reagiert mit der 3-D-Strategie: Dialog, Deeskalation, Durchgreifen. Letzteres wird seit Jahren nicht mehr gemacht. Dabei wären die Rädelsführer längst bekannt. Sie sitzen in den bis zu fünfzehn besetzten Häusern, verteilt über die ganze Stadt, und leben von Studiendarlehen, Elterngeld, Schwarzarbeit oder Kleinkriminalität, handeln mit Drogen oder plündern Baustellen. Die Szene hat sich regelrecht institutionalisiert. Finden sie ein leerstehendes Gebäude, brechen sie die Türen auf, überweisen dem Besitzer ein vorgefertigtes Formular für eine sogenannte Gebrauchsleihe und verpflichten sich – wenn’s hoch kommt zur Vergütung des benötigten Stroms. Kurz darauf sind die Schlösser ausgewechselt, die Fassaden versprayt und die Räume zugemüllt. Eingepackt in Kleider von amerikanischen Kapitalistenfirmen wie Nike, sitzen sie vor stromfressenden Elektroheizern und schreiben Pamphlete gegen die Marktwirtschaft und für den Umweltschutz.
Die Polizei lässt sie gewähren – aus Angst vor einer Eskalation und den damit verbundenen Schlagzeilen.

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