Carlsberg Hooligans, Teil 2
(dr.) Ein Mann, der sich «Hans Maisgold» nennt, hat sich ob den Aussagen, die Eishockeyverbands-Boss Marc Furrers gegenüber diesem Blog gemacht hat, ziemlich geärgert. «Maisgold» warf Furrer in einem Kommentar vor, nicht zielen zu können.
Von vorne: Es geht dabei um eine Presskonferenz von vergangener Woche. Die Konferenz der Justiz- und PolizeidirektorInnen (KKJPD) verlangt von Fussball- und Eishockeyverband, künftig an allen Spielen der obersten und zweitobersten Spielklasse Leichtbier auszuschenken. Der Fussballverband zieht mit. Furrer weigert sich. Gegenüber «Nation of Swine» sagte er im Rahmen der Pressekonferenz: «Was wollen wir in Langnau mit Leichtbier? Das gibt es dort nicht! Oder in der beschaulichen Kurve in Ajoie? Sollen wir den paar Leuten, die dort an einem Dienstag Abend kommen, sagen: Ihr dürft nicht stehen und das lokale Bier ist hier verboten? Darum haben wir der KKJPD gesagt: Da machen wir nicht mit.»
«Maisgold» schrieb: «Marc Furrer sollte sich seine Beispiele ein bisschen besser aussuchen. Bei Ajoie schenken sie – ich hab mich noch gewundert, als ich neulich dort war – Calanda aus, und die haben ein Leichtbier. Und Sponsor der SCL Tigers ist Feldschlösschen (Carlsberg). Bin immer für Polemik. Aber gut zielen wäre von Vorteil.» Schön und gut. Jetzt aber sind wir grad überhaupt nicht mehr im Klaren, wer richtig zielt, wer so halb richtig zielt und in der Empörung irgendwie nicht richtig trifft, auch wenn der Ansatz löblich wäre. Denn in der aktuellen WOZ sagt Furrer betreffend seinem Langnau-Beispiel: «Es gehört zu einem Eishockeyspiel, dass man eine Bratwurst und ein richtiges Bier konsumiert. Dass man jetzt alle Leute bestraft, nur weil draussen ein paar Leute randalieren, das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Zudem bieten viele Brauereien gar kein Leichtbier an. An Heimspielen der Langnau Tigers wird etwa Bier von Egger ausgeschenkt – die brauen kein Leichtbier.»
Egger-Bier ist eine Worber Brauerei. Nun, heutzutags weiss man ja nie. Vielleicht steckt auch Rupert Murdoch dahinter. Oder eben: Carlsberg? Oder zielt Furrer nur halbfalsch? Und geht es nicht sowieso eher darum, dass die drastischen, angestrebten Massnahmen der KKJPD selbst Verbandsbosse dazu bringen, kritisch nachzudenken? Weil wir uns im Dienste des hedonistischen, Bier trinkenden Volkes sehen, folgende Ankündigung: Bald liefert «Nation of Swine» die Ergebnisse einer Umfrage in den beiden obersten Spielklassen des Schweizer Fussballs und Eishockeys: Wer schenkt welches Bier aus und warum? Und wer zieht mit beim Leichtbier-Shit? Vielleicht gibt es ja eine Revolution: Alle Vereine steigen künftig auf die Lokalbrauerei vor Ort um, weil die kein Leichtbier produzieren. Da müsste man dann selbst KKJPD-Anpeitscherin Karin Keller-Sutter mal die Hand schütteln. Prost!
SMS aus St.Gallen: «Hier Bier weiterhin Schützengarten (gehört nicht Carlsberg)!»
Das Interview mit Marc Furrer gibt es hier.
Den alle unsere Hit-Erwartungen sprengenden Eintrag «Carlsberg Hooligans» gibt es hier.
Pyro gibt es hier:
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Ja dann muss ich ja wohl. Ich ginge gern zu Kreuze, doch konnte mir bis jetzt keiner bestätigen, dass in der Ilfis Egger gezapft wird. Ich war schon Jahre nicht mehr dort. Die Tigers haben Feldschlösschen als Sponsor. Kann schon sein, dass es denen egal ist, wenn der Klub, den sie sponsern, ein anderes Bier ausschenkt. Kann sein, ist aber eher unüblich. Und Egger führt keinen SCL auf der Kundenliste. Aber eben, 2000 war ich zum letzten Mal dort. Die B-Teams kann gerne mal jemand anders verifizieren, aber bei den übrigen A-Teams sieht es so aus: Es wird entweder die Carlsberg-Gruppe ausgeschenkt (Feldschlösschen, 1664, Cardinal) oder Heineken (Calanda, Eichhof, Heineken). Beide Gruppen haben ihr Leichtbier, Heineken hat das Calanda Mezza. Aus Tresenerfahrung weiss ich, dass es egal ist, was man als Spezialbier ausschenkt, so lange es zur selben Gruppe gehört.
Spitzfindiger Mist das alles. Aber der Verband soll einfach nicht so laut die regionale Verankerung in Handelsfragen hinausposaunen. Beim Bier zählt der bessere Vertrag, und fertig. Da kennen die Klubs keine Sentimentalität. Die andere Frage ist, ob man Furrers Augenwischerei in dieser Sache als Mittel zum Zweck schlucken soll.