(dr.) Über Haiti: Die Frankfurter Rundschau fragt in ihrer heutigen Ausgabe den Schriftsteller und Karibik-Kenner Hans Christoph BuchWarum nennen Sie Papa Docs Regime eine Voodoo-Diktatur? Der Schriftsteller antwortet: «1915 waren amerikanische Marines in Haiti gelandet. Angeblich fürchtete man – es war der Erste Weltkrieg – Deutschland werde eine Marinebasis auf Haiti errichten. Außerdem wechselten ständig die Regierungen. Die USA besetzten das Land bis 1934. In jenen Jahren besannen sich die haitianischen Intellektuellen auf ihre afrikanischen Wurzeln. Papa Doc war – wenn auch mehr am Rande – einer von ihnen. Damals publizierte er obskure Aufsätze über Voodoo in einer ethnographischen Zeitschrift. Im Wahlkampf in den 50er Jahren trat er dann als Voodoo-Doktor und Voodoo-Priester auf. Mit dicker Hornbrille, schwarzem Hut, schwarzem Anzug und einem Spazierstock. Er wirkte wie eine Reinkarnation von Baron Samedi, Baron Samstag, dem Totengott des Voodoo. Er war selbst der Oberpriester des haitianischen Voodoo. In den Schulen wurde ein Gebet eingeführt, das mit den Worten begann: «Doc, der Du regierst im Palast, töte alle Deine Feinde…». Und Schulklassen wurden dazu verdonnert, geschlossen bei der Erschießung von Regimegegnern an der Friedhofsmauer von Port-au-Prince zuzuschauen.»

Das ganze Gespräch: Hier. Haiti bescheiden geholfen hat der Blogger hier. Die Millionen von «Papa Doc» und «Baby Doc» (Bild) liegen bei der UBS, jedoch blockiert von der Justiz.

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