Dr. Model und die Nebel von Müllheim
Daniel Ryser | 14. Januar 2010 | 25 Comments
Fantastischer Artikel von Wolfgang Steiger in der aktuellen WOZ über den Thurgauer Verpackungsfabrikanten Daniel Model, der offenbar einen ziemlich Hick in der Dattel hat. Models demokratiefeindliche Verbindungen führen bis zu «rebell.tv». Ein Artikel wie ein Krimi, und der geht so: Daniel Model will die Demokratie abschaffen und arbeitet an einem eigenen Privat-Staat namens Avalon – der Name kommt entweder aus der Esoterik oder von den Nazis oder von beidem. Modell lässts offen. Doch was hat das alles mit dem Liberalen Institut, mit «rebell.tv» und dem Dadahaus zu tun? Rechtsaussen Model ist unter anderem Verleger von «rebell.tv». Gewusst? Genug der Rede: Hier geht es zum Artikel, in dem auch Dadahaus-Kurator Philipp Meier nicht so gut wegkommt wie sonst. Auch zu Wort kommt im Artikel übrigens René Scheu (36) von den konservativen «Monatsheften», den ich persönlich kenne, den ich aber im Gegensatz zu Philipp Meier nicht sonderlich schätze. Scheu wollte kürzlich Chefredaktor des «St.Galler Tagblatts» werden. Das scheiterte laut gut unterrichteten Quellen daran, dass Scheu sich nicht bewerben, sondern berufen werden wollte. Scheu sieht sich, wie etwa SVP-Nationalrat Lukas Reimann, als Radikal-Liberalen und sagt damit durch die Blume: Ich bin einfach ein saucleveres Bürschchen, viel cleverer als ihr alle. Der Artikel verdeutlicht: Was früher Rechtsaussen war, nennt sich heute «liberal und freiheitlich im Sinn von Friedrich August von Hayek». Daniel Ryser
Tags: Avalon > Cabaret Voltaire > Daniel Model > Esoterik > Philipp Meier > rebell.tv > René Scheu > WOZ
Comments
25 Responses to “Dr. Model und die Nebel von Müllheim”

Januar 14th, 2010 @ 12:47
mein fazit fällt etwas anders aus. überrascht? http://blog.rebell.tv/p13682.html
Januar 14th, 2010 @ 13:19
ich habe mich im gespräch mit riklin ganz deutlich von scheu distanziert und mich z.b. sehr differenziert zu den monatsheften geäussert.
ich bin jedoch mit dem artikel sehr zufrieden. er bestätigt, dass es im print in erster linie um «grosses kino» und «gute geschichten» geht.
und des weiteren: wenn telezüri das cabaret voltaire wiederholt als «linksalternativ» bezeichnet, dann muss(!;) die woz es in die rechte ecke rücken – «ich bin nicht links, ich bin vertikal!» walter mehring
weiter gehts hier: http://blog.rebell.tv/1-staatsfernsehen/die-linke-und-gute-wwwwozch-im-kampf-teuflische-mythen-postmoderne-dadaisten-und-medienrebellen.html
Januar 14th, 2010 @ 15:36
Bei aller sonstigen Wertschätzung für die WoZ, auf mich wirkt der Artikel eher wie eine persönliche Abrechnung. Dazu einfach kurz Dadahaus, Rebell TV und die Schweizer Monatshefte in die Eso-Fascho-Ecke rücken ist schon ziemlich unter aller Kanone.
Januar 14th, 2010 @ 16:50
Betreffend Kommentar 3: Da bin ich anderer Meinung: Wenn Steiger aufzeigt, dass der doch schwer esoterische Model etwa bei Rebell TV involviert ist, dann ist das nicht “einfach in eine Ecke gerückt”, sondern dann ist das Journalismus: Aufzeigen, wer mit wem ins Bett steigt. Das ist im Grundsatz keine Abrechnung.
Januar 14th, 2010 @ 17:09
Wirklich erstaunlich ist – abgesehen von Steigers grandiosem Text –, dass Seydel und Meier so prompt hier antworten (Seydel so zahm, Meier ein wenig verbissen. Wie machen die das, hängen die die ganze Zeit vor dem Bildschirm, googeln die ihre Namen mit zitternder Maus und halbstarker Erektion, um ihr anderes Leben im Internet vor Sudeleien zu retten? Leben die vielleicht im Internet? Avalon als Haus (das mit Speer ist ein bisschen gewagt, aller Grandiosität zum Trotz) ist mir schnuppe, wie Bandwürmer kriechen die eh schon überall rum und hinterlassen ihre Häufchen. Küsse, R
Januar 14th, 2010 @ 18:53
@daniel ryser/3: DAS ist journalismus? zeigen, was unter “impressum” einfach jede und jeder anklicken kann? hammr!
@regula/5: 17:09h. du hast also um 17h deinen 08/17h-job beendet. und dann gelesen, gesurft, geschrieben. hammr!
ist das grandiose an diesem text, dass die woz demonstriert, das sie das präzis gleiche tut, wie steiger avalon unterstellt? nach dem reinen, unverschmutzen, wahren zu suchen? regula: bevor du weiter mit fäkalien wirfst: zeig noch, wie du “kritisch” denken kannst.
Januar 14th, 2010 @ 19:37
Nur wüsste man gerne etwas mehr über diesen Model. Ist dieser Model ein dadaistisch angehauchter liberaler Visionär? Ein visionärer Spinner? Oder vielleicht doch eher ein esoterisch angehauchter rechtsextremer Vollpfosten, wie es der Artikel relativ unverblümt insinuiert. Also für mich macht das ein Unterschied. Vor allem wenn im Anschluss eine ganze Menge Leute in “Sippenhaft” genommen werden. Die WoZ bastelt sich eine Gruppe von Staatsfeinden, das kann es doch nicht sein?
Januar 14th, 2010 @ 19:49
@Ugugu: Da hätte Model aber sicher auch was dafür tun können, hätte er dem Journalisten die Fragen beantwortet. Wer ein solches Projekt macht, den grossen Utopisten spielt, der muss damit rechnen, dass ein Journalist anklopft. Ich meine: Model ist im Thurgau zudem Prominenz. Die Tür zuknallen, nur weil es sich beim Journalisten nicht um einen Hofberichterstatter der Thurgauer Zeitung handelt: Sorry, Dies ist nicht Russland. Wenn Model keine sich aufdrängenden Fragen beantworten will, ist es ja klar, dass es dann beim Leser (mir) im Zweifel gegen ihn geht.
Den Punkt mit der Sippenhaft sehe ich nicht so recht. Ich musste bei Philipp Meiers Erwähnung eher schmunzeln & dachte keine Sekunde daran, der sei jetzt ein, ähm, Staatsfeind oder so. Da finde ich eher ziemlich entspannt: Man soll auch Utopien kritisch beleuchten dürfen. Steiger tut das. Und die Eso-Fascho-Ecke, in die er Model gedrängt haben will: Also, Avalon & der ganze Kram, den hat ja der Steiger nicht erfunden, sondern bloss beschrieben. Und der Model wollte sich nicht erklären. Ich hab den Artikel heute morgen gelesen und fand ihn grossartig, gerade weil er ein paar überraschende und durchaus fragwürdige Verbindungen aufzeigt. Das ist, noch einmal, guter Journalismus.
Januar 14th, 2010 @ 20:21
@DanielRyser: Avalon haben weder Steiger, Adolf Hitler, noch irgendwelche ostschweizer Faschos erfunden. Womit wir beim springenden Punkt sind: Der Autor hat sich meiner Ansicht nach etwas sehr in die eigene These reingesteigert.
Januar 14th, 2010 @ 20:44
@ seydel. jemand muss ja die kartonschachteln aus der maschine nehmen. von oben runter ist immer einfach, darum gehts ja eigentlich auch im text.
Januar 15th, 2010 @ 12:24
ich frage mich, ob die bei amazee den text auch gelsen haben.
Januar 15th, 2010 @ 13:33
ich hänge hier den ganzen tag im internet, weil ich schlicht und einfach nicht ein paar wenigen wie auch immer ideologisch gesteuerten «meinungsmachern» in den traditionellen medien ausgeliefert sein möchte. wer wirklich alles glaubt, was der artikel suggeriert, der oder die liefert sich einem einzigen guten geschichtenerzähler aus. das zeugt nicht unbedingt von grosser medienkompetenz; gerade deshalb, weil rebell.tv eigentlich ein grosser einsehbarer zettelkasten ist; in welchem notabene viel mehr transparenz herrscht, als z.b. hier bei der woz. das einzige, was man mitbringen muss, ist zeit. so gesehen ist rebell.tv eher einer nzz als einem 20min. zuzuordnen.
ein kleines beispiel, was im oben beschriebenen fall der unterschied zwischen rebell.tv und der woz sein könnte: bei rebell.tv wäre mein gespräch mit riklin 1:1 als podcast abgelegt worden. da hätten sich die nebel schnell gelüftet, die nun steiger verschwörungsmässig aufsteige(r)n lässt.
was hier noch nicht diskutiert wurde, ist die bilderwahl. das cabaret voltaire ist nicht teil von avalon (auch keiner der direktoren). zwischen model/rebell.tv und dem cabaret voltaire ist noch nie geld geflossen. die bilder stammen von einem von inzwischen hunderten projekten des cabaret voltaire, bei welchem sich die wege von model und cabaret voltaire kreuzten. wow! SPOOKY, SPOOKY!
Januar 15th, 2010 @ 22:41
meist gelesen bei http://nationofswine.ch
1. hicke datteln
2. böhse onkelz
3. ehemals offene Wunden
4. gefährliche gewalt
5. willkürlich selbstHERRliche
hanspeter spörri/sri hat (vermutlich) in der serie zur einführung in den journalismus:
noch weitere ideen gehabt, was einfach IMMER funktioniert:
1. nachricht
2. interview
3. recherche
4. journalistische haltung
(aber sicher irgendwo in: “die form der unruhe”, band 1, http://junius-verlag.de
1. nackte weiber
2. missbrauchte gören
3. abgeschlachtete tiere
ich erzähle das ja nur, weil ich unabhängigen, unbequemen, mutigen journalismus unterstützen will. ich finde, wir sollten der WOZ und ihren beiden mitarbeitenden hier mithelfen, dass sie noch viel bekannter werden und mit noch viel mehr unreinem, unsauberen, unklarem kurzen prozess machen können:
darum: da ist doch diese grosse bild. in der bildunterschrift wird sogar noch geschrieben, dass es sich um einen *toten fuchs* handelt. fotograf fürchtet sich vor namensnennung? aus gutem grund:
da war ein politisch und sozial so engagierter fotograf auf dieser baustelle und hat das tote tier einfach liegen gelassen? es sogar noch fotografiert. mit einem schlechten zeichen belegt. das ist so pietätlos. das ist fies. das ist so gemein.
Januar 18th, 2010 @ 19:31
Salonfähiger Herrschaftsliberalismus und Hayek findet sich nicht nur bei den Schweizer Monatsheften, sondern auch beim Liberalen Institut, bei der Stiftung für abendländische Kultur und Ethik etc. wieder. Die Akteure sind immer dieselben.Vermutlich schafft es die demoktraiefeindliche Ausrichtung von Avalon nur dank des Modelschen-Mäzenatentum und dem opportunistischen Denken der Redaktion der Schweizer Monatshefte, ihr wahres Gesicht zu verbergen.
Januar 19th, 2010 @ 13:15
@philipp meier: dein kommentar wenn voltaire linksalternativ gilt, müsse es die woz in die rechte ecke drängen, ist zynisch. ich verfolge beide sachen schon lange und kann mich erinnern, dass die woz dem dadahaus auch schon journalistisch beigestanden ist, als alle darüber herfielen. so einfach und zynisch funktioniert die welt leider nicht. und folgende frage des autors bleibt im wirren, zynischen, hysterischen geblogge leider unbeantwortet:
Der Thurgauer Verpackungsfabrikant Daniel Model liebt seltsame Mythen und verteufelt die Demokratie. Bereitwillig vernetzen sich postmoderne Dadaisten und Medienrebellinnen mit dem Sozialstaatsgegner. Was fasziniert sie an der Utopie des selbst ernannten Oberhaupts des Elitestaats Avalon?
Januar 19th, 2010 @ 16:42
@m.r.: ich erwähnte MEHRING nicht VOLTAIRE (im zusammenhang mit «linksalternativ»).
oh ja…, die woz ist sogar mir persönlich journalistisch beigestanden; als ich vor rund zwei jahren hätte entlassen werden sollen. dafür bin ich dankbar…:)
muss ich deshalb mit oben erwähntem artikel einverstanden sein? ich kann ihnen bei diesem bogen nicht folgen… (wieso verstecken sie sich eigentlich hinter ihren initialen? mit wenigen ausnahmen fechte ich in blogs immer mit offenem visier…, immerhin;)
ich beantworte (trotzdem;) die von ihnen aufgegriffene frage. lassen sie sie mich im zusammenhang mit dem intro beantworten:
- ich habe nichts gegen «seltsame mythen» (im gegenteil:)
- «”verteufelt” die demokratie» klingt meines erachtens etwas martialisch. er stellt sie in frage. das finde ich richtig und wichtig; gerade heute, da sie als tabuisierte heilslehre verstanden wird; in deren namen u.v.a. fremde länder überfallen werden (z.b. irak) und fragwürdige abstimmungen stattfinden (z.b. minarett-abstimmung)
- ich verstehe viele unserer engagements als «grenzenüberschreitendes, teilnehmendes beobachten» (als kritische bemerkung zum verwendeten «bereitwillig»). ich werde sehr skeptisch, wenn etwas oder jemandem ein bestimmter ruf vorauseilt; im gegenteil: das macht mich neugierig. ich möchte selber herausfinden, was dahinter steckt. leider war unsere kontakt mit model so bescheiden, dass ich mir kein urteil bilden kann. umso mehr ärgerte mich der artikel:
1. weil er uns eine viel wichtigere rolle zuordnet, als wir sie real je eingenommen haben
2. weil er letztendlich dann doch keine antworten liefert.
3. weil ich rebell.tv mit abstand das spannendste aktuelle medienprojekt in der schweiz finde; u.a. deshalb, weil es sich eben gerade nicht so einfach in eine ecke drängen lässt!
ich verstehe jedoch sehr gut, dass sich bis anhin noch niemand wirklich vertieft mit rebell.tv befasst hat, denn das gigantische informationsgebilde ist in seiner geistigen begehbarkeit anspruchsvoll angeordnet und verändert sich täglich (oft sogar stündlich).
falls hier irgendjemand, irgendwann vielleicht auch noch erfahren möchte, was mich als ko-direktor des cabaret voltaire an rebell.tv interessiert, dann würde ich es folgendermassen ausführen:
ich stelle mir im dept. postdadaismus die frage (die nur als these beantwortet werden kann), wie die dadaisten auf die heutige zeit reagieren würden.
viele werfen rebell.tv vor, dass es schlicht nicht lesbar sei (z.b. «sms kann keine zehn verständliche sätze schreiben»). diese kritiken bestärken mich in meinem engagement, denn die sprache scheint zur zeit an einer ähnlichen bruchstelle zu liegen, wie damals zu beginn des letzten jahrhunderts die kunst. solche kritiken erinnern mich an die reaktionen von intellektuellen/bourgeoisen anfangs letztes jahrhunderts auf die lautgedichte der dadaisten oder bilder der kubisten («das ist keine kunst!», «dieses gestammel soll kunst sein?», «das hat mit der realität nichts zu tun!»)
die dadaisten haben damals ihre eigenen kunst- und literaturzeitschriften herausgegeben. sie stiessen damit ein grosses kunst- und literaturinteressiertes publikum vor den kopf. in dieser tradition sehe ich mein interesse an rebell.tv (wobei ich es langweilig fände, mich nur auf die kunst/literatur zu beschränken).
hugo ball hat im ersten dada-manifest geschrieben:
«Diese vermaledeite Sprache, an der Schmutz klebt, wie von Maklerhänden, die die Münzen abgegriffen haben. Das Wort will ich haben, wo es aufhört und wo es anfängt. Dada ist das Herz der Worte.
Jede Sache hat ihr Wort, aber das Wort ist eine Sache für sich geworden. Warum soll ich es nicht finden? Warum kann der Baum nicht »Pluplusch« heißen? und »Pluplubasch«, wenn es geregnet hat? Das Wort, das Wort, das Wort außerhalb eurer Sphäre, eurer Stickluft, dieser lächerlichen Impotenz, eurer stupenden Selbstzufriedenheit, außerhalb dieser Nachrednerschaft, eurer offensichtlichen Beschränktheit. Das Wort, meine Herren, das Wort ist eine öffentliche Angelegenheit ersten Ranges.
«zehn verständlich aneinander gereihte sätze» vergewaltigt die sprache. sie zwängt sie in ein korsett. das korsett lässt das geschriebene im besseren der schlechten fälle «objektivität» ausstrahlen, im schlechtesten fall «wahrheit».
«zehn verständlich aneinander gereihte sätze» macht süchtig. «zehn verständlich aneinander gereihte sätze» ist der anfang von boulevard; denn sie brechen komplexe zusammenhänge auf tiefstes niveau runter.
um jemandem beim denken zuzuschauen, brauche ich keine «zehn verständlich aneinander gereihte sätze». mir ist es viel lieber, dass jemand transparenz herstellt und nicht kompetenz suggeriert!
(vielleicht wird in den nächsten wochen oder monaten auf rebell.tv bezüglich model mehr transparenz hergestellt. als «hardcoreuser» habe ich jedenfalls bis dato keinerlei einflussnahme des scheinbar ach so bösen model bemerkt…)
Januar 20th, 2010 @ 18:59
habe heute /dm getroffen… hätte jetzt auch von ihm das einverständnis, die eMail dialoge ins blog zu stellen…
adrian riklin (von der woz) hat mir seine ebenfalls schon gegeben… (die von steiger brauchen wir gar nicht. denn der fragekatalog von riklin an mich, war ein ziemlich rasches copy/paste
will sagen: ich wäre aktuell sensationell dokumentiert, einen text zusammenzustellen, welche nachvollziehbar zeigen könnte, wie ein solche *story* (inkl. bilder) abgewickelt wird.
nebenbei: auch die unArt der “interviews” via eMail hat hanspeter spörri explizit in einem wochenkommentar bei rebell.tv kritisiert… (allein diese vorstellung, dass 15 fragen via eMail geschickt werden können, ist eine beleidigung an jeden ernsthaft engagierten. die idee, dass eine antwort, ein nächste frage beeinflussen könnte, scheint gar nicht mehr in betracht zu kommen.)
will sagen: wenn eh schon klar ist, was geschrieben werden will, wozu dann noch mit den “opfern der beobachtung” reden gehen? (fragt der sozialarbeiter!)kurzum:
der qualitätsjournalismus an seinem aggressiven tiefpunkt zu dokumentieren: das ist leider kein kunstwerk mehr. bloss noch noch eine fleissarbeit :-/
/sms
http://rebell.tv
übrigens: im http://www.verkehrshaus.ch gibt es eine sensationelle “installation”. ein medienprofessor aus detroit erklärt sie mir gleich zu beginn des videos: http://tv.rebell.tv/p3378.html
Januar 31st, 2010 @ 01:45
Derr Herr Seydel findet auch antisemitische Freiwirtschaft interessant und reagiert auf Kritik höchstens von behämmert bis belustigend.
http://blog.rebell.tv/was-hans-joerg-willi-liest-wenn-es-ums-geld-geht.html
http://blog.rebell.tv/p11006.html
http://tv.rebell.tv/p3178.html
http://blog.rebell.tv/p10979.html
Februar 4th, 2010 @ 23:17
Ich finde diese Diskussion jedenfalls nicht uninteressant und bin – nur mal vorweg – mit Ugug für einmal nicht einverstanden.
Interessant ist dabei vor allem die Position von Daniel Ryser, der meines Wissens im selben Organ mehrmals gewisse Aktionen am Cabaret Voltaire in den Himmel gelobt hat, an denen er selbst irgendwie beteiligt war…
Dass sms & Philipp Meier nicht kritikfähig sind – wie es sich für selbsternannte Underdogs gehört, das hat mittlerweile der hinterletzte gemerkt.
Das bedauerliche dabei ist, dass die Dadaisten und vor allem Hugo Ball keine Ignoranten Idioten waren, die nicht wussten was sie tun… Mit Philipp Meier kann man eigentlich nur Mitleid haben, denn er meint es ja nur zu gut. Dito was sms betrifft. Dabei bin ich eigentlich gar nicht der Meinung, dass Schuster bei ihren Leisten bleiben sollten. Keine Ausnahme ohne Regel.
Februar 5th, 2010 @ 10:15
Guten Tag, ja ich habe auch schon über das Haus berichtet. Etwa hier: http://www.woz.ch/artikel/2007/nr19/kultur/14940.html
Es gab einen zweiten Artikel, den ich aber gerade nicht finde, bei dem es darum ging, dass es in der Verwaltung offenbar Pläne gab, Meier abzusetzen. Weder aber bei der Aktion «Oper frei Haus» noch bei der geplanten Absetzung Meiers durch die Verwaltung war ich persönlich involviert.
Februar 5th, 2010 @ 13:58
Ich hätte es eigentlich gerne beim obigen Statement belassen. Doch nun die Frage:
Wenn man als Mitglied der Mediengruppe Bitnik über eine Aktion der Mediengruppe Bitnik berichtet, dann ist man persönlich schon irgendwie involviert?
Februar 5th, 2010 @ 14:34
Ha ha, okay, ich sehe den Punkt. Dieser Eindruck könnte entstehen. Die Wahrheit aber ist: Die !Mediengruppe Bitnik hat mich NACH meinem Bericht, der sich doch sanft von der damaligen aufgeregten Gratiszeitungsberichterstattung abgehoben hat, zum Mitglied gemacht. Und ich habe natürlich dankend angenommen, immerhin wollten Daniel Vasella, Peter Hartmeier, Christoph Blocher, Ursula Wyss, Karin Keller-Sutter, Die Fantastischen Vier, Ueli Maurer, Unisys, der Staat Israel, die Hamas, usw., mich NICHT zu Mitglieder ihrer Gruppe machen, nachdem ich über sie berichtet hatte.
Februar 5th, 2010 @ 18:26
Naja. Im Grunde ist das ja auch ein Nebenschauplatz, aber insofern relevant, da mit dem Beitritt zu welcher Gruppe auch immer, die Unabhängkeit und Glaubwürdigekeit eines Jounalisten gefährdet ist… Jetzt zum Beispiel weiss ich nicht mit wem ich rede. Mit dem Pressesprecher der Mediengruppe oder mit Daniel Ryser, dem Journalisten…
Wenn Daniel Ryser per zufall, weil Vasella grad einen guten Tag gehabt hat, der Gruppe Vasella beitritt ect. wirft das ein gewisses Licht auf Daniel Ryser… Genauso wie es eben interessant ist, wenn man erfährt, dass Daniel Model der Verleger von Rebell.tv ist. Und wer jemals die Texte von Daniel Model gelesen hat, auf freilich.ch zum Beispiel… kann nachlesen wie der tickt. SMS sagt ja auch nur, er müsse irgendwie Geld verdienen. Nur, wenn sich Opportunismus und Journalismus paaren, oder Kunst-machen und Opportunismus, dann haben wir Hofkunst oder Hofjournalismus. Wenn Model mit Amazee oder so nebenbei noch Charity macht, dann ist das auf einer ähnlichen Ebene, wie wenn Shell nebenbei noch ein paar Solarzellen auf die Tankstellendächer plaziert. Never forget the big picture. Ich weiss gar nicht warum ich Dir das sage, schliesslich gehe ich davon aus, dass Woz-Journalisten eben auf Günstlings-Berichterstattung nicht angewiesen sind.
Februar 11th, 2010 @ 20:46
@theo schweiger: was die woz (in diesem fall;) veröffentlicht hat, ist eine behauptung und keine kritik.
und wenn es eine wäre: soll ich sie einfach stehen lassen? ist es «nicht kritik fähig sein», wenn man auf eine solche entgegnet? mir wäre es sehr lieb gewesen, wenn steiger licht ins dunkle gebracht hätte. dann hätte ich konkret stellung beziehen können. aber diese behauptungen…., das geht einfach nicht!
sie lassen sich einfach nicht von meinen (gegen)argumenten überzeugen. das ist ihr gutes recht…:)
des weiteren: ich nehme an, dass die dadaisten zu ihrer zeit von vielen «ignorante idioten» geschimpft wurden; z.b. weil sie nicht mit den klassischen künstlerischen mitteln auf die gesellschaftlichen missstände aufmerksam machten; oder (im zusammenhang mir ihrer kritik noch viel wichtiger) von seiten der politisch engagierten (z.b. kommunisten) in zürich deshalb als «ignorante idioten» gemieden wurden, weil die dadaisten ihnen viel zu ästhetisch und unkonkret unterwegs waren.
so gesehen nehme ich ihre kritik als kompliment (ob ich deshalb nun kritikfähiger bin…?;)
als ball-jünger muss ich sie jedoch enttäuschen. ich fühle mich eher zu den «dada-verrätern» um tristan tzara hingezogen…:)
März 14th, 2010 @ 10:40
“Das geht einfach nicht!” Warum sollte das nicht gehen? Rhetorisch sind Sie ja wahnsinnig begabt, doch mit konkreten Inhalten konfrontiert einfach zu sagen “Das geht einfach nicht!”, das ist einfach zu billig. Die Texte von Model sind online, Sie könnten sich davon distanzieren, oder sagen Sie hätten sie nicht gelesen…
. Aber dann einfach “No Comment”. Das ist seltsam.
Zum Dadaismus: Da sie von Kulturvermittlung auch nach 5 Jahren Praktikum on the JOb, noch keinenblassen Schimmer haben: Ball hat einen geistigen Rahmen geschaffen, innerhalb und inbezug dessen Dinge Passierten, zahlreiche Künstler dinge taten, – nur die ganze Zeit mit Tzara zu kommen ist ein sehr einseitges Bild und ebenfalls auch langweilig. Das mag ihre Vorliebe sein, das spielt hier letzlich keine Rolle. Szeemann hat den Ball deshalb aufgegriffen. Sie spielen dagegen immer noch Ping-Pong.